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The Girl in Their Dreams

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Zusammenfassung

Laila hat sich ihren Traum erfüllt: Sie studiert in Seoul. Um sich ihr neues Leben leisten zu können, beginnt sie einen Nebenjob bei Velaire Entertainment. Was sie nicht erwartet: An ihrem ersten Arbeitstag steht sie plötzlich LNOX5 gegenüber - der berühmten Band, die sie bisher nur von Bildschirmen kannte. Doch einer der fünf kommt ihr seltsam vertraut vor. Seine Stimme. Sein Blick. Als hätte sie ihn schon einmal getroffen - in einem Traum, der sich viel zu echt angefühlt hat. Was Laila nicht weiß: Sie ist nicht die Einzige, die träumt.

Genre:
Romance
Autor:
Mungunzul
Status:
In Arbeit
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
16+

"Du bist spät"

Im Traum kann ich sein Gesicht nicht sehen.

Trotzdem weiß ich, dass er mich ansieht.

Ich spüre seinen Blick, noch bevor ich seine Gestalt im bläulichen Licht erkenne – warm, ruhig und so intensiv, dass mein Herz plötzlich schneller schlägt.

Um uns herum ist es dunkel, wie auf einer leeren Bühne nach einem Konzert. Irgendwo spielt Musik. Sie klingt weit entfernt, als käme sie aus einem anderen Raum. Vielleicht sogar aus einer anderen Welt.

Er kommt näher.

Nur einen kleinen Schritt. Doch mein ganzer Körper reagiert darauf. Meine Finger werden unruhig. Mein Atem stockt, und tief in meinem Bauch beginnt es zu kribbeln.

Ich kenne diesen Mann nicht.

Warum fühlt es sich dann an, als hätte ich genau auf ihn gewartet?

Er beugt sich zu mir. So nah, dass ich seinen Atem an meinem Ohr spüre. Ein warmer Schauer läuft über meinen Rücken, und für einen Moment vergesse ich sogar, dass ich Angst haben sollte.

Ich will nicht, dass er zurückweicht.

„Endlich”, flüstert er.

Dieses eine Wort trifft mich mitten ins Herz.

Ich will fragen, wer er ist. Ich will sein Gesicht sehen. Doch er nimmt meine Hand, und seine Finger schließen sich langsam um meine.

Die Berührung ist warm. Viel zu warm für einen Traum.

Mein Herz schlägt jetzt so heftig, dass er es hören muss. Ich sollte meine Hand zurückziehen, aber stattdessen halte ich seine fest. Ein wildes, unvernünftiges Glück breitet sich in mir aus – als wäre ich endlich an einem Ort angekommen, den ich mein ganzes Leben gesucht habe.

Dann klingelt mein Wecker.

Ich fahre hoch und presse eine Hand gegen meine Brust.

Mein Herz rast. Meine Wangen glühen, und das Kribbeln in meinem Bauch ist noch immer da. Für ein paar verwirrende Sekunden erwarte ich, seine Finger zwischen meinen zu spüren.

Doch mein Zimmer ist leer.

Natürlich ist es leer.

Das war nur ein Traum.

Warum fühlt es sich dann wie ein Verlust an?

Ich schließe die Augen und versuche, zu ihm zurückzukehren. Nur für eine Minute. Nur um sein Gesicht zu sehen. Aber da ist nichts mehr außer Dunkelheit.

Und das Verrückteste ist nicht, wie echt sich alles angefühlt hat.

Das Verrückteste ist, dass ich einen Mann vermisse, den es vielleicht gar nicht gibt.

Dann klingelt der Wecker ein zweites Mal.

7:06 Uhr.

„Nein.”

Ich springe auf – und stoße mit dem Knie gegen den niedrigen Tisch neben meinem Bett.

„Aua! Nein, nein, nein.”

Heute ist mein erster Arbeitstag. Genauer gesagt: mein erster Probearbeitstag. Und wenn ich nicht sofort loskomme, wahrscheinlich auch mein letzter.

Während ich ins Bad humpele, versuche ich, den Traum abzuschütteln. Das funktioniert nicht besonders gut. Seine Stimme ist noch da. Tief, ruhig und viel zu vertraut.

Endlich.

Allein die Erinnerung daran lässt mein Herz wieder schneller schlagen.

Solche Träume habe ich nicht zum ersten Mal. Seit einigen Monaten tauchen darin Männer auf, deren Gesichter ich nie deutlich erkenne. Manchmal höre ich nur ihr Lachen. Manchmal sehe ich eine Hand, einen Schatten oder Augen, die mich ansehen, als würden sie mich besser kennen als ich mich selbst.

Wahrscheinlich liegt es am Stress.

Oder an den viel zu vielen Videos, die ich nachts schaue, obwohl ich morgens Vorlesungen habe.

Mit dieser Erklärung kann ich leben.

Mit meinem Kontostand eher weniger.

Als ich mein Handy vom Ladekabel ziehe, leuchtet die Nachricht meiner Bank auf. Ich sehe die Zahl, schließe sofort die App und beschließe, dass Ignorieren heute als Finanzplanung zählt.

Vor einer Woche habe ich meinen Job in einem kleinen Café gekündigt. Die Besitzerin war freundlich, aber meine Abendschichten endeten oft so spät, dass ich am nächsten Morgen in der Universität kaum die Augen offen halten konnte. Einmal bin ich während einer Vorlesung über koreanische Mediengeschichte eingeschlafen und erst aufgewacht, als alle anderen schon gegangen waren.

Also brauchte ich etwas Neues.

Dringend.

Die Anzeige von Velaire Entertainment klang fast zu gut: Aushilfe am Wochenende und an ausgewählten Nachmittagen. Unterstützung bei Garderobe, Material und Vorbereitung. Koreanisch und Englisch erforderlich. Erfahrung nicht notwendig.

Ich hatte meine Bewerbung nachts um halb zwei abgeschickt.

Am nächsten Vormittag kam der Anruf.

Kommen Sie morgen um neun Uhr zum Probearbeiten.

Seitdem frage ich mich, ob sie wirklich meine Bewerbung gelesen oder einfach die erste Person genommen haben, die auf „Senden” gedrückt hat.

Ich öffne den Kleiderschrank. Das Wort Kleiderschrank ist großzügig – eigentlich ist es eine Metallstange zwischen zwei schmalen Regalen. Nach kurzem Überlegen ziehe ich eine dunkle Stoffhose und meinen cremefarbenen, weiten Pullover an. Er ist schlicht, weich und groß genug, dass ich nicht den ganzen Tag darüber nachdenken muss, ob jemand meine Figur mustert.

Ich binde meine Haare halb zurück. Ein wenig Concealer, Lippenpflege, fertig.

Unauffällig. Ordentlich. Professionell.

Ganz sicher nicht wie jemand, die seit Jahren davon träumt, einmal ein echtes Entertainment-Studio von innen zu sehen.

Bevor ich gehe, öffne ich die letzte Sprachnachricht meiner Mutter. Sie hat sie am Sonntag geschickt.

„Laila, du klingst müde. Isst du genug? Ruf an, wenn du Zeit hast. Und kauf dir Obst, nicht immer nur Nudeln.”

Ich lächle und tippe eine Antwort.

Heute ist mein erster Tag im neuen Nebenjob. Wünsch mir Glück. Ich rufe am Wochenende an.

Dass meine Ersparnisse fast aufgebraucht sind, schreibe ich nicht. Meine Familie ist weit weg. Sie kann mir von dort aus nur Sorgen schicken, und davon besitze ich selbst schon genug.

Vier Monate lebe ich jetzt in Seoul.

Vier Monate, seit ich mit zwei Koffern, einem Studienplatz und viel zu großen Erwartungen am Flughafen angekommen bin. Jahrelang hatte ich Koreanisch gelernt. Ich hatte Prüfungen bestanden, Bewerbungen geschrieben und jeden gesparten Schein in diesen Traum gesteckt.

Trotzdem fühle ich mich in dieser Stadt manchmal, als würde ich mitten in einem schnellen Lied stehen und den Einsatz verpassen.

Heute nicht, sage ich mir auf dem Weg zur U-Bahn.

Heute bin ich pünktlich.

Um 8:42 Uhr stehe ich vor Velaire Entertainment.

Das Gebäude besteht aus Glas, dunklem Stein und der Art von ruhiger Eleganz, die sofort verrät, dass hier sehr viel Geld verdient wird. Menschen mit Headsets laufen durch die Eingangshalle. Ein Lieferant schiebt Kisten an mir vorbei. Auf einem riesigen Bildschirm über der Rezeption wechseln Konzertbilder, Werbekampagnen und Gesichter, die ich sofort erkenne.

Ich zwinge mich, nicht stehen zu bleiben.

Du bist hier zum Arbeiten, Laila. Nicht als Fan.

An der Rezeption bekomme ich einen Besucherausweis. Wenige Minuten später holt mich eine Frau mit strengem Pferdeschwanz ab.

„Ich bin Frau Han. Sie unterstützen heute mein Team.”

Sie geht so schnell, dass ich mich beeilen muss, um neben ihr zu bleiben.

„Fotos sind überall im Gebäude verboten. Keine privaten Fragen an Künstler. Keine Namen, Termine oder internen Informationen nach außen. Wenn Ihnen jemand etwas sagt, das nicht für Ihre Aufgabe wichtig ist, haben Sie es nicht gehört. Verstanden?”

„Ja, verstanden.”

„Sind Sie Fan von einem unserer Künstler?”

Mein Fuß bleibt beinahe am Boden kleben.

Auf dem Bildschirm in der Eingangshalle war für drei Sekunden LNOX5 zu sehen gewesen.

Fünf Männer. Drei ausverkaufte Tourneen. Millionen Fans. Und viel zu viele Lieder auf meinem Handy.

„Ich kenne einige”, antworte ich vorsichtig.

Frau Han sieht mich von der Seite an.

„Kennen oder mögen?”

„Beides. Aber ich kann professionell bleiben.”

Zu meiner Überraschung nickt sie zufrieden.

„Eine ehrliche Antwort. Gut.”

Die erste Stunde verbringe ich in einem Raum voller Kleiderstangen, Schuhkartons und beschrifteter Taschen. Ich sortiere Hemden nach Nummern, prüfe Listen und bringe Schmuckstücke in kleine schwarze Etuis zurück. Es ist weniger glamourös, als Fans es sich wahrscheinlich vorstellen.

Und trotzdem liebe ich jede Minute.

Hier riecht es nach Stoff, Haarspray und Kaffee. Hinter den Wänden vibriert gelegentlich Musik. Türen öffnen und schließen sich. Menschen kommen herein, nehmen etwas mit und verschwinden wieder.

Niemand beachtet mich besonders.

Das beruhigt mich.

Kurz nach elf schiebt Frau Han fünf schwarze Kleidersäcke zu mir.

„Studio sieben. Die Outfits werden in zwanzig Minuten gebraucht. Hängen Sie sie dort in den Nebenraum und kommen Sie direkt zurück.”

„Natürlich.”

Ich nehme die Säcke. Sie sind schwerer, als sie aussehen.

Erst als Frau Han sich abwendet, sehe ich die silberne Schrift auf den Etiketten.

LNOX5 – STAGE FITTING

Ich starre darauf.

Einmal. Zweimal.

Mein Herz macht einen kleinen, schmerzhaften Sprung.

Nein.

Natürlich wusste ich, dass LNOX5 bei Velaire unter Vertrag steht. Aber diese Firma betreut so viele Künstler, dass die Möglichkeit, ihnen ausgerechnet an meinem ersten Tag zu begegnen, lächerlich klein sein müsste.

Offenbar hat das Universum einen seltsamen Sinn für Humor.

„Gibt es ein Problem?“, fragt Frau Han.

„Nein.” Meine Stimme ist eine Spur zu hoch. Ich räuspere mich. „Überhaupt nicht.”

Mit fünf Kleidersäcken in den Armen verlasse ich den Raum.

Auf dem Weg zu Studio sieben rede ich stumm mit mir selbst.

Du wirst die Sachen abstellen. Du wirst niemanden anstarren. Du wirst nicht erwähnen, dass du mit ihren Liedern Koreanisch geübt hast. Und du wirst auf keinen Fall sagen, dass eines ihrer Poster früher über deinem Schreibtisch hing.

Vor der Studiotür höre ich einen dumpfen Bass. Die Musik stoppt. Männerstimmen sprechen durcheinander, dann folgt lautes Lachen.

Ich kenne dieses Lachen.

Nicht nur aus Interviews.

Für einen kurzen Moment sehe ich wieder das bläuliche Licht aus meinem Traum.

Unsinn.

Ich klopfe zweimal.

Keine Antwort.

Also drücke ich vorsichtig die Klinke hinunter.

„Entschuldigung. Ich bringe die Outfits für—”

Der Rest des Satzes verschwindet.

Fünf Männer befinden sich im Raum.

Ren sitzt mit seinen blonden Haaren auf dem Boden und bindet seine Schuhe. Sol, der Jüngste, trinkt neben ihm Wasser. Ian steht mit seinen längeren braunen Haaren vor dem Spiegel, während Jae, der schwarzhaarige Leader, etwas auf einem Tablet betrachtet.

Und neben Ian steht Leon. Silbergraues Haar, schwarze Kleidung und genau diese ruhige Ausstrahlung, wegen der er selbst in einem Raum voller Menschen sofort auffällt.

Ich erkenne sie alle sofort.

Natürlich tue ich das.

Leon ist der Erste, der den Kopf hebt.

Auf Fotos wirkt sein Blick oft kühl. Jetzt sieht er mich so direkt an, dass ich vergesse, wie man atmet.

Sein Blick wandert über mein Gesicht, bleibt an meinen Augen hängen – und plötzlich verschwindet das angedeutete Lächeln von seinen Lippen.

Er richtet sich langsam auf.

Auch die anderen werden still.

Die Kleidersäcke rutschen in meinen Armen ein Stück nach unten. Ich halte sie fester und zwinge mich zu einem höflichen Lächeln.

„Ich soll die Sachen in den Nebenraum hängen.”

Leon antwortet nicht sofort.

Er sieht aus, als hätte er etwas Unmögliches entdeckt.

Dann macht er einen Schritt auf mich zu.

„Du bist spät”, sagt er leise.

Die Stimme trifft mich wie eine Berührung.

Mein Herz bleibt stehen.

Es ist dieselbe Stimme.

Und als ich in seine Augen sehe, begreife ich etwas, das noch viel unmöglicher ist:

Er erkennt mich auch.

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