Das Erbe Der Mondgefallenen von Susanne B. Baronin von Rothensteyn bei Inkitt
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Das Erbe der Mondgefallenen

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Zusammenfassung

An ihrem achtzehnten Geburtstag hätte Emilia Bennett endlich ihren ersten Nachtlauf erleben sollen. Stattdessen sitzt sie allein in einem dunklen Keller. Vergessen von ihrem Rudel. Versteckt vor der Welt. Gefangen in einem Leben voller Angst, Demütigungen und Einsamkeit. Doch in derselben Nacht nimmt Beta Matthew Carter einen Duft wahr, der sein Leben für immer verändern wird. Die Spur führt zu einem Geheimnis, das im Silbermond-Rudel niemand für möglich gehalten hätte. Während Emilia zum ersten Mal Freundschaft, Vertrauen und Zugehörigkeit erfährt, kommen immer mehr Fragen ans Licht. Wer war ihre verstorbene Mutter wirklich? Warum scheint Emilia Fähigkeiten zu besitzen, die kein gewöhnlicher Wolf haben sollte? Und weshalb erinnern sich alte Legenden an eine Blutlinie, die längst verschwunden sein sollte? Gemeinsam mit Matthew, dem Alpha Jaxon Blackwood und ihren neuen Freunden Nathan und Lucas begibt sich Emilia auf eine Reise, die nicht nur ihre Vergangenheit offenbart, sondern auch ihre Zukunft verändern wird. Zwischen Rudelzusammenhalt, alten Geheimnissen, unerwarteter Liebe und dem Ruf des Mondes muss Emilia herausfinden, wer sie wirklich ist. Denn manchmal verbirgt sich hinter dem schwächsten Wolf ein Schicksal, das niemand kommen sah. Eine berührende Werwolf-Romanze über Hoffnung, Heilung, Familie und die Kraft, nach den dunkelsten Jahren wieder ins Licht zu finden.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
33
Rating
5.0 (5 Bewertungen)
Altersfreigabe
16+

Prolog

Der Duft von frisch gebackenem Brot und Gebäck hing in der Luft. Clara lachte, während sie die Schürze zurechtrückte und ihrem Mann mit dem Ellenbogen einen kleinen Stoß versetzte.

„Wenn du noch einen Keks stiehlst, bevor sie fertig sind, werde ich Emilia erzählen, dass ihr Vater ein Dieb ist.“

Herold grinste nur. „Ein Dieb? Das ist Verleumdung. Ich überprüfe lediglich die Qualität.“

„Natürlich.“

„Jemand muss es ja tun.“

Clara schüttelte den Kopf, konnte sich das Lächeln jedoch nicht verkneifen. Von draußen drang fröhliches Kinderlachen herein.

Ihre dreijährige Tochter Emilia rannte im Garten zwischen den Blumenbeeten umher. Ihr kleines rotes Kleid flatterte hinter ihr her, während sie einem Schmetterling nachjagte.

„Langsam, kleiner Wirbelwind!“, rief Clara.

„Ich bin schnell!“, kam die empörte Antwort zurück.

Herold stellte sich in die Tür und beobachtete seine Tochter. Sein Herz wurde jedes Mal warm, wenn er sie ansah.

Emilia hatte die roten Haare ihrer Mutter geerbt und die freundlichen grauen Augen ihres Vaters.

Sie war das Beste, was ihm jemals passiert war. Nach Clara. Seine Gefährtin. Seine große Liebe.

Er spürte ihre Gegenwart selbst dann noch, wenn sie sich auf der anderen Seite des Hauses befand. Diese unsichtbare Verbindung zwischen Gefährten war etwas Wunderschönes. Etwas, das nur wenige Menschen wirklich verstanden. Und Herold war jeden einzelnen Tag dankbar dafür.

Ihr Leben war einfach. Nicht reich, nicht bedeutend.

Clara arbeitete oft in den Küchen des Rudels und half bei Festen und Versammlungen.

Herold kümmerte sich um die Gärten.

Sie waren zufrieden und glücklich. Mehr brauchten sie nicht.

An manchen Abenden saßen sie gemeinsam auf der Veranda. Clara mit einer Tasse Tee. Herold mit Emilia auf dem Schoß. Und manchmal dachte er, dass sein Leben unmöglich noch schöner werden konnte.

Vielleicht hatte das Schicksal ihn genau deshalb geprüft.


Der Tag, an dem alles zerbrach, begann völlig gewöhnlich.

Die Sonne schien. Es war warm. Emilia hatte Blumen gepflückt und sie ihrer Mutter geschenkt. Clara hatte sie lachend ins Haar gesteckt. „Jetzt sehe ich aus wie eine Blumenwiese.“

„Du bist hübsch“, hatte Emilia erklärt.

„So hübsch wie du?“

„Noch hübscher.“

„Das geht gar nicht.“

Emilia hatte daraufhin ernst geschaut. „Doch.“

Es waren die letzten unbeschwerten Worte gewesen, die sie miteinander wechselten.

Am Nachmittag lief ein Rudelalarm durch das Dorf. Mehrere fremde Wölfe waren in Grenzstreitigkeiten geraten. Niemand machte sich zunächst große Sorgen. Solche Konflikte kamen vor.

Die Kämpfer des Rudels würden sich darum kümmern. Doch dann trafen Verletzte ein. Immer mehr. Heiler wurden benötigt.

Wasser, Verbandsmaterial, Essen. Clara zögerte keine Sekunde. Sie arbeitete in der Küche. Sie konnte helfen. „Ich bin bald zurück“, sagte sie zu Herold.

Er küsste sie auf die Stirn. „Pass auf dich auf.“

„Das tue ich immer ... und ich bin ja nicht auf dem Schlachtfeld, sondern nur in der Küche.“ Sie lächelte, dann ging sie.

Und Herold sollte dieses Lächeln nie wiedersehen.


Was genau geschehen war, erfuhr er erst später. Die Kämpfe waren eskaliert. Weitere Wölfe waren eingetroffen. Chaos war ausgebrochen.

Clara hatte versucht, Verwundeten zu helfen, die sich bis zum Rudelhaus geschleppt hatten oder von anderen gebracht wurden.

Sie war keine Kriegerin. Nie gewesen. Sie konnte Brot backen. Sie konnte Kinder beruhigen. Sie konnte eine ganze Küche organisieren. Aber sie war nicht dafür geschaffen, sich durch ein Schlachtfeld voller aggressiver Wölfe zu bewegen.

Plötzlich tauchten feindliche Wölfe vor dem Rudelhaus auf. Einer dieser Wölfe hatte sie angegriffen. Dann kam ein zweiter dazu, ein Dritter. Sie hatte sich mit Todesangst verzweifelt gewehrt.

Doch gegen mehrere Gegner gleichzeitig hatte sie keine Chance. Dafür fehlte ihr schlichtweg das Training.

Als man sie fand, war es bereits zu spät.


Herold erinnerte sich kaum an die Tage danach. Ein Teil von ihm war gemeinsam mit Clara gestorben.

Die Gefährtenbindung war zerbrochen. Brutal. Gewaltsam. Unerbittlich. Es fühlte sich an, als hätte jemand sein Herz herausgerissen und ein schwarzes Loch hinterlassen.

Er funktionierte. Mehr nicht.

Er stand morgens auf.

Er arbeitete.

Er aß.

Er schlief.

Doch leben tat er nicht mehr.

Am schlimmsten waren die Nächte. Dann griff er oft nach der anderen Bettseite. Und fand nur Leere.


Emilia verstand nicht, warum ihre Mutter plötzlich nicht mehr zurückkam. Anfangs fragte sie jeden Tag. Dann jeden zweiten. Dann immer seltener.

Herold bemerkte, wie das Licht in den Augen seiner Tochter langsam schwächer wurde. Er hätte für sie stark sein müssen. Hätte sich kümmern müssen. Hätte für sie kämpfen müssen.

Doch er konnte kaum gegen seinen eigenen Schmerz bestehen.

Manchmal saß Emilia still neben ihm. Klein. Verloren. Und wartete darauf, dass ihr Vater sie in den Arm nahm. Oft bemerkte er es nicht einmal. Später würde ihn genau dieser Gedanke verfolgen. Denn der erste Verrat geschieht häufig nicht durch böse Absicht. Sondern durch Vernachlässigung.


Die Jahre vergingen. Einsamkeit wurde zu einem ständigen Begleiter. Und genau in dieser Zeit begegnete Herold Rita.

Sie trat eines Tages in sein Leben, als wäre sie eine Antwort auf all seine Gebete. Sie hörte ihm zu. Verstand seinen Schmerz. So schien es zumindest.

Sie erzählte ihm von ihrem eigenen Verlust. Ihr Mann sei gestorben. Getötet worden. Nur ihre Tochter habe ihr die Kraft gegeben weiterzumachen.

Wenn Rita davon sprach, füllten sich ihre Augen mit Tränen. Und Herold glaubte ihr. Warum sollte er auch nicht? Er selbst wusste schließlich, wie sich dieser Schmerz anfühlte.

Wer könnte einen solchen Verlust besser verstehen als jemand, der ihn ebenfalls erlebt hatte?

Langsam begann er wieder zu lächeln. Wieder etwas Hoffnung zu spüren. Nicht dieselbe Liebe wie bei Clara. Das wäre unmöglich gewesen. Aber etwas Neues. Etwas Ruhiges. Etwas, das ihn aus seiner Dunkelheit zog.

Zumindest glaubte er das.


Emilia hingegen wurde stiller. Sie war inzwischen älter. Alt genug, um Dinge wahrzunehmen.

Rita lächelte ihren Vater an. Doch sobald dieser den Raum verließ, verschwand das Lächeln. Dann wurden ihre Worte kälter. Schärfer. Härter.

Anfangs waren es Kleinigkeiten. Dann wurden es Regeln. Schließlich Befehle. Emilia sollte arbeiten. Aufräumen. Putzen. Still sein. Nicht widersprechen. Nicht stören. Nicht auffallen.

Herold bemerkte vieles davon nicht. Oder ... er wollte es nicht bemerken. Vielleicht war es eine Mischung aus beidem.

Jedes Mal, wenn Zweifel in ihm aufstiegen, fand Rita eine Erklärung. Und jedes Mal glaubte er ihr. Weil es einfacher war. Weil er keine Kraft mehr hatte.


Eines Abends stand Rita allein am Fenster. Draußen spielte Emilia im Garten. Die letzten Sonnenstrahlen fielen auf ihre roten Haare. Etwas huschte über Ritas Gesicht. Kein Lächeln. Keine Wärme. Es war etwas anderes. Etwas Dunkles und Berechnendes.

Sie beobachtete das Mädchen lange. Viel zu lange. Dann schloss sie langsam die Vorhänge. „Nein“, murmelte sie. „Das darf niemals geschehen.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Doch in ihren Augen lag etwas, das selbst einem erfahrenen Wolf Unbehagen bereitet hätte.

Sie wusste etwas. Etwas über Emilia. Etwas, das niemand erfahren durfte. Etwas, das sie bereit war um jeden Preis verborgen zu halten.


Im Laufe der Jahre wurden die Mauern um Emilia immer höher.

Und während Herold glaubte, seiner Tochter ein Zuhause zu geben, verlor er sie Stück für Stück. Er bemerkte nicht, wie ihr Lachen verschwand. Wie ihre Schultern sich senkten. Wie sie immer seltener sprach. Wie die Angst zu ihrem ständigen Begleiter wurde.

Er bemerkte nicht, dass die kleine Kammer im Keller irgendwann ihr neues Zuhause wurde.

Bemerkte nicht, dass seine Tochter lernte, still zu leiden.

Bemerkte nicht, dass sie längst aufgehört hatte, Hilfe zu erwarten.

Denn Kinder geben irgendwann auf.

Nicht, weil sie keine Hoffnung mehr haben.

Sondern weil sie gelernt haben, dass niemand kommt.


Und doch hatte das Schicksal Emilia nicht vergessen.

Tief in ihrem Inneren schlummerte etwas.

Etwas Besonderes.

Etwas Seltenes.

Etwas, das eines Tages das gesamte Rudel verändern würde.

Noch wusste niemand davon.

Nicht Herold.

Nicht Emilia.

Vielleicht nicht einmal der Alpha selbst.

Doch Rita wusste genug, um Angst davor zu haben.

Und Angst war eine gefährliche Lehrmeisterin.

Sie machte Menschen grausam.


Während draußen die Sterne über dem Rudelgebiet aufgingen, saß Emilia allein in ihrem kleinen Kellerraum.

Sie zog die Knie an die Brust und lauschte dem Wind.

Einsam.

Vergessen.

Versteckt.

In dem Glauben, dass niemand sie jemals suchen würde.

Dass niemand ihren Namen vermisste.

Dass niemand ihren Duft wahrnahm.

Sie ahnte nicht, dass sich das Schicksal bereits in Bewegung gesetzt hatte.

Dass irgendwo im Rudel ein junger Beta lebte.

Ein Mann namens Matthew.

Und dass nur wenige Jahre später ein einziger Atemzug reichen würde, um sein ganzes Leben für immer zu verändern.

Der Duft von Maiglöckchen und Orange wartete bereits auf ihn.

Und mit ihm begann eine Geschichte, die niemand kommen sah.

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Gutes Schreiben

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Überzeugende Handlung

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Toller Charakter

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Starker Dialog

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author

Ein sehr guter Anfang, bin sehr gespannt wie es sich entwickelt. 🐺

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