Die Behandlung von Mara_Firel bei Inkitt
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Die Behandlung

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Zusammenfassung

Eine intensive Femdom-Kurzgeschichte über eine Frau, die sich Zeit nimmt, einen Mann, dem jede Vorwarnung genommen wurde, und die Erkenntnis, dass das Warten die eigentliche Behandlung ist. Dominanz, Geduld, Gehorsam und dunkle Lust – mit dem einen Wort in Reichweite, das sofort alles anhält. Nur für Erwachsene, ab 18.

Genre:
Erotica
Autor:
Mara_Firel
Status:
vor 3 Stunden
Kapitel:
2
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Der Stuhl im Besprechungsraum war aus hartem Kunststoff, und beim Vorrutschen zog es über der linken Backe.

Vier Tage. Die Linie war immer noch da. Kein Schmerz mehr, eher eine Stelle, die sich meldete, sobald ich sie vergaß.

„Tom? Du warst bei den Bildunterschriften.“

„Bin ich.“

Reinbeck saß mir gegenüber und hatte drei Ausdrucke vor sich liegen, von denen zwei falsch herum lagen. Er drehte sie nicht um. Er zeigte auf die falsche Seite und redete über die richtige.

„Die Bildunterschriften sind Kleinigkeiten. Freitag muss aber stehen.“

Es sind nie Kleinigkeiten. Das ist die einzige Regel in meinem Beruf, die nie gebrochen wird.

Der Kaffee stand rechts von mir, außerhalb des Bechergriffs, und ich streckte die Hand danach aus. Der Arm kam zu leicht hoch.

Das Handgelenk war seit Samstag wieder meins.

Der Abdruck, den das schwere schwarze Leder hinterlassen hatte, dieser blasse, umlaufende Streifen mit der feinen Naht darin, war am Sonntagabend verschwunden. Ich hatte ihn davor zweimal am Tag angesehen wie ein Kind, das an einer Kruste zupft, und einmal, am Freitagmorgen, im Bad, mit dem Daumen nachgefahren, vom Sehnenansatz bis zur Elle.

Unter dem Tisch legte ich den Daumen auf die Stelle und drückte. Da war nichts. Nur Puls.

Neben mir tippte die Praktikantin mit, und der Bildschirm am Kopfende zeigte eine Seite, über die niemand sprach.

„Tom.“

„Freitag steht.“

Über dem Konferenztisch surrte die Lüftung. Draußen fuhr ein Lieferwagen rückwärts, mit diesem piependen Ton, der alle zwei Sekunden kommt, und ich zählte drei davon, bevor Reinbeck weiterredete.

Mittwoch war übermorgen.


Hinter mir fiel die Wohnungstür ins Schloss. Sie drehte den Schlüssel nicht.

Der Flur war schmal und roch nach Bohnerwachs und, dahinter, ganz schwach, nach dem Öl aus dem Zimmer. Meine Jacke hing schon an ihrem Haken. Ich hatte sie nicht hingehängt, sie hatte sie mir abgenommen und weggeräumt, während ich noch die Schuhe auszog.

Vera stand zwischen mir und der Zimmertür, und das Haar war offen.

Das war neu.

In der Praxis trug sie es hochgesteckt, hier auch, immer, streng und mit diesen silbernen Strähnen darin, die aussahen, als hätte sie sie sich verdient. Jetzt lag es schwer auf ihren Schultern, dunkel, ein bisschen wellig vom Aufgemachtwerden, und es machte ihr Gesicht weicher und alles andere an ihr nicht.

Die Ärmel ihrer Bluse waren bis über die Ellbogen geschoben.

„Steh still.“

Sie hatte etwas in der Hand. Schwarzer Stoff, schmal, zusammengelegt.

„Hier? Im Flur?“

„Steh still, habe ich gesagt.“

Sie trat hinter mich. Das Parkett gab unter ihren Absätzen einen kurzen, hellen Laut, und dann kam der Stoff über meine Augen, glatt und kühl, und sie zog ihn hinten am Kopf zusammen und schloss ihn.

Schwarz. Nicht das Schwarz, das man kennt, wenn man die Augen zumacht. Ein Schwarz ohne Boden.

Mein Atem ging plötzlich oben in der Brust.

„Gut“, sagte sie irgendwo links von mir. „Und jetzt zieh dich aus.“

Meine Hand fand den obersten Hemdknopf nicht. Sie fand das Hemd, sie fand den Kragen, und dann wanderte sie zweimal an der Knopfleiste auf und ab wie ein Idiot.

„Nicht so wichtig. Du hast ja Zeit.“

Der zweite Knopf ging schneller. Beim dritten stieß mein Ellbogen gegen die Wand, und der Schlag lief mir durch den ganzen Arm.

Sie lachte nicht. Das wäre leichter gewesen.

Sie sah zu. Das war alles, und es war die ganze Sache: dass eine angezogene Frau im hellen Flur stand und mir zusah, wie ich mich blind auszog, und dass ich nicht einmal wusste, ob sie die Arme verschränkt hatte oder ob sie auf die Uhr sah.

Das Hemd rutschte von den Schultern und hing an einem Ärmel, und ich musste die Schulter zweimal rollen, bis es fiel.

Die Hose war einfacher. Beim Herausstellen aus dem rechten Bein verlor ich das Gleichgewicht und machte einen Ausfallschritt, und mein nackter Fuß landete auf dem kalten Dielenholz statt auf dem Teppichläufer. Der Boden war kälter, als er hätte sein dürfen, für einen Flur im September.

Beim Slip blieb ich hängen. Nicht am Stoff. An dem Gedanken, dass sie einen Meter entfernt stand und wusste, wie es darunter aussah, und dass ich es ihr trotzdem zeigen musste, ohne den kleinsten Schutz, den man sonst hat – den Blick zurück.

„Weiter.“

Der Rest ging schnell. Am Ende stand ich nackt in ihrem Flur, die Kleider irgendwo um meine Knöchel, und hatte keine Ahnung, wie das aussah.

Irgendwo unten im Haus fuhr ein Aufzug an, und aus dem Treppenhaus kamen Schritte, die auf dem zweiten Absatz abbogen.

„Hose.“

„Wie bitte?“

„Deine Hosentasche. Gib her.“

Ich ging blind in die Hocke, fand den Stoff am Boden, fand die Tasche und gab ihr das Telefon. Sie nahm es mir aus der Hand, ohne etwas zu sagen.

„Weiß-rot“, kam es stattdessen.

„Was?“

„Du. Von der Hüfte abwärts weiß, oben rot. Der Hals auch. Bis unter die Ohren.“ Ihre Hand legte sich flach auf meine Brust, und der schwere Ring an ihrer Rechten war kühl darauf. „Wird das immer so sein bei dir?“

Ich gab keine Antwort. Es war keine Frage.

Zwei Finger schoben sich unter das Band an meinem Hinterkopf, prüften, ob noch Luft dazwischen war, und zogen es eine Spur fester.

„Komm.“

Ihre Hand nahm meinen Oberarm, oberhalb des Ellbogens, der Griff, mit dem sie mich in der Praxis über die Liege dirigiert hatte, und führte mich vier Schritte nach links.

Unter dem sechsten Schritt gab eine Diele nach und knarrte, lang und tief, wie ein Möbel, das sich setzt.

Das war die Schwelle. Die merkte ich mir.


Die Luft im Zimmer stand und war warm und roch nach Öl.

Etwas an meinem Schienbein: die Kante der Liege, gepolstert, kniehoch. Ich tastete mit der Wade danach und fand sie wieder.

„Rauf. Auf den Rücken.“

Das Kunstleder war kühl und wurde unter meinen Schulterblättern sofort warm. Die Liege war schmal. Mein rechter Arm hatte keinen Platz neben mir, er hing halb über der Kante, und ich zog ihn an den Körper und bekam ihn doch nicht ganz unter.

Zwei Schritte nach links. Etwas Flaches landete auf Holz, mit dem Display nach unten, man hört das an so einem Ding. Dann das Rascheln eines Tuchs.

Links von mir, zwei Schritte, stand also die Kommode. Auf der Kommode lag mein Telefon.

Zwei Schritte zurück.

Das Lederband. Man hört so ein Ding, bevor man es spürt, es hat ein eigenes, schweres Geräusch, wenn es aus der Hand in die Hand kippt.

Sie legte es mir um das rechte Handgelenk, führte die Enden zusammen und schloss es. Das Klicken war dasselbe wie vor vier Tagen. Genau dasselbe. Im Dunkeln war es ein sehr helles Geräusch.

Dann zog sie meinen Arm zur Seite hinunter, unter die Liege, und ich hörte Metall auf Metall, kurz, zweimal.

Der Arm kam nicht mehr zurück.

„Die andere Hand behältst du.“

Meine linke Hand lag auf meinem Bauch und war auf einmal das Wichtigste, was ich besaß.

Etwas surrte an. Ein tiefer, elektrischer Ton, ein Rollen auf Rädern, dann das Einrasten eines Gelenkarms.

Und dann kam Wärme auf meine Brust. Von schräg oben, breit, ohne Berührung, so, wie einem in der Praxis die Rotlichtlampe auf den Nacken scheint, während die Therapeutin gerade telefoniert.

„Das kennst du.“

„Ja.“

Die Wärme wanderte. Sie schob sich von meiner Brust zur rechten Schulter, den Oberarm hinunter, und ich drehte den Kopf hinterher, obwohl das nichts brachte, und hatte sofort ein schlechtes Gefühl dabei, wie leicht mein Kopf ihr folgte.

„Sie steht auf einem Schwenkarm“, sagte Vera. „Ich kann sie überall hinhaben.“

Das Gelenk knackte, und die Wärme sprang über meinen Bauch nach links, auf die Hüfte, und ließ den Rest von mir kalt.

Das ist das Unangenehme an einer Wärme, die man nicht sieht: Die Haut merkt sie eine halbe Sekunde zu spät, und dann sucht der Kopf eine Erklärung, die zu spät kommt. Zweimal drehte ich mich in die falsche Richtung, weil sie schon woanders war.

Öl. Der Verschluss, das Glucksen, das Aneinanderreiben ihrer Handflächen.

Sie wärmte es an, genau wie in der Praxis, bevor sie einen Rücken in die Hand nimmt.

Dann lagen ihre Hände auf mir, beide, flach, vom Brustbein aus nach außen, und das Öl war wärmer als meine Haut und machte alles glatt.

Physio-Hände. Kurze Nägel, harte Ballen, der Ring an der Rechten, der bei jedem Strich einen kühlen Punkt über mich zog.

Sie arbeitete sich in den Brustmuskel, fand den Ansatz unter dem Schlüsselbein und drückte da hinein, und es tat weh und dann nicht mehr, und mir fuhr ein Laut heraus, den ich nicht bestellt hatte.

Sie arbeitete weiter, als hätte sie ihn nicht gehört. Über die Schultern, in die Achselhöhle, den Rippenbogen entlang, dorthin, wo bei einer normalen Behandlung nichts zu suchen ist, und von da nach unten, über den Bauch, in einem Bogen um den Nabel herum.

Dann hörte sie auf, genau dort, wo das Haar anfängt.

Mein Schwanz lag seit dem Flur hart an meinem Bauch. Sie hatte ihn bis jetzt kein einziges Mal berührt, nicht aus Versehen, nicht im Vorbeigehen, und in dem Schwarz hinter dem Stoff wurde das mit jeder Minute lauter.

Ihre Hände kamen zurück nach oben. Öl, Schulter, Rippen, Bauch, Bogen, Stopp.

„Du kannst das nicht mit dem Gesicht verstecken“, sagte sie irgendwann. „Ich sehe ja, wo der hinguckt.“

„Da sitzt dein Freitag“, sagte sie. „Rechts mehr als links. Du hältst die Maus falsch.“

Auf der Kommode summte es.

Ein kurzes, hartes Brummen auf Holz, einen Meter neben meinem Kopf, Display nach unten. Es hörte auf und summte gleich noch einmal, weil er immer zwei schickt.

Ihre Hände blieben liegen, wo sie waren.

„Einen Moment“, sagte Vera.

Ihre Absätze gingen die zwei Schritte zur Kommode. Ein leises Kippen, als sie es anhob. Eine Pause, in der ich mir jede Zeile ausmalte, die da stehen konnte.

Sie legte es zurück. Display nach unten.

„Hör mir zu“, sagte sie, und sie war wieder an der Liege, dicht an meinem Ohr. „Das Ding da summt heute Abend noch öfter. Du zählst mit. Jedes Summen eins, egal wie kurz. Irgendwann frage ich dich nach der Zahl, und dann stimmt sie.“

Sie richtete sich auf.

„Und wenn nicht?“

„Dann wird es teurer.“

Zwei. Ich hatte zwei.

Die Wärme der Lampe stand jetzt auf meinen Oberschenkeln, und ihre geölte Hand fuhr die Innenseite hinauf und hielt an, bevor es irgendwohin ging.

„Zwei. Sag es.“

„Zwei.“

„Gut.“

Das nächste Geräusch kannte ich nicht.

Ein feines, helles Klimpern, wie eine dünne Kette, die man durch die Finger laufen lässt, und dazwischen ein zweimaliges metallisches Klacken.

Ihre Hand nahm meine linke, die freie, und drehte sie mit der Handfläche nach oben.

„Aufmachen.“

Sie legte mir etwas hinein. Zwei kleine, glatte Dinger aus Metall, kalt, kaum schwerer als Büroklammern, verbunden durch eine Kette, die sich über meine Handfläche legte wie etwas Lebendiges.

Meine Finger fanden die Bügel und den Widerstand der Feder. Ich drückte einen auf und ließ ihn zuschnappen, an nichts, in der Luft.

Er machte ein sehr kleines, sehr endgültiges Geräusch.

„Und das dazu.“

Sie legte zwei weitere Stücke in dieselbe Hand, und die waren schwer. Viel schwerer, als sie aussehen konnten. Zwei kurze Zylinder mit einem kleinen Haken oben, jeder für sich mehr Gewicht als beide Klammern zusammen.

Mein Daumen fuhr über den Haken und wusste, wo das hingehörte, und der Rest von mir wollte davon nichts wissen.

Sie nahm mir alles wieder ab.

Dann Daumen und Zeigefinger an meiner rechten Brustwarze, ölig, geduldig, rollend, bis das Ding hart und wach war und viel zu empfindlich.

Der Bügel setzte sich an. Kühl.

Sie ließ ihn nicht einfach los. Sie ließ ihn zugehen, langsam, Millimeter für Millimeter, so dass ich genau mitbekam, wie aus Druck ein Kneifen wurde und aus dem Kneifen etwas, das in der Brustwarze saß und von dort in beide Richtungen ausstrahlte.

Mir blieb die Luft weg. Ich schluckte sie wieder hinunter.

„Atme durch.“ Sie ging weiter zur zweiten.

Die zweite war schlimmer, weil ich jetzt wusste, wie langsam sie das machte.

Kapitel
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