Prolog
DER ASSASSIN
Ich war nicht immer ein Mörder.
Früher lebte ich in einer ganz anderen Welt, bis das Leben mir einen Strich durch die Rechnung machte. Es drängte mich in eine Rolle, in der ich eigentlich nichts zu suchen hatte, in der ich aber verdammt noch mal richtig gut war.
Ein Assassin.
Ein Mörder.
Ein Auftragskiller.
Wie auch immer man mich nennen wollte, es spielte keine Rolle. Es lief alles auf das Gleiche hinaus. Ich wurde dafür bezahlt, das Leben eines Menschen zu beenden. Und billig war ich auch nicht. Meine Dienste kosteten in der Regel an die achtzigtausend pro Ziel.
Am liebsten ließ ich die Tötungen wie einen Unfall aussehen. Ich hatte das perfektioniert, sodass der Leichenbeschauer es immer als solchen einstufte, ohne Anzeichen eines Verbrechens.
Aber manchmal waren die Ziele so verkommen und abstoßend, dass es etwas Brutaleres verdiente. Etwas, das mich an meinem eigenen Verstand zweifeln ließ. Die Ermittler waren von den Taten so angewidert, dass sie nicht schlafen konnten. Das kam jedoch selten vor. Und bei diesen seltenen Gelegenheiten ließ ich mir Zeit mit dem Opfer. Ich genoss den Moment, weil ich tief im Inneren wusste, dass ich das Richtige tat.
Ja, das habe ich gesagt. Das Richtige. Die Welt vom Bösen befreien, ein Arschloch nach dem anderen – und die Welt war voll davon. Sie waren direkt vor unseren Augen versteckt, bis ich sie in meine eigene Dunkelheit zerrte.
Ich weiß, Sie fragen sich jetzt, wie ich in so etwas hineingeraten bin. Aber die bessere Frage, die ich jetzt noch nicht beantworten kann, ist das Warum. Warum mein Leben so aus den Fugen geriet, dass mir keine andere Wahl blieb, als in das Leben eines Killers hineingezogen zu werden.
Das heißt aber nicht, dass ich kein Herz hatte. Im Gegenteil. Es schlug in meiner Brust und ließ mich alle möglichen Gefühle spüren. Es erinnerte mich daran, dass ich trotz allem ein Mensch war.
Und obwohl ich leicht das Leben eines anderen nehmen konnte, hatte ich kein Verlangen danach, mein eigenes zu beenden. Ich mochte meine Arbeit, vielleicht ein wenig mehr, als ich sollte. Aber ehrlich gesagt wünschte ich, ich müsste es gar nicht tun. Ich wünschte, mein Leben wäre einfacher und hätte mehr Sinn.
Ich konnte einfach keine Liebe finden. Nicht mehr, nachdem alles, was zuvor geschah, so verdammt beschissen geendet hatte. Vielleicht würde mich jemand von außen betrachten und erkennen, dass das, was ich tat, unerlässlich war – ja, sogar edel –, auch wenn ich wusste, dass vieles davon auch falsch war.
Ich wuchs mit dem Wissen auf, was richtig und falsch ist. Aber ich schätze, im Laufe der Jahre verschwammen die Grenzen, bis sie eines Tages komplett verschwanden.
Wenn mich jemand fragen würde, was ich an meiner Vergangenheit ändern würde, könnte ich ihm den genauen Moment nennen, in dem mein Leben unter mir zusammenbrach und mich auf einen Weg brachte, den ich nie erwartet hätte.
Doch wie sich herausstellte, konnte ich die Vergangenheit nicht ändern, egal wie sehr ich es versuchte. Also konzentrierte ich mich stattdessen darauf, wie ich die Macht zurückgewinnen konnte, die ich verloren hatte – und alles, was mit ihr gestorben war.
really want to finish this book, but can't find it on Galatea anymore??..are u publishing this one too or sumut??