Lesbarkeit anpassen
Aa

Das Rudel – Auf der Flucht (unedited)

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Josie hätte sich nie träumen lassen, dass sie und ihre Familie eines Tages auf der Flucht sein würden ... und zwar ausgerechnet vor ihrem eigenen Vater. Ein einziger Stopp an einer Tankstelle ändert alles. Josie muss nun akzeptieren, dass das, was sie einst für reine Fantasie hielt, in Wahrheit real ist. Und dass ihre Familie mehr Geheimnisse hat, als ihre Mutter zugeben möchte ...

Genre:
Fantasy/Mystery
Autor:
Marcy
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
33
Rating
4.4 68 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

One

„Muuuum, ich habe Hunger“, jammerte der siebenjährige Mikey vom Rücksitz unseres alten, schrottreifen Wagens aus.

Eine Sekunde später wurde sein Quengeln von einem lauten Knurren seines leeren Magens untermalt, das sogar das Dröhnen des Motors und das Rauschen des Radios übertönte. Wir hatten das Signal vor etwa dreißig Minuten verloren, aber niemand hatte sich bisher die Mühe gemacht, das Gerät auszuschalten.

„Wir sind bald in Redforest“, stellte Mum fest. Sie umklammerte das Lenkrad so fest, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Sie warf mir einen panischen Blick zu und ich schluckte schwer, während ich spürte, wie sich die nur zu vertrauten Finger der Angst um mein Inneres legten. In letzter Zeit machte mir ein einfaches „Ich habe Hunger“ mehr Angst als ein Horrorfilmabend.

„Josie wird nachsehen, ob wir noch Schokoriegel im Handschuhfach haben“, fügte sie hinzu und strich sich die fettigen, dunkelbraunen Haare aus dem unordentlichen Dutt. Dabei blieb sie mit dem kleinen Finger an einem alten, schmutzigen Pflaster hängen, das die Hälfte ihres Gesichts bedeckte und vier gezackte, verheilende Krallenspuren darunter verbarg.

Und wenn man bedenkt, dass Mum uns vor einer Woche nicht einmal mit einem Fleck Dreck aus dem Haus gelassen hätte...

Aber es gab kein Haus mehr, genauso wenig wie es Essen im Handschuhfach gab. Der letzte Schokoriegel war vor etwa einer Stunde in den bodenlosen Tiefen von Mikeys Magen verschwunden. Trotzdem wühlte ich in dem Fach – eher für Mum als aus der Hoffnung, dass ich durch ein Wunder etwas darin finden würde.

Mum warf mir einen weiteren kurzen Blick zu. Ich schüttelte nur ganz leicht den Kopf und presste die Lippen zusammen. Ich spürte, wie ihre Panik stieg – der beißende Gestank ihres Schweißes füllte das Auto und fing langsam an, mich zu reizen, ergo auch Mikey.

„Was ist das für ein Geruch?“, fragte der Kleine und setzte sich auf. Seine großen, grünen Augen leuchteten unheimlich in der Halbdunkelheit, die uns umgab, und seine Nasenflügel bebten auf eine komische, tierische Weise.

Ein verdammt schlechtes Zeichen.

Ich wühlte jetzt etwas hektischer in den Taschen meines langen braunen Pullovers und entdeckte einen zerknitterten, halb aufgegessenen Müsliriegel, den ich völlig vergessen hatte.

„Hab dich!“, rief ich begeistert und wedelte triumphierend mit dem Ding in der Luft. Mum stieß einen Seufzer der Erleichterung aus und beruhigte sich sichtlich. Der Geruch der Angst legte sich und Mikeys Augen verloren ihr unheimliches Leuchten.

Ich drehte mich um, lächelte und zerzauste seinen Schopf aus fettigen, rötlich-braunen Haaren. „Verschluck dich nicht, du kleiner Gierschlund!“, lachte ich und sah direkt in seine menschlichen, grünen Augen.

Mikey hielt meinen Blick für genau zwei Sekunden, bevor er wegsah. Das tat er in letzter Zeit oft. Aber in letzter Zeit machten wir alle eine Menge seltsamer Dinge.

„Danke, Jo“, sagte er leise.

„Nicht der Rede wert“, winkte ich ab und drehte mich wieder um.

Mum sah zu mir rüber und murmelte ein lautloses „Danke“, ihre Augen voller Tränen, die sie zurückhielt. Ich lächelte schwach und zuckte mit den Schultern.

Ein Brand gelöscht – eine Milliarde stehen noch bevor.

Während sie sich wieder auf die Straße konzentrierte, seufzte ich und lehnte meinen Kopf an die Kopfstütze, genau in dem Moment, als wir an einem kitschigen Schild vorbeifuhren: „Willkommen in Redforest. Einwohner 500.

Ich schloss die Augen.

Ich war noch nie glücklicher beim Anblick einer solchen Hässlichkeit.

Lass Marcy wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

78

Ich liebe es

Lustig

15

Lustig

Pikant

8

Pikant

Spannend

59

Spannend

Emotional

22

Emotional

Tiefgründig

6

Tiefgründig

Herzerwärmend

9

Herzerwärmend

Schockierend

17

Schockierend

Gutes Schreiben

47

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

26

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

28

Toller Charakter

Starker Dialog

25

Starker Dialog

9 vorherige Kommentare anzeigen…
author

its great , please check out my story holy poison by lorde jade

2 Monate
author

That final moment of tentative trust felt raw and real, no forced sweetness, just hard-won connection.

ein Monat
2
author

Quite a wonderful story, thanks for writing it!

13 Tage