Toxic - Der Dämon hinter der Liebe

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Zusammenfassung

Auf Amazon erhältlich🖤 ❗️Leseprobe❗️ Einen Mörder zu lieben, heißt auf Mienen zu leben. Einen Mörder zu lieben, bedeutet, zwischen Liebe und Angst zu balancieren. In den dunklen Schatten der Liebe getaucht, tanzt das Herz auf dem schmalen Grat zwischen Verlangen und Furcht. Eine verbotene Leidenschaft, die wie ein gefährliches Spiel mit dem Schicksal ist. Für andere war Arzan nur ein Mörder, aber für sie war er eine unentdeckte schöne Seele.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
2
Rating
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Altersfreigabe
18+

Leseprobe

Spanien, Madrid, monday, 8 july 2018


Manchmal frage ich mich, wie es wohl wäre, die Stille zu umarmen. Die Stille, die nicht nur das Fehlen von Geräuschen ist, sondern das Fehlen von Worten, von Verletzungen. Die Stille, die mich vor den Schmerzen schützen könnte, die durch Worte verursacht werden. Es ist eine Vorstellung, die mich fasziniert und zugleich erschreckt.

»Ja, und jetzt gehst du und lässt mich mit deiner Hurentochter hier allein, oder was?!« Ich trage gerade meine Kopfhörer und sitze auf meinem Sofa mit dem Heft auf dem Schoß. Dennoch kann ich das Gebrüll von meiner Stiefmutter Tina hören, während sie am Telefon meinen Vater anmotzt, da er für eine Arbeit nach Amerika reisen muss. »Wie soll ich für uns beide hier sorgen?! Du hast uns nur 200 Euro zurückgelassen, und das bis zum Monatsende, du Mistkerl!« Um weiter in Ruhe lernen zu können, mache ich die Musik am Handy lauter. Ich löse die Gleichung von der nächsten Aufgabe. Als sich die Tür gleich links von mir öffnet, lasse ich meinen Blick kurz zur Seite rollen. Ich erkenne die rot lackierten Nägel von Tina. Sie ist in mein Zimmer gekommen und scheint mir etwas sagen zu wollen. Es sind ihre langen künstlichen Nägel, die gerade an dem Kabel ziehen und mir die Kopfhörer vom Ohr entfernen. »Kannst du dein verdammtes Zimmer aufräumen?! Ich bin nicht da, um dir hinterherzulaufen!« Gleich links von mir zeigt sie mit der angezündeten Kippe in meine Richtung. »Also pack den Scheiß zur Seite und räum hier auf!« Mit der Kippe zeigt sie auf mein Heft, klemmt die Zigarette wieder zwischen ihre rot geschminkten Lippen und verlässt mein Zimmer. Vor allem muss ich mich gerade so zusammenreißen, da ich nichts im Raum liegen habe, was sie aufregen könnte. »Die kleine Nutte lebt hier wie ein Messi!«, höre ich sie weiter im Flur schreien. Meine mandelförmigen, dunklen Augen, die hinter meinen langen, karamellfarbenen Haaren liegen und die ich am Ansatz wirr zusammengeknotet habe, gleiten auf mein kurzes, weißes Tanktop. Meine schwungvollen, dunklen Wimpern peitschen nervös aufeinander und meine Zähne bohren sich in meine fülligen und rosigen Lippen. Auf meinem braunen Teint kann ich sogar die Schweißtropfen erkennen, die mir die Oberarme hinunterlaufen, wie die Wut aus meiner Seele.

»Tut nichts, aber fragt dann ihren Vater nach Geld! Ich brauche es für die Uniiiii, weil ich ja so schlau und schöööön bin!«, äfft sie mich nach, während in mir immer mehr Wut hochkocht. »Ich weiß doch ganz genau, dass du Drogen nimmst, du Cracksüchtige Bitch!«, lügt sie weiter über mich, was mich nur noch wütender macht. Ich kann nicht anders, als mein Heft zur Seite zu werfen und mich hochzureißen. Ich stürze aus dem Zimmer in den leicht dunklen Flur. »Kannst du mir mal bitte sagen, welche Sachen ich aufräumen soll, du Rabenfotze!«, schreie ich ihr ins Gesicht und zeige auf meine Zimmertür, damit sie reingehen und sich den Mist anschauen soll.

»Verwechsle mich nicht mit dir, du Alkoholabhängige Nuttenmutter!« Dies ist mein letzter Satz, der sie dazu verleitet, mir zum ersten Mal in ihrem Leben eine Schelle auf die Wange zu verpassen. Mein Gesicht bleibt für einen Moment über meiner Schulter stehen, auch mein Hass wird größer, und das so heftig, dass ich mit beiden Händen sie von mir wegdrücke. Innerhalb von Sekunden verliert sie das Gleichgewicht und landet mit dem Rücken auf dem kleinen Beistelltisch, während die Vase hart auf ihrem Kopf landet. »Ach!«, stöhnt sie vor Schmerz und tastet vorsichtig nach der Platzwunde an ihrer Schläfe, die jetzt blutig ist. »Du hast mich geschlagen...«, beschwert sie sich. »Fick dich!«, fluche ich und kehre ihr den Rücken zu. Ich laufe an ihr vorbei, eile die Treppen hinunter und verlasse das verdammte Haus, weil ich es in ihrer Nähe nicht mehr aushalte. Ich wähle die Nummer meiner besten Freundin. »Mandisa?«, spreche ich in den Hörer. »Kann ich heute Nacht bei dir bleiben? Sonst muss ich meine Stiefmutter wirklich umbringen«, gestehe ich voller Wut und setze mich auf den kleinen Hocker an der leeren Bushaltestelle. »Ja, natürlich kannst du das. Aber du weißt, dass ich seit letzter Woche nicht mehr zu Hause wohne, wegen Familienproblemen. Ich muss die Jungs fragen, aber ich denke nicht, dass sie ein Problem damit haben werden.« Wenn ich Mandisa nicht hätte, würde mir niemand mehr einfallen, den ich anrufen könnte. Ich bin zwar eine sehr bissige Person und nehme kaum ein Blatt vor dem Mund, aber ich knüpfe dennoch nicht so schnell Freundschaften. Aber mit Mandisa hat es auf Anhieb funktioniert, weil wir beide in unseren eigenen vier Wänden nicht glücklich sind.

»Warte an der Bushaltestelle auf mich. Ich komme und hole dich ab, Schatz. Ich bin in 20 Minuten da«, sagt sie am Telefon. Mit gesenktem Kopf lasse ich meine Hände auf meiner schwarzen Jeanshose liegen. Wie bemitleidenswert ich von außen wirken muss. Ich habe niemanden, zu denen ich gehen kann, wenn mir alles zu viel wird. Ich sitze hier allein herum und habe nicht einen Cent in der Tasche, um mir eine Unterkunft in einem billigen Motel zu leisten. Also warte ich auf Mandisa. 15 Minuten sind vergangen. Schon aus der Ferne sehe ich sie im Dunkeln leuchten, mit ihrem pinken Helm. Sie sitzt auf ihrem Moped und sieht wie immer frisch aus, hat ihre langen rotgefärbten Haare zu einem Fischgrätenzopf gebunden, der über ihren üppigen Brüsten auf ihrem schwarzen Lederkorsett liegt.

»Babe!«, ruft sie zu mir herüber. »Kann man dich für einen Fick mitnehmen?«, sagt sie mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht, als das Moped vor mir anhält. »Sei einfach still, bevor ich hier gleich zur Serienmörderin werde«, antworte ich mit einem Kopfschütteln und springe auf den Rücksitz hinter ihr. »Dann los. Weg von dieser Müllhalde und rein in die Hölle!« Mit ihren Worten lassen wir die menschenleeren Straßen hinter uns und machen uns auf den Weg. Die Unterkunft befindet sich in Somosaguas, Pozuelo de Alarcón. Ein Ort, der etwas abgelegen vom Stadtzentrum liegt. Umgeben von Natur. Die dichten Kronen der Bäume verleihen dem Ort ein angenehmes Gefühl. Mandisa hält das Moped vor einer einstöckigen Villa an, die eher wie ein Würfel geformt ist und hauptsächlich aus Glas besteht. »Und die haben wirklich nichts dagegen, wenn ich hier für eine Weile bleibe?«, frage ich Mandisa und steige vom Moped ab. »Nun ja, sagen wir mal, drei Leute haben kein Problem damit«, fügt sie hinzu. Sie nimmt ihren Helm ab und zwinkert mir zu.

»Und einer hat ein Problem damit?« »Nicht wirklich, er weiß es nur noch nicht«, redet sie gleich hinter meinem Satz und klammert sich an meinen Arm. Sie führt mich zur Tür, auf der ich kein Namensschild erkenne. »Leider haben wir nur drei Zimmer zur Verfügung. Drei von ihnen teilen sich ein Zimmer, der Alpha unter ihnen hat sein eigenes Bett. Und ich als die Schönste im Haus bin auch von stinkenden Hoden befreit. Alles ist besetzt, du musst also in meinem Bett schlafen. Es sei denn, du willst zu den anderen heißen Kerlen.« Mandisa öffnet schmunzelnd die Tür vor uns und gibt mir dabei einen Klaps auf die Gesäßhälfte. Sie betritt als erste das Innere und ich folge ihr etwas zurückhaltend. »Jungs?«, ruft Mandisa und schließt die Tür hinter uns. Im geräumigen Wohnzimmer, das einen Fußboden aus betretbarem Glas und moderne Möbel aufweist, finde ich außer Mandisa niemanden. Unter der großen Spiegeldecke, die oben an den Leisten bläulich leuchtet, befindet sich eine Ledercouch in Form eines U, die direkt vor einer von der Decke hängenden Leinwand platziert ist. »Entweder sind sie gerade am Vögeln oder Trinken sich bis zum Umkippen die Köpfe voll«, sagt Mandisa lachend. Ich folge ihr und lenke meinen Kopf zur Seite, wo ich die Glastür sehe, die in den Garten führt, aber fest verschlossen ist. Die offene Küche mit Bar ist direkt nebenan, aber trotz einiger leerer Flaschen am Tresen ist niemand zu sehen. Man hört jedoch Jungs, die lachen.

»Da haben wir die Übeltäter. Warte, das werden wir in Sekunden klären«, sagt Mandisa und schnappt sich die kleine Fernbedienung. Sie drückt auf den Knopf und die Leinwand in unserem Blickfeld beginnt sich langsam nach oben zu bewegen. »Du kleiner Penner! Das waren niemals 20 Klimmzüge!«, ruft ein Junge mit hellbraunen mittellangen Haaren, dessen Seiten ziemlich kurz rasiert sind. »Er ist so anstrengend«, sagt ein weiterer Junge mit kurzen dunkelbraunen Haaren am Kopf. Er trägt nur ein weißes Tanktop und eine schwarze, sportliche Hose. Zwischen seinen Lippen hat er eine Zigarette stecken. Er lacht einen anderen Jungen aus, der kopfüber steht und einen Handstand vor der Glasscheibe macht. Er ist viel heller als die anderen beiden und hat blondes, lockiges Haar auf dem Kopf. Ich muss zugeben, sie sind wirklich gutaussehende Männer.

»Dafür hebt mein Penis noch mehr Gewichte hoch!«, sagt der Junge mit den blonden Haaren. Im Benehmen scheinen sie noch unterentwickelt zu sein. »Lernst du denn nichts von uns, den wahren Männern?«, fragt der Junge mit dem Ziegenbart. Und der Junge mit den hellen Haaren ist immer noch zu betrunken, um vernünftig zu antworten. »Das kommt davon, wenn du zu oft im Club abhängst und deine Eier besäufst. Arzan könnte 100 Züge schaffen, und das, während er eine Frau von hinten nimmt!«, redet der Junge mit dem Bart weiter. »Hey, hör auf zu nerven, du Rattenkönig. Es wird immer peinlicher mit dir«, schnauzt der Junge zurück. »Jungs, lasst mich euch Reyna vorstellen. Sie wird für eine kurze Zeit bei uns wohnen«, sagt Mandisa und stellt mich den anderen vor. Der Junge mit den kurzen Haaren hält vor mir an, reicht mir jedoch nicht die Hand, sondern schaut mir in die Augen.

»Es freut mich, dich kennenzulernen, wunderschöne Reyna. Ich heiße Ezio, bin 1,80 m groß, 20 Jahre alt und seit 3 Jahren Single«, stellt der blonde Junge sich vor und bringt mich zum Lächeln. »Junge, bitte mach das nur einmal in deinem Leben: sprich keine Frauen an, die viel zu schön für dich sind. Spiele in deiner Liga und heb nicht ab«, sagt der Junge mit dem Dutt. Dann reicht er mir die Hand, damit ich sie schütteln kann. »Hey, Lady. Ich bin der Big bang booom!«, redet er und macht dabei eine Geste, als würde er mir eine Kugel ins Gesicht schießen. »Big Bang was? Kannst du das noch mal auf unsere Sprache sagen?«, frage ich. Ezio beginnt derweil zu jubeln und gibt ihm einen leichten Schlag auf den Hinterkopf, anscheinend will er sich revanchieren. »Lass mich vorstellen: Farell, 22 Jahre alt, schafft es seit seiner Geburt immer noch nicht, Frauen wie ein Mann anzusprechen, da er seine Eier in der Vagina seiner Mutter vergessen hat«, zeigt Ezio auf Farell, der wütend wird und nun beginnt, ihn durch die Gegend zu jagen. Mir bleibt fast die Kinnlade unten, so von der Ausdrucksweise her. Ich bin schockiert und ein bisschen überfordert. »Ach, daran gewöhnst du dich noch. Die sind in Ordnung. Wenn man das Benehmen mal außen vorlässt«, sagt Mandisa neben mir, und Farell springt nun auf den Rücken von Ezio. »Kommen wir uns bekannt vor? Haben wir uns schon mal im Club getroffen?«, fragt der Junge mit den kurzen, dunkelbraunen Haaren, der mir immer noch nicht seinen Namen verraten hat. »Nein, ich gehe nicht in den Club. Du scheinst mich zu verwechseln«, antworte ich ihm und rolle die Lippen aufeinander, wobei er ein paar Mal nickt. »Schöne Frauen vergesse ich selten. Dann habe ich dich bestimmt irgendwo in einem Restaurant gesehen«, sagt er. Noch einmal muss ich ihn enttäuschen und den Kopf schütteln. »Das letzte Mal, als ich draußen essen war, war ich noch ziemlich jung«, füge ich hinzu und lächle, wobei ich kurz zusammenzucke, als Ezio zwischen uns hindurchflitzt und von Farell gejagt wird. »Noch jünger als diese Kinder hier?«, fragt er lachend und reibt sich das glatte Kinn, während er mit dem Kopf auf Farell und Ezio zeigt. »Sagen wir, ziemlich jung«, antworte ich ihm, was dazu führt, dass er noch lauter lacht und mit dem Kopf schüttelt.

»Du siehst gar nicht aus wie jemand, die gerne zu Hause bleibt«, bemerkt er und beißt sich auf die Unterlippe, während seine Blicke meine Kleidung überprüfen. »Und du siehst nicht aus wie jemand, der sich richtig vorstellen kann«, antworte ich sarkastisch. Sein Grinsen wird noch breiter, als er mir erneut die Hand reicht, um es besser zu machen. »Ich war zu sehr von deinen Augen abgelenkt. Entschuldigung, Schöne«, redet er und streicht mit dem Daumen über meine Handfläche. »Mein Name ist Ivan. Ich bin der älteste hier im Haus«, stellt er sich vor.

»Wie alt?«

»Ich bin 25.« Er schaut kurz zur Seite, rückt aber näher an mich heran. Obwohl er behauptet, 25 Jahre alt zu sein, sieht er viel jünger aus, eher wie 19. »Zu alt?«, fragt er und seine Augenbrauen ziehen sich leicht zusammen. »Für was?«, frage ich zurück. Doch bevor er antworten kann, geht mein Handy im stillen Wohnraum laut los. Ich ziehe meine Hand weg und nehme das Telefon aus meiner Hosentasche. »EY!«, ruft jemand laut und raubeinig, sodass ich nicht einmal sagen kann, woher es kommt. Alle Augen sind auf eine einzelne Tür gerichtet, die gleich rechts von mir ist.

»MACHT DIE VERDAMMTE MUSIK LEISE!!!«, schallt die bebende Stimme erneut über unsere Köpfe, und ich drücke schnell mit meinem Daumen den Anruf weg, weil ich irritiert bin. »Kann vielleicht jemand Arzan sagen, dass Reyna vorübergehend hierbleiben wird? Ihr wisst schon..., weil er ein kleines bisschen zu explosiv ist«, flüstert Mandisa und lässt mich mit leicht geöffnetem Mund zu ihr schauen. Es wird offensichtlich, dass ich hier nicht so willkommen sein werde. »RAUS, DU FOTZE!! BLAS WOANDERS WEITER!!!«, höre ich jemanden rufen. Eine schlanke, nackte Frau mit langen, glatten schwarzen Haaren verlässt das Zimmer. Ihre rot geschminkten Lippen und ihr Mascara sind völlig verschmiert, und sie hat zahlreiche blaue und rötliche Flecken am Hals und auf ihren Brüsten. Die Frau kann nicht einmal richtig aufrecht stehen. Sie bläht ihre Wangen einmal auf, schüttelt den Kopf und zieht dann die Augenbrauen hoch, während sie mit beiden Händen ihre Hüften umfasst. Farell geht zu ihr und trägt sie hoch. »Ich weiß, Honey. Mein Bruder ist ziemlich hart«, sagt er und nickt mit einem schmollenden Mund. Er leckt über die Wange der Frau und läuft dann in unsere Richtung. Mein Handy klingelt erneut. Obwohl ich rechtzeitig wegdrücke, höre ich, wie eine Tür mit einem lauten Knall aufgestoßen wird.

»Wer von euch stört mich hier beim Ficken?!«, ruft ein 1,90 Meter großer Junge in schwarzer Boxershorts. Mit seinen ungewöhnlich hellen, eisblauen Augen sieht er wütend in unsere Richtung.