Prolog/01
Akira
Kaum zu glauben. Im ersten Moment halte ich meinen Abschluss in meinen Händen und nehme den Applaus in mich auf und im nächsten befinde ich mich in den Händen des wohl mächtigsten Wesen's auf dieser Welt.
In meinen ganzen 18 Jahren habe ich all diesen Geschichten, Gerüchten und all diese Legenden nie einen Funken Glauben geschenkt.
Woher hätte ich wissen sollen, dass sie alle der Wahrheit entsprachen? Und woher hätte ich wissen sollen, dass der Herrscher dieser Wesen, mich und mein Blut mehr als alles andere auf dieser Welt begehrt?
Aber fangen wir beim Anfang an.
Akira
Genug von den nervigen Vibrationen und Geräuschen meines Weckers, schnappe ich nach ihm und werfe ihn volle Karacho gegen die weiße Wand mit gegenüber.
Die Geräusche samt der Vibrationen verstummen und ich seufze zufrieden auf.
So ruhig muss es bleiben.
Ich drehe mich in meiner kuscheligen Decke hin und her, bis ich eine gemütliche Position zum wieder Einschlafen gefunden habe.
Aber wie es das Schicksal so will, bleibt auch das mir nicht lange gegönnt. Meine Zimmertür öffnet sich und mein neugieriger Bruder steckt seinen brünetten Haarzopf durch die Tür.
Irgendwann dann seinen kompletten Kopf und Körper. Ich bin kein Morgenmensch, absolut nicht.
Mein Bruder aber ist definitiv einer. So wie er ist, läuft er summend um mein Bett herum und zieht die Vorhänge, die ich am gestrigen Abend mit so viel Liebe zugezogen habe, auf.
Mürrisch nuschel ich ein paar Beleidigungen meinem Bruder an den Kopf, der einfach nur lacht.
"Ernsthaft Aki, wie kann man so ein Unmorgenmensch sein. Komm jetzt, ich hab Essen gemacht.", dabei drückt er mir einen Kuss auf meinen Scheitel und verschwindet wieder aus meinem Zimmer.
Mein Bruder ist 21 Jahre alt und hat seit 3 Jahren das Sorgerecht für mich. Unsere Eltern sind gestorben als ich 15 war.
Mysteriöse Unstände sagten uns die Behörden, sie konnten keine erklärbare Ursache finden.
Da ich weiß, dass ich nicht ewig liegen bleiben kann
und
weil das Essen meines Bruders einfach köstlich ist, seufze ich resigniert auf und schäle mich aus meinem Bett.
Schnell schnappe ich mir meine schon zurecht gelegten Sachen und flitze ins gegenüberliegende Bad.
Unsere Einrichtung ist immer recht Schlicht gehalten. Ich aber liebe es.
Unser Bad ist im hölzernen Stil eingerichtet. Jedes Möbelstück ist mit Holz verziert.
Ich ziehe mir mein Schlafshirt aus und binde meine Haare in einen unordentlichen Dutt.
Schnell schnappe ich mir noch mein Handtuch und kege es bereit, um anschließend unter die Dusche zu gehen.
Während das warme Wasser meinen Körper hinab fließt, lasse ich die gestrigen Geschehnisse Revue passieren.
Und nun begrüßt mit einem ordentlichen Applaus die Lieblingsschülerin unter den Schülern und Jahrgansbeste Absulventin Akira Meyn!", mit meinem nur zu gut bekannten Selbstbewusstsein erhebe ich mich und schreite auf die Bühne.
Die Leher schütteln mir alle die Hand, beglückwünschen und lächeln mich an. Schließlich bin ich bei meinem Schulleiter Kockirtaz angekommen und bleibe stehen.
"Alles Gute Akira, viel Glück auf deinem weiteren Weg und lasse dich niemals unterkriegen.", mit diesen Wörtern bekomme ich meinen Abschluss in die Hände gelegt und nehme den Applaus tief in mich auf.
Wie gewöhnt wasche ich mich und stelle das Wasser anschließend wieder ab.
Ich steige aus der Dusche aus und wickle das Handtuch um meinen Körper. Jetzt mustere ich mein Spiegelbild im Spiegel.
Meine blauen Augen strahlen wie so oft meine angeborene Neugierde aus. Aber nicht nur das ist an ihnen besonders.
Viele Leute sagen, dass meine Augen mehr als nur meine Neugierde ausdrücken, dass da so viel mehr ist.
Aber keiner konnte es genau sagen, auch ich nicht. Meine braunen Haare befreie ich aus dem Dutt, den ich vorhin gemacht habe und sie fallen gleichmäßig in ihrem gelockten Zustand über meine Schultern.
Sie gehen mir bis etwas unter die Schultern.
Da es mitten im Winter ist, habe ich mir auch dementsprechende Kleidung zurecht gelegt.
Ich schlüpfe in meine äußerst bequeme schwarze Jogginghose und ziehe mir meinen dunkelblauen Kapuzenpulli mit Fangzähnen auf dem Rücken über den Kopf.
Zufrieden mit meinem Haus-Outfit putze ich noch schnell meine Zähne und eile dann auch schon die Treppen hinab in die offene Küche, wo ich meinen lieben Bruder Akim antreffe.
"Also auch endlich mal fertig geworden Aki?", zieht er mich auf und ich lasse mich mit einem Schnaupen neben ihn auf einen der Barhocker nieder.
"Man Bruderherz, lass mich aber auch mal ausschlafen, okay? Ich habe endlich keine Schule mehr!"
"Hmmm, lass mich überlegen. Nö.",gibt er grinsend zurück und ich ziehe einen Schmollmund.
"Wirst schon sehen was du davon hast.", gebe ich spielerisch schmollend zurück und schon startet unser Frühstück.