The Terms of Trust

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Summary

Genre: Romantic-Suspense In Bearbeitung! 🧚🏼‍♀️ •Eine zufällige Begegnung. Eine gefährliche Welt. Und eine Frau, die mehr kann, als man ihr zutraut.• Cady führt ein unbeschwertes Studentenleben - bis sie auf Panos trifft, den Bodyguard einer berüchtigten Mafiafamilie. Durch ihn gerät sie ungewollt in einen gefährlichen Zwischenfall, der ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt. Statt sich zu verstecken, stellt Cady sich der Bedrohung - und bietet Panos ihre Hilfe an, um die Widersacher zu bezwingen. Denn sie verfügt über Fähigkeiten und Verbindungen, mit denen sie tatsächlich etwas bewirken kann. Während sie immer tiefer in die dunklen Machenschaften der Familie eintauchen, kommen sie nicht nur ihren Feinden näher - sondern auch einander. Doch in einer Welt voller Verrat, Misstrauen, Loyalitäten und Gewalt scheint kein Platz für unerwünschte Gefühle zu sein - oder?

Status
Complete
Chapters
36
Rating
5.0 18 reviews
Age Rating
18+

Panos - Albtraum auf zwei Beinen

Was würde man im Normalfall dafür geben, ein anderes Leben führen zu dürfen? Eine Niere vielleicht? Ich war mir ziemlich sicher, ich wäre bereit gewesen, so ziemlich jedes meiner Organe zu opfern, um dieser Situation zu entfliehen. »Und nun möchte ich zum Abschluss noch offiziell etwas bekanntmachen. P, komm doch bitte mal zu mir.« Wie Kaugummi schoss mir das schiefe Grinsen meines Bosses direkt ins Gesicht, während ich mit versteinerter Miene, meine verschränkten Arme löste und mich, vom Türrahmen abstieß, von dem aus ich die wöchentliche Versammlung verfolgt hatte. Ich setzte mich gemächlich in Gang und versuchte das Elend, das mich erwarten würde, so lange wie möglich hinauszuzögern. Mit jedem Schritt hatte ich das Gefühl, dass mir die kalten, grauen Wände des Gemeinschaftsraumes immer mehr auf die Pelle rückten. Ich hasste es, im Mittelpunkt zu stehen, und genau deshalb machte sich Grant bei jeder Gelegenheit einen Spaß daraus, mich vorzuführen. Die Blicke der anderen Anwesenden fühlten sich an wie die, hungriger Hyänen, die mich jeden Moment, um jeden Preis zerfleischen wollten.

Grant Hugh war der bekannteste Mafiaboss in Dallas, Texas. Ich verstand, warum die Menschen ihn fürchteten. Er hatte sein gesamtes Drogenimperium in kürzester Zeit auf ganz Texas ausgebreitet und hatte überall seine Finger im Spiel. Egal, wo man sein Kokain, Weed, Crystal Meth, Ecstasy oder was auch immer für eine Droge herbekam, es steckte immer mindestens eine Zehenspitze von Grant Hugh mit drin. Und doch war er persönlich alles andere als angsteinflößend, zumindest in meinen Augen. Ich respektierte ihn für alles, was er für mich getan hatte und noch immer tat, doch Furcht verspürte ich in seiner Nähe keineswegs.

Seine warmen, langen Finger umschlossen etwas zu fest meine Schulter, als ich endlich neben ihm zum Stehen kam, als wüsste er genau, dass ich absichtlich versuchte, Zeit zu schinden. »P hat meinem Sohn bei seinem letzten Einsatz das Leben gerettet. Ich möchte jetzt niemandem persönlich zu nahetreten, aber P ist definitiv unser bester Mann, wenn es um den Begleitschutz geht, und da ich vorhabe, bald etwas kürzerzutreten, wird er in Zukunft dauerhaft für die Sicherheit meines Sohnes sorgen. Kann ich mich auf dich verlassen?« Ich zog meine Augenbrauen genervt zusammen, nickte schließlich jedoch seufzend. Als hätte ich irgendeine Wahl gehabt. Spitzenklasse. Die Ironie meiner Gedanken hallte durch meinen Kopf, während Grant mir energisch lachend auf die Schulter klopfte.

Braxton Hugh war ein verzogener zweiundzwanzigjähriger College-Student, der jedes Wochenende feiern ging und jeden zweiten Tag eine andere Kommilitonin oder Barkeeperin mit ins Bett schleppte. Da kommt doch Freude auf … Ohne ein weiteres Wort ging ich auf Braxton zu, der mir emotionslos zunickte.

Nachdem Grant uns endlich wieder entlassen hatte, folgte ich meinem Albtraum auf zwei Beinen nach draußen, wo er mir eine Schachtel Zigaretten vor die Nase hielt. Ich zog mir eine heraus, dankte ihm mit einem Nicken und zündete sie an. Braxton nahm sich ebenfalls eine. »Wir fahren jetzt ins Deep.« Wieder nickte ich nur. Das Deep war einer der angesagtesten Clubs in ganz Dallas. Es gehörte dem Vater, von Braxtons vermeintlicher Freundin Serena, die ihn jedes Wochenende dorthin einlud. Ob sie wusste, dass sie für den kleinen Playboy nur ein Mittel zum Zweck war, stand außer Frage, denn so wie er sie ausnutzte, nutzte sie auch ihn aus. Sie war der typische Cheerleader: lange Beine, blonde Haare, blaue Augen, für jeden 0-8-15-Kerl das gefundene Flittchen.

Ich warf den glĂĽhenden Stummel auf den Boden und stieg hinter Braxton in den groĂźen schwarzen Range Rover, der bereits auf uns wartete.

Vor dem Club angekommen, scannte ich die Umgebung, bevor ich meinen nervtötenden Schützling aus dem Wagen steigen ließ. Wir traten durch eine schwarze Stahltür in den VIP-Bereich und schlagartig drückte ein tiefer Bass auf meinen Ohren. Meine Augen wanderten unaufhörlich durch Braxtons nähere Umgebung, analysierten jeden, der ihm zu nah kam. Ich nahm auf einem der schwarzen Ledersessel in der Nähe von Braxton Platz. Mein Blick folgte ihm, während er auf eine Gruppe junger Frauen zuging, wo auch Serena und die üblichen Puppen der Gruppe saßen. Neben Serena saßen zwei Blondinen, die ihr zum Verwechseln ähnlich sahen. Ich studierte ein weiteres Mal ihre Gesichter, als ich die Frau sah, auf die Braxton schlagartig zusteuerte. Sie saß ein wenig abseits neben den anderen. Sie passte überhaupt nicht in dieses Bild. Ich erhob mich langsam und näherte mich meinem Albtraum. »Hey, C. Was läuft?« Langsam hob sie den Blick und schaute Braxton angewidert an. Sympathisch, dachte ich. Sie erhob sich und musterte ihn mit unverändert angeekeltem Blick von oben bis unten. »Mit dir auf jeden Fall nichts, Gulaschfresse.« Sie stieß Braxton beiseite und lief in Richtung Bar. Den Anflug eines Grinsens konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Ich pflanzte meinen Allerwertesten zurück in den Ledersessel und sah mich stillschweigend um. Der VIP-Bereich war nicht sonderlich groß, was gut für mich war, da ich so einen besseren Überblick behalten konnte. Ich ertappte mich immer wieder dabei, wie sich mein Blick an die Frau heftete, die sich überhaupt nichts daraus zu machen schien, dass Braxton sie pausenlos anmachte. Sie hatte lange, wellige, schwarze Haare. Ihre Augen waren dunkel umrandet. Ebenso dunkler Schmuck zierte ihren Hals und ihre Ohren. Sie hatte einen silberfarbenen, zierlichen Nasenring, und jedes Mal, wenn sie ein Schmunzeln unterdrückte, erkannte ich leichte Grübchen in ihren Wangen. Sie trug eine schwarze Lederjacke, schwarze, lockere Jeans und schwarze Boots. Auf ihrem Handrücken erkannte ich Umrisse von einem Tattoo, doch ich war zu weit weg, um es genau zu erkennen.

Als Braxton sich schließlich mit Serena im Arm erhob, stand ich ebenfalls auf und sicherte mit einem schnellen Blick den Ausgang. Braxton nickte mir zu und ich folgte ihm, als er an mir vorbeilief. »Hey, Braxton. Sag deinem Schoßhund, er kann sich das nächste Mal auch zu uns setzen.« Schoßhund? Weniger sympathisch. Ich drehte mich kurz um und warf dem schwarzhaarigen Großmaul einen vernichtenden Blick zu. Ich strich meine Lederjacke nach hinten und ließ bewusst meine Waffe für einen Augenblick hervorblitzen. Als ich mich wieder umdrehte, sah ich, wie Braxton abwinkte und ohne Kommentar weiterlief. Schoßhund. Pah. Was dachte die kleine Schnepfe, wer sie war? Ich folgte Braxton zum Wagen und gab dem Fahrer ein Zeichen. Der warf seine Zigarette beiseite und stieg ein. Ich nahm auf dem Beifahrersitz Platz und schaute auf mein Handy. Es war bereits nach zwei Uhr.

Als ich den kleinen Geldscheißer bis zur Haustür begleitet hatte, gab ich meinem Kollegen Chase, der bereits auf uns wartete, die Hand und machte mich dann aus dem Staub. Ich lief zur nächsten Tankstelle, holte mir eine Schachtel Zigaretten und machte mich auf den Weg zu meiner kleinen Wohnung, die nur wenige Straßen entfernt war.

Wenig später warf ich mich auf meine Schlafcouch und öffnete ein Bier, das ich mir zuvor aus dem Kühlschrank genommen hatte. Ich schaltete den Fernseher ein und streifte meine Schuhe ab, bevor ich mich in die weichen Polster sinken ließ. Endlich Ruhe. Ich ließ meine Augen durch den Raum schweifen und seufzte schwer, als ich das Bild meiner Familie auf der Anbauwand neben dem Fernseher erblickte.

Als ich etwa zehn Jahre alt gewesen war, waren meine Eltern mit meiner Schwester und mir aus Griechenland nach Texas gezogen. Leider hatten wir nicht allzu viel Geld zur Verfügung, weshalb wir in einer ziemlich heruntergekommenen, kriminellen Gegend untergekommen waren, wo ich den Drogendealer Grant Hugh kennengelernt hatte. Fünf Jahre später starben meine Eltern bei einem Autounfall, meine Schwester kam in einer Pflegefamilie unter und ich wurde von Grant aufgenommen, der zu diesem Zeitpunkt bereits sehr erfolgreich war. Er brachte mir bei, mit Waffen aller Art umzugehen, wie man seine Emotionen im Griff hielt, wie man Drogen an die richtigen Leute brachte, wie man sich verteidigte und kämpfte. Als ich schließlich meinen High-School-Abschluss in der Tasche hatte, gab er mir eine gut bezahlte Anstellung als Leibwächter für seine Familie. Ich arbeitete also bereits seit zehn Jahren für Grant. Er zahlte die Miete für meine Wohnung und gab mir jede Woche tausend Dollar Cash auf die Hand. Sein Gewissen hatte er vermutlich schon in seinen Teenagerjahren fallen lassen. Genau wie sein Sohn. Braxtons Mutter hatte sich vor wenigen Monaten aus dem Staub gemacht, nachdem sie von einem von Grants Konkurrenten entführt worden war. Sie kam nur selten zu Besuch.

Meine Schwester hatte ich inzwischen seit dreizehn Jahren nicht mehr gesehen, ihr dreiundzwanzigster Geburtstag stand kurz bevor, weshalb ich oft an sie dachte. Ich vermisste sie sehr. Der Tag, an dem wir unsere Eltern beerdigt hatten, war auch der Tag gewesen, an dem ich sie das letzte Mal gesehen hatte. Ich hatte sie auf keine Art und Weise mit in die Machenschaften von Grant hineinziehen wollen. Alles, was ich mir fĂĽr sie wĂĽnschte, war ein unbeschwertes Leben.