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Blackstreet

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Summary

Er würde alles dafür tun, um zu bekommen, was er will. Sie ebenfalls - und er macht ihr ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann. Alessandra LeCart entflieht ihrer scheinbar perfekten Familie nach Berlin, auf der Suche nach Freiheit und dem wahren Leben. Doch als sich ihre Wege mit denen von Adam Martínez kreuzen wird sie in eine Welt hineingezogen, in der Liebe gefährlich werden kann und in der andere Regeln gelten; und diese Regeln bestimmen über Leben und Tod. Es sind die Regeln der schwarzen Straßen. Ihr einziger Ausweg : ein Arrangement mit genau dem Mann, dem sie unter keinen Umständen vertrauen sollte…

Status
2yrs ago
Chapters
13
Rating
4.8 (6 reviews)
Age Rating
18+

prologue; entry



Sie sagen, auf der Straße gäbe es kein Gesetz.

Kein Erbarmen, keine Hoffnung, keine Träume, nur die harte Realität.

Keine Liebe.

Denn wenn nur eine unwichtig erscheinende, winzige Sekunde über Leben und Tod entscheiden konnte, rücken viele Dinge in den Hintergrund, verschwinden aus deinem Bewusstsein-

Aus Leben wird Überleben.

Doch die Wahrheit ist ja so viel anders.

Eine Metallkugel kann dich innerhalb eines Atemzuges zur Strecke bringen, ein gezielter Schuss beendet alles, sobald der Abzug gedrückt wurde. Eine kleine, beiläufige Bewegung kann dein Herz zum Stillstand bringen, und es ist vorbei.

Das ist der Tod. Stumm, hinterhältig, schwarz.

Schwarz wie die dreckigen Straßen, auf denen wir uns von den Dingen abwenden, die hinter unserem Rücken geschehen.

Schwarz wie die Straßen, auf denen kein Gesetz gilt, nur eins; Kämpfe oder stirb.

Schwarz wie die Straßen, auf denen sich alle von der Liebe abwenden.

Denn zu lieben und geliebt zu werden, ist manchmal für größte aller möglichen Gefahren.

Dabei sollte man für den Moment leben, für jeden schnell verstreichenden Augenblick, bevor der Tod einen einholt.




Der Mann mir gegenüber mustert mich ärgerlich und ich sehe winzige Schweißperlen auf seinem tätowierten, kahlen Schädel glänzen.

“Du bist hier falsch, Schätzchen.” Er baut sich im Durchgang zur Küche vor mir auf, in der engen Wohnung scheint er wie ein unglaublicher Koloss total fehl am Platz.

Ich schlucke.

Die angespannten Muskeln seiner Oberarme sind breiter als mein Oberschenkel, dazu überragt er mich um gut zwei Köpfe; ein Türsteher wäre neidisch um diese Maße.

Einschüchternd baut sich der Riese weiter vor mir auf, während mein Herz wild in meiner Brust pulsiert.

Verschwinde,schießt es mir durch den gelähmten Verstand, doch ich kann nicht.

Mein Blick erhascht eine Bewegung am am massigen Leib des tätowierten Eindringlings vorbei, aus der Küche dringen gedämpfte Stimmen bis zu mir in den Flur hindurch.

Ich sehe die verwüstete Einrichtung, die umgestoßenen Möbel, mein Magen krampft sich zusammen.

Der Angstschweiß fließt mir kalt den Nacken hinunter, als ich blindlings nach meinem Handy in meiner Jacke taste.

“Hau ab, Kleine”, gibt der Muskelprotz nun warnend von sich, die Bewegung meiner Augen ausdruckslos verfolgend. “Hier gibt’s nichts zu sehen.”

Zu spät.

Ich hatte genug gesehen, genug gehört, bevor er mich entdeckt hatte.

Ich weiß, was in der Küche vorgeht, ich weiß alles, ich weißzu viel.

Es ist zu spät um davonzukommen, was ist, wenn da draußen noch mehr von denen warten?

In diesem verwahrlosten Viertel der Stadt würden zufällig vorbeikommende Passanten nur eilig ihren Blick abwenden, mit gesenktem Kopf und hastigen Schritten davoneilen, und niemand, wirklich niemand würde die Schreie in einer dunklen Gasse beachten.

Angestrengt versuche ich, irgendwie die Nummer der Polizei zu wählen und schiele unbemerkt nach unten, doch jede mögliche Bewegung kann mich verraten.

“Bist du taub?“, blafft der immer nervöser werdende Typ nun. “Zieh Leine, Mädchen, sonst bist du die nächste Unschuldige, die irgendwann in einem Leichensack enden wird.”

Ich weiß nicht genau, was dann passiert, alles geht sehr schnell.

Die Stimmen in der Küche werden lauter, und dann ertönt ein Schuss.

Der Schrei entflieht meinen zitternden Lippen bevor ich mir die Hand vor den Mund schlagen kann, und damit ist es um mich geschehen.

Der ohrenbetäubende Knall der abgefeuerten Kugel geht mir so durch Mark und Bein, dass ich mit flachem Atem und rasendem Puls gegen einen Türrahmen hinter mir taumle, dabei gleitet das Handy ungewollt aus meiner Jacke und schlittert mehrere Meter über den Boden.

Es bleibt außerhalb meiner Reichweite vor den Füßen des fluchenden tätowierten Kerls liegen.

Das alles passiert innerhalb weniger Sekunden.

“Fuck”, entfährt es mir.

Mehrere Augenblicke lang starren wir beide auf den zersplitterten Bildschirm der hell aufleuchtet, aus den Lautsprechern tönt der leise Wählton in Warteschleife.

“Was zum Teufel”, grunzt Tattoogesicht irritiert und ist für einen Moment so in Gedanken versunken, dass er sich am kahlen Hinterkopf kratzt.

Mein iPhone ruft nicht etwa für Polizei an, sondern wählt irgendeine beliebige Nummer mit irländischer Vorwahl.

Ohne mit der Wimper zu zucken tritt Tattoogesicht auf das Gerät und zermalmt es unter seinen Sohlen, mein Herz bleibt für mehrere Sekunden lang stehen, als er sich wieder mir zuwendet.

“Der Spaß ist jetzt vorbei”, droht er mir und knackt unheilvoll mit seinen Knöcheln, dass Geräusch schickt eisige Schauer meinen Rücken hinunter.

“Wage es ja nicht, mich anzufassen”, zische ich als ich meine Stimme wiederfinde und weiche mehrere Schritte zurück, immer weiter, bis ich fast in Wohnungstür stehe. Meine Chancen stehen gering, dass ich hier unbeschadet wegkomme, aber ich bin schnell. Schneller als der Fleischberg vor mir.

Und dann spüre ich plötzlich den Körper hinter mir, der leise an mich herangetreten ist, sodass ich ihn zu spät bemerke.

“Hier geblieben, ma chérie."

Ich hätte die Stimme überall wiedererkannt.

Die Stimme und den intensiven Duft, der diese sinnesbenebelnde Wirkung auf mich hat, seit unserer ersten Begegnung.

Zuerst höre ich das Entsichern einer Waffe und spüre dann den kalten, metallischen Schaft an meiner Schläfe.

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Good Writing

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