Hate Nightstand- geliebt wird später

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Summary

Ein Möchtegern-Badboy, der Mädchenherzen bricht. Ein Möchtegern-Goodgirl, die Jungs leiden lässt. Savy Ellis und Clyde Hill können sich nicht ausstehen. Es gibt nichts, was sie so sehr verbindet, außer den Hass, den sie beide in sich tragen. Savy hasst Clyde dafür, dass er ihre Motorradreifen zerstochen hat und Clyde kann Savy dafür nicht leiden, dass sie sich an seinem Mercedes zu schaffen gemacht hat. Doch was könnte eine schönere Sünde geben, außer das sich beide Personen zu gern ans Messer geliefert hätten? Richtig, nämlich zwei Personen nackt und verkatert in einem Bett. Idea: Sonny James Cover. © Sonny James Alle Rechte vorbehalten. Start 2019

Status
Ongoing
Chapters
7
Rating
5.0 2 reviews
Age Rating
18+

Prolog


Ich konnte es kaum fassen.


Vor nicht einmal 24 Stunden hätte ich mit meinen Mädels die Party unsicher gemacht bzw. mir so dermaßen die Kante gegeben, dass mir dabei Hören und Sehen verging. Eigentlich sollten wir halbkomatös unter dem Sofa liegen. Eigentlich. Doch stattdessen schien ich die Bekanntschaft mit meinem Bett gemacht zu haben. Nur, dass mein Bett mit Sicherheit nicht in so einem langweiligen Grauton überzogen wurde. Wo waren denn meine Hello Kitty Muster? Und seit wann fühlte sich mein Kissen so bequem an.

Egal, in welchem Bett ich lag, es war nicht meins.

Sekundenschnell öffnete ich den Blick, um das Kissen genauer unter die Lupe zu nehmen. Seidengrau. Wer zum Teufel besaß Seidengrau?

Meine Hand wanderte weiter zum Laken. Dunkelschwarz. Wieso war das Laken Schwarz?

Aber was mich mehr in Angst und Schrecken versetzte, warum wurde mir so bitterkalt?

So viele Fragen schwirrten mir in meinem Kopf herum und nein es konnte nicht der Stubentiger sein, der sich zu Wort meldete.

Ein leichter Windzug blies mir gegen den Nacken, sodass sich meine Nackenhärchen sträubten. Eine Gänsehaut überschüttete mich.

Mir wurde so bitterkalt, was mich frösteln ließ. Also griff ich schlaftrunken nach der Decke und zog sie fester um meinen Körper. Aber mich traf die Kälte so sehr auf meiner Haut, dass ich gedankenverloren meine Hand unter meinem Shirt wandern ließ... und schlagartig den Blick weitete. Moment mal!

Unwiderruflich zerrte ich die Decke von mir weg und weitete die Augen. Fassungslos musste ich feststellen, dass ich weder ein Top trug, als etwas, was darauf schließen könnte, dass ich bekleidet war.

Nein, sondern alles, was ich gerade trug, war mein Evakostüm. Ich war nackt. Scheiße, ich war nackt!

Wie von selbst schob ich die Decke noch weiter zurück, um ein Blick auf mein Heiligtum zu erhaschen. Wenn ich noch meine My Little Pony Unterwäsche trug, dann würde mir ein großer Stein vom Herzen fallen. Aber als meine Hand auf meine Mitte traf, stieß ich ein leises Keuchen aus. Verdammt. Wo war meine Unterwäsche?!

Nein das konnte doch wohl nicht wahr sein! Ich hatte nicht wirklich... nicht wirklich Sex gehabt!

Dumme Savy! Dumm, dumme Savy! Du Idiotin! Wie konntest du dich so volllaufen lassen und ins nächste Bett eines Typen steigen!?

Ich ließ die Schultern sinken. Ich könnte mich vielleicht weiter für meine Blödheit verfluchen, oder ich würde es so hinnehmen. Ich hatte Sex gehabt. Ich könnte ihn auch nicht abstreiten, so wie mein Unterleib zu rumoren begann. Oder das mir der Jemand mir meine My Little Pony Unterwäsche gestohlen hatte.

Ich hatte Sex gehabt, lag nackt in einem fremden Bett und konnte mich an nichts mehr erinnern.

Von wegen ich würde mich mit Meg und Cora lallend hinter der Couch wiederfinden. Stattdessen hatte ich es mit einem Typen getrieben und wurde dabei entjungfert. Ich bin eine nicht existente Jungfrau mehr, die ihr erstes Mal an einem Fremden verloren hatte. Besser konnte der Tag nicht beginnen.

Obwohl ich Wuttränen in den Augen bekam, blieb mir nichts anderes übrig, als das so hinzunehmen. Vielleicht hatte ich meine Jungfräulichkeit an Jordan verloren. Jordan Sawyer, mein Schwarm von der High School.

Wenn ich an den Jungen mit seinen schönen blauen Augen und dieses knuddelige Gesicht zurückdenken musste, wurde mir warm ums Herz. Surfer-Jordan, Kuschel-Jordan. Süßer Jordan.

Aber dann geriet ich wieder mit dem Blödmann zusammen. Ich zitierte: dem Blödmann mit seinem blöden Mercedes. Dem Blödmann mit seiner blödsinnigsten Einstellung. Dem Blödmann, der einfach in allem ein Blödmann war.

Sein Charakter? War blöd.

Seine Persönlichkeit? Total blöd.

Seine Aura? Absolut blöd.

Und sein Aussehen? Ultrablöd. Wobei Clyde nicht von schlechten Eltern war.

Ja, okay, ich konnte es nicht abstreiten. Clyde Hill war gut aussehend. Vielleicht war er trainierter als Jordan und vielleicht besaß er dieses Bad Boy Image im Gegensatz zu Jordan und eventuell legte er auch großen Wert auf sein Aussehen, als Jordan.

Aber egal wie gut aussehend der Badboy auch sein mochte, wie sehr er die Frauen verwickeln konnte, Clyde und ich verband nichts Weiteres, als Hass. Abgrundtiefer Hass.

Ich zerkratzte den Lack seines Mercedes? Er hasste mich dafür.

Am nächsten Tag zerstach er die Reifen meines Bikes? Ich fing an, ihn zu hassen.

Unser Hass war tief, war lebensmüde und alles, was uns damit verband. Nämlich nichts.

Tief in mir rumorte es, als ich wieder an Clyde zurückdenken musste. Und bevor ich einen weiteren Gedanken an ihn verschwenden würde, warf ich mich zurück ins Bett und stieß einen Seufzer aus.

Mein Bettnachbar hatte mir den Rücken gekehrt und schnarchte tief uns fest seinen Rausch aus. Anders könnte ich es mir nicht erklären, warum wir so übereinander hergefallen wären.

Nachdem ich mich auf meine Seite hin und her wälzte, hielt ich den Gedanken nicht mehr aus, mit wem ich die Nacht verbracht hatte. Also drehte ich mich um und erhaschte den nackten Rücken. Mein Nachbar war durchtrainiert, sein Rücken war von Muskeln überzogen.

Hm, da hast du einen guten Fang gemacht, Savy, lobte ich mich gedanklich. Innerlich hätte ich mir schon längst auf die Schultern geklopft.

Gedankenverloren balancierte ich meine Hand auf seinen Rücken und begann die Konturen jedes Muskels zu zeichnen. Dabei bemerkte ich, wie er unter meiner Berührung zu zucken begann und sich leicht regte.

Ja komm schon Kleiner, schau mir in die Augen.

Wie in Zeitlupe hob er sein Gesicht, was er tief im Kissen vergrub, an, bis er sich umdrehte, ich mich auf alles gefasst machte und... erstarrte.

Als ich in bekannte grüne Augen aufsah, stieß ich solch einen Schrei aus, dass ich von ihm wegrückte und die Decke bis zu meinem Kinn heranzog. Nein, nein, nein! Das konnte doch wohl nicht wahr sein!

Vor mir lag kein anderer als Clyde Hill. Nackt, in meinem Bett.

Der Clyde, der zu meinen größten Erzfeinden gehörte.

Der Clyde, der mir vor Wochen meine Motorradreifen aufgestochen hatte.

Und auch der Clyde, wobei ich mir jemals geschworen hatte, als ihm nur mit Hass zu begegnen, weil er nichts anderes verdient hatte.

Clyde, der noch halbschlafend zu mir aufsah, schlug die Augen so weit auf, dass sie ihm beinahe aus dem Gesicht gefallen wären. Auf einmal nahm er eine angespannte Haltung an, dass er sich aufsetzte und einen leisen Fluch ausstieß.

»Oh Fuck...«, knurrend schlug er sich auf die Stirn, ehe er wieder einen Ton ausließ. »Das ist doch jetzt wohl ein Witz oder?«

Völlig empört hob ich die Brauen an und setzte mich auf. »Also wenn du mich als Witz bezeichnest, dann... «

»Was dann, Ellis?«, brummte er und ihm entwich ein leises Lachen. »Wie es aussieht, liegst du nackt neben mir im Bett. Obwohl ich mir so sicher war, dass ich die blonde Schnitte von gestern aufgerissen hätte.«

Mein Blick verharrte auf meine blonde Wallahwallahmähne, die mir bestimmt zu Berge standen. Was wollte er mir damit zum Ausdruck bringen? Dass ich nicht die Blondine war, die er abschleppen wollte?

»Du bist der Witz.«, korrigierte ich ihn und deutete auf meine Haarfarbe.

»Also entweder bist du farbenblind, oder du bist so dicht gestern gewesen, dass du nicht weißt, dass du dir eine Blondine geangelt hast.«

Er verzog nur ein wenig das Gesicht, als müsste er sich gerade noch mehr Klarheit verschaffen, was hier abging. Denn als er ein Blick über den Raum schweifen ließ, ließ er sich lachend wieder auf die Matratze fallen. »War wohl ne wilde Nacht gestern, Blöndchen.«

Blöndchen. Blöndchen?!

Innerlich malte ich mir seinen Todestag aus. So sehr hatte mich die Wut gepackt, dass ich Sterne tanzen sah. Unwiderruflich rutschte ich noch ein Stück von ihm weg, dass ich fast auf der Bettkante saß.

Ich hörte ihn leise hinter mir lachen.

»Das ist nicht komisch, Blödmann.«

Clyde fasste sich seufzend an sein dunkles schwarzes Haar, was ihm vor der Stirn hing. »Findest du nicht, dass es seltsam ist? Ich meine uns verbindet nichts, außer das wir uns gegenseitig ans Messer liefern und doch finden wir uns zusammen in meinem Bett wieder.«

Als er gerade erklärte, dass wir uns in seinem Bett befanden, graute es mir. Deswegen Schwarz und Seidengrau.

Clyde schien meine Gedanken abgelesen zu haben.

»Ja, Ellis. Du liegst in meinem Bett, hier in meinem Schlafzimmer und in meiner Wohnung. Klingelt da etwas bei dir?«

Argh er machte mich so wütend. Blödmann-Clyde machte mich ganz verrückt!

Nun war er es, der die Arme vor der Brust verschränkte und leise schnaubte. »Gott, dass mir das ausgerechnet passieren muss. Da will ich einmal auf die Pauke hauen, Sex mit einer Blondine haben und habe den Treffer bei dir gelandet. Na bravo.«

»Denkst du nicht, dass ich zugern jemand anderes angeleckt hätte, anstatt bei dir zu landen?«, feuerte ich zurück.

Er kniff die Brauen zusammen. Oh da hatte ich wohl sein Ego verletzt.

»Du bist nun bei mir gelandet, obwohl ich dich niemals mit der Kneifzange anfassen würde.« Er schielte zu meinem Dekolletee, wobei ich die Decke weiter hoch zerrte.

»Glotz woanders hin, Blödmann!«

»Da gibt es eh nicht viel zu sehen. Baust du noch an?«

»Arschloch!«, feuerte ich zurück und blickte zu ihm nach unten. Ihm schien es nicht im Geringsten zu stören, dass ich fast sein Heiligtum sehen könnte. Nein stattdessen reckte Blödmann-Clyde sich weiter hervor.

»Ich weiß, dass ich gut aussehe.« Er wackelte anzüglich mit den Brauen. »Mach ein Foto davon, das hält länger.«

Sekundenschnell riss ich den Blick von ihm los und richtete mich im Bett auf. Bereit Reißaus nehmen zu wollen. Nur wo befand sich meine Unterwäsche, verflucht?!

»Nah da scheint jemand wohl die Orientierung verloren zu haben.«

»Ich suche meine Unterwäsche du Blödmann!«

»Doch nicht etwa die gräßliche Hello Kitty Unterwäsche, die du immer trägst?«, blaffte er mich von der Seite an.

Todesblicke sandte ich zu ihm aus. Richtige große Todesblicke. Soweit sie nur das Auge reichten.

»Oh starr mich nicht so nieder, Blöndchen!«

»Hör auf mich anzugaffen, Blödmann!«

Wie in der Zeitlupe setzte sich der Badboy auf und verschränkte mehr die Arme vor seiner Brust. So sehr, dass sein Bizeps angespannt wurde.

Wie erwartet traf mein Blick auf ihn, dann sein Gesicht, weiter zu seinen Lippen. Er hatte wirklich schöne Lippen. So schön geschwungen und so schön sexy. Wie resigniert starrte ich ihn an, bis ich innehielt und mir eine nackte Zunge über Wange leckte.

Sofort riss ich mich von ihm los, brachte mich auf Abstand und sprang aus dem Bett. »Wäh! Du Perversling!«

»Ach komm, immerhin hat dich einer angeleckt, nicht wahr?«

»Du machst mich wahnsinnig!«

»Ja so bin ich halt.« Er spitzte lachend die Lippen. »Und so wolltest du mich haben.«

Jetzt hatte ich die Schnauze voll. Unwiderruflich stampfte ich vom Bett weg, sammelte meine ganze Kleidung auf, bis ich mich wütend in seine Richtung drehte und ihm weitere Todesblicke aussandte. »Du bist und bleibst ein Blödmann. Dein Charakter ist blöd, sowie dein Aussehen ach und der Sex...der Sex war auch blöd zwischen uns!« Als ich mich gerade davon machen wollte, schoss so plötzlich eine Hand zu mir nach vorn, hinderte mich am Arm und wirbelte mich herum. Wie von selbst machte ich den Kontakt mit seiner Brust, dass mir die Sachen herunterfielen und ich gezwungen war, in seine grünen Augen aufsehen zu müssen.

Ich zitierte: in seine stechend grünen Augen.

Ihm lag etwas auf der Zunge. Mir war nach Reden zumute. Aber bevor einer das Wort verlor, knallten seine Lippen auf meine, ehe er mich losließ und sich von mir entfernte. Dabei glühte sein Blick förmlich auf mir.

»Und du küsst echt scheiße.« War das letzte, was er sagte, bis er an mir vorbeilief und die Tür laut ins Schloss fiel.

Und während Clyde das Zimmer verlassen hatte, fasste ich mir an meine geschwollenen Lippen und fragte mich, was in der Nacht wirklich passiert war.