Prolog
Prolog
„Na, kleine Hexe? Alles gut bei dir?“
Svenja blickte hoch und schnippte ihre Zigarette in den Aschenbecher.
Nicht schon wieder er!
„Das geht dich nichts an“, knurrte sie, doch er lächelte nur leicht.
Es war die Standardantwort, die sie ihm gab, denn jeden Tag, an dem er Dienst hatte, schaute er bei ihr vorbei. Selbst wenn er nicht in ihrem Block eingeteilt war.
Sie mochte ihn von allen Gefängniswärtern mit Abstand am wenigsten.
Seit er im Jugendknast angefangen hatte, war er wie eine Klette an ihr geklebt.
Es war mühsam.
Sie liess ihn stehen und ging über den Hof zurück in ihre Zelle.
Morgen würde sie endlich entlassen, dann war sie ihn für immer los!
Er blickte ihr belustigt nach.
Die kleine Wölfin – neben ihm und dem Direktor die einzige Gestaltwandlerin in diesem Knast – hatte es ihm angetan, seit er sie an seinem ersten Arbeitstag vor drei Jahren gesehen hatte.
Sein Wolf hatte aufgejault und war wie verrückt hin und hergesprungen, da er sie als Gefährtin erkannt hatte.
Und seither passte er auf sie auf.
Er hatte mehrmals eingegriffen, als sie Gefahr lief, in Schwierigkeiten zu geraten, die ihren Aufenthalt verlängert hätten.
Er setzte seine Hofrunde fort, in Gedanken noch immer bei der kleinen Wölfin.