One Moment ( Draco Malfoy-Short) - Harry Potter - Fanfiction

Summary

--Draco Malfoy - Kurzgeschichte - Harry Potter Fanfiction-- ************************************************************************ Personen sowie Orte gehören J.K. Rowling. Jedoch ist die Story aus meinen Federn. ************************************************************************ Copyright: 2024 MelieSecret - One Moment *********************************************************************** Klappentext: Draco Malfoy steht vor einer schweren Entscheidung: Soll er seine arrangierte Verlobung mit Asto-ria Greengrass aufrechterhalten oder den Gefühlen für eine Frau aus der Winkelgasse nachgeben? Seit er Sina McKenzie begegnet ist, steht sein Herz vor einer Zerreißprobe zwischen Pflicht und Liebe. Doch auch Sina trägt ihre eigenen Geheimnisse und Wunden. Wird Draco den Mut finden, für seine wahre Liebe einzustehen, oder wird er den Erwartungen seiner Familie erliegen? Eine Ge-schichte über Liebe, Vertrauen und den Mut, eigene Wege zu gehen. *********

Status
Complete
Chapters
2
Rating
n/a
Age Rating
16+

One Moment

One Moment

Früh am Morgen saß Draco in der vertrauten Atmosphäre des Tropfenden Kessels. Sein Ziel war bescheiden: ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Vor allem aber einen Verlobungsring für die zukünftige Mrs. Malfoy. Die Bilder des gestrigen Tages drängten sich in sein Bewusstsein. Der Gedanke an das Gespräch mit seiner Mutter ließ Unbehagen in ihm aufsteigen. Nie zuvor hatte er sie derart erbost erlebt. Sonst kannte er sie nur als liebevolle und fürsorgliche Mutter.

Sie hatte ihn gefragt, wie er sich seine Zukunft vorstellte und wann er vorhabe, eine Frau zu ehelichen. Doch als er gestand, dass er noch nicht bereit war für eine solche Bindung, war sie vollkommen ausgerastet. Ihre Stimme hallte durch das Anwesen, die Wände schienen zu zittern, und sogar die Hauselfen, die gerade Tee servierten, ergriffen vor Schreck die Flucht. Das war untypisch für Narzissa Malfoy. Selbst Draco durchlief es bei dem Gedanken an ihre Wut kalt. Gänsehaut überzog seine Haut, als er sich an den Vorfall erinnerte.

Narzissa hatte buchstäblich ihren Zauberstab auf seine Brust gerichtet und gefordert, Astoria Greengrass zu heiraten. Sie war aus einer einflussreichen und angesehenen Familie - in den Augen seiner Mutter die perfekte Kandidatin. Draco war schockiert gewesen, als ihr Name fiel. Er kannte Astoria aus seiner Schulzeit, doch er hatte nie den Eindruck gehabt, dass sie an ihm interessiert war. Am Abend desselben Tages war Astoria bereits im Malfoy-Anwesen aufgetaucht, scheinbar glücklich über die arrangierte Heirat. Aus Pflichtgefühl und seiner Mutter zuliebe hatte der ehemalige Slytherin schließlich zugestimmt, obwohl ihm bei der Sache nicht wohl war. Mit fünfundzwanzig Jahren fühlte er sich nicht bereit dafür.

Aber nun, als er in seinem Stuhl saß und durch das Fenster nach draußen blickte, beschloss Draco, dass er zumindest versuchen würde, das Beste aus der Situation zu machen. Vielleicht könnte er Astoria besser kennenlernen und sogar eine echte Beziehung zu ihr aufbauen. Schließlich hatte das Leben als Malfoy ihm beigebracht, dass manchmal die größten Verpflichtungen die größten Chancen verbergen konnten.

Er bestellte sich einen Kaffee und ein kleines Croissant. Während er darauf wartete, blätterte er ein wenig im Tagespropheten und stieß dabei auf einen Artikel, der ihn ein wenig schmunzeln ließ. „Seit wann bittet der Prophet um etwas?“ murmelte er vor sich hin. In dem Artikel wurde darum gebeten, eine Aurorenfamilie aus den Staaten nicht zu behelligen, wenn man ihnen über den Weg lief. Diese waren nach England zurückgekehrt, um in Ruhe leben zu können. Draco kannte diese Familie nicht und daher war es ihm auch egal. Als sein Frühstück kam, schlang er es schnell hinunter und erhob sich. Durch den Hinterausgang gelangte er in einen kleinen Vorhof, wo er mit seinem Zauberstab auf die Steine tippte. Diese öffneten kurz darauf den Eingang zur Winkelgasse. Der Blonde zog den Duft der Gasse in sich auf. Es war, als würde er in der Zeit zurückversetzt werden, als er als Kind das erste Mal an diesem Eingang stand.

Die Gasse war voller Leben und Aufregung, mit Zauberer Familien, die ihre Kinder bei sich hatten und Schulmaterialien besorgten. Draco konnte sich an seine eigenen Schulzeiten erinnern, als er mit seinen Eltern durch diese Gasse gezogen war, um seine Hogwarts-Ausstattung zu kaufen. Er dachte gerne an diese Zeit zurück.

Es war hier, in der Winkelgasse, dass er zum ersten Mal Harry Potter begegnet war, auch wenn er damals nicht wusste, wer er war. Erst später, im Hogwarts-Express, hatte er von ihm gehört. Die Erinnerung daran erfüllte Draco noch immer mit einem Stich des Schmerzes über die abgelehnte Freundschaftsanfrage. Doch es zeigte ihm auch die Entschlossenheit dieses Jungen, der nicht nur ihn gerettet hatte, sondern die gesamte Zauberwelt. Ohne Harry wäre alles anders gewesen.

Als Draco die Winkelgasse weiter entlanglief, hörte er plötzlich einen Aufruhr. Eine Frau mit wilden Gesten stritt sich mit einem muskulösen Mann, den sie energisch von sich wegstieß. Draco konnte die junge Frau nur von hinten sehen, aber ihre Haltung und ihre Entschlossenheit weckten seine Neugier. Er näherte sich den beiden, um mehr zu erfahren.

„Du elendiges Arschloch!“ Ihre Stimme zerschnitt die Luft wie ein scharfes Messer, begleitet von einem weiteren energischen Stoß, der den Mann von ihr wegschleuderte. Tränen standen ihr in den Augen, und Draco spürte den Schmerz, der in ihrer Stimme mitschwang.

Der Mann wagte einen vorsichtigen Schritt auf das Mädchen zu. Seine Hände zitterten leicht, als er versuchte, sie zu beruhigen. „Es ist nicht so, wie du denkst, Schatz.“

„Erzähl mir keinen Mist!“ Ihre Wut entlud sich in einem stampfenden Fuß, der auf dem Pflaster einen lauten Knall verursachte. „Ich bin nicht blind, und das war nicht das erste Mal. Verschwinde aus meinem Leben und nimm das Flittchen mit!“ Sie zeigte auf die blonde Frau, die einige Schritte entfernt stand und mit einem hämischen Grinsen alles beobachtete. Ihre Anwesenheit wirkte kalkuliert, wie eine Schachfigur auf einem dunklen Spielbrett.

Mit erhobenem Kopf schritt die Blonde selbstbewusst auf die beiden zu und hackte sich bei dem Mann ein.

„Leos, genau das ist es, was ich meine. Mach, was immer du willst, aber verschwinde aus meinem Leben.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und marschierte traurig in Richtung eines Ladens.

Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss, und der Klang hallte nach. Der Mann schnaubte und stieß seine Geliebte zur Seite.

„Siehst du, was du angerichtet hast?“ Seine Wut loderte auf. „Sie war meine Fahrkarte in die High Society, und das hast du jetzt zunichte gemacht.“

„Es tut mir leid, aber ich will dich für mich allein, und sie stand mir im Weg. Ich musste es tun, Leos. Ich liebe dich.“ Ihre Stimme klang verzweifelt, als sie versuchte, ihre Entscheidung zu rechtfertigen.

„Louisa, das nützt mir herzlich wenig.“ Er seufzte frustriert. „Du hast alles zerstört, was ich mir aufgebaut hatte. Sie wollte mich ihren Eltern vorstellen, und nun muss ich sehen, wie ich das noch geradebiege.“

„Ist dir diese High Society wichtiger als ein Leben mit mir?“, fragte sie, ihre Stimme voller Verletzung und Unsicherheit.

„Ehrlich gesagt, ja. Ich brauche sie, um meine Träume zu verwirklichen und meine Erfindung an den Mann zu bringen“, antwortete Leos, seine Worte waren kühl und berechnend.

Sie runzelte die Stirn, voller Neugier und Enttäuschung. „Was für eine Erfindung ist das?“

„Ich habe einen Besen entwickelt, der nicht nur fliegt, sondern auch als Portschlüssel fungiert. Mit dem richtigen Zauberwort. Um ihn auf den Markt zu bringen, brauche ich Sponsoren und die Unterstützung des Ministeriums.“

„Oh“, sagte sie und ihre Stirn legte sich in Falten, als sie intensiv nachdachte. „Wie wäre es, wenn wir zusammen daran arbeiten? Ich unterstütze dich in allem. Du brauchst sie nicht, du kannst das auch ohne sie schaffen.“

Leos entspannte sich etwas, atmete tief durch. Diese Idee schien ihm zu gefallen, und so marschierten sie gemeinsam davon. Draco beobachtete alles aus sicherer Entfernung. Die Worte, die er hörte, weckten sein Interesse. Er fand die Idee ausgezeichnet und hoffte, dass Leos seinen Traum verwirklichen konnte. Doch gleichzeitig verabscheute er die Art und Weise, wie Leos seine Freundin betrogen und ausgenutzt hatte. Plötzlich fiel ihm das Mädchen wieder ein und er erinnerte sich, wohin sie gegangen war. Entschlossen lief er direkt zu dem Geschäft und stieß die Tür auf, ohne auf das Schild zu achten. Ein lautes Klingeln begleitete sein Eintreten. Kaum war der Ton verklungen, trat die junge Frau von vorhin lächelnd hervor. Es war nichts von dem zu spüren, was gerade geschehen war.

„Hallo, mein Name ist Sina. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?“, begrüßte sie ihn freundlich.

Draco überlegte einen Moment, was er sagen sollte. „Ich bin auf der Suche nach einem Geschenk für eine Dame mittleren Alters.“ Er entschied bewusst, nicht direkt zu offenbaren, dass sie der Grund war, warum er in dieses Geschäft gekommen war. Sein Blick blieb auf Sina gerichtet, während er sich bemühte, nicht zu aufdringlich zu wirken.

Als Draco vor Sina stand, spürte er, wie sein Herz schneller schlug. Ihr Anblick raubte ihm den Atem, und er fühlte sich wie hypnotisiert von ihrer Ausstrahlung. Sie hatte eine schlanke Figur, braune lange Haare, die sanft über ihre Schultern fielen, und schwarze Absatzschuhe, die ihre Eleganz unterstrichen. In seiner Verwirrung über ihren Zauber war es fast peinlich, dass er sich ausgerechnet in diesem Moment als ungeschickt erwies.

“Oh, da sind Sie aber hier völlig falsch”, holte Sina ihn zurück in die Realität, und ihr zartes Lächeln verlieh ihrem Gesicht eine warme Ausstrahlung. “Wir statten Feste aus und verkaufen keine Geschenke.”

Draco lächelte verschmitzt. “Um ehrlich zu sein, habe ich gar nicht darauf geachtet, in welchem Laden ich bin.” Er räusperte sich leicht und setzte behutsam seine Worte zusammen. “Ich habe gesehen, wie Sie sich mit Ihrem ... Ex ... gestritten haben.”

Ihr Blick traf seinen mit einer Mischung aus Dankbarkeit und Resignation. “Mir geht es soweit gut, wenn sie das wissen wollten. Es ist nicht das erste Mal, dass er ... nun ja.” Sie seufzte leise, und ihre Schultern senkten sich “Ich habe den Schlussstrich gezogen. Das war längst überfällig.”

Draco nickte verständnisvoll. “Es tut mir leid, dass Sie das durchmachen müssen.” Seine Stimme war sanft und einfühlsam. “Ich bin übrigens Draco ...”

“Malfoy. Ich weiß.” Ihre Stimme änderte sich einen Hauch, als der Name fiel, und für einen Moment spürte Draco die Unsicherheit in ihrem Blick. Sie schien verletzt und gleichzeitig wachsam.

Er atmete tief durch, entschlossen, behutsam vorzugehen. “Es tut mir leid, wenn mein Name gewisse Reaktionen hervorruft. Ich möchte nur helfen, wenn ich kann.”

Sina betrachtete ihn nachdenklich. “Das ist sehr freundlich von Ihnen, Draco. Aber ich denke, ich komme alleine zurecht.” Ihr Lächeln wirkte etwas gezwungen, und ihre Augen verrieten eine tiefe Erschöpfung.

Draco spürte den starken Wunsch, sie zu beschützen, und gleichzeitig wusste er, dass er vorsichtig sein musste. “Wenn Sie jemals jemanden zum Reden brauchen oder einfach etwas tun möchten, um sich abzulenken ... ich bin hier.”

Ihr Lächeln wurde wärmer. “Danke, Draco. Aber das ist nicht nötig.” Sie senkte ihren Blick und betrachtete ihre Hände. Es war offensichtlich, dass sie innerlich kämpfte. Sie fühlte sich unwohl und wollte dies nicht nach außen tragen.

Ein Moment der Stille lag zwischen ihnen, und Draco spürte eine Verbindung zu Sina, die er nicht erklären konnte. Er respektierte ihre Zurückhaltung.

Ein unangenehmer Gedanke schlich sich in Dracos Kopf. Er fragte sich, ob Sina ihn ebenfalls mit Misstrauen betrachtete, obwohl sie höflich blieb. War sein Name der Grund für ihre spürbare Distanz? Es war nicht das erste Mal, dass er diese Unsicherheit erlebte, und es nagte an ihm, dass die Reputation der Malfoys ihnen immer wieder im Weg stand, selbst in alltäglichen Begegnungen wie dieser.

Langsam und bedacht steuerte er den Ausgang an. Als er sich langsam umdrehte, spürte er Sinas irritierten Blick auf sich gerichtet. “Wollen Sie schon gehen?” fragte sie verwirrt. “Habe ich etwas Falsches gesagt?”

Draco hielt abrupt die Luft an. “Nein, haben Sie nicht”, sagte er schließlich, bemüht, seine Überraschung zu verbergen.

“Was ist es dann?” fragte sie neugierig.

Er zögerte einen Moment, bevor er antwortete. “Nun, meine Familie hat keinen guten Ruf, und wenn Sie meinen Namen schon kennen ...” Er wandte sich wieder ihr zu, ihre Augen suchend. Überraschenderweise schienen sie Verständnis und Interesse auszudrücken, was ihn verblüffte.

“Ich kenne die Geschichte Ihrer Familie. Ich schere mich nicht um Gerüchte, sondern bilde mir mein eigenes Urteil.”

Dracos Herzschlag beschleunigte sich leicht. “Dann gehören Sie wohl zur Minderheit”, entgegnete er, seine Worte bedacht wählend. Er hob seinen Ärmel an und zeigte auf das verblasste dunkle Mal, das seit dem Tod von Voldemort seine finstere Magie verloren hatte. “Ich wollte nie dazu gehören”, fügte er leise hinzu, während er ihren Blick suchte.

“Jeder Mensch kann sich ändern und verdient eine zweite Chance.”

Draco spürte, wie ihre Worte ihn berührten. Er hob den Kopf und sah sie an. “Sie sind eine faszinierende Frau”, sagte er aufrichtig überrascht. “Darf ich Sie zu einem Cappuccino einladen? Ich würde gerne mehr über Sie erfahren.”

Seine Worte klangen aufrichtig, und er hoffte inständig, dass Sina seine Einladung annehmen würde. Er fühlte sich zu ihr hingezogen, nicht nur äußerlich, sondern auch wegen ihrer Tiefe und ihrer klaren Sichtweise auf die Welt.

„Liebend gerne, aber …“ Sie schaute zu ihm auf und bemerkte den Schweiß auf seiner Stirn. Er wirkte nervös. Langsam trat sie vom Tresen hervor und ging auf ihn zu. „... ich trinke lieber Cappuccino, denn Kaffee mag ich nicht.“

Mit einem zarten Lächeln auf den Lippen legte sie ihre rechte Hand auf seine und drückte sie kurz. Ihre Wärme durchströmte seinen Körper wie eine sanfte Meereswoge. Sein Herz pochte heftig in seiner Brust. Dieses Gefühl war neu für ihn. Er hatte schon viele Frauen getroffen und war mit ihnen ausgegangen, aber bei keiner hatte er jemals so etwas empfunden wie bei dieser Frau.

„Wirklich?“ Er war verblüfft und zugleich glücklich darüber, dass sie mit ihm in ein Café gehen wollte. „Sie wollen mit mir etwas trinken?“

„Ja, das möchte ich. Und da gerade nichts zu tun ist, können wir jetzt gehen. Ich hole nur eben meine Sachen.“

Fröhlich schlenderte sie in den hinteren Bereich des Ladens, nahm ihre Jacke, ihre Tasche und Schlüssel und kam dann zur Tür zurück. Draco wartete auf sie und hielt ihr galant den Arm hin, als sie auf ihn zukam. Den Ring und seine Verlobte hatte er längst vergessen. Seine Augen waren nur auf Sina gerichtet. Er freute sich auf die kommenden Stunden mit ihr, die sie ausgiebig genießen wollten. Bis spät in die Nacht unterhielten sie sich über Gott und die Welt.