Tod
Der Lärm der Menschen in der Gaststätte um sie verschmolz zu einem anhaltenden Brummen. Diese Menschen mussten immer so laut sein. Sie streckte ihre Hand nach dem Bierkrug aus. Helle, fast durchsichtige Haut spannte sich über die Knochen, ohne dass darunter Fleisch zu sein schien. Sie nahm einen Schluck und ein Tropfen Bier lief über ihre schmalen blutleeren Lippen.
Ein Mann setzte sich ohne zu fragen neben sie.
“Ich bin froh, dass du endlich gekommen bist. Ich habe dich erwartet.” Ihre Stimme klang alt, atemlos, ein bisschen wie das Schaben eines Steines auf einem anderen. Sie verzog die Lippen, wahrscheinlich wollte sie Lächeln, aber es schien eher so, als würde sie Schmerzen leiden, eine verzogene Grimasse.
Der Mann sah sie entsetzt an. Er sah nur ihre Hände und einen Teil des Mundes, alles andere war unter einer ausgeblichenen Kutte und im Schatten ihrer Kapuze verborgen. Als sie sich zum ihm lehnte, verrutschte sie und zeigte ihre Augenhöhlen. Die Haut herum war verschrumpelt und geschwärzt. Angst breitete sich in dem Mann aus. Er versuchte, von ihr abzurücken.
Unglaublich schnell packte ihre knöcherige Hand seinen Arm in einem erbarmungslosen Griff.
“Du gehörst dem Tod. Du gehörst mir.” Flüsterte sie ihm leise zu.