~ Prolog ~
“Alea icta est” - “Der Würfel ist gefallen”
Alle Äpfel glänzten im Licht.
Rote, grüne, gelbe.
Was eine Schicht Wachs, mit der sie präpariert wurden, alles bewirken konnte, nicht? Sie konnte sie als etwas darstellen, das sie nicht waren.
Frisch, deliziös und einladend.
Doch alles Wachs der Welt konnte nicht verbergen, was sich in ihrem Inneren verbarg. Rastlose Würmer. Würmer, die sich gierig durch das Fruchtfleisch fraßen, bis nichts mehr außer der Schale übrig blieb.
Ich musterte den roten Apfel in meiner Hand, der glatt poliert war, mit einem harten Ausdruck. Er erinnerte mich an die Menschen, die mich umgaben.
Meine Hände zitterten leicht, nicht vor Angst, sondern vor Erwartung.
Die letzten Wochen hatten mich bis an meine Grenzen gebracht, doch jetzt war ich bereit.
Die prächtige Aula der Universität Saint-Augustin war gefüllt mit einflussreichen Persönlichkeiten.
Imposante Kronleuchter warfen ein goldenes Licht auf die versammelte Menge, die in leisen Gesprächen vertieft war. Das Lachen und die festlichen Geräusche schienen eine perfekte Fassade für die verborgenen Intrigen zu sein.
Doch nicht mehr lange.
Denn schon bald würde ich all ihre Sünden und schmutzigen Geheimnisse ans Tageslicht bringen und sie für das, was sie Fabien angetan hatten, zur Rechenschaft ziehen.
Mein Blick wanderte zum Podium, auf dem ein Rednerpult stand.
Tiefen Atem holend, warf ich einen letzten Blick auf meine Armbanduhr. Dann legte ich den Apfel auf dem edel dekorierten Tisch ab und schob meinen Stuhl lautlos zurück.
Zielstrebig schritt ich auf die Bühne zu.
Geld war Macht, zweifellos.
Doch Wissen war mächtiger.
Ein kühles Lächeln formte sich auf meinen Lippen, während ich meine Krawatte zurechtrückte.
Und mein Wissen war am mächtigsten.