Zerrissen zwischen Licht und Schatten

Summary

CROSSOVER HIGHLANDER MEETS VAMPIRE Penelope, eine unsterbliche Kriegerin, hat Jahrtausende damit verbracht, zwischen Leben und Tod zu wandeln - immer stark, immer unabhängig. Doch als sie auf den uralten Vampir Khayman trifft, der ihre Leidenschaft und Dunkelheit teilt, wird ihre Welt auf den Kopf gestellt. Zerrissen zwischen Khaymans tiefer, alles verzehrender Liebe und ihrer ewigen Verbindung zu Methos, dem ältesten aller Unsterblichen, steht Penelope vor einer Wahl, die ihre Existenz für immer verändern könnte. Beide Männer sind Teil ihrer Seele, doch sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Der eine ein Wesen der Schatten, der andere ein Krieger des Lichts. Während Penelope versucht, den Konflikt in ihrem Herzen zu lösen, lauern alte Feinde im Dunkeln. Gefährliche Mächte aus Khaymans Vergangenheit und der tödliche Jäger James Horton bedrohen nicht nur ihre Liebe, sondern auch ihre Existenz. In einer Welt, die von Ewigkeit und Verlust geprägt ist, muss Penelope ihre Stärke als Kriegerin und ihre Verletzlichkeit als Frau finden. Kann sie Licht und Schatten in sich vereinen - oder wird sie an der Liebe zerbrechen?

Status
Ongoing
Chapters
12
Rating
n/a
Age Rating
18+

Die Brücke in Paris

Die nächtliche Dunkelheit lag wie ein dichter Schleier über der Seine. Unter einer alten Brücke, die nur spärlich von den Laternen an den Ufern beleuchtet wurde, tanzten zwei Figuren in einem tödlichen Reigen. Klingen blitzten im Halbdunkel auf, das Kreischen von Metall auf Metall hallte durch die kalte Luft. Penelope, eine schlanke Frau mit schulterlangem, dunklem Haar, kämpfte mit einer fließenden Eleganz, die sowohl tödlich als auch wunderschön anzusehen war. Ihr Gegner, ein kräftig gebauter Mann mit brutalen Zügen, brüllte, als er einen Schlag nach dem anderen ausführte. Doch Penelope wich mit beeindruckender Präzision aus, ihre Bewegungen geschmeidig wie die einer Raubkatze.

Im Schatten der Brücke, verborgen vor den Augen der Kämpfenden, stand Khayman. Sein langer Mantel bewegte sich im leichten Nachtwind, während seine goldenen Augen das Geschehen mit einer Faszination verfolgten, die ihn selbst überraschte. Kämpfe waren ihm nicht fremd – er hatte Jahrtausende in einer Welt des Blutes und der Gewalt verbracht. Doch dieser Kampf war anders. Die Schwerter, die Techniken – alles wirkte wie ein seltsamer Rückgriff in eine andere Zeit, als hätten diese beiden Menschen beschlossen, die modernen Regeln zu ignorieren.

Doch das war nicht alles. Die Frau hatte eine Ausstrahlung, die Khayman wie ein dunkler Sog anzog. Es war keine vampirische Energie, und doch war sie anders als die eines gewöhnlichen Menschen. Etwas daran machte ihn neugierig, und Khayman war sich sicher, dass er den Kampf nicht einfach verlassen würde.

Penelope keuchte leise, als sie mit einem schnellen Schritt zur Seite auswich, das Schwert ihres Gegners ins Leere gleiten ließ und mit einem fließenden Schwung selbst zuschlug. Die Klinge traf präzise, und ihr Gegner taumelte, fiel auf die Knie. Ohne zu zögern führte sie das Schwert in einem weiten Bogen – und trennte ihm den Kopf ab.

Für einen Moment war es still. Dann jedoch begann die Luft zu knistern. Ein elektrisches Licht brach wie ein Sturm über Penelope herein. Khayman trat instinktiv einen Schritt zurück, als er die Energie sah, die sich über ihren Körper ergoss. Es war wie ein Blitzgewitter, das aus der Erde selbst zu kommen schien. Funken und Blitze tanzten um sie herum, ließen ihre Haare in der Luft fliegen und ließen Khaymans alte, abgehärtete Seele staunen.

Als die Energie verebbte, sank Penelope auf die Knie. Sie ließ das Schwert fallen, das mit einem dumpfen Klirren auf den Boden fiel, und atmete schwer. Ihr Körper zitterte vor Erschöpfung, und sie schien den Rest der Welt völlig vergessen zu haben.

Khayman wartete einen Moment. Dann trat er aus den Schatten.

Seine Schritte waren leise, doch in der stillen Nacht war das leichte Knirschen des Kieses nicht zu überhören. Penelope hob den Kopf, ihre Augen suchten die Quelle des Geräusches. Noch immer auf den Knien, wirkte sie alarmiert, ihre Hände tasteten nach ihrem Schwert.

"Bleib, wo du bist!" fauchte sie, ihre Stimme noch rau vom Kampf.

Khayman blieb stehen, hob langsam die Hände. "Beruhige dich," sagte er mit einer Stimme, die tief und sanft war. "Ich bin nicht hier, um dir zu schaden."

"Wer bist du?" fragte sie scharf.

"Nur ein Beobachter," antwortete Khayman ruhig und machte einen Schritt nach vorn.

Penelope spannte sich sofort an, ihre Augen blitzten vor Zorn. "Ein Beobachter?" Ihre Hand griff nach dem Schwert, das noch immer neben ihr lag. "Für wen arbeitest du? Wer hat dich geschickt?"

Khayman hielt inne, verwirrt von ihrer heftigen Reaktion. "Ich... arbeite für niemanden. Ich habe euch kämpfen sehen. Das war alles."

"Du lügst," zischte sie. Ihre Stimme war jetzt gefährlich leise, jeder Muskel in ihrem Körper angespannt. "Beobachter beobachten. Sie sehen alles, wissen alles – aber sie greifen nie ein. Und trotzdem bist du hier."

Khayman runzelte die Stirn, langsam begriff er, dass das Wort "Beobachter" für sie eine tiefere Bedeutung hatte. "Ich weiß nicht, wovon du sprichst," sagte er ehrlich. "Ich habe den Kampf gesehen. Und... das, was danach geschah."

"Das Quickening," murmelte sie, mehr zu sich selbst als zu ihm. Sie atmete schwer, ihre Augen glitten misstrauisch über ihn. "Du bist kein Beobachter. Aber du bist auch kein Mensch. Was bist du?"

Khayman überlegte, ob er ihr die Wahrheit sagen sollte. Schließlich entschied er sich für Ehrlichkeit. "Ich bin kein Mensch. Aber ich bin auch keine Bedrohung. Du bist verletzt. Lass mich dir helfen."

Penelope musterte ihn einen Moment, als würde sie versuchen, ihn einzuschätzen. Schließlich ließ sie das Schwert sinken, aber sie hielt es noch immer in der Hand, bereit, sich zu verteidigen. "Wenn du mich belügst, werde ich dich töten," sagte sie kalt.

Ein schwaches Lächeln huschte über Khaymans Gesicht. "Das würde mich überraschen. Aber ich nehme die Warnung an."

Er ging langsam in die Hocke und streckte eine Hand aus, um ihr aufzuhelfen. Für einen Moment zögerte sie, bevor sie die Hilfe annahm. Seine Berührung war kühl, fast beruhigend, und sie spürte etwas an ihm, das sie gleichzeitig faszinierte und beunruhigte.

"Warum hilfst du mir?" fragte sie leise, während sie langsam auf die Beine kam.

Khayman sah sie lange an, als ob er die Antwort selbst nicht ganz wusste. "Vielleicht, weil wir beide zu viel Zeit in der Dunkelheit verbracht haben," sagte er schließlich.

Die Stille zwischen ihnen hielt an, als sie langsam aus der Dunkelheit der Brücke traten und sich in die erleuchteten Straßen von Paris begaben. Penelope hielt ihr Schwert fest in der Hand, ihr Atem ruhiger werdend, während ihre Wunden langsam begannen, sich zu schließen. Es war ein Prozess, den Khayman mit einer Mischung aus Verwunderung und Neugier beobachtete. Die Schnitte auf ihrer Haut verschlossen sich wie von selbst, das Blut verschwand beinahe spurlos.

"Du heilst schnell," bemerkte er schließlich, seine Stimme ruhig, aber voller Neugier.

"Das ist nichts Neues für mich," antwortete Penelope knapp, ohne ihn anzusehen. "Ich bin das gewohnt."

"Gewohnt oder nicht – es ist beeindruckend, normalerweise heilen Menschen nicht so schnell," sagte Khayman leise, ohne die Augen von ihr abzuwenden.

Sie warf ihm einen kurzen Blick zu, in dem Misstrauen und ein Hauch von Faszination lagen. "Komm mit. Ich will wissen, was du bist, und hier draußen ist nicht der Ort dafür." Ihre Neugier hatte mal wieder gesiegt, ob das gut ist? Wird sich zeigen.

Ohne eine weitere Erklärung drehte sie sich um und führte ihn durch die schmalen Straßen von Paris. Khayman folgte ihr schweigend, seine Sinne wachsam, sein Geist voller Fragen. Die Nacht war still, nur ihre Schritte hallten auf dem Pflaster wider.

Doch plötzlich blieb Penelope abrupt stehen. Ihre Haltung versteifte sich, und ihr Griff um das Schwert wurde fester. Khayman bemerkte, wie sie unruhig um sich blickte.

"Nein," murmelte sie und schloss kurz die Augen. "Nicht schon wieder. Ich kann jetzt nicht."

Khayman runzelte die Stirn, trat einen Schritt näher. "Was ist los?" fragte er ruhig.

Penelope öffnete die Augen, die nun vor Anspannung glänzten. "Ich habe wohl das Memo verpasst, dass wir heute ein Treffen der Unsterblichen hier haben." Ihre Stimme triefte vor Sarkasmus, aber darunter lag eine klare Besorgnis.

Khaymans Augenbrauen hoben sich leicht, und er betrachtete sie neugierig. "Unsterbliche?" Er ließ das Wort langsam über seine Lippen rollen. "Interessant."

Bevor Penelope antworten konnte, trat eine Gestalt aus den Schatten hervor – eine Frau mit einer Haltung und einem Ausdruck, die gleichermaßen tödlich wie elegant wirkten. Ihr langes, schwarzes Haar fiel lose über ihre Schultern, und in ihren Händen hielt sie ein Schwert, das in der schwachen Straßenbeleuchtung bedrohlich schimmerte.

"Du hast meinen Gefährten getötet," sagte die Frau, ihre Stimme kalt und schneidend. "Jetzt werde ich dir zeigen, was es bedeutet, sich mit uns anzulegen."

Penelope hob ihr Schwert, aber ihre Bewegungen waren langsamer als zuvor. Khayman bemerkte das Zittern ihrer Hände, den Schatten der Erschöpfung in ihren Augen. Sie war noch nicht wieder stark genug, um diesen Kampf zu überstehen.

"Toller Abend," murmelte Penelope leise und atmete tief durch, während sie versuchte, ihre Fassung zu bewahren.

Die Frau schritt langsam auf sie zu, das Schwert in ihrer Hand erhoben. "Ich hätte dich gewarnt, ihn in Ruhe zu lassen. Aber du hast nicht gehört."

Khayman trat einen Schritt zur Seite, seine goldenen Augen auf die Szene gerichtet, während er die Dynamik abwägte. "Ich könnte helfen," sagte er schließlich, seine Stimme ruhig und fast beiläufig.

Penelope warf ihm einen scharfen Blick zu. "Das hier ist mein Kampf."

"Vielleicht," entgegnete Khayman, seine Lippen zu einem leichten Lächeln verzogen. "Aber wenn du stirbst, verliere ich die Chance, herauszufinden, was du bist. Und das wäre... enttäuschend."

"Oh, großartig," murmelte Penelope trocken. Doch bevor sie ihn stoppen konnte, bewegte sich Khayman.

Er war ein Schatten, ein Hauch von Bewegung, der schneller war, als die Frau reagieren konnte. In einem Moment stand er reglos, im nächsten war er zwischen Penelope und der Angreiferin, sein langer Mantel wirbelte wie Rauch um ihn. Mit einer fließenden Bewegung packte er die Klinge der Frau – mit bloßer Hand.

Penelope starrte ungläubig, als Khayman das Schwert mit bloßen Fingern hielt. Die Klinge schien sich in seine Haut zu schneiden, doch kein Blut floss. Stattdessen starrte die Frau ihn mit geweiteten Augen an, ihre Entschlossenheit durch reine Verwirrung ersetzt.

"Ich würde vorschlagen," sagte Khayman mit unerschütterlicher Ruhe, "dass du diese Nacht einfach vergisst. Ich bin sicher, dein Leben ist dir wichtiger als... Rache."

Die Frau riss sich schließlich los, zog ihre Klinge zurück und wich einen Schritt zurück. Ihre Augen wanderten zwischen Khayman und Penelope hin und her, als ob sie nicht sicher war, wen sie mehr fürchten sollte.

"Das hier ist noch nicht vorbei," zischte sie schließlich, bevor sie in die Schatten zurücktrat und verschwand.

Penelope ließ das Schwert sinken und drehte sich langsam zu Khayman um, ihre Augen noch immer weit vor Schock. "Was... war das?" fragte sie schließlich.

Khayman wischte sich die Hand ab, die er gerade noch um die Klinge gelegt hatte, und lächelte schwach. "Wie ich schon sagte: Ich bin kein Mensch."

Penelope sah ihn mit schmalen Augen an, ihr Schwert noch locker in der Hand. "Okay," sagte sie schließlich, ihre Stimme ruhig, aber fest. "Aber was bist du dann?"

Khayman zögerte einen Moment, bevor er sich langsam umsah, als wolle er die Dunkelheit um sie herum prüfen. Seine goldenen Augen glitzerten im schwachen Licht. "Du möchtest doch hier reden?" fragte er, seine Stimme von einer leichten, fast ironischen Sanftheit durchzogen.

"Vermutlich nicht," stimmte Penelope zu, ihre Schultern sanken ein wenig. Sie steckte ihr Schwert zurück in die Scheide, dann trat sie näher, ohne den Blick von ihm abzuwenden.

Mit einer unerwarteten Geste griff sie nach seiner Hand und drehte sie langsam, um die Stelle zu betrachten, an der die Klinge eben noch seine Haut berührt hatte. Khayman, der nicht gewohnt war, dass jemand ihn so berührte, war für einen Moment überrascht, doch er ließ es geschehen. Die Wärme ihrer Berührung fühlte sich seltsam angenehm an – eine Erinnerung an etwas, das er längst vergessen hatte

"Das ist beeindruckend," sagte sie schließlich, ihre Stimme beinahe bewundernd.

"Nicht mehr als deine Wunden, die sich ebenfalls sehr schnell schließen," erwiderte Khayman ruhig, sein Blick auf ihr Gesicht gerichtet.

Penelope ließ seine Hand los und trat einen Schritt zurück. Sie musterte ihn erneut, als ob sie versuchte, einen Entschluss zu fassen. Schließlich seufzte sie und nickte in Richtung der Straße. "Okay, komm mit."

Ein Teil von ihr wusste, dass es vielleicht nicht klug war, einen Fremden – noch dazu einen offensichtlich nicht-menschlichen – mit nach Hause zu nehmen. Aber ihre Neugier war stärker. Sie war schon immer stark gewesen, oft zu stark für ihr eigenes Wohl. Mehr als einmal hatte sie sich dadurch in brenzlige Situationen gebracht.

Während sie sich in Bewegung setzte, folgte Khayman ihr schweigend, seine Schritte ruhig und gleichmäßig. Penelope war sich seiner Anwesenheit auf eine Art bewusst, die sie selbst irritierte – wie ein Schatten, der ihr so nah war, dass er fast Teil von ihr wurde.

Als sie schließlich vor der Tür ihres Gebäudes ankamen, drehte sie sich zu ihm um. "Keine dummen Ideen, verstanden?"

Khayman neigte leicht den Kopf, ein Hauch eines Lächelns auf seinen Lippen. "Ich bin nur ein Gast, Penelope. Du hast das Sagen."

"Das hoffe ich," murmelte sie und führte ihn hinein.