Falsche Entscheidungen

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Summary

Zwei junge Männer suchen etwas Spaß und ahnen nicht, dass sie in ihr Verderben laufen.

Status
Complete
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
18+

Erste Begegnung

Nach einem schönen Sommertag im August beschlossen die Freunde Marius und Milan den Abend und mindestens die halbe Nacht in der neuen Dorfdisko Star zu verbringen, um dort noch ein paar heiße Schnitten aufzureißen. Obwohl die Disko reichlich gefüllt war mit Mädchen in allen Nationalitäten fand keiner der beiden ein Objekt, welches die Begierde auch nur halbwegs befriedigen konnte. Die Mädels waren nicht älter als 20, was den beiden Männern, die selbst bereits zu den Mitdreißigern gehörten, eindeutig zu jung war.

Milan, ein gebürtiger Slowene, der seine gesamte Kindheit bereits in Deutschland lebte, bevorzugte seit Beginn seiner Pubertät reifere Frauen, die wussten was sie wollten und es sich auch nahmen. Während er auf der Brücke der Disko stand, über die man von einem Raum, in dem HipHop gespielt wurde, zum nächsten Raum, in dem Techno-Fans zu ihren Gunsten kamen, wechseln konnte, und zu einer Schar „gaggernder Hühner“ wie er sie nannte, hinübersah, fiel ihm eine Strähne seines seidigen, bis zur Brust reichenden, braunen Haares vor seine grün-blauen Augen. Er beförderte die glänzende Haarsträhne mit einer heftigen Kopfbewegung wieder nach hinten, dabei fiel sein Blick auf Marius, der, am Brückengeländer gelehnt, rechts neben ihm stand und den Kopf gelangweilt mit seiner schmalen, blassen Hand stützte. Marius mochte jüngere Frauen, doch hier schien er auch nicht die passende zu finden. Während Milan, der gelernter Zimmermann war, einen eher kräftigen Körperbau hatte, war Marius ein schmächtiger, zarter Künstler, der jemanden brauchte, mit dem er lange Gespräche führen konnte und der Verständnis für seine Leidenschaft zum Malen hatte. Eigentlich war es eine blödsinnige Idee ins Star zu gehen und Milan wusste auch gar nicht mehr, wer von den beiden den Diskobesuch vorgeschlagen hatte. Er stumpte seinen Freund mit den kurzen, schwarz-gelockten Haaren in die Seite und zeigte mit Handzeichen an, dass er nun gehen wolle. Milan nickte zustimmend und beide verließen das Gebäude, das ein Stück abseits des Dorfes in einer alten Kiesgrube stand.

Draußen war noch immer das dumpfe Schlagen der Technomusik zu hören. „Tja, war wohl nichts mit einem heißen Abend in der Disse. Das junge Gemüse dort muss erst noch reifen.“ Milan lachte über seinen eigenen Witz, während die beiden über den Parkplatz auf Milans Auto zugingen.

Plötzlich blieb Marius wie vom Donner gerührt stehen und starrte auf eine Blondine, die vor einem roten Ferrari in ihrer silbernen kleinen Handtasche wühlte. Milan folgte seinem Blick und begutachtete anerkennend den schlanken Körper der Fremden, der in einem hautengen, roten Kleid steckte, welches nicht einmal die Hälfte ihrer knackigen Oberschenkel zu bedecken schien. Unter dem dünnen Stoff zeichneten sich kleine, feste Brüste ab, die verrieten, dass ihre Besitzerin keinen BH trug. Die langen blonden Haare fielen ihr in großen Locken auf die Schultern und bedeckten die fast schon durchsichtige nackte Haut ihres Rückens. „Kennst du sie?“, fragte Milan seinen Freund, der den Blick nicht von der Schönheit vor ihnen abwenden konnte. „Ich habe sie in meinen Träumen gesehen“, antwortete dieser und fügte hinzu: „Ich habe sie gemalt. Immer wieder. In einem blumigen Sommerkleid an einem Hafen, nackt auf einer Blumenwiese liegend, von Laub bedeckt in einem Herbstwald... Unzählige Male, Milan, und nun steht sie vor mir. Einfach so.“ Solange Marius sprach hatte Milan ihn angesehen, nun blickte er wieder zu dem engelsgleichen Geschöpf und flüsterte Marius zu: „Na dann sprich sie doch an. Jetzt hast du die Chance dazu.“

„Was soll ich denn sagen?“ Erwiderte dieser und Milan runzelte ratlos die Stirn.

Während die beiden noch über die richtigen Worte nachgrübelten, hatte die Blondine den Autoschlüssel in ihrer Handtasche gefunden und sah Marius direkt ins Gesicht, als sie ihren Blick von der Tasche abwendete. Ein Lächeln glitt über ihr Gesicht. Mit samtener Stimme sprach sie die beiden an: „Hallo, weiß einer von euch wo ich hier ein Hotel finde?“ Mit großen unschuldig dreinblickenden Augen sah sie von einem zum anderen. Milan fand als erster seine Stimme wieder. „Ja klar. Marius, du kannst die Dame doch sicher zum ‚goldenen Löwen’ begleiten oder? Dann hast du es ja nicht mehr weit bis zu dir nach Hause und ich fahre gleich von hier aus Heim. Was sagst du?“ Auch Marius hatte wieder zu sich gefunden und reagierte schnell. „Natürlich, kein Problem. Dann mach’s mal gut, Milan, bis bald.“ Er klopfte Milan kurz auf die Schulter, zeigte auf den Beifahrersitz des Ferraris und fragte: „Darf ich?“ Die Blondine lächelte abermals und flötete mit einer einladenden Handbewegung: „Aber bitte doch.“ Dann waren beide im Auto verschwunden und Milan steuerte wieder auf seinen schwarzen Golf zu.

Schon bald hatte er seinen alten Dreier-Golf erreicht und drückte auf die Fernbedienung, die mal wieder nicht funktionierte. Seufzend schloss er seinen Wagen mit dem Schlüssel auf und öffnete die Türe, als er eine Stimme hinter sich vernahm: „Hey, schönes Auto. Ein Dreier-Golf Baujahr 97?“

Milan drehte sich zu der Stimme herum und blickte in rehbraune Augen, die umrandet waren von langen braunen Haaren, welche ihr Gesicht sehr blass, aber auch interessant wirken ließen. „Nein, 96.“ Antwortete er und blieb in der offenen Autotür stehen. Die leicht roten Lippen der Brünetten offenbarten ein blitzweißes Lächeln, dann fragte sie: „Kannst du mich mit runter ins Dorf nehmen? Du fährst doch da hin? Ich bin mit meiner Freundin hergekommen aber die ist spurlos verschwunden. Ich heiße übrigens Vanessa.“ Milan nahm ihre Hand, die sie ihm entgegen streckte und erschrak über die Kälte. Vanessa bemerkte seine Reaktion und flüsterte: „Die Nächte sind doch recht kühl und ich habe fast immer kalte Hände.“ Sie senkte den Kopf etwas und schielte mit einem kleinen, verlegenen Lächeln zu ihm hinauf. Obwohl sie jünger schien als er, war Milan von ihr fasziniert. Zwischen ihren übbigen Brüsten baumelte ein kleines, goldenes Kreuz. Ein richtiger Blickfang, fand Milan. Sie trug eine lange weiße Jeans und ein weit ausgeschnittenes schwarzes Oberteil, das locker über ihre ausladenden Hüften fiel. „Steig ein“ raunte er ihr zu und sie drehte sich flink von ihm weg, um mit ihren schwarzen Stöckelschuhen zur Beifahrerseite zu schreiten. In Milans Magengegend rührte sich ein Gefühl freudiger Erregung.