Wie erziehe ich meine Besitzer - Ein Kater erzählt

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Summary

Es ist nicht leicht für einen kleinen Kater, seine Besitzer so zu erziehen, dass sie das machen, was er sich wünscht. Kerubin gibt aber nicht so schnell auf und erlebt kleine Abenteuer bei seinen Versuchen, seine Menschen klar zu machen, was er will.

Genre
Fantasy/Humor
Author
Verena
Status
Complete
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
13+

Erster Versuch

Irgendwo in einem Hinterhof, im Sommer, bei Nacht, sitzt ein schwarzer, junger Kater auf übereinander gestapelten Holzkisten und Paletten, neben ihm stehen drei silberne Mülltonnen und vor ihm, auf dem Asphalt, sitzen dutzende Katzen in allen Farben und Formen und sehen zu dem Kater auf, der aus seinem Leben berichtet:

>>Meine lieben Mitkatzen, liebe Gleichgesinnte, habt ihr euch eigentlich schon einmal Gedanken gemacht, wie man seine Menschen – sie nenn sich oft Besitzer oder Herrchen und Frauchen- zur Weißglut treiben kann? Nein? Na, dann passt mal auf! Ich, Kerubin, wohne nun schon seit einem Jahr bei der Menschenfrau Leona und ihrem niedlichen Jungen Darius. Eigentlich ist es ganz lustig bei den beiden, aber immer wieder, wenn die Nacht vorbei ist und ich ein paar Stunden mit schmusen und spielen beschäftigt werden möchte, kommt Mama Leona (Darius nennt sie immer Mama, Besucher nennen sie Leona) auf die irrsinnige Idee, arbeiten gehen zu wollen!

Liebe Katzen und Kater, ich, ein kleiner schwarzer, attraktiver Kater, habe natürlich keine Ahnung, was Arbeit ist, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass dies etwas sehr Spaßiges ist, was meine Menschen nicht mit mir teilen wollen! Ihr könnt euch denken, dass mir dies nun ganz und gar nicht gefällt und deshalb setze ich jetzt alles daran, dieses tägliche „Arbeiten-Gehen“ zu unterbinden!

Nun könnt ihr euch ja sicher denken, dass ich schon einige Methoden ausprobiert habe, um Mama Leona und Darius davon abzuhalten, die Wohnung zu verlassen.

Zuerst war ich ein äußerst höflicher Kater und brachte den beiden als Geschenk eine köstliche Maus mit. Ich ließ sie am Leben, weil ich dachte, dass dies ihren Jagd- und Spieltrieb wecken würde und so macht das Fressen doch viel mehr Spaß, wie ihr mir sicherlich zustimmen werdet. Nicht wahr?!<<

Einstimmiges Miauen war zu hören und der Kater fuhr in seiner Erzählung fort:

>>Nun, Mama Leona war alles andere als begeistert. Verstehe einer die Menschenweibchen! Nun gut, ich bin ja ein sehr kluges und geduldiges Lebewesen und brachte meine nächste Maus deshalb in totem Zustand in mein neues Zuhause.

Ich legte sie direkt hinter die Wohnungstüre, damit Mama Leona sie gleich finden konnte. Doch ihr werdet nicht glauben, wie undankbar Mama Leona ist! Kaum trat sie in die Wohnung und erblickte mein kostbares Geschenk, da warf sie es auch schon weg!

Dies jagte mir, der ich mich hinter der braunen Vitrine im Flur versteckte, einen solch großen Schreck ein, dass ich erst nicht wusste was tun. Aber, ich lasse mich ja nicht so schnell entmutigen!

Um über meine momentane Situation gut nachdenken zu können, begann ich grade genüsslich meine Krallen neben dem Esstisch im Flur, an der neuen Tapete – meine Menschen haben extra für mich eine neue Tapete im Flur anbringen lassen- zu schärfen, da hörte ich Mama Leona schreien: „Kerubin! Was fällt dir denn ein?! Die neue Tapete!“ Und somit verließ ich blitzartig meine Wohnung und flüchtete mich auf diese Art ins Freie, wo die Nacht bereits angebrochen war.