nicht nur, weil

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Summary

Zwei Welten. Ein Kuss. Kein Zurück. Als Lucy ihn das erste Mal sieht, kracht sie buchstäblich in sein Leben – im wahrsten Sinne. Sebastian Sterling, mächtig, reich, verlobt – und absolut unwiderstehlich. Was als Unfall beginnt, wird zu einem Spiel mit den Herzen. Zwischen Mode, Macht und verbotenen Gefühlen verlieren sie die Kontrolle. Doch Liebe ist nicht immer planbar. Und Leidenschaft kennt keine Regeln. #3 forever&always. Alle Rechte vorbehalten.

Status
Complete
Chapters
26
Rating
4.6 7 reviews
Age Rating
16+

i Lucy

Verdammt. Verdammt. Verdammt.

Meine Finger klammern sich um das Lenkrad, während ich durch die überfüllten Straßen der Stadt hetze. Natürlich bin ich zu spät – warum sollte heute auch alles reibungslos laufen? Die Einladung zu diesem Gastvortrag an der Uni der Stadt war eine Ehre, ein Meilenstein meiner Karriere als Modedesignerin. Und jetzt raste ich durch den Morgenverkehr wie eine Verrückte, weil ich es mal wieder nicht geschafft habe, pünktlich aus dem Haus zu kommen.

Mein Herz hämmert, als ich auf die Uhr an meinem Handgelenk blicke. Noch fünfzehn Minuten. Vielleicht kann ich es gerade noch so schaffen. Wenn nicht – na ja, es wäre nicht das erste Mal, dass ich mit wehendem Haar in letzter Sekunde hereinstürze.

Mein kleines, weißes Cabrio zischt durch den Verkehr, während ich mich in Gedanken bereits auf der Bühne sehe, mit all diesen erwartungsvollen Gesichtern vor mir.

Ich biege um die Ecke – und dann passiert es.

Ein lauter Krach. Ein Ruck geht durch mein Auto, das Lenkrad reißt mir fast aus den Händen. Mein Wagen kommt abrupt zum Stehen. Für einen Moment ist alles still, dann höre ich das metallische Kratzen, als ein Stück meines Kotflügels sich verabschiedet und auf den Asphalt segelt.

„Oh. Mein. Gott.“

Ich starre auf die Szene vor mir – auf das Auto, das ich gerade gerammt habe. Und mein Magen macht einen unangenehmen Sprung. Es ist nicht einfach irgendein Wagen. Es ist ein sündhaft teurer, glänzend schwarzer Aston Martin DBS Superleggera. Perfekt polierter Lack, verchromte Felgen, eine aggressive Frontpartie, die aussieht, als könnte sie jeden Moment eine Explosion verursachen. Und jetzt? Jetzt prangt an der Fahrerseite eine unschöne Delle. Eine sehr unschöne Delle.

Panik schießt mir durch den Körper. Wer auch immer dieses Auto fährt, er wird mich töten. Oder schlimmer noch: Mich verklagen.

Die Tür des Sportwagens schwingt auf, und ich halte die Luft an.

Ein Mann in dunkelgrauen Anzug steigt aus – groß, gut gebaut, und so unfassbar attraktiv, dass mir für einen Moment die Sprache wegbleibt. Schwarzes, leicht zerzaustes Haar, als wäre er gerade aus dem Bett gestiegen (und ja, verdammt, ich stelle mir sofort vor, wie dieses Bett aussieht). Scharf geschnittene Wangenknochen, ein kantiges Kinn, Lippen, die zu einem genervten Strich gepresst sind. Dann diese Augen – metallisch grau, durchdringend, tödlich gefährlich.

Er mustert den Schaden an seinem Auto, fährt mit langen, eleganten Fingern über den zerkratzten Lack. Und dann hebt er den Blick zu mir.

Seine Augen verengen sich.

„Ernsthaft?“ Seine Stimme ist tief, rau, voller ungläubiger Wut. „Haben Sie gerade wirklich meinen Wagen angefahren?“

Ich schlucke. „Also, ähm… vielleicht?“

„Vielleicht?“ Er fasst sich kurz an die Schläfe, als müsse er sich beherrschen, um nicht zu explodieren. „Das hier sieht nicht nach vielleicht aus. Das hier sieht nach absoluter Zerstörung aus.“

Okay, ein bisschen übertrieben, aber ich werde ihm das jetzt nicht unter die Nase reiben. Stattdessen versuche ich, den Schaden kleinzureden.

„Also… technisch gesehen ist es nur eine Delle.“

„Eine Delle?“ Er hebt eine Augenbraue. „Das ist eine Karosserievergewaltigung.“

Mein Mund klappt auf. „Wow, übertreiben Sie ruhig noch ein bisschen mehr. Es ist nicht so, als wäre Ihr Auto jetzt Schrott.“

Sein Blick wird noch kühler. „Das hier ist ein Aston Martin. Wissen Sie überhaupt, was das bedeutet?“

„Ja.“ Ich verschränke die Arme vor der Brust und hebe das Kinn. „Das bedeutet, dass Sie anscheinend zu viel Geld und zu wenig Geduld haben.“

Sein Kiefer mahlt. „Und Sie haben offensichtlich zu wenig Fahrkönnen.“

Ich reiße empört die Augen auf. „Hören Sie mal, das war ein Unfall! Ich bin nicht absichtlich in Ihr verdammtes überteuertes Spielzeug gekracht.“

Er tritt einen Schritt näher, seine Präsenz ist beinahe erdrückend. Ich rieche sein Parfum – eine Mischung aus Zedernholz und etwas Dunklem, Männlichem, Verbotenem. Verdammt. Warum muss er so gut riechen, wenn er gleichzeitig so unerträglich arrogant ist?

„Wissen Sie was?“ Seine Stimme ist gefährlich sanft. „Ich habe heute wirklich keine Zeit für so einen Mist.“

„Ach, und ich etwa?“ Ich spüre, wie meine Wangen heiß werden – nicht nur vor Wut, sondern auch wegen dieser elektrisierenden Spannung zwischen uns. Mein Körper reagiert auf ihn, obwohl mein Verstand ihn gerade umbringen will.

Sein Blick gleitet kurz über mich – von meinen roten Lippen über mein figurbetontes Kleid hinunter zu meinen nackten Beinen. Es ist ein kurzer, kaum merklicher Blick, aber mein Körper registriert ihn sofort. Ein Kribbeln breitet sich in mir aus, genau da, wo es nicht sein sollte.

Dann sieht er mir wieder in die Augen, und für einen Moment glaube ich, eine Art Belustigung in seinem Blick zu erkennen.

„Ihr Name.“

Ich blinzele. „Wie bitte?“

„Ihr Name.“ Er lehnt sich leicht vor, seine Stimme ein gefährliches Flüstern. „Falls Sie dachten, ich lasse das hier einfach so durchgehen – nein, Süße, Sie werden das bezahlen.“

Mein Atem stockt. Nicht nur wegen der Drohung, sondern wegen der Art, wie er das Wort Süße ausgesprochen hat. Viel zu dunkel. Viel zu heiß.

Ich reiße mich zusammen. „Lucy.“

„Lucy…?“

„Ellington.“ Ich verschränke die Arme vor der Brust. „Und Sie?“

Er zögert einen Moment, dann hebt er das Kinn leicht an, als wäre er sich seiner selbst mehr als bewusst.

„Sebastian Sterling.“

Der Name sagt mir nichts, aber er klingt teuer. Und mächtig.

„Gut, Mr. Sterling.“ Ich richte mich auf, um ihn nicht spüren zu lassen, wie sehr seine Nähe mich durcheinanderbringt. „Wie wollen wir das regeln? Versicherung? Barzahlung? Oder soll ich Ihnen einen Keks backen, um die Sache zu entschärfen?“

Ein Laut, der fast wie ein Lachen klingt, entweicht ihm. Es ist rau, tief, gefährlich sexy.

„Sie haben Nerven, Miss Ellington.“

Ich zucke mit den Schultern. „Man sagt, das macht meinen Charme aus.“

Er tritt noch einen Schritt näher, und ich spüre die Hitze seines Körpers. „Ihr Charme könnte Sie noch in Schwierigkeiten bringen.“

Ich schlucke. Mein Mund ist trocken, meine Haut prickelt. Die Spannung zwischen uns ist unerträglich. Ich will ihn nicht mögen. Aber mein Körper interessiert sich nicht für meinen Verstand.

Plötzlich vibriert mein Handy. Ich reiße es aus meiner Tasche – meine Assistentin.

„Scheiße“, murmele ich. Ich bin viel zu spät dran.

Ich sehe wieder zu Sebastian auf, und für einen Moment bleibt mein Blick an seinen Lippen hängen. Was wäre, wenn…?

Nein. Nein, Lucy.

„Ich muss los“, sage ich hastig. „Aber… wir klären das.“

Sebastian zieht eine Visitenkarte aus seiner Jacke, hält sie mir hin. Unsere Finger streifen sich, und ein heißer Blitz schießt durch mich.

„Wir werden uns wiedersehen, Miss Ellington.“

Ich schlucke schwer.

Verdammt. Ich fürchte, er hat recht.


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