Der Fluch der Eichenlichtung
Der Wald lag still, so still, dass man das Wispern des Windes hören konnte, wenn er sacht durch die Blätter der mächtigen Eichen strich. Der Vollmond stand groß und leuchtend über den Baumwipfeln, sein Licht fiel wie silberner Nebel durch die Äste – weich, geheimnisvoll, beinahe magisch. Es war eine dieser Nächte, in denen die Welt den Atem anhielt.
Und sie wartete.
Emalyn stand barfuß im Moos, das feucht war vom letzten Regen. Ihr rubinrotes Kleid schmiegte sich eng an ihren Körper und ließ ihre Kurven verführerisch wirken. Sie hatte bewusst dieses Kleid gewählt, denn sie ahnte, dass heute unter dem schimmernden Licht des vollen Mondes etwas geschehen würde – etwas geschehen musste. Sie fröstelte nicht, obwohl der Wind kühl war und der Wald finster wirkte.
Es war eine dieser magischen Nächte, in denen der Mond die Wahrheit enthüllte, aber das Herz noch zögerte, sie zuzulassen. Emalyns Gefühle waren widersprüchlich, zwischen Furcht, Faszination und einer Ahnung von etwas Tieferem.
Denn sie wusste, was kommen würde.
Oder wer.
Ein Schauer jagte ihr über die Haut. Nicht nur, weil die Luft sich merklich abkühlte, sondern weil sie das Unbekannte vor sich spürte. Ein Knacken ließ sie zusammenzucken. Ein Schatten verdichtete sich zwischen den riesigen Eichenstämmen. Und dann, wie ein uralter Traum, trat etwas – trat er – aus dem Schatten heraus. Zwei orangene Augen funkelten im Dunkel. Die Gestalt war riesig, kraftvoll – menschlich erhaben, doch mit der Gestalt eines Wolfes: ein Werwolf!
Ihr Puls begann zu rasen. Emalyn wusste von den magischen Geschöpfen des Waldes, die von Luna erschaffen worden waren. Aber nie hatte sie eines gesehen. Mit großen Augen starrte sie zu ihm hinüber, spürte das schmerzhafte Ziehen in ihrem Herzen und eine ungezähmte Angst emporkriechen.
Er kam näher, langsam, vorsichtig, als ob er sich vor ihr fürchtete. Dabei war er der große, mächtige Werwolf mit den scharfen Krallen und blitzenden Reißzähnen. Was könnte sie schon gegen ihn ausrichten?
Unwillkürlich leckte sie sich mit der Zungenspitze über die trockenen Lippen. Er verfolgte diese zarte, kleine Bewegung, und ein dunkles Grollen entwich seiner Kehle. Er fletschte die Zähne, und in ihrem Bauch rumorte es wild. Ihre Brust hob und senkte sich hektischer, schnell presste sie eine Hand auf ihr Herz. Emalyn merkte nicht, dass sie dadurch ihren Busen nach oben drückte und die schneeweiße Haut prall und verlockend aus dem engen Kleid hervorstach.
Das Knurren wurde wilder, und der Wolf trat näher an sie heran, zu nah. Und obwohl sein Blick keinen Zorn zeigte, keinen Heißhunger auf frisches Blut, konnte sie ihr Herz nicht davon abhalten, wie wild gegen ihre Rippen zu hämmern.
Dennoch wich sie nicht zurück. Noch nicht. Doch jeder Muskel in ihr war angespannt. Erneut leckte sie sich über die Lippen, stieß ein leises Wimmern aus, als er bedrohlich knurrend noch dichter an sie herantrat.
„Du bist … so anders, als ich dich mir vorgestellt habe“, stieß sie fast schon atemlos hervor. Sie musste ihren Kopf in den Nacken legen, um ihm ins Gesicht sehen zu können. Seine Schnauze war riesig, das Fell dunkel, fast schwarz wie die Nacht, mit einem geheimnisvollen Blauschimmer. Seine schwarzen Ohren waren hoch aufgerichtet und zuckten nervös hin und her.
Sie nahm ihre Hand von der Brust und hielt einen Moment inne. Dann streckte sie den Arm aus, ganz langsam, als ob sie sich einem wilden Tier näherte. Vielleicht war er das auch. Sie wusste nichts über Werwölfe und die Macht, die Luna ihnen gegeben hatte.
Ihre Hand näherte sich seiner Brust. Der Werwolf neigte den Kopf, langsam, fragend, beinahe … neugierig? Als würde er versuchen, ihre Absicht zu verstehen. Und vielleicht tat er das auch. Denn irgendetwas in seiner Präsenz war nicht nur tierisch. Es war etwas darin, das sie an etwas erinnerte, das sie verloren glaubte – eine uralte Wärme, wie ein Lied, das man als Kind gehört und später im Traum wiedergefunden hatte.
Als ihre Fingerspitzen sein Fell berührten, durchzuckte sie ein heftiges Prickeln. Ein heißer Strom floss durch ihren gesamten Körper, setzte sie in Flammen, und zwischen ihren Schenkeln spürte sie lustvolle Feuchtigkeit erwachen. Mit halb geöffnetem Mund starrte sie ihn an, noch immer nicht wirklich verstehend, was da geschah. Doch aus der Besorgnis und der Furcht war etwas anderes geworden, etwas Animalisches, Wildes – Erregendes. Ihre Brustwarzen verhärteten sich, und nun war sie es, die einen weiteren Schritt auf ihn zumachte.
„Wenn du mich berührst, fürchte ich, dass ich zerbreche“, sagte sie leise, dabei sehnte sie sich danach, dass er sie berührte, ihren Körper eroberte. Wie konnte das sein? Er war ein Geschöpf der Nacht, geboren aus Mythen und Albträumen. Und sie? Nur eine Frau mit pochendem Herzen und zu vielen Fragen im Kopf.
Der Werwolf streckte seine Pranke aus. Sein schwarzes Fell glänzte im Mondlicht, jeder Muskel unter der dichten Schicht wirkte gespannt, kontrolliert, gezügelt. Und doch ... als seine Pranke sachte ihre Taille berührte, war es sanft wie ein Versprechen. Er zog sie näher an sich heran. Ihr entwich ein lustvolles Wimmern. In ihm war etwas, das sie magisch anzog, dem sie sich nicht entgegensetzen konnte. Ihr gesamter Körper stand unter Spannung, das Prickeln zwischen ihren Schenkeln wurde intensiver. Instinktiv presste sie die Beine zusammen, um den Druck auf ihre Liebesknospe zu erhöhen.
„Ich bin verflucht“, knurrte er, und sein heißer Atem strich über ihre nackte Haut.
Unanständige Wünsche eroberten ihre Gedanken. Sie wollte seine riesige, behaarte Pranke auf ihren Brüsten fühlen, wollte seine Zähne über ihren Nacken schaben spüren. Er sollte sie nehmen, wild und leidenschaftlich – auch wenn sie nicht wusste, wie es mit ihm, dem Werwolf, gehen sollte. Aber alles in ihr pochte vor glühendem Verlangen.
„Du bist nicht verflucht“, entgegnete sie mit zittriger Stimme, die vor Lust fast brach, „du bist mein Zuhause.“
Ein Zittern ging durch ihn. Fast schien es, als wollte er sich zurückziehen – fliehen vor dem, was er war und sie in ihm sah. Doch sie hielt ihn fest. Ihre Finger gruben sich in sein Fell.
„Du denkst, du bist ein Monster, ein Wesen der Dunkelheit. Aber ich sehe dich. Du bist so viel mehr. Ich kann das Licht in dir erkennen, das von der Mondgöttin in dich gepflanzt wurde.“
Ein leiser Laut entwich seiner Kehle – kein Knurren, sondern eher ein bedauerndes Summen. Er zog seine Pranke zurück, drückte ihre Hand von sich und wich nach hinten. Nur ein Schritt. Aber sie erkannte, dass er jetzt fliehen würde, wenn sie ihn nicht überzeugen konnte.
Die Nässe zwischen ihren Beinen sprach eine klare Sprache, sie durfte ihn nicht gehen lassen. Was auch immer diese Nacht für Geheimnisse barg, es musste jetzt geschehen – unter dem Vollmond in diesem Eichenwald.
Hastig trat sie an ihn heran, überbrückte den Abstand und stellte sich auf die Zehenspitzen. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, hob sie ihr Gesicht ihm entgegen, und ihre Lippen pressten sich auf seine Schnauze, die warm und feucht war. Ihr Körper bebte, Tausende glühender Funken prickelten durch sie hindurch. Nie hatte sie solch ein erhabenes Gefühl verspürt, so vollkommen, so erfüllend und unendlich berauschend.
Sie wollte ihn spüren, sie musste ihn spüren, oder sie würde vergehen! Aber er war ein Werwolf, kein Mann, bei dem sie in höchster Lust liegen konnte!
Sie löste sich von ihm, ihr Atem kam keuchend, und ihr Herz schien in ihrer Brust zu explodieren. Ihre Stimme kam stockend, brüchig. „Ich weiß nicht, ob ich dich hassen soll oder dich retten will.“
Einen Moment herrschte Schweigen, dann knurrte er leise: „Rette mich!“
Kaum hatte er es gesagt, da veränderte sich etwas. Emalyn stand reglos im Wald, während der Werwolf sie mit seinen orangenen Augen fixierte – und plötzlich war da nicht mehr nur das Jetzt. Ein Bild schob sich zwischen die Schatten der Bäume, zart wie ein fliegender Funken, der aus der Glut einer Erinnerung sprang.
Sie blinzelte. Die Welt um sie herum wurde weich, flackernd – wie eine Kerzenflamme im Wind. Sie roch Rauch. Lavendel. Frisches Brot. Und hörte Lachen. Sie wusste, sie war es selbst, die lachte, aber es klang heller, jünger. Unschuldiger.
Sie war nicht mehr Emalyn. Sie war Aelwyn, die Tochter einer Heilerin, geboren in einem Dorf, das längst von der Zeit vergessen worden war.
Aelwyn liebte die Natur. Und sie liebte ihn – Ciaran, den jungen Jäger, der mehr mit den Tieren sprach als mit Menschen. Sein Haar war schwarz wie Rabenfedern, seine Augen strahlten in der Farbe von Herbstblättern. Aber er trug etwas in sich, das die Alten fürchteten. Ein Blut, das nicht ganz menschlich war.
Man sagte, seine Mutter sei in einer Vollmondnacht in den Wald gegangen und schwanger zurückgekehrt, ohne je zu verraten, was geschehen war. Und er trüge die Dunkelheit, den Fluch des Mondes in sich.
Aelwyn aber fürchtete ihn nie. Er war groß und stark und lockte sie mit seiner Andersartigkeit. Sie traf ihn auf der alten Eichenlichtung, wo sich niemand hinwagte, weil dort, im Herzen des Waldes, unheimliche Wesen umherirrten, die alle Lebenden töteten. Doch Aelwyn fühlte sich in Ciarans Nähe sicher, er war stärker als jedes Monster, das sich Menschen ersinnen konnten.
Und eines Tages wurde mehr aus ihren unschuldigen Treffen. In ihr erwachte das Frausein, und so kam es, dass sie sich im Lichte des Mondes entblößte. Ciaran strich zart über ihre milchig weiße Haut, küsste ihren Hals, ihre Brüste, saugte an den steil emporragenden Nippeln und stöhnte vor Lust. Sie glitt hinunter zwischen seine Beine, ergriff seine Härte, die heiß und pochend in ihrer Hand vibrierte. Ihre grünen Augen blickten in seine orangenen. Sie spreizte ihre Beine, führte sein hartes Glied an ihre Mitte, und als er mit einem kraftvollen Stoß in sie eindrang, verschloss er ihre Lippen mit seinem Mund und trank ihren Schrei.
Sie liebten sich, und er genoss ihr Geschenk der Jungfräulichkeit. Immer wieder versenkte er sich tief in ihr. Gemeinsam erklommen sie den Gipfel der Lust, und als er seinen Samen in sie verströmte, gab sie ihm ein Versprechen.
„Wenn du je zur Bestie wirst“, flüsterte Aelwyn, während ihre Stirn seine berührte, „dann werde ich die sein, die dich erinnert, wer du warst.“
Doch dann kam der Krieg.
Grobschlächtige Männer aus dem Norden fielen über das Dorf her, mit Feuer und Eisen. Sie nahmen sich die Frauen, wild und erbarmungslos. Sie töteten die Männer, die Kinder und das Vieh. Und Ciaran … wurde zur Bestie. Mit seinem Ruf lockte er andere seiner Art an. Ein blutiges Gemetzel geschah. Kein einziger Mann aus dem Norden konnte entkommen. Die Werwölfe zerfleischten alle Widersacher. Am Ende lag das Dorf in Asche, und der Werwolf hielt den Leichnam der geschändeten Geliebten in den Armen.
Er floh in den Wald. Und vergaß, wer er war. Denn seine Liebste konnte ihn nicht mehr daran erinnern.
Die Vision brach plötzlich ab. Emalyn taumelte ein wenig, griff nach einem Ast, um sich zu halten. Der Wald war wieder dunkel, feucht, duftend nach Moos, und nur der volle Mond schien kraftvoll aus sie herab.
Der Werwolf hatte sich keinen Schritt bewegt. Doch sein Blick hatte sich verändert. Tiefer. Erkennender. Auch er erinnerte sich.
„Ciaran …“, hauchte sie. Ein Zucken ging durch seine Schultern. Und dann ein Nicken – kaum sichtbar, aber es war da. „Mein Schwur wurde zu unserem Fluch“, fuhr sie fort. Scham überkam sie. „Ich habe dich damals nicht erinnert. Und deshalb bist du verdammt worden, auf ewig als Werwolf zu leben.“
Emalyn blickte hoch zum Mond. Konnte ein Werwolf tatsächlich so alt werden? Konnte er mehrere Generationen überdauern? Und wie viele Leben hatte sie selbst es versäumt, ihn daran zu erinnern, dass er ein Mensch war, dass er keine Bestie war?
„Verzeih mir, Ciaran“, sprach sie mit fester Stimme. „Erinnere dich, du trägst menschliches Blut in dir. Du bist ein Mann, ein Jäger, ein Beschützer.“
Der Werwolf schloss die Augen. Er senkte seinen Kopf, ein tiefes Grollen entkam seiner Brust. Emalyn konnte sehen, wie jeder Muskel in ihm vor Anspannung zitterte. Sein Fell sträubte sich, die Ohren zuckten unruhig. Spontan streckte sie ihre Hand aus und berührte ihn.
„Komm zu mir zurück, Ciaran, liebe mich.“
Als hätte er auf diese Worte gewartet, geschah das Unfassbare. Der Werwolf richtete sich mit einem lauten Heulen hoch auf, seine Schnauze zum Mond gerichtet. Und dann veränderte er sich. Seine Gestalt wandelte sich in Sekundenschnelle vom bedrohlichen, dunklen Werwolf in einen Mann, in den Jäger aus alter Zeit.
„Ciaran“, hauchte Emalyn.
Nackt stand er vor ihr, muskulös, atemberaubend schön. Heiße Sehnsucht durchströmte sie. Und sie konnte sehen, wie sehr auch er sie wollte. Sein Glied ragte steil empor, hart und zuckend vor Lust. Mit zitternden Händen streifte sie ihr Kleid ab – wie Aelwyn vor langer Zeit. Sie entblößte sich und genoss es, wie die silbernen Strahlen des Mondes ihre Haut schimmern ließen.
„Aelwyn“, hauchte Ciaran, und seine Stimme klang rau vor Verlangen.
„Ich bin Emalyn“, flüsterte sie, doch der Name war nicht wichtig. Ihre Seele war verbunden mit seiner, sie gehörten zusammen, egal welchen Namen sie trug.
„Emalyn“, sprach er zärtlich. Dann trat er an sie heran, küsste sie, streichelte sie. Langsam sanken sie zu Boden auf das feuchte Moos. Sein hartes Glied suchte ihre Nässe, strich an ihre entlang und drang schließlich in die bereitwillige Spalte ein. Keuchend klammerten sie sich aneinander fest.
Er sah in ihre grünen Augen, die vor Lust verschleiert waren. Sein harter Schwanz pochte unbändig und sehnte sich danach, wild und leidenschaftlich zuzustoßen. Aber er hielt sich zurück. „Du bist Jungfrau“, knurrte er verwirrt. In seiner Erinnerung hatte er sie längst entjungfert. Und doch hatte er es deutlich gespürt. Seine Aelwyn – Emalyn – war Jungfrau. Erneut hatte sie ihm dieses Geschenk gemacht. Sie hatte auf ihn gewartet.
„Ja“, hauchte sie und spreizte weit ihr Beine, um sie sofort um seine Hüften zu schlingen. „Und nun liebe mich. So heiß und wild, so oft und lang, wie du nur kannst.“
Sich leidenschaftlich küssend trieben sie es wild miteinander. Immer wieder stieß er tief in sie. Keuchend leckte er an ihren Brüsten, nagte an den harten Nippeln und zog sie lang. Sie jammerte und stöhnte, fühlte die Hitzewellen in sich emporsteigen. Alles in ihr verkrampfte sich. Dann pressten sich ihre inneren Wände zusammen, melkten den harten Schwanz bis auf den letzten Tropfen. Sie schrien ihren gemeinsamen Höhepunkt hemmungslos hinaus – und nur der Mond sah ihnen zu.