Chapter 1
POV Elena
"Elena, komm her und spüle das Geschirr ab und dein Handy kannst du auch gleich abgeben!", schrie Margot.
Margot war ein Betreuerin, die ich mal so gar nicht leiden konnte. Sie hasste mich und ich hasste sie, weil ich in ihrer Anwesenheit die meisten Aufgaben zu erledigen hatte. Sie behandelte mich wie ein Kleinkind, obwohl ich bereits 17 Jahre alt war und in einer Woche 18 wurde.
Mein Blick fiel auf den Zettel, der über meinem Schreibtisch hing. Ich hatte einen Kalender erstellt, als es noch zwei Wochen bis zu meinem Geburtstag waren. Sieben Tage waren bereits abgeschlossen. Mein Abitur hatte ich mit 1,22 bestanden, was mich unglaublich stolz machte. Der Nachteil daran, so eine Streberin zu sein war, dass ich eine Einzelgängerin war. Oft, wenn ich im Bett lag suchte mich die Einsamkeit heim und ich weinte oft. Ich vermisste sie! Meine Eltern und meinen kleinen Bruder!
Wir saßen im Auto auf dem Weg in den Urlaub, als es passierte. Ein Moment Unaufmerksamkeit von meinem Vater sollte mein Leben für immer verändern. Ich erinnerte mich genau.
Die Reifen quietschten. Ein Schrei! Ein Pkw zog auf der Autobahn auf unsere Spur. Mein Bruder saß auf dieser Seite. Das Glas splitterte. Verzweifelte Schreie. Schockstarre! Mein Bruder warf sich über mich. Sein Körper bedeckte meinen! Dann überschlug sich unser Auto zur Seite und wir landeten in der Leitplanke. Ich schrie! Meine Augen waren geschlossen. Blut. Alles rot. Der schlaffe Körper meines Bruders hing über mir. Ein Metallstück bohrte sich durch seinen Oberkörper. Mein Vater war in einem Blechhaufen verschwunden. Nur sein Fuß hing unter dem Sitz heraus. Papa? Keine Antwort. Das Einzige was ich sah war Blut. Überall. Meine Mutter hing ebenfalls schlaff auf ihrem Sitz. Ich hörte sie gequält atmen. Ihre letzen Worte bevor sie mich verließ, waren:"Schätzchen, leb dein Leben! Lass dich von nichts und niemandem aus der Bahn werfen! Sei stark und finde deinen Seelenverwandten. Er wird deine tiefen Wunden heilen können!" In diesem Moment war ich einfach nur verwirrt. Seelenverwandter? Was war das denn? Meine Mutter starb, obwohl sie keine großen Verletzungen hatte. Wie war das möglich?
Ihre Augen wurden trüb und schließlich sackte sie in sich zusammen. Mich überkam das Gefühl von unendlicher Traurigkeit und Panik. Ich schrie aus Wut und aus Verzweiflung. Ich hatte nichts auser ein paar Kratzern, die fast nicht mehr zu sehen waren, da meine Wunden in einer Geschwindigkeit heilten, die ich mir nicht erklären konnte.
Das Einzige was blieb, war der Verlust und die Frage " Warum konnte ich nicht mit ihnen gehen?"
Ich fühlte einen Stich in meinem Herz. Die Erinnerung war schmerzhaft.
"Na komm, oder willst du dich mal wieder drücken", fragte ein Noah, der lässig in meiner Tür lehnte.
Ich hasste ihn. Er wollte etwas von mir und konnte einfach kein NEIN akzeptieren. Es verletzte sein Ego und deswegen versuchte er meine Aufmerksamkeit mit Sticheleien zu bekommen. Diese Genugtuung gab ich ihm jedoch nicht.
"Du bist wie ein Husten, er ist lästig und kommt wenn man ihn gerade nicht braucht!"
Mit diesen Worten marschierte ich an ihm vorbei und würdigte ihn dabei keines Blickes. Er war mal wieder sprachlos. Bei meiner scharfen Zunge war sein vorlautes Mundwerk auf ein mal stumm wie ein Fisch!
In der Küche angekommen, pfefferte ich Margot mein Handy in den Bauch und sie drohte daraufhin mit Hausarrest. Mir war es jedoch egal. Wenn ich raus wollte, dann kletterte ich einfach durchs Fenster. Außerdem würde ich in 6 Tagen und 12 Stunden sowieso so weit weg von hier sein. Ich würde meine lang ersehnte Freiheit endlich bekommen. Oder?









bis jetzt gut , freue mich wenn es weiter geht
Guter Einstieg, Gefällt mir sehr, genau wie Dein Schreibstil ❣️