Der letzte Anker: Zwischen Dunkelheit und Licht

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Summary

Ethan Cole hat gelernt, Menschen auf Abstand zu halten. Gefühle bedeuten Schmerz – und Schmerz ist das Einzige, was bleibt. Bis er Izzy trifft. Mit ihr beginnt alles, was er sich nie erlaubt hat zu träumen: Nähe, Vertrauen, Hoffnung. Doch je tiefer er in diese Liebe fällt, desto lauter werden die Stimmen in seinem Kopf, die ihm einreden, dass er nicht gut genug ist. Während der Ruhm seiner Band wächst, wächst auch der Druck – und mit ihm die Angst, Izzy in den Abgrund seiner eigenen Dämonen zu reißen. Kann Liebe wirklich halten, wenn der Sturm in einem selbst tobt? Oder reißt die Vergangenheit alles mit sich fort, bevor Ethan lernt, an etwas – oder jemanden – zu glauben?

Genre
Romance
Author
Paula
Status
Complete
Chapters
96
Rating
5.0 2 reviews
Age Rating
18+

🖤 Prolog

Das Loft lag wie erstickt im Halbdunkel. Nur ein matter Streifen von Straßenlicht quetschte sich durch die dünnen Vorhänge, zerriss die Finsternis und ließ Schatten über den Boden kriechen – über leere Flaschen, zertretene Kippen, Spuren vergangener Nächte.

Ethan hockte auf der Couch, zusammengesunken, das Feuerzeug klickte immer wieder zwischen seinen Fingern. Ein trockenes, scharfes Geräusch, das die Stille durchschnitt wie ein Messer – und trotzdem das Dröhnen in seinem Kopf nicht zum Schweigen brachte.

Es brannte noch immer. Nicht um ihn herum. In ihm. Ein schwarzes Loch, das alles verschlang, egal, womit er es zu stopfen versuchte.

Natalie. Ihr Name war ein Faustschlag in die Rippen.

Ihre Lippen – süß, vergiftet. Ihre Hände – ein Halt, der ihn fesselte. Er wusste, dass sie ihn hinabgezogen hatte, tiefer und tiefer, bis er kaum noch Luft bekam.

Und trotzdem… er vermisste sie. Vermisste das Brennen, den Rausch, den sie hinterlassen hatte. Selbst das Gift vermisste er.

„Ein letztes Mal“, krächzte er, kaum lauter als ein Hauch. Sein Blick klebte an der kleinen Tüte auf dem Tisch. „Nur heute Nacht.“

Seine Finger bewegten sich, als gehörten sie nicht mehr ihm. Ein Automatismus.

Das Pulver brannte in seiner Nase, schoss wie Feuer durch seine Adern. Wärme flutete ihn, schwer und träge.

Die Couch sog ihn auf, der Raum kippte, verschwamm, wurde weich und fern.

Aus dem Dunkel schälte sich eine Gestalt.

Natalie. Ihr Lachen, süß und schneidend. Ihr Atem, heiß an seinem Hals.

Neonlicht blitzte auf, rot, zuckend wie eine ferne Erinnerung.

„Du gehörst mir, Ethan.“ Ihre Stimme kam verzerrt, wie aus einem Tunnel, sirenenhaft.

„Bleib… bitte“, hauchte er. Der Laut zerfiel in der Luft.

Ihr Bild zerplatzte wie Glas, zersplitterte zu Rauch, der sich in der Finsternis verlor.

Die letzte Dosis – sein Ende.

Plötzlich krampfte es in seiner Brust, der Schmerz presste ihm den Atem ab. Sein Herz raste, stolperte.

Er kippte nach vorn, gierig nach Luft ringend, während der Raum sich drehte.

Da flog die Tür auf. Schritte. Eine Stimme – dumpf, verzerrt, als käme sie aus der Tiefe eines Sees.

„Scheiße, Ethan! Bleib bei mir!“ Liam.

Hände griffen nach ihm, rüttelten an ihm. Doch seine Lider wurden schwerer, der Boden rutschte fort.

Blaulicht flackerte hinter seinen geschlossenen Augen, Sirenen heulten, schrill und fern.

Dann – ein greller Blitz. Weiß. Der beißende Geruch von Desinfektionsmittel. Stimmen, hastig, scharf. Schläuche an seiner Haut, kalte Hände an seinem Körper.

Ethan blinzelte, der Schweiß klebte auf seiner Stirn. Sein Körper bebte, als würde er sich selbst abschütteln.

Und dann – klarer als alles andere in dieser Nacht – die Erkenntnis: So konnte es nicht weitergehen.

Aber wie sollte er je diesem Abgrund entkommen?