Das Geheimnis der blauen Flamme

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Summary

In einer Welt aus Krieg, Blut und Schatten trägt ein Mädchen ein Feuer in sich, das stärker ist als jede Waffe: Lyra, Trägerin der geheimnisvollen Blauen Flamme. Verfolgt, gefangen und gejagt, entdeckt sie die Macht, die über Leben und Tod herrscht – und über Könige entscheidet. Zwischen Angst, Verrat und brennender Macht muss sie die Krone von Avaren an sich reißen. Doch Macht hat ihren Preis, und nicht jede Flamme erwärmt das Herz… manche verzehrt es.

Genre
Fantasy
Author
Freya
Status
Complete
Chapters
10
Rating
n/a
Age Rating
16+

Kapitel 1. Die Flamme im Schatten



Der Regen trommelte auf die zerfallenen Dächer des alten Klosters, in dem ich mich versteckte. Kälte kroch mir in die Knochen, doch schlimmer war das Feuer, das unter meiner Haut brannte. Seit meiner Kindheit lebte es in mir, ein unruhiges Glimmen, das ich nicht verstand und niemals laut auszusprechen wagte.

Heute war es stärker als je zuvor.

Ich zog die Knie an mich und versuchte, das Zittern zu unterdrücken. In der Ferne hallten Trommeln – Kriegstrommeln. Sie kamen näher. Ich wusste, dass die Mauern dieses Ortes kein Schutz mehr waren, sondern nur eine letzte Illusion von Sicherheit.

„Lyra!“ Bruder Taren trat aus dem Schatten, sein Gesicht angespannt, seine Augen von Angst gezeichnet. „Du musst dich verbergen, Kind. Sie verschonen niemanden.“

Ich nickte, doch tief in mir schrie etwas anderes. Ein Drängen, ein Befehl, der so alt und mächtig wirkte, dass er mir Angst machte. Ich hatte es immer zurückgehalten, dieses Brennen, aber heute fühlte ich, wie es sich gegen meine Fesseln stemmte.

Dann zersprang das Tor. Männer in dunklen Rüstungen stürmten herein, bewaffnet mit Äxten und Schwertern. Schreie erfüllten die Halle, als die Dorfbewohner auseinanderstoben. Bruder Taren stellte sich ihnen in den Weg, doch er war nur ein alter Mann – er hatte keine Chance.

Ein Soldat griff nach mir. Seine Hand packte meinen Arm wie eine eiserne Kralle, sein Atem stank nach Blut und Rauch.

In diesem Moment brach etwas in mir.

Das Feuer, das mich all die Jahre verfolgt hatte, stürzte hervor wie eine Flut. Es riss durch meine Adern, sammelte sich in meiner Hand und explodierte in einem Licht, das alles überstrahlte. Der Soldat schrie – und dann war er fort. Keine Asche, keine Knochen, nur eine verbrannte Spur im Stein, wo er gestanden hatte.

Ich starrte auf meine Hände. Flammen leckten an meinen Fingern, doch sie waren nicht rot. Sie waren blau. So tiefblau, dass es fast weh tat, hinzusehen.

Stille legte sich über die Halle. Ich hörte das Keuchen der Dorfbewohner, sah ihre furchtvollen Blicke. Sie wichen vor mir zurück. Doch die Soldaten erstarrten nur einen Augenblick. Dann grinsten sie.

„Die Blaue Flamme…“ murmelte einer von ihnen. „Sie lebt.“

Mir schnürte sich die Kehle zu. Was hatte ich getan?

„Lyra…“ Bruder Taren sah mich an, und in seinen Augen lag weder Hass noch Furcht, sondern ein uraltes Wissen. „Das, was in dir brennt, ist kein Fluch. Es ist ein Erbe.“

Ich wollte ihn fragen, was er meinte, doch die Soldaten stürmten erneut auf mich zu. Diesmal nicht, um mich zu töten – sondern um mich zu fangen.

Und in diesem Moment wusste ich: Mein Leben war vorbei. Oder vielleicht hatte es gerade erst begonnen.

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