Prolog
JULIA
Etwas nervös schaute ich auf meine Uhr. Wo steckte er bloß? Es war nicht seine Art, zu spät zu kommen. Ein ungutes Gefühl beschlich mich. Plötzlich klingelte es an der Tür. Ich schreckte zusammen, da ich damit nicht gerechnet hatte. Seltsam. Hatte Lukas seinen Schlüssel vergessen? Das war gar nicht typisch für ihn. Zügig ging ich zur Tür und öffnete sie, in der Hoffnung, meinen Verlobten vorzufinden. Doch im nächsten Moment sah ich einen Polizisten und unser befreundetes Pärchen, Alex und Sarah, vor der Tür stehen. Geschockt und völlig verdutzt starrte ich den Polizisten an.
"Hey Süße, können wir reinkommen?“, fragte Sarah und schob mich bereits sachte zur Seite und schritt hinein, gefolgt von den Männern. Etwas benommen schlenderte ich langsam hinterher.„Frau Martin?“, fragte mich der Polizist, während er sich zu mir umdrehte. „Ja?“, antwortete ich noch immer unruhig mit einer gewissen Vorahnung. „Sie sind die Verlobte von Herrn Weber, so hieß es. Ist das korrekt?” „Das ist richtig. Ich verstehe nicht ganz, worum geht es bitte?“, fragte ich, wobei ich mir gleichzeitig am liebsten die Ohren zugehalten hätte, damit ich die nächsten Worte nicht hören konnte. Ein Polizist bedeutete nichts Gutes, wenn man bereits um die 90 Minuten auf seinen Partner wartete. „Nun, ich fürchte, ich habe schlechte Nachrichten für Sie. Herr Lukas Weber hat sich vor ein paar Stunden das Leben genommen”, erklärte der Polizist.