Dunkle Facetten 2: Beloved

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Summary

Kilrian und Tom haben ihre erste Hürde überstanden. Leider überschattet ihre Liebe, Kilrians Vergangenheit. "First". Der kein geringerer ist, als Toms Vater. Schaffen es die Beiden oder ist ihre Liebe schon gescheitert, bevor sie sich richtig entfaltet?

Status
Ongoing
Chapters
9
Rating
n/a
Age Rating
18+

Tom Selter

Durch die Bewegung, die im Bett aufkam, wurde ich wach, öffnete meine Augen und blickte Kilrian hinterher, der ins Bad ging. Obwohl ich seinen knackigen Hintern in letzter Zeit reichlich beansprucht hatte, hätte ich schon wieder gekonnt. Der Anblick ließ mich erzittern, war einfach nur WOW.

Es war erstaunlich wie schnell er sich, nachdem er aus den Händen dieses Monster befreit worden war, erholt hatte. Die seelischen Narben die Clancy ihm beigebracht hatte, waren anscheinend völlig verheilt, zumindest ließ er sich nichts anmerken, aber die Narben auf seiner Haut waren noch deutlich zu sehen und würden wohl nie ganz verschwinden. Ich hasste Clancy für das, was er ihm angetan hatte und wenn Kyel ihn nicht weggeschafft hätte, wäre ich zum Mörder geworden.

Ich hörte, wie die Dusche aufgedreht wurde. Um diese Zeit konnte das nur das eine bedeuten ... ›Nein‹ Er hatte es mir nicht gesagt, aber mir war sofort klar, dass er sich für einen Freier fertigmachte. Sofort spürte ich meinen Herzschlag hinauf bis zum Hals pochen und schloss die Augen, aber die aufkommende Übelkeit konnte ich trotzdem nicht unterdrücken.

Ich hatte es ihm versprochen. Ich musste es ihm versprechen, denn Kilrian hätte mir sonst den Laufpass gegeben. Mit vielem konnte er sich arrangieren, aber das er seinen Job als Callboy meinetwegen an den Nagel hing, absolut nicht.

Warum tat mir mein Herz dann so weh? Allein die Vorstellung, dass er sich mit einem anderen Mann vergnügte ... reichte schon aus. Ich konnte es mir bildlich vorstellen. Ich sah ihn, wie er einladend seine Beine spreizte, seinen vorbereiteten Arsch aufreizend darbot. Spielerisch über seinen Schwanz streichelte ...

Scheiße! Ich stand auf und folgte ihm ins Bad. Kilrian war schon fertig geduscht und rasierte sich gerade. Er blickte auf. Unsere Blicke trafen sich im Spiegel und ich sah nur die Dunkelheit in seinen Augen. Seine Dunkelheit. Seine verbotene Lust ...

Er trocknete sein Gesicht ab.

»Was ist los, kannst du nicht schlafen?«, fragte er, aber ich sagte nichts und trat nur hinter ihn. Ich hob meine Hand zu seinem Nacken und streichelte drüber.

»Tom ... das ist jetzt gar nicht gut!« Seine Stimme klang rau. Dennoch ignorierte ich ihn und ließ meine Finger weiter über seinen Hals wandern. Hörte, wie er wohlig einatmete, und trat noch näher an ihn ran. Meine Zunge ersetzte meine Hand. Er legte seinen Kopf schräg und gab mir Raum. Wieder trafen sich unsere Blicke im Spiegel. Ich sah, wie er mich anstößig anlächelte. Jede freie Stelle seines Halses benetzte ich mit meinem Speichel. Das Handtuch, das er noch in seiner Hand hielt, nahm ich ihm ab und ließ es auf den Boden fallen. Er durfte die nassen Stellen an seinem Körper nicht abtrocknen. »Tom es ist jetzt wirklich nicht gut! Hör bitte damit auf!« Ich ignorierte ihn weiter und drückte mich an ihn. Die ganze Zeit ließ ich ihn nicht aus den Augen. »Gott Tom! Mach mich nicht so scharf ...« Ich packte seinen Arm und drehte ihn zu mir um. Suchte seinen Mund und forderte Einlass. Jetzt lag es an mir, ihn anzugrinsen.

»Scharf machen? Das ist unmöglich. Du bist schon scharf, seit du aus dem Bett gestiegen bist. Nur und das ist die entscheidende Tatsache ... du wirst mit einem steifen Schwanz weiter herumlaufen müssen, während ich ...« Ich blickte an mir herab »... ich mit voller Befriedigung und dem Wissen, dich vorher gehabt zu haben, dich zu deinem Freier fahren werde. Ich will jetzt von dir einen Blowjob!«

Scheiße, seine Augen waren noch dunkler geworden. Es lag eine Herausforderung in ihnen und er schmunzelte mich an. Ohne das ich es mitbekommen hatte, spürte ich seinen Hauch von Nichts auf meiner Haut. Sanft waren seine Berührungen, so zart, und doch verursachten sie ein extremes Kribbeln, das sich meine Wirbelsäule rauf und runter schlängelte.

»Na dann muss ich dir wohl etwas Abhilfe schaffen!« Er kniete sich vor mich hin. Zog mir meine Shorts runter und sofort umfing mich sein Mund.

»Ja tu das!«


Ich war gerade dabei, mich in den nächtlichen Straßenverkehr auf dem Highway einzufädeln, als Kilrian mich ansprach.

»Es ist ja alles gut und schön, aber warum stehst du mitten in der Nacht auf, um mich zu meinen Kunden zu fahren?« Endlich brachte Kilrian das über die Lippen, was ihn schon die ganze Zeit über beschäftigte.

»Ich habe es dir versprochen und nichts auf der Welt kann mich davon abhalten!«

»Du bist so ein Idiot. Du weißt doch, dass Kyel dich wieder total einspannt!« Wenn es nur so einfach wäre. Etwas Müdigkeit am nächsten Tag machte mir schon lange nichts mehr aus. Es war einfach die Tatsache, dass Kilrian mehr oder weniger, vor meinen Augen entführt worden war. Und das, das wollte ich in meinem Leben nie wieder erleben. Jetzt konnte ich es nachvollziehen, warum Kyel Sascha am liebsten in seinem Schlafzimmer eingesperrt hätte. Denn genau dieses Gefühl überwog auch in meinem Inneren. Der Blowjob war nichts anderes, als der Versuch meine Angst zu lindern. Eine Art innerlicher Markierung. Viel lieber noch hätte ich ihm einen Knutschfleck verpasst oder noch besser ein Brandzeichen aufgedrückt, sichtbar für alle Welt. Die Markierung, dass Kilrian mir gehörte. Egal, ob er als Zeth auftrat oder als Hotelbesitzer. Aber Kilrian lehnte Knutschflecken strickt ab, leider.

Außerdem hatte ich nicht vor, überhaupt noch einmal von seiner Seite zu weichen. Ich wollte bei ihm bleiben. Vor allem konnte ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass er zurück nach Deutschland ging und ich hier in Amerika in Sehnsucht nach ihm versauern würde. Schon gar nicht, dass ihm dort, Tausende Meilen entfernt von mir, das gleiche widerfahren konnte wie hier. Ich davon überhaupt nichts mitbekommen würde, ihn nicht beschützen könnte und dann vor den vollendeten Tatsachen stand, dass er im Koma lag oder noch schlimmer, in der Kühltruhe der Pathologie.

Sein Job als Callboy war nicht gerade ungefährlich. Viele sahen in solch einen Menschen nur eine Ware, die benutzt werden konnte, wie man wollte und den sie, wenn sie fertig waren, einfach links liegen ließen. Einfach diesen Menschen seinem harten Schicksal ausliefern. Die Welt war ungerecht. Man sah dies tagtäglich im Fernsehen. Junge Frau an der Bushaltestelle, vergewaltigt. Vermisste Kinder. Junkies, die überall herumlungerten. Alkoholabhängige und Obdachlose. Tote bei einer Schießerei. Die Polizei ermittelte hier und dort. Ohne Ergebnis, der Mangel an Personal war ihre hauptsächliche Entschuldigung für ihr Versagen. Aber die Liste der Ausreden war ellenlang. Wehe, aber ein privilegierter Staatsbürger kam in die Stadt, da wurden die Ressourcen aktiviert, Überstunden angeordnet und an jeder Straßenecke stand die Kavallerie bereit und man konnte sich nicht mehr aus dem Haus hinauswagen, ohne gefilzt zu werden. Manchmal war das Leben echt zum Kotzen.

»Du weißt schon, dass es mir relativ egal ist ...« Als Antwort bekam ich nur ein höhnisches ›tzz‹ und ich parkte das Auto. Kilrian drehte sich zu mir um und in seinem Blick sah ich so etwas wie eine Entschuldigung.

»Geh! Ich warte hier ... Weißt du, wann du wieder da bist?« Sekunden vergingen, bis er den Kopf schüttelte.

»Kann ich dir nicht sagen. Manchmal ist es nur eine halbe Stunde. Ein anderes Mal geht es die ganze Nacht. Aber in der Regel war ich immer so nach zwei Stunden daheim. Wie lange es heute dauert ...?« Er atmete tief ein und zuckte mit den Schultern. »Na dann, ich gehe mal.« Er stieg aus, winkte mir zum Abschied und schlug die Tür zu.

Nach einigen Minuten stieg ich aus. Ich musste mir die Beine vertreten. Gähnte und blickte gen Himmel. Von den Sternen war nichts zu sehen und es war eiskalt. Langsam aber sicher verabscheute ich den Winter.

Die ganze Zeit über vermied ich, darüber nachzudenken. Dennoch das Bild seines lustvollen Blicks verfolgte mich. Es war zum Verzweifeln. Ich sah ihn, wie er sich im Bett rekelte. Seine Beine hochgestellt, den Schwanz und die Eier, und ganz besonders sein Loch für seinen Freier sichtbar darbot. Aufreizend, geil und bereit. Auch sah ich verschwommen die Silhouette von einem Mann, der sich über ihn beugte, ihn am Hals leckte, an seinen Brustwarzen saugte. Über die sanfte und weiche Haut seines Körpers streichelte. Kilrian mit heftigen Stößen für sich beanspruchte ...

Ohne es zu wissen hatte ich mir einen Schneehaufen gesucht und trat dagegen. Leider blieb der erhoffte Schmerz aus. Es war zum Verzweifeln. Sicherlich wusste ich auch, dass Kilrian mich nicht betrügen würde, aber tat er das nicht gerade? Gab er sich nicht gerade einem anderen Mann hin? Ja das tat er. Und doch hatte ich nicht dieses Gefühl, was man als Eifersucht bezeichnen konnte. Es war ein anderes Gefühl. Es ging tiefer, war viel intensiver und kaum zu beschreiben. Er teilte dieses Gefühl mit mir und bezog mich ein. Harmonie herrschte im Vordergrund. Unsere Harmonie.

Kilrian betrog mich nicht. Er hatte mich nie betrogen. Nie hatte er einen Hehl daraus gemacht. Immer spielte er mit offenen Karten. Er war ein Spieler. Es war ein Spiel. Es war unser Spiel.

Noch vor wenigen Wochen hätte ich mir so eine eigenartige Beziehung nicht vorstellen können und jetzt war ich mittendrin. Mein Freund war ein Callboy. Eine männliche Hure. Eine Schlampe, der wer weiß wie viele Schwänze schon gelutscht und in sich gehabt hatte. Inklusive meinen.

Wenn es eine Frau wäre, die würde man bis zu ihrem Lebensende nicht mehr anschauen. Ihr Ruf, eine Hure zu sein, würde ihr meilenweit vorauseilen. Aber er war ein Mann, der seinen Körper für Geld verkaufte. Männer wurden dafür noch gelobt, hochgejubelt, als Macho und als ganzer Kerl angesehen. Zumindest, wenn sie Frauen bedienten. Wenn es aber bekannt wurde, dass er durch und durch schwul war, dass er Männer bediente, dann rutschte er in das Klischee eines billigen Strichers. Noch weniger wert als die billigste Straßenhure. Die typischen Vorurteile gegenüber Schwule.

Tief atmete ich ein und blies den aufgewärmten Atem aus meinen Lungen. Verfolgte den Dunst, bis er sich aufgelöst hatte. Danach stieg ich wieder ins Auto, mir war wirklich sehr arschkalt. Ich startete den Motor, drehte die Heizung auf Anschlag und blickte auf die Uhr. Eine Stunde war er bereits mit dem Typen zusammen. Mir war, als hörte ich ihn stöhnen. Verschiedene nicht einzuordnende Reize strömten meine Wirbelsäule rauf und runter. Hakten sich in meinem Nacken fest, um darauf den gleichen Weg zurückzunehmen und am Steißbein zu enden. Leider war das noch nicht alles. Der Reiz suchte sich seinen Weg nach vorne. Kribbelte an meinen Eiern. Ließ mich erschauern nur, um mich weiter zu quälen.

Ich schloss die Augen. Versuchte mich zu beruhigen und versuchte abzuschalten. Aber mein Anus fing zu jucken an. Es war nicht zu fassen. Wie schon vorhin im Bett, schaffte es allein meine Vorstellungskraft, mich geil werden zu lassen. Nein es war keine Geilheit. Es war eine Steigerung dessen und ich stand bereits kurz vor dem Orgasmus. Von was nur?

Ich brauchte es. Mein Arsch wollte befriedigt werden. Mein Schwanz lechzte nach seiner Liebkosung. Ich wollte hier und jetzt von ihm geleckt werden. Seine Finger in meinem Hintern spüren. Ich konnte nicht mehr.

Ohne darüber nachzudenken, was ich tat, öffnete ich meinen Reißverschluss, holte meinen Schwanz raus und pumpte mich selbst. Oft musste ich es nicht tun, bevor ich kam. Es kam mir vor wie ein Déjà-vu.

Ich bekam nicht mit, wie ich einschlief. Erst als die Tür aufgerissen wurde und Kilrian sich neben mich setzte, wachte ich wieder auf und wusste, wo ich war.

Die dunklen Schatten wichen von mir.