Blutroter Lippenstift

All Rights Reserved ©

Summary

Als Ben nach einer wilden Partynacht über eine grausame Entdeckung stolpert, beginnt für ihn ein Albtraum, aus dem es kein Entkommen gibt. Sein Freund Jim wird tot in seiner Wohnung aufgefunden - erstochen, umgeben von Chaos. Doch das Unheimlichste: Der Name Matilda ist mit blutrotem Lippenstift auf einem Zettel hinterlassen worden. Matilda, die mysteriöse Frau, die Ben in dieser Nacht kennengelernt hat. Schnell gerät Ben selbst ins Visier der Ermittler, allen voran sein strenger Ausbilder Kommissar Jones. Doch etwas fühlt sich falsch an. Warum taucht Matilda plötzlich überall in dieser Geschichte auf? Warum verschwindet sie, sobald man nach ihr sucht? Und wer ist wirklich hinter Jim her gewesen? Ben folgt einer Spur voller Rätsel, in dunkle Gassen und geheime Verstecke. Er entdeckt eine verschlüsselte Datei, die Antworten liefern könnte - doch bevor er sie entschlüsseln kann, wird er selbst zur Zielscheibe. Plötzlich ist er der Gejagte. Als er schließlich erkennt, dass er einem weit größeren Netz aus Lügen und Verrat auf der Spur ist, muss er sich entscheiden: Fliehen oder der Wahrheit ins Auge blicken. Doch die Wahrheit ist oft tödlicher als die Lüge...

Genre
Thriller
Author
Kaalsan
Status
Complete
Chapters
9
Rating
n/a
Age Rating
16+

Ben

“Geile Party".

Matilda war auch ganz nice. Zumindest habe ich sie unter diesem Namen abgespeichert. Vielleicht meldet sie sich ja noch. Vielleicht sogar noch heute Nacht...” dachte sich Ben während er im Taxi auf den von ihr mit blutrotem Lippenstift geschriebenen Zettel starrte. Nachdem er seine letzten Euros für das Taxi ausgab, taumelte er in Richtung seines Apartments. „Fuck! Der Aufzug ist defekt! Schon wieder! Siebte Etage. Wieso musste ich die Wohnung in der siebten Etage wählen? Ach ja, stimmt. Ich hatte keine Kohle”, lamentierte er. Ben begann die Stufen des Wohngebäudes unter schlimmen Voraussetzungen zu erklimmen. Wie Frodo, als er den „Einen Ring” im Schicksalsberg vernichten sollte. Er legte immer wieder kleine Pausen ein. Mit jedem Schritt wurde die Übelkeit größer. „Ich hätte die letzten fünf Tequilas nicht trinken sollen. Oder waren es sogar sechs?” Mit jedem Schritt kam er seinem Ziel näher. Als er in der fünften Etage ankam, bemerkte er, dass die Tür des Nachbarn einen Spalt offen stand. Er wusste nicht wieso und warum, aber ihn packte die Neugier. Er taumelte auf die Tür zu.

„Jo Jim! Bist du da?” Jim war im selben Alter wie Ben. Sie gingen zusammen auf die Uni. Jims Leben war für Ben ein Rätsel. Reich wie Richi Rich, aber das Leben eines armen Schluckers. Ben ging durch die Tür. Als er die Schwelle überschreitet, stich ihm ein übler Geruch in die Nase.

Die Kombination aus fünf oder sechs Tequilas mit dem Geruch eines mindestens seit zwei Wochen nicht geleerten Mülleimers machte Ben fertig. Er merkte jedoch schnell, dass es nicht der Müll war der so roch. Sondern Jim. Es war der Geruch des Todes. Es war der Geruch, wenn die Leiche zu Verwesen anfing.

Jim lag regungslos in seinem Bett. Das war zu viel für Ben. Er verlor den Kampf gegen seinen Würgereflex und übergab sich. Er verfiel in Panik und wusste im ersten Augenblick nicht was er machen soll. Jedoch fing er sich schnell. „Junge, beruhige dich. Wenn dich dieser Anblick fertig macht, dann hast du nichts bei der Kripo verloren!” Er atmete tief ein, um sich zu beruhigen. Das war natürlich eine dumme Reaktion. Leichenluft zu atmen ist noch so toll, dachte er sich. Er rief die Polizei an. Herr Jones war bei der Kripo sein Ausbilder. Er berichtete ihm, was er entdeckt hatte. „Bleib da wo du bist und fass nichts an! Ich sende dir eine Streife.” befiehl er ihm. Der Alkohol im Blut fing langsam an sich abzubauen, wahrscheinlich durch das Adrenalin was ihm durch den Körper schoss. Ben wurde ungeduldig.

Ihn packte die Neugier. Er rannte so schnell er konnte die letzten zwei Etagen in seine Wohnung. Ben griff nach seinem Ausbildungskoffer, öffnete ihn und nahm die unbenutzten Plastikhandschuhe raus. Die zwei Etagen runterzulaufen fiel Ben nicht so schwer wie die zwei Etagen hoch. Er versuchte sich die Handschuhe mit zitternden Händen anzuziehen. „Verdammt, es ist doch was anderes, als Leichen in der Uni zu untersuchen.” Die Handschuhe waren aufgesetzt. Ben fing an Jim zu untersuchen. Er bemerkte schnell, dass das Blut am Lacken schon trocken war. Acht Stiche zählte er. Er sah sich um. „Vielleicht hat der Mörder die Waffe vergessen” dachte er sich. Er sah unter dem Bett. Es war staubig. Außer ein paar Fusselmonster und einem Playboy fand Ben ein Blatt weißes Papier.

Ben fing an, die Sirenen der Polizeiautos zu hören. Kommissar Jones stand mit zwei weiteren Beamten an der Tür. „Ben! Ich habe dir gesagt du sollst Nichts anfassen,” schrie er. Ben jedoch reagierte nicht. Er beachtete die Beamten an der Tür nicht einmal. Jones ging zu Ben und griff ihn an die Schulter. Ben realisierte jetzt erst, dass die Polizei bereits in der Wohnung war. Er ließ das weiße Blatt fallen. Auf dem Blatt stand ein Name, geschrieben mit blutrotem Lippenstift...

...Matilda.