Kapitel 1
Manchmal wundert man sich über Begebenheiten, über die man sich keine Gedanken macht. Genauso ist es mir vor ein paar Tagen gegangen und hat mich überrascht. Selbst heute schüttle ich meinen Kopf, wenn ich darüber nachdenke.
Alles fing damit an, dass das Wetter gut war und ich mich fragte, was ich mit diesem Umstand anfangen sollte. Ich hatte Zeit, nichts Wichtiges stand an. Daher beschloss ich, einen kleinen Spaziergang zu machen, der Weg war das Ziel. Entsprechend zog ich mich an, trat auf die Straße und folgte ihr, ohne mir Gedanken darüber zu machen, wohin mich mein Weg führen würde.
Es spielte keine Rolle, es ging um das Laufen an sich, um nicht mehr. Wenn es etwas dabei zu sehen gab, umso besser.
Nach einer Stunde wollte ich rasten und sah mich nach einer Gelegenheit um. Leider gab es kein Kaffee im Umkreis, nichts, wo man es sich gemütlich machen konnte. In dem Moment fiel mir ein, dass um die Ecke ein alter Friedhof war, den ich früher oft besucht hatte.
Auch wenn dort niemand lag, den ich kannte, liebte ich es, über den Totenacker zu laufen, die Ruhe zu genießen, setzte mich gerne auf eine Bank, um die wunderbare Atmosphäre zu erfahren.
Also richtete ich meinen Gang in die Richtung, betrat nach fünf Minuten das Gräberfeld.
Sofort umfing mich eine Stimmung, die dieser Ort in mir auslöste. Ich wurde ruhiger als zuvor, empfand ein meditatives Gefühl, ähnlich wie ich spürte, wenn ich eine religiöse Stätte betrat. Automatisch wurden viele Menschen leiser, andächtig, egal ob man der entsprechenden Religion angehörte oder nicht.
Ab jetzt lief ich an den Reihen von Grabsteinen entlang, las gelegentlich die Inschriften auf den Steinplatten, die leider meistens nicht mehr aussagten, als den Namen und die Daten der Geburt und des Todestags. Besonders traurig empfand ich es, wenn relativ neue Gräber ungepflegt aussahen und das Wort „Unvergessen“ oder Ähnliches, groß eingemeißelt darauf stand.
Mit diesen Gedanken im Kopf lief ich so weit, bis ich an eine Bank kam, die etwas abseits von den Hauptwegen lag. Hier kam selten ein Mensch vorbei und ich hatte meine Ruhe. Die Toten störten mich nicht dabei. Während ich dort saß, kam mir eine Frage in den Sinn.
Wozu waren Friedhofsmauern gut?
Die, die draußen waren, wollten normalerweise nicht hinein und die, die drinnen lagen, konnten nicht raus. Warum eine Begrenzung?
Bei dem Gedankengang grinste ich breit, lehnte mich zurück, streckte das Gesicht in Richtung Sonne und genoss die wärmenden Strahlen, die meine Haut trafen.
In diesem Moment vernahm ich das einsame Läuten der Totenglocke. Irgendwer trat seinen letzten Weg an.
Zu meiner Überraschung hörte ich nach drei Minuten ein leises Gemurmel und sah in die Richtung, in der die kleine Kapelle stand, in der oft die trauernden Zusammenkünfte von Angehörigen stattfanden. Zehn Menschen kamen um die Ecke, zuerst zwei Träger die eine Urne zwischen sich trugen, dahinter acht Personen, die höchstwahrscheinlich zu den Trauergästen gehörten. Wer sonst würde sich einer solchen Prozession anschließen.
Es war eine überschaubare Truppe. Anscheinend hatte der oder die Verstorbene, wenige Freunde, die Familie war vielleicht klein, entsprechend kaum Angehörige. Es interessierte mich nicht und wollte mir darüber keine Gedanken machen.
Zu meiner Überraschung liefen sie an mir vorbei, ich stand auf und deutete eine Verbeugung an, wie es sich gehörte. Die Trauergäste nahmen keine Notiz von mir, ich fand es verständlich. Eine Minute später waren sie verschwunden und ich war mir sicher, dass ich jetzt die Ruhe zurückerhalten würde, wie gewünscht. Doch darin hatte ich mich getäuscht.
Wenige Meter hinter mir, um die Ecke, fand die Grablege statt, dort wohin ich weitergegangen wäre. Daher hatte ich das offene Loch für die Urne nicht gesehen. Entsprechend bekam ich die Ansprache des Redners mit, der kein Geistlicher war, ein Freiredner.
Auch wenn ich mich auf anderes konzentrierte nicht auf die Worte, drang es in mein Hirn ein. Zum Glück folgte ein kurzer Text, es ging relativ schnell vonstatten und ich hatte den Eindruck, als wenn keine betretene Stimmung herrschte. Wie ich es mitbekam, war es ein Mann, Ehemann und Vater, der beerdigt wurde, der zwei Kinder und eine Frau hinterließ. Trotzdem war von Trauer wenig zu spüren. Ich hörte kein Schluchzen, niemand weinte, die Rede am Grab, war durch nüchterne Worte gekennzeichnet. Es ging um geschäftliche Erfolge, eine Firma, die er durch harte Arbeit aufgebaut hatte, seine Frau und die Kinder, die selbst Familien gegründet hatten. Alles blieb im Rahmen und daher dauerte es nicht lange, bis der Redner zum Ende kam. Mir war es recht und zwei Minuten später, liefen die Gäste an mir vorbei, sahen danach aus, als wenn sie Wichtigeres zu erledigen hätten. Von Trauer oder Schmerz war nichts zu entdecken. Daher erschien es mir, als wenn es für die meisten eine Pflichtaufgabe war, die sie endlich hinter sich hatten.
Mir war es einerlei und erfreute mich daran, dass es schnell genauso ruhig wurde, wie es zuvor war. Zu meinem Erstaunen blieb es nicht dabei, im Gegenteil. Stattdessen hörte ich Worte, die ich auf einem Friedhof nicht erwartet hätte.
„Endlich liegst du hier und gehst mir nicht mehr auf die Nerven. Genauso wie ich es mir seit Jahren gewünscht habe, du altes, blödes Schwein, ich verachte dich, spucke auf dein Grab!“, konnte ich deutlich eine weibliche Stimme hören.
Obwohl ein paar Meter weg, konnte ich vernehmen, wie jemand seine Nase hochzog und lautstark ausspuckte. Danach herrschte einen Moment Ruhe und ich dachte, dass sich die Person in die entgegengesetzte Richtung entfernt hatte, doch mir wurde schnell klar, dass dem nicht so war.
Währenddessen überlegte ich, wer es von den Trauernden sein konnte, und kam zu dem Schluss, dass es keiner von ihnen war. Alle, die ich gesehen hatte, waren auf dem Rückweg an mir vorbeigekommen. Bei den wenigen Personen war es nicht schwer, auf das Ergebnis zu kommen.
Also war sie von einer anderen Seite gekommen, vielleicht erst nachdem die Trauergäste gegangen waren. Warum, darüber konnte ich nur spekulieren. Eine Möglichkeit war, dass sie nichts mit den Trauernden zu tun hatte oder haben wollte. Mehr fiel mir im Moment nicht ein, obwohl es sicher Gründe gab. Mir war es egal, ich kannte den Verstorbenen nicht, und wenn ich ehrlich war, interessierte mich das Motiv nicht. Auf der anderen Seite war es unterhaltsam. Wahrscheinlich wusste die Person nicht, dass ich auf der Bank saß und zuhörte.
„Was hast du mir nicht alles versprochen, und was ist draus geworden? Du hast dich nicht scheiden lassen, hast der alten Krähe sogar alles vererbt und ich habe nicht einmal Krümel abgekommen. Dabei habe ich dich aufgebaut, ohne mich, hättest du es nicht geschafft. Aber das ist jetzt vorbei, ein für alle Male, und ich danke dem Tod dafür, dass dich vorher der Krebs bei lebendigem Leib zerfressen hat. Selbst da war ich bei dir, habe dich gepflegt, dir die Hand gehalten, dich gewaschen und dir den Arsch abgewischt. Und was habe ich nun davon? Nichts!“
Langsam wurde mir klar, wer dort stand. Es war keine Angehörige, kein Mitglied der Familie, aber eine Person, die dem Verstorbenen nahe gestanden hatte. Nachdem was ich gehört hatte, sogar näher als seine eigene Ehefrau. Wahrscheinlich war sie seine Geliebte, die ihm jetzt ihr Leid klagte, wobei es sich eher wie eine Anklage anhörte. Ihr Frust war klar herauszuhören, Verachtung. Liebe und Hass konnten eng beieinanderstehen und schnell von einem in das andere Umkippen. Hier schien ein Beispiel dafür zu sein. Auch wenn ich meine Ruhe haben wollte, war es zunehmend interessant und ich fragte mich, wie weit es ging, auch wie die Frau aussah, hätte ich gerne gewusst. Nach der Stimme zu urteilen, war sie relativ jung, doch dabei konnte man sich täuschen.
„Eigentlich sollte ich deine Asche aus der Urne holen, drauf pinkeln und im Klo herunterspülen. Es würde keiner merken!“, war sie sich sicher und ich hörte sie leise kichern. Dabei wurde mir klar, dass noch kein Friedhofsangestellter dort gewesen war, entsprechend offen das Grab, die Urne stand frei im Loch und es war einfach, auf sie zuzugreifen. Ob die Person so weit ging, darauf war ich gespannt.
Leider sagte die Frau lange nichts und ich wusste nicht, ob sie unbemerkt gegangen war. Zwischen andeuten und machen, war ein großer Unterschied. Daher stieg meine Neugierde und nach zwei Minuten hielt ich es vor Ungeduld nicht mehr aus. Ich wollte nachsehen und stand auf, wollte vorsichtig um die Ecke schauen, um mich zu vergewissern, was los war.
Also schlich ich in die Richtung und schaute nach. Dabei hatte ich nicht damit gerechnet, was ich zu sehen bekam.
Die Frau war da, stand nicht mehr vor dem Grab, sondern war auf die Knie gesunken, hatte sich weit heruntergebeugt und einer ihrer Arme war in dem Loch verschwunden. Sie schien dabei zu sein nach der Urne zu greifen, bekam sie nicht mit einer Hand zu packen.
„Scheißding!“, fluchte sie leise, als sie es nicht schaffte, wobei es für mich surreal aussah.
Sie war im Gegensatz zu den anderen Trauergästen schwarz gekleidet, doch nicht in der Form, wie man zu einer Beerdigung ging. Ihr Minirock war kurz, die schwarzen Pumps hoch, fast Heels, das Top knapp gehalten. Dazu trug sie einen winzigen Hut, ähnlich einem Schiffchen sowie einen angedeuteten Schleier vor den Augen. Dazu passend, durchsichtige, schwarze Handschuhe, die bis über die Ellbogen reichten. Dass sie mir dabei ihren Hintern entgegen streckte, rundete das Bild ab.
Tief hatte sie sich heruntergebeugt, entsprechend hoch war ihr Po gekommen. Der Stoff des Röckchens schaffte es nicht, zu bedecken, was sich darunter befand. Sie trug einen winzigen, blutroten String, der kaum etwas verborgen hielt.
Doch der Anblick blieb mir nicht lange erhalten, leider. Stattdessen schaffte sie es, die Urne aus dem Grab zu ziehen, nachdem sie ihren anderen Arm zur Hilfe genommen hatte. Sofort stellte sie sie neben sich, stand auf und starrte auf das Gefäß herunter, als wenn sie sich nicht sicher war, wie sie weiter vorgehen sollte. In dieser Situation war sie vermutlich nicht oft.
Bei der Beobachtung hatte ich eins vergessen. Mich selber in Sicherheit zu bringen. Jetzt stand sie seitlich zu mir und sah sich plötzlich um, als wenn sie befürchtete, entdeckt zu werden. Genau das war der Fall, sie konnte mich sehen und blieb wie angewurzelt stehen. Deutlich war ihr anzusehen, dass sie geschockt darüber war, dass ich es mitbekommen hatte und ich suchte nach einer Möglichkeit, der Situation zu entkommen. Zur eigenen Überraschung trat ich die Flucht nach vorne an. Ich kam aus meiner Deckung und trat neben sie, sah auf die Urne herunter.
„Normalerweise haben solche Dinger einen Klick oder Schraubverschluss, falls es sie interessiert!“, erklärte ich ihr und sie sah mich ungläubig an. Damit hatte sie sicher nicht gerechnet, schaffte es nicht, einen Ton herauszubekommen.
„Ach ja, dann kommen sie aber noch nicht an die Asche heran. In der Urne ist eine Kapsel, die sie aufmachen müssen, um an die Überreste heranzukommen. Das ist aber nicht ganz einfach und ohne Werkzeug werden sie sich die Fingernägel abbrechen!“
„Bitte?“, hörte ich ihr erstes Wort, obwohl ich den Eindruck gewann, dass ihr klar war, dass ich wusste, worüber sie gesprochen hatte.
„Geht nicht ohne Werkzeug!“, wiederholte ich bedächtig und wunderte mich darüber, dass ich mir ein Lächeln abgewann.
Langsam realisierte sie, dass ich nicht von der Friedhofsverwaltung war. Auch sah ich nicht danach aus, als wenn ich sie verpfeifen wollte. Daher entspannte sie sichtlich.
„Wer sind sie?“, fragte sie stattdessen und ich stellte mich sinngemäß vor.
„Ein ruheliebender Besucher dieses Totenackers, der um die Ecke auf einer Bank saß, um die Stille zu genießen! Und mit wem habe ich das Vergnügen?“, antwortete ich und sie lächelte, als sie es verstanden hatte.
„Eine verarschte Geliebte, die sich an ihrem Stecher vergehen will, sich Rächen für das, was er ihr angetan hat!“, kam sie meiner Frage nach und jetzt musste ich grinsen.
„Das habe ich gut raushören können. Angenehm sie kennenzulernen. Aber sie sollten sich beeilen. Es kann nicht mehr lange dauern, bis die das Loch zuschütten!“
Sie sah erneut auf die Urne herunter, hob sie auf und versuchte, den Deckel abzubekommen. Doch sie schaffte es nicht.
„Einen Moment bitte!“, sagte ich und half ihr dabei, den Schraubverschluss zu lockern. Den Rest machte sie selber. Kaum geöffnet holte sie die Aschekapsel heraus, stellte sie auf den Boden und schaufelte etwas von dem Sand hinein, der ausgehoben worden war, um das Gewicht auszugleichen. Sofort schloss sie die Urne, hielt sie über die Bodenöffnung und ließ sie in das Loch plumpsen.
„Ich glaube, es ist besser, wenn wir hier schnell verschwinden!“, sagte ich und sie nickte mir zu. Doch zu meiner Überraschung trennten sich unsere Wege nicht. Stattdessen hakte sie sich bei mir ein und lächelte.
„Was halten sie davon, wenn sie mir bei meiner Rache ein wenig helfen?“, fragte sie freundlich.
„Ich habe nichts gegen den Verstorbenen!“, erklärte ich und war nie davon ausgegangen, ihr dabei zur Hand zu gehen. Doch als sie den Schleier anhob, mich mit ihren großen Augen ansah, konnte ich ihr nicht widerstehen.
„Es geht nicht um den alten Penner hier in meiner Hand, sondern darum, einer armen, leidenden, trauernden Frau zu helfen. Sie sind doch sicher ein Gentleman, der mir seine Hilfe nicht verweigert. Wie soll ich denn die Dose aufbekommen? Wenn sie mir dabei helfen, würde ich mich auch erkenntlich zeigen!“, sagte sie, trat vor mich und gab mir einen zärtlichen, gehauchten Kuss auf die Lippen.
Ich war derart überrascht, dass ich es nicht verhindern konnte. Im Nachhinein nicht wollte. Ihre Lippen waren wunderbar zart, ihr Atem roch frisch und jugendlich. Sie war keine Frau, die man jeden Tag traf. Ein Mann wie ich war für ihre Ausstrahlung durchaus empfänglich.
„Ich gebe mich geschlagen. Haben sie Schraubendreher?“, fragte ich sie und sie sah mich erstaunt an.
„Schraubendreher?“, wollte sie wissen und ich zeigte auf die Kapsel, die sie in einer Hand hielt.
„Zum Öffnen. Funktioniert ähnlich wie bei einer Farbdose!“, erklärte ich ihr und sie nickte.
„Klar, Große und Kleine, liegen im Auto. Es wird schon was Passendes dabei sein!“, war sie sich sicher, hakte sich erneut bei mir ein und wir verließen auf Umwegen den Friedhof, damit niemand, auch nur zufällig, die Aschekapsel sah.
Mit ihr zusammen steuerten wir einen Parkplatz an, darauf ihren Wagen. Diesen öffnete sie mit ihrer Fernsteuerung und stieg auf der Beifahrerseite ein.
„Würden sie mir die Freude machen und für mich fahren? Ich hoffe, sie haben einen Führerschein?“
Ich hatte einen, stieg auf der anderen Seite ein, sie gab mir den Schlüssel und ich startete den Motor.
„Wohin darf es denn gehen?“, wollte ich wissen und sie sah auf die Aschekapsel herunter, die auf ihrem Schoß lag, und schien einen Moment zu überlegen.
„Fahren sie einfach los, irgendwohin, wo uns niemand sehen kann! Ach übrigens, sie könne mich Anny nennen!“
„Ein seltener Name hier in der Gegend!“, war ich erstaunt und sie nickte.
„Ja, aber er gefällt mir. Ich wollte schon immer so heißen. Sie würden mir jedenfalls eine Freude machen, wenn sie mich mit Anny ansprechen würden!“
Es sah aus, als wenn es nicht ihr wirklicher Name war, doch ehrlich gesagt, spielte es für mich keine Rolle. Außerdem fand ich, dass er zu ihr passte.
„Hallo Anny, ich bin der Alexander, kannst Alex zu mir sagen!“, grinste ich sie an und sie musste leise kichern.
„Hallo Alex, freut mich sehr!“, antwortete sie mir und ich fuhr los, die Straße entlang bis zur nächsten Kreuzung.
„Was hältst du von einem Park?“, fragte ich sie und sie überlegte einen Moment.
„Sind da nicht zu viele Leute unterwegs?“, wog sie ab, doch ich schüttelte meinen Kopf.
„Wenn man weiß, wo man hin muss, nicht. Er ist groß, hat seine verschwiegenen Plätze, wenn man sich auskennt!“
„Und du kennst dich aus?“, fragte sie neugierig und ich nickte.
„Als Kind war ich dort oft unterwegs, manchmal mit meinen Freunden. Es gibt viele Spiele, bei denen man sich verstecken muss. Den Park kenne ich sozusagen in- und auswendig!“
„Hört sich gut an, das Wetter ist für einen Spaziergang durchaus gemacht. Also los, fahren wir hin, zeig mir deine Plätze der Erinnerung!“
Wir brauchten nicht lange. Zehn Minuten später parkte ich vor dem Haupteingang des Parks und stellte den Motor ab.
„Hast du zufällig eine Tüte oder was Ähnliches dabei?“, wollte ich wissen und zeigte auf die Aschekapsel. Auch wenn wir hier nicht mehr auf den Friedhof waren, konnte es trotzdem Menschen geben, die das Gefäß erkannten. Zumindest seltsame Blicke wären uns sicher.
„Im Kofferraum!“, meinte Anny und ich stieg aus, öffnete den Deckel, fand einen Leinenbeutel sowie einen Kasten mit Werkzeug. Zwei Schraubendreher packte ich in den Beutel, trat danach an die Beifahrertür, hielt die Tasche weit offen und sah mich um, während Anny die Kapsel hineintat. Sofort stieg sie aus, schloss die Tür und verriegelte sie mit der Fernsteuerung. Kaum geschehen, hakte sie sich wie zuvor bei mir ein und wir liefen gemächlich den Hauptweg entlang.
Auch wenn niemand in den Beutel sehen konnte, war uns trotzdem die Aufmerksamkeit mehrerer Besucher sicher. Anny sah nicht danach aus, als wenn sie sich dafür angezogen hatte, um spazieren zu gehen, vor allem nicht mit mir. Doch mir war es egal. Sollten die Leute schauen. Manche der Blicke anderer Männer machten mich sogar stolz. Es war Neid darin zu lesen. Mehrmals sah ich zu mir an die Seite, betrachtete Anny von oben, war begeistert, wie sie aussah.
Irgendwann bogen wir ab, auf einen der unzähligen unbefestigten Wege. Es hatte zum Glück lange nicht mehr geregnet, daher war die lehmige Oberfläche hart genug, damit Anny nicht mit ihren Absätzen einsackte.
„Schön ist es hier!“, meinte sie und sog die würzige Luft in ihre Lunge hinein.
„Oh ja, ich liebe es. Es ist wunderschön, ich liebe die alten Bäume!“, war ich mir sicher und Anny lachte leise.
„Was los?“, wollte ich wissen.
„Du scheinst ein ruhebedürftiger Mensch zu sein. Friedhof, Park! Was noch? Du bist sicher alleine, keine Frau, keine Kinder. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen. Und wenn doch, möchtest du ihm entfliehen!“
Ich sah Anny einen Moment von der Seite aus an, dachte darüber nach, was sie sagte. Sie hatte es genau getroffen, vielleicht spürte sie es bei mir.
„Ja, ich mag keine Aufregung, keinen Trubel. Eigentlich mag ich nicht einmal andere Menschen!“
„Ah ha, daher auf dem Friedhof. Die Toten sind immer ruhig, quatschen einen nicht voll, geben keine Widerrede. Ein perfekter Ort für einen Mann wie dich!“
„So ist es!“, gab ich zu.
„Und jetzt komme ich und hole dich aus deiner Komfortzone heraus. Dabei hättest du es nicht einmal machen müssen. Warum?“, wollte Anny wissen und ich zuckte mit der Schulter.
„Keine Ahnung. Ist einfach so!“
Anny blieb stehen, stellte sich vor mich hin und sah mir von unten herauf direkt in die Augen.
„Du bist ein komischer Mensch, weißt du das eigentlich. Seltsam bei dir ist für mich allerdings, dass ich dir sofort vertraut habe. Schon in dem Moment, als ich dich entdeckt habe, wusste ich, dass du mich nicht verpfeifen würdest. Auch bin ich schnell innerlich ruhig geworden, als wenn ein Teil von dir auf mich übergehen würde. Das habe ich in der Form noch nie erlebt!“, war sie sich sicher.
„Solange du es magst, ist alles in Ordnung!“
In diesem Moment nahm Anny eine meiner Hände in ihre, hielt sie locker umschlossen und es schien, als wenn sie für wenige Sekunden in sich selber hineinhörte.
„Ja, sehr!“, antwortete sie mir kurz und ließ mich los.
„Wenn das so weitergeht, wird es nichts mehr mit meiner Rache!“, murmelte Anny.
„Wäre das so schlimm?“
„Ich weiß nicht. Er hätte es verdient!“
„Wirklich? Was hat er getan? Warum bist du derart sauer auf ihn?“, fragte ich mit einer ruhigen Stimme.
„Das hast du doch sicher mitbekommen, ich war nicht wirklich leise dabei. Gekümmert habe ich mich um ihn, mich für ihn aufgeopfert. Zuerst war alles schön für uns, wir machten viele Pläne. Alleine seine Frau stand uns im Wege. Bei einer Scheidung hätte es nicht gut für ihn ausgesehen. Dann wurde er krank, war nicht mehr zu retten. Von einem Monat auf den anderen wurde er schwächer. Ich kümmerte mich um ihn, soweit es ging, während seine Frau sein Geld mit vollen Händen ausgab. Er konnte nichts mehr dagegen tun, und kurz bevor er das Testament ändern wollte, war es um ihn geschehen. Dabei hatte ich den Eindruck, als wenn es zu schnell ging. Aber das spielt keine Rolle mehr, es ist geschehen und lässt sich nicht mehr ändern. Aber lassen wir das, ich will dich damit nicht belasten!“, war sie sich sicher, hatte die letzten Minuten ausgesehen, als wenn sie in eine weit entfernte Vergangenheit geschaut hätte. Jetzt schüttelte sie ihren Kopf, als wenn sie klar werden wollte.
„Hattest du nicht gesagt, dass es hier einsame Plätze gibt?“, fragte sie mich und ich nickte.
„Ja, gibt es. Einer ist direkt dort hinten. Willst du ihn sehen?“, fragte ich sie mit einer verschwörerischen Stimme.
„Klar, lass uns los!“
Wenig später bog ich vom eigentlichen Weg ab, genau dort, wo ein verwilderter, angedeuteter Pfad zu erkennen war. Ich ging vor, damit Anny es leichter hatte, wischte Spinnweben weg, die über dem Pfad hingen, bog Brombeerranken beiseite, damit Anny sich nicht in den Dornen verfing.
Es war lange niemand mehr hier, das ließ sich schnell ausmachen. Außerhalb der Sicht des Hauptweges stand auf einmal eine Mauer, die ein Teil eines alten Gebäudes war, das Überbleibsel einer Ruine. Ich hatte sie als Kind entdeckt, seitdem hatte sich nicht viel verändert. Was es genau war, konnte ich nicht sagen, spielte für mich keine Rolle. Hier hatten wir als Kinder gespielt, uns versteckt, heimlich die ersten Zigaretten geraucht, hatten die Unterschiede von Mädchen und Jungen festgestellt.
Kaum kam ich mit Anny dort an, kamen mir die entsprechenden Bilder vor die Augen.
„Schön hier!“, war sie sich sicher, nahm die Kapsel aus dem Beutel und stellte sie auf einen niedrigen Teil der Mauer, sah sie nachdenklich an.
„Schon seltsam, wie wenig von einem Menschen übrig bleibt, wenn es soweit ist. Ein kleines Gefäß voller Asche, nicht mehr. Eigentlich gar nichts, wenn man die Erinnerungen an ihn weglässt. Ein winziger Teil der Natur und wir nehmen uns derart wichtig. Ist lächerlich!“
Irgendwie hatte ich den Eindruck, als wenn Annys Rachegelüste in den Hintergrund getreten waren. Stattdessen schien sie über vieles nachzudenken.
„Tja, mehr bleibt nicht zurück!“, bestätigte ich ihr und Anny drehte sich um, lehnte sich rückwärts gegen die Mauer und sah mich lächelnd an.
„Umso mehr sollte man darauf achten, das Leben zu genießen, es schätzen lernen, die Freuden anzunehmen, wenn sie sich dir bieten!“, war sie sich sicher, schloss für einen Moment ihre Augen, spitzte dabei ihre Lippen. Es war deutlich zu erkennen, was sie sich wünschte, und ich konnte ihrer Aufforderung nicht widerstehen.
Zwei Schritte und ich stand vor ihr, beugte mich herunter und unsere Lippen trafen aufeinander. Anny zuckte leicht zusammen, entzog sich mir nicht. Im Gegenteil, sie griff nach meinem Kopf, nahm ihn in ihre weichen, kleinen Hände und hielt ihn fest, während sich unsere Lippen öffneten, Zungen sich fanden und umschlangen.
Sofort trat ich weiter vor, drängte mich an sie, spürte ihren schmalen Körper an meinem, ihre Wärme, die auf mich überging.
Anny stöhnte leise, ließ meinen Kopf los, umarmte mich fest und zog mich kräftig an sich heran.
Sofort war mir klar, dass es nicht dabei bleiben würde, entsprechend mutiger wurde ich. Ich hob die Arme an, streichelte ihr mit den Händen über die Seiten langsam nach unten, fuhr über ihren Minirock tiefer herunter und berührte ihre nackten Oberschenkel. Anny zuckte zusammen, ihr Kuss wurde drängender, härter, ihre Lippen pressten sich auf meine, unsere Zungen umschlangen sich, bis ich von ihr abließ, mich ein wenig nach hinten lehnte und ihr intensiv in die Augen sah.
Ohne ein Wort, sank ich langsam vor ihr auf die Knie, hob die Arme, ließ die Hände über ihren Oberkörper gleiten, fand ihre prallen Brüste, die sich unter dem dünnen Stoff ihrer Bluse hervor wölbten. Darunter schien eine Art Sport BH zu sein, einer der ihre festen Halbkugeln nicht halten brauchte.
Damit hielt ich mich nicht lange auf, hatte ein anderes Ziel. Anny verhielt sich passiv, stand bewegungslos vor mir, schien abzuwarten und sah mir stattdessen mit großen Augen dabei zu, wie ich nach ihrem Minirock griff.
Langsam hob ich ihn hoch, bis ich das winzige Höschen seh, das mir bekannt war. Jetzt sah ich es von vorne, auch hier wurde wenig verdeckt. Ein kleines Dreieck aus dünnem Stoff zeigte mir das Ziel meiner Begierden an.
Jetzt kam Bewegung in Anny. Lautlos griff sie selber nach dem String und schob ihn behutsam herunter, soweit ihre Arme es schafften. Danach ließ sie ihn los und ich zog ihn über die Knie nach unten, bis Anny heraussteigen konnte.
Blank stand sie jetzt vor mir, zeigte sich mir in ihrer wunderschönen Pracht, stellte dazu ihre Beine etwas auseinander.
Sie hatte eine ausgeprägte Vulva, ihre Schamlippen sahen weich und prall aus, formten gleichmäßige Kissen, die durch einen saftigen Schlitz getrennt wurden. Daraus hervor, lugten zwei kleine, eher angedeutete dunklere Flügelchen, die sich wenig geöffnet hatten.
Wie in Trance starrte ich auf ihr Geschlecht und Anny griff nach meinem Kopf, hielt ihn seitlich fest.
„Alex, nimm mich, es gehört für den Moment alles dir. Ich brauche es jetzt und hier, liebe mich!“, flüsterte sie mir zu, hob ein Bein an, und als sie mich näher an sich zog, legte sie es mir auf die Schulter, spreizte sich dabei so weit auf, dass sich ihr saftiger Schatz öffnete.
Diesem Angebot folgte ich gerne, sie brauchte mich nicht führen, ich fand zu ihr, ohne ein Wort.
Ein erster gehauchter Kuss folgte, dabei nahm ich ihren frischen, zugleich erregenden, weiblichen Duft wahr, sah danach kurz hoch, lächelte Anny entgegen. Sie schaute nach unten, antwortete mir mit einem leichten Kopfnicken, sah mir zu, wie ich mich dazu bereit machte, sie zu verwöhnen.
Während unsere Blicke vereint blieben, legte ich den Kopf in den Nacken, führte den Mund an sie heran und öffnete ihn weit. Sofort dockte ich an sie an, saugte mich vorsichtig fest, ließ meine Zunge durch ihren geöffneten Schlitz fahren.
Anny stöhnte leise auf und ich packte sie am Hintern.
Mir jetzt zu entkommen war nicht mehr möglich, Anny war auch nicht darauf aus, im Gegenteil. Sie lehnte sich genüsslich zurück an die Wand und schloss für einen Moment ihre Augen, um sich alleine auf das zu konzentrieren, was ich für sie tat. Das ließ ich mir gefallen, war zuerst zärtlich mit ihr, wollte es nicht überstürzen. Sie würde nicht mehr weglaufen, sie war mir sicher. Entsprechend erforschte ich sie, drang mit meiner Zunge ein, fand ihren deutlich hervorstehenden, empfindlichen Knopf. Ihn zu berühren, ließ Anny wie bei einem Stromschlag zusammenfahren, wobei es mit der Zeit umso heftiger wurde. Obwohl ich sie festhielt, suchten ihre Hände nach Halt, krallten sich in Löcher in der alten Wand.
„Wie lange habe ich das vermisst!“, keuchte sie leise und ein schmales Lächeln legte sich auf ihre Lippen, solange ich sie nicht stark bearbeitete. Dies verging in dem Moment, wenn ich mich kräftiger um ihren steifen Knopf kümmerte, ihn mit der Zunge rieb, sie härter dagegen drückte, ihn leckte wie ein leckeres Eis. Sofort verschwand ihr seliger Gesichtsausdruck, stattdessen verzerrte sich ihr Gesicht wie im Schmerz, sie stöhnte laut auf.
„Ja, mach weiter, gib es mir, mach mich zu deinem willenlosen Stück geilem Fickfleisch!“, forderte sie mich auf und öffnete ihre Augen, starrte zu mir herunter, während sie ihren Unterleib zuckend vor und zurückbewegte.
Sofort schob ich meine Hände unter ihren Rock, massierte ihre Backen hart durch, kam ihrer Aufforderung nach. Verstärkt kümmerte ich mich um ihren Kitzler, saugte sie zwischenzeitlich aus, schlürfte von ihrem Saft, der in Strömen floss und teilweise auf den Boden tropfte.
„So ist es gut, ich kann es in mir spüren, wie es mich überkommt, gleich ist es soweit!“, keuchte sie mit einer tieferen, raueren Stimme als zuvor. Sofort packte sie mich hart am Kopf, zog mich mit aller Kraft an sich heran und schrie auf, als ich ihren Lustknopf in mich saugte, ihn mit der Zunge schlug, mit hoher Geschwindigkeit darüber hinweg wischte.
Das gab ihr den Rest. Sie heulte auf, wurde zu einem Stück zuckenden Fleisches, das sich nicht mehr auf dem Bein hielt. Es knickte weg, jegliche Kraft wich aus ihrem Schenkel.
Zum Glück war sie eine leichte Person, entsprechend gut konnte ich sie halten, sie fiel nicht hin. Stattdessen drückte ich sie an die Wand, hielt sie gleichzeitig fest, verließ ihren bebenden Körper und hob ihr Bein von meiner Schulter herunter.
Kraftlos ging es zu Boden, trotzdem schaffte ich es, aufzustehen, ohne dass sie fiel. Kaum stand ich, umschlang ich sie, hielt sie für einen längeren Moment fest, während Anny tief durchatmete und nach Luft rang.
„Wahnsinn!“, flüsterte sie mir zu, als sie entspannte, selber ihr Gewicht trug. Sie sah zu mir herauf und ihr süßes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Es war mir eine Ehre!“, antwortete ich ihr und sie lachte leise.
„Das höre ich gerne. Mir auch. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut sein könnte. Es ist lange her, dass mich ein Mann geliebt hat, weil er es genauso wollte wie ich!“
„Und er?“, fragte ich, deutete mit einem Kopfnicken in die Richtung der Kapsel, die weiterhin auf der Mauer stand.
„Zu Anfang ja. Wir liebten uns, oft wie möglich. Er war verrückt nach mir, mir ging es nicht anders. Aber wahrscheinlich habe ich mir selber etwas vorgemacht. Ich war wohl eher sein Fickstück, sein Püppchen, die, mit der er seine Fantasien austoben konnte, die das mitmachte. Dafür war seine Frau nicht zu haben. Von mir bekam er, was er sich sein Leben lang sehnlichst gewünscht hatte. Ich gab es ihm, freiwillig, war sicher für die Anzeichen blind, dass es nicht das war, was ich mir vorgestellt hatte!“, gab Anny verbittert an, griff nach der Kapsel und hielt sie sich vor die Augen.
„Lass sie uns aufmachen!“, wünschte Anny sich und mir wurde klar, dass sie von ihrem Rachegedanken nicht abgelassen hatte. Vielleicht war sogar ich schuld daran. Jetzt war ihre innere Spannung für einen Moment gewichen und ihre Gedanken konnten sich mehr auf ihr Vorhaben konzentrieren.
„Wie sagtest du, geht das Ding auf?“, fragte sie und drehte das Gefäß hin und her. Dabei hörte es sich ähnlich an, wie eine Spardose, in der Geldstücke gegen die Innenseite fielen.
„Was ist das denn?“, fragte Anny, während ich einen Schraubendreher aus dem Beutel nahm, der sich dafür am besten eignete.
„Das ist ein Schamottstein. Er liegt mit drin, hat eine eingravierte Nummer. Er kommt mit in die Verbrennungskammer, damit man die Asche zuordnen kann und es keine Verwechselungen gibt!“, erklärte ich ihr, trat an sie heran und gab ihr das Werkzeug, zeigte ihr zuvor, wie sie es machen musste. Ich selber wollte das nicht, das durfte sie tun.
Es dauerte nicht lange, bis Anny den Verschluss abheben konnte und sah in die Kapsel hinein, holte ohne Zögern den Stein heraus, sowie die Asche, die in einem durchsichtigen Beutel verpackt war.
Nachdenklich betrachtete sie den Inhalt, mehr war nicht übrig geblieben von einem Menschen, den ich nicht kannte.
„Das ist es also!“, meinte Anny mit einer seltsamen Stimme, drehte den Beutel mehrmals hin und her, untersuchte ihn von allen Seiten.
„Das ist das Ende, sozusagen. Mehr bleibt von uns nicht übrig!“, bestätigte ich ihr und Anny atmete einmal tief durch, als wenn sie darüber nachdachte, wie sie vorgehen sollte. Es war ihr anzusehen, dass sie Zweifel plagten, ob sie ihren Plan ausführen sollte oder nicht. In ihr steckte ein Rest von Pietät, die sie zögern ließ.
„Hmmm, nicht viel!“, sagte sie und ließ es sinken, sah mich nachdenklich an.
„Nein, mehr bleibt nicht und selbst das, wird mit der Zeit in seine Einzelteile zersetzt, dient vielleicht als Dünger für andere Lebewesen. Der Kreislauf der Natur!“, erklärte ich wie nebenbei, wollte nicht, dass es sich wie in einem Schulunterricht anhörte.
„Und wie hat es angefangen?“, stellte Anny eine Frage, wobei es mir nicht danach klang, als wenn sie es nicht selber wusste.
„Mit dem Urknall?“, versuchte ich es von vorne, ließ die Bibel außen vor.
„Nein, das meinte ich nicht. Mit diesem Mann hier!“, sagte Anny, hob den Beutel hoch, schüttelte ihn vor meinen Augen hin und her.
„Bei den meisten Menschen durch Sex, falls du darauf hinaus willst!“
„Genau. Das habe ich gemeint. Durch Sex. Ein weibliches Ei wird durch eine männliche Spermie befruchtet, ein ganz einfacher und natürlicher Vorgang. Und am Ende steht dies hier. Oder wie hieß es doch noch in einem wunderbaren Lied so schön?
Du kommst aus dem Nichts, gehst ins Nichts, also was kannst du schon verlieren, nichts!“, übersetzte Anny frei und ich erinnerte mich an die Textzeile, kannte das Stück.
„Es ist ein Wunder!“, gab ich mit einem breiten Grinsen von mir und Anny lachte.
„Schon seltsam oder? Und wir machen so viel Aufhebens um nichts. Dabei sind wir unwichtig wie sonst was!“
„Wollen wir jetzt philosophieren?“, fragte ich amüsiert und grinste sie breit an.
„Eigentlich nicht, sind vielleicht nicht der richtige Ort und die Zeit dafür!“
„Sondern wofür?“, hakte ich nach und Anny setzte ein feines Lächeln auf.
„Das Ende in der Hand, der Anfang in meinem Bauch!“, war sie sich sicher und drehte sich gemächlich um. Danach drückte sie eine Handfläche gegen die Mauer, behielt in der anderen den Beutel und beugte sich langsam herunter, streckte mir ihren festen Po entgegen.
„Schwarz und weiß, hart und weich, alt und neu, Tod und Leben, Dualismus!“, gab sie an und ich trat einen Schritt auf sie zu, stand direkt hinter ihr.
Während Anny sich die Asche vor die Augen hielt, sie anstarrte, war leise zu hören, wie ich die Hose öffnete, sie heruntergleiten ließ. Genauso zog ich die Unterwäsche herunter und mein Geschlecht sprang heraus, versteifte sich in der Freiheit sofort, um bereit zu sein.
Anny zuckte nicht einmal zusammen, als ich ihr Röckchen anhob, ihr blanker Hintern vor mir aufragte. Stattdessen stellte sie ihre Beine weiter auseinander, drückte ihren Rücken leicht durch. Mein Ziel war nicht zu verfehlen. Wie eine reife, saftige Pflaume glänzte mir ihr Spalt entgegen, von der vorherigen Behandlung nass und aufnahmebereit.
Ohne langes Zögern führte ich meine pralle Eichel an ihr Geschlecht, zog sie einmal von unten nach oben durch den Spalt, fühlte ihre Hitze. Jetzt war die straff gespannte Haut mit ihrem Saft benetzt, zeigte unmissverständlich an, dass es soweit war.
Anny keuchte laut auf, als ich ihre Schamlippen aufspaltete, mich in sie schob, während mein Blick starr auf dem harten Stamm lag, bis er in Anny verschwunden war.
„Anfang und Ende!“, stöhnte sie, als ich sie an ihrem Po packte und festhielt, mich mit dem Unterleib gegen ihren Hintern drängte.
„Anfang und Ende!“, nahm ich mit auf, spürte ihre stark erregte, enge Hitze an mir, in der ich badete. Sie zu genießen, war ein wunderbares Gefühl, ließ mich in Euphorie geraten. Diese steigerte sich auf ein hohes Level, als ich mich in ihr bewegte, sie vorsichtig und bedächtig stieß, dabei vorbeugte und unter sie griff.
Anny ließ mich machen, war auf ihre Art passiv, obwohl ich in ihr spüren konnte, dass sie überaus erregt war. Ihre Scheidenwände pulsierten, verengten sich langsam und entspannten sich wieder, eine Art Unterdruck zog mich in sie hinein.
Eine meiner Hände suchte seinen Weg über ihren Bauch bis zwischen ihre Beine, fand den aufgeregten Knopf und erregte ihn zusätzlich. Sofort zuckte es in ihr, ihr Körper schüttelte sich kurz und heftig.
„Ich liebe den Anfang!“, hörte ich sie flüstern, wackelte mit ihrem Hintern, soweit möglich, wollte durch diese Bewegung nicht den Kontakt mit mir verlieren.
Das ließ ich nicht zu, stattdessen achtete ich genau auf Anny, versuchte, dabei weniger an mich zu denken, wodurch meine eigene Erregung sich verlangsamte, obwohl sie schon auf einem hohen Niveau angekommen war. Anny war eine fantastische Frau, sie reizte mich durch ihre pure Anwesenheit, ein Glücksfund, den ich genießen wollte, solange es möglich war.
Daher steigerte ich mein Tempo langsam, wollte es herauszögern, wobei mir klar war, dass sich die Spannung mit großer Stärke entladen würde. Mein Körper zeigte es mir deutlich an. Selten hatte mein Unterleib mehr gebrannt, war er härter. In mir staute sich eine gewaltige Hitze an, die heraus wollte, mich damit quälte, zum Schluss zu kommen. Alles in mir schrie danach, das Ende einzuläuten, Anny meine Lust spüren zu lassen.
Anny fühlte es in und an sich, stieß inzwischen im selben Takt nach hinten, kam mir bei jedem Stoß entgegen. Sie zitterte, ich meinte ihren Duft zu erkennen, der zu meiner Nase aufstieg und mich lockte.
Diesem konnte ich mich nicht verwehren. Ich nahm die Hand weg, packte Anny an der Hüfte, zog sie ruckartig an mich heran. Sie schrie auf, knickte in den Knien ein. Ich hielt sie fest, sie konnte mir nicht entkommen, machte nicht die Anstalt es zu wollen. Stattdessen keuchte sie laut, starrte dabei weiterhin auf den Beutel in ihrer anderen Hand.
„Ja, schau ruhig zu, wie er mich fickt. Er ist ein Mann mit einem fetten Prügel, der mich ausfüllt. Ich kann ihn deutlich in mir spüren, wie er mich dehnt, wie er zuckt, und ich kann fühlen, dass er sich nicht mehr lange zurückhalten kann. Alex wird mich mit seinem Samen beglücken, wird dich in mir auslöschen, jeden Rest von dir vernichten. Er ist stark und männlich, ein wirklicher Kerl, nicht wie du. Was war ich dumm, als ich dachte, dass du mein Mann sein könntest, das sehe ich jetzt ein, in diesem Moment!“
Danach murmelte Anny ein Paar Worte, die ich nicht mehr verstand, nicht in meinem Zustand. Dafür war ich zu sehr auf anderes konzentriert, konnte spüren, wie es in mir aufstieg, sich vorbereitete.
Jetzt musste ich ebenfalls keuchen, stimmte in Annys Laute ein, die kräftiger wurden. Sie puschte sich hoch, ihr Kopf vermittelte ihr eine zusätzliche Spannung, die sie geradezu erstarren ließ. Sie wurde von einem Moment auf den anderen reglos, verkrampfte sich innerlich und äußerlich. Dabei erzeugte es wesentlich stärkere Reibung an mir, der ich nicht gewachsen war.
Mit einem letzten Stoß versenkte ich mich in ihre Enge, drang ein, bis ich nicht weiter konnte und brüllte auf, als ich es nicht mehr halten konnte.
Mit etlichen Schüben spritze ich mein Sperma unter Hochdruck in sie, hielt sie dabei an mich gezogen fest, spürte, wie der Same ihren Unterleib füllte.
Wir brauchten einen Moment, bis wir in die Realität zurückfanden. Erst danach waren wir in der Lage und voneinander zu trennen. Dabei fiel Anny auf, dass sie die Tüte zu krampfhaft festgehalten hatte.
Mit einem Fingernagel hatte sie in kleines Loch hineingestanzt und es rieselte ein wenig von der Asche heraus, war als grauer Fleck zu erkennen, der sich auf dem Boden bildete.
„Warte einen Moment!“, rief sie plötzlich, als ich mich aus ihrem wunderbaren Unterleib zurückziehen wollte.
Anny verschloss die Tüte soweit möglich, stoppte damit den Austritt der Asche und lenkte ihren Körper über die Stelle.
„Jetzt zieh ihn heraus!“, wies sie mich an und ich tat, was sie sich gewünscht hatte.
Reichlich vermischte Liebesflüssigkeit lief aus ihr, wurde von Anny derart geführt, dass sie auf die Asche tropfte.
„Damit du weißt, wie es ist, wenn deine kleine Anny es mit einem anderen Mann treibt!“, zischte sie, während sie dabei zusah, wie sich die beiden Komponenten miteinander verbanden, zu einer Art Brei wurde. Erst als nichts mehr kam, hob Anny ihren Kopf an und trat von der Stelle weg. Danach riss sie die Tüte auf, nahm von der klebrigen Erde und füllte sie mit in den Beutel.
„Damit du bis in alle Ewigkeit darüber nachdenken kannst, was Leidenschaft ist. Kein Geld dieser Welt ist es wert, darauf zu verzichten!“, bekundete Anny, schnappte sich die Kapsel und stopfte die Tüte hinein, nahm den Deckel und verschloss sie sorgfältig.
„Und nun?“, wollte ich wissen, während ich mich in Ordnung brachte.
„Na was schon. Wie wäre es mit einer Beerdigung 2.0?“, fragte sie mich und ich sah sie nachdenklich an.
„Na, du wirst doch sicher einen schönen Baum hier kennen. Ich bin mir sicher, dass er lieber in einem Friedwald bestattet worden wäre. Aber seine Alte wollte das wohl nicht!“
„Klar, hier gibt es in der Nähe eine alte Eiche, auf die wir Kinder gerne geklettert sind!“, erinnerte ich mich und Anny nickte.
„Genau so etwas habe ich gemeint!“
Zusammen verließen wir den Ort und wenig später hob ich mit den Händen ein möglichst tiefes Loch aus. Es war relativ einfach und mit der Hilfe der Schraubendreher gelang es mir innerhalb einer viertel Stunde.
Anny selber ließ die Kapsel in den Boden ein und ich verschloss das Loch mit der ausgehobenen Erde. Danach streute ich alte Blätter darüber, um es unberührt aussehen zu lassen.
„Ruhe in Frieden!“, brachte Anny über die Lippen, hakte sich bei mir ein und wir verließen den Ort, ohne zurückzusehen. Wenig später standen wir bei ihrem Wagen und sie gab mir ein sanftes Küsschen.
„Bist du öfters auf dem Friedhof?“, wollte sie wissen.
„Sollte ich es sein?“, fragte ich sie und sie nickte.
„Gerne. Es könnte doch sein, dass ich dich in deiner Ruhe stören möchte, oder hättest du etwas dagegen?“
„Denke, nächste Wochen zur selben Zeit könnte ich wieder dort sein!“, brauchte ich nicht lange zu überlegen.
„Hört sich gut an. Du kannst mir sicher noch viele schöne, abgelegene Plätze zeigen oder?“
„Aber klar!“, gab ich zurück und Anny lachte, stieg in ihre Wagen ein und fuhr davon. Ich sah ihr länger hinterher und ging danach nachdenklich nach Hause.
Ich war mir sicher, dass ich den Termin nicht verpassen würde. Ich brauchte schließlich viel Ruhe!