Die Luna des Silbermonds

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Summary

Avelin weiß, wie man kämpft. Sie kennt die Regeln des Adels, die Loyalität eines Rudels und die Härte des Krieges. Was sie nicht kennt, ist die Wahrheit über sich selbst. Als ihr Rudel angegriffen wird und ihr Leben in Blut und Verlust zerbricht, bleibt ihr nichts als Schmerz – und ein Retter, der zur rechten Zeit erscheint. Zu rechten oder zur falschen? Draven ist der Alpha-König. Gefürchtet, unnachgiebig, unberührbar. Er herrscht mit eiserner Hand und hält sein Herz im Schatten. Doch als sich seine Wege mit Avelin kreuzen, regt sich etwas, das er längst für tot hielt. Eine uralte Prophezeiung flüstert von einer Gezeichneten. Von Macht, die erwacht. Von einem Schicksal, das den Tron aufsteigen oder zusammen fallen lässt. Zwischen Intrigen, Verrat und dem Flüstern des Mondes beginnt ein Spiel, in dem jede Entscheidung tödlich sein kann. Denn manche Bindungen retten keine Welt. Sie setzen sie in Brand. Diese Geschichte beinhaltet, explizite sexuelle Inhalte, Mord, Gewalt, eine erzwungene Fehlgeburt, Depressionen, Vergewaltigung, aber auch eine schöne liebes Geschichte und Heilung. Ich bitte euch meine Geschichte nur zu lesen, wenn ihr mit diesen Themen auch umgehen könnt. Zur Sicherheit werde ich diese speziellen Kapitel kennzeichnen, damit ihr nicht aus Versehen diese Inhalte lesen müsst. Gewalt ist nichts, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Wenn ihr Dark Romance erfahren seit und solche Geschichten gerne Lest. Lade ich euch gerne ein die Geschichte Der Luna vom Silbermond und mir zu Folgen.

Status
Ongoing
Chapters
55
Rating
4.9 15 reviews
Age Rating
18+

Die Tochter des Betas

Die Luna des Silbermonds

Hallo ihr Lieben und Willkommen in der Welt von Avelin.

„Avelins Geschichte erzählt von einer epischen Liebe, sie ist düster, leidenschaftlich und nichts für schwache Nerven.“

Ich freue mich sehr, dass ihr an meiner Geschichte interessiert seid und hoffe, dass ihr euch meine liebsten Charaktere und ihre Welt genauso Lieb gewinnt wie ich.

Ich wäre unglaublich dankbar für all eure Feedback, jede Reaktion und eure Liebe.

Folgt mir gerne, um nichts zu verpassen.



Ich bin Avelin, Tochter des Betas Borne und seiner Gefährtin Bethanien.

Wenn ich durch unser Lager gehe, spüre ich das Gewicht dieses Namens auf meinen Schultern. Nicht wie eine Bürde, eher wie ein Mantel, der mir immer etwas zu groß war, aber dennoch Schutz bot.

Wir leben im Donnerrudel, einem vergleichsweise kleinen, aber gefestigten Rudel, das von Alpha Malakai und seiner Luna Tamira geführt wird. Unser Territorium liegt zwischen bewaldeten Hügeln und felsigen Höhenzügen, wo der Wind oft wie ferne Donnerschläge durch die Baumkronen rollt, daher unser Name.

Malakai ist kein lauter Alpha. Seine Macht liegt nicht im Gebrüll, sondern in seiner Präsenz. Wenn er einen Raum betritt, senkt sich automatisch die Stimme jedes Anwesenden. Tamira dagegen ist das Herz des Rudels: ruhig, wachsam, mit einem Blick, der mehr sieht, als Worte je könnten.

Ihre Kinder, die Zwillinge Zoe und Zan, sind sechzehn Jahre alt. Zwei Seelen, die sich gleichen und doch gegensätzlicher kaum sein könnten. Zoe ist scharfzüngig, klug und schneller im Denken als die meisten erwachsenen Krieger. Zan hingegen trägt die rohe Kraft des Rudels in sich, breit gebaut, schweigsam, mit Augen, die alles beobachten. Doch beide sind auf gewisse Weise arrogant, die Prinzessin und der zukünftige Alpha, überzeugt, dass ihr Titel sie zu etwas besonderem macht.

Unser Gamma ist Thomas, der einzige Heiler des Rudels. Seine Hütte liegt etwas abseits, nahe der Quelle, wo der Boden stets kühl und feucht ist und der Duft von Kräutern in der Luft hängt. Sein Sohn Brennen ist zweiundzwanzig und ein Jahr älter als ich. Wir sind zusammen aufgewachsen, haben uns die Knie aufgeschlagen, ßßßuns bei der Ausbildung gegenseitig übertroffen und schließlich gemeinsam den Weg zum Delta beschritten.

Delta sind Elitekrieger.

Nicht jeder Wolf schafft es dorthin.

Wer seinen Omega-Status hinter sich lassen will, muss die Ausbildung bestehen, körperlich, mental und im Gehorsam gegenüber dem Rudel. Wer scheitert oder sich weigert, bleibt Omega. Sie stehen am unteren Ende der Hierarchie, kümmern sich um Versorgung, Reinigung, Wäsche, Köche, einfache aber auch wichtige Arbeiten, wie Tischler, Schneider und Metzger. Keine Schande, aber auch kein Ruhm.

Wir Deltas jagen, patrouillieren, halten Wache. Wir sind die Zähne des Rudels.

Mein Vater, der Beta, ist die rechte Hand des Alphas. Er ist Vermittler, Stratege, Krieger. In kleineren Rudeln wie unserem vereint er mehrere Rollen in sich – Politik und Krieg gleichermaßen. In größeren Rudeln gibt es oft einen Beta für Verhandlungen und Buchhaltung und einen Beta-Delta, der ausschließlich die Truppen führt und die Stratege im Krieg mit dem Alpha zusammenführt.

Dass wir klein sind, heißt nicht, dass wir schwach sind.

Unser Rudel zählt kaum achtzig Mitglieder, doch viele von ihnen, darunter mein Vater und Malakai, haben Schlachten gesehen. Sie haben an der Seite des alten Alphakönigs und des neuen Alphakönigs gekämpft.

Oder besser gesagt: des Mannes, den viele nur noch den Tyrannen nennen.

Er tötete seinen Vater bei einem Festmahl. Vor den Augen anderer Rudelführer und hochrangigen Adels. Der Rat glaubte seiner Geschichte, dass es Notwehr gewesen sei, ein vereitelter Giftanschlag.

Er hat seinen Teller mit dem seines Halbbruders vertauscht. Es war eine kleine Bewegung gewesen, kaum wahrnehmbar, verborgen hinter Höflichkeit und höfischem Lächeln. Niemand hatte es bemerkt. Niemand außer dem Gift.

Der Bruder starb noch während des Festmahls. Zuerst erblasste sein Gesicht, dann versagten ihm die Kräfte und er sackte in sich zusammen. Der Kelch fiel klirrend zu Boden, Stimmen wurden laut, Wachen drängten herbei. Doch da war es bereits zu spät. Blut lief dem leblosen Körper aus Nase und Mund.

Der Alphakönig erhob sich in rasender Wut. Sein Blick suchte keinen Heiler und keine Hilfe. Er richtete sich direkt auf seinen ältesten Sohn. Draven. Seinen rechtmäßigen Erben.

Er schrie ihn an und beschuldigte ihn laut und ohne Zögern, die Teller vertauscht zu haben. Nicht als Vermutung, sondern als Gewissheit. Als hätte er es selbst gesehen.

Und genau darin lag sein Fehler.

Denn woher hätte der König wissen sollen, dass das Essen vergiftet gewesen ist. Bis zu diesem Moment hatte niemand von Gift gesprochen. Niemand außer ihm.

Ein Raunen ging durch den Saal. Die Gespräche verstummten, als hätte jemand der Welt den Atem genommen.

Draven verstand es sofort. Das Geständnis lag offen vor ihm. Unausweichlich. Der Mann, den er Vater genannt hatte, hatte den Tod geplant und ihn beinahe vollendet. Nur hatte er das falsche Leben genommen.

Draven zögerte nicht. Er sagte kein Wort. Vor allen Anwesenden zog er seine Klinge und enthauptete seinen Vater mit einem einzigen, entschlossenen Schlag.

Blut tränkte den Boden des Festsaals und mit ihm starb das alte Königreich.

Noch am selben Tag verbannte Draven die Luna des alten Königs und ihre Tochter aus dem Territorium. Er gewährte ihnen keine vierundzwanzig Stunden. Kein Schutz. Kein Geleit. Keine Gnade.

Man sagt, er habe ihnen nicht nachgesehen, als sie gingen.

Seitdem erzählt man sich, er mache keine Gefangenen mehr. Dass er in der Schlacht gnadenlos ist. Dass selbst der Rat vorsichtig wurde und begann, ihn zu fürchten.

Ich bin dankbar, im Donner Rudel geboren worden zu sein.

Denn je größer ein Rudel wird, desto weiter entfernt es sich von Mitgefühl. Macht sammelt sich, verdirbt und frisst alles, was weich ist. Empathie wird zur Schwäche erklärt und schließlich ausgemerzt.


Morgen brechen wir ins Schattenrudel auf.

Ein Alpha Wandel hat stattgefunden, der alte Alpha hat sein Amt an seinen Sohn übergeben. Eine Einladung zum Friedensgespräch ist eingetroffen.

Solche Einladungen sind nie bloße Höflichkeit.

Sie sind Prüfsteine.

Blicke, die zu lange verweilen. Worte, die absichtlich doppeldeutig gewählt werden. Jeder Schritt ein Abwägen zwischen Stärke und Zurückhaltung.

Der Morgen liegt kühl über dem Lager. Nebel hängt noch zwischen den Bäumen, zieht wie graue Schleier über den Boden, während das Rudel geschäftig, aber leise wird. Niemand spricht laut. Jeder weiß, dass wir beobachtet werden könnten, selbst hier, auf vertrautem Boden.

„He, Avelin. Gehst du zur Jagd?“

Brennans Stimme reißt mich aus meinen Gedanken. Er kommt lässig herübergeschlendert, als wäre dies ein ganz gewöhnlicher Tag. Die Hände locker an den Hüften, das braune Haar zerzaust vom Wind, der durch die Lichtung streicht. Seine Augen mustern mich offen, ein Blick, der mir inzwischen zu vertraut ist.

Er hatte mir während der letzten Hitze den Hintern gerettet.

Ganz wortwörtlich.

Nicht uneigennützig, das war mir bewusst gewesen. Doch in jener Nacht war Dankbarkeit stärker gewesen als Vorsicht. Eine hitzebedingte Paarung war besser, als von drei fremden Wölfen niedergerissen zu werden. Der Preis dafür war seine Hoffnung gewesen, dass daraus mehr entstehen könnte.

Ich erinnere mich noch an diesen Tag, als wäre er nicht schon Monate her.

Die Sonne stand schon tief, als die Hitze mich endgültig übermannte. Der Wald roch nach feuchter Erde und harzigem Kiefernsaft, doch darunter lag mein eigener Duft – süß, schwer, betörend, wie reifer Honig gemischt mit Pheromone. Er lockte. Er schrie in die Stille hinaus: Hier ist eine Wölfin, bereit, ungeschützt, willenlos.

Ich hatte versucht, mich zu verstecken. In eine abgelegene Lichtung geflüchtet, fern der Rudelpfade, in der Hoffnung, dass die Hitze diesmal gnädig vorüberginge. Doch sie fraß sich tiefer, ein glühendes Pulsieren zwischen meinen Hinterläufen, das meine Muskeln weich werden ließ, meine Gedanken in einen Nebel aus purem Verlangen tauchte. Voll Wolf – rotes Fell, buschiger Schwanz, meine Krallen in die Erde gekrallt, spürte ich jede Berührung des Windes wie eine Liebkosung, jeden Duft wie eine Einladung.

Dann hörte ich sie.

Zweige knacken. Schwere, hastige Schritte. Drei fremde Gerüche schlugen mir entgegen, rau, dominant und darunter ihr eigener Hitze Duft: salzig, animalisch, fast beißend vor Gier. Sie waren ebenso gefangen wie ich, ausgelöst durch die Lockstoffe der Weibchen, wurden die Männchen Testosteron gestörte Idioten, ihre Körper glühten, ihre Instinkte schrien nach Erlösung und das machte sie zu reinen Bestien, bereit, alles zu tun, um mich oder ein anderes verfügbares Weibchen zu bekommen. Nun haben sie mich gefunden.

Der größte, ein grauer Riese mit Narben über der Schnauze, trat hervor. Seine Augen glühten rotgold, Pupillen geweitet, der mächtige Brustkorb hob und senkte sich stoßweise. Zwischen seinen Hinterbeinen die nackte, pochende Erregung – rot, glänzend, unübersehbar. „Du riechst... unwiderstehlich“, knurrte er, ein tiefes Grollen, das mir durch den ganzen Körper vibrierte.

Die anderen schlossen den Kreis. Der schlanke Schwarze leckte sich ständig die Lefzen, sein Schwanz peitschte unruhig, ein leises Winseln entwich ihm. Der braune Muskelprotz zitterte förmlich, sein Duft wurde schwerer, drängender. Sie waren keine Jäger mehr, sie waren Besessene, bereit, mich zu zerfleischen, wenn sie mich nicht sofort bespringen durften.

„Verschwindet“, fauchte ich, Nackenfell gesträubt und Zähne gefletscht.

Der Graue lachte nur, ein raues, lüsternes Geräusch. „Wir teilen dich. Du wirst uns alle wollen, kleine Wölfin.“

Sie kamen näher. Ich sprang den Schwarzen an, riss ihm Fell von der Schulter, schmeckte heißes Blut. Doch sie zuckten kaum. Der Braune warf sich von hinten auf mich, sein Gewicht drückte mich nieder, seine Pfoten gruben sich in meine Flanken, sein heißer, harter Schaft rieb sich drängend an meinem Fell. Sein Atem, feucht und keuchend, streifte meinen Nacken. „Gib nach“, knurrte er, Zähne schon an meiner Kehle.

Ich wand mich, biss zu, trat aus – doch mein Körper verriet mich. Die Hitze floss wie flüssiges Feuer durch meine Adern, machte mich feucht, bereit, sehnsüchtig. Doch ich stieß ihn ab, ich hatte nicht vor, sie gewinnen zu lassen. Der Graue, Anführer der drei, stürzte sich auf mich, ich wich aus, Flucht war meine einzige Option. Ich duckte mich unter einen dicken Stamm, kroch unten durch und sprang auf der anderen Seite in den Wald, der Braune holte mich ein und schnitt mir den Weg ab, taumelte ein paar Schritte zurück, als ich die zähne des Grauen im Nacken spürte und zu Boden gedrückt wurde, sein massiger Leib auf meinem.

Dann ein Brüllen, das die Lichtung erzittern ließ.

Brennan.

Ein brauner Blitz mit schwarzen Pfoten und einer schwarzen Schwanzspitze. Seine bernsteinfarbenen Augen brannten vor Wut. Er krachte gegen den Grauen, riss ihn von mir, trieb seine Zähne tief in sein Fleisch.

„Pfoten weg von ihr!“, donnerte sein Grollen.

Die drei stürzten sich auf ihn, besessen, rasend. Fell flog, Blut spritzte, das Knurren und Jaulen erfüllte die Luft. Brennan war schnell, präzise, ein Biss in die Sehne, ein Sprung, der einen gegen einen Baum schleuderte. Ich roch sein Blut, seinen Schweiß, seinen eigenen Duft, der sich mit meiner Hitze vermischte und mich fast wahnsinnig machte.

Endlich zogen sie sich zurück jaulend, winselnd vor unterdrückter Lust, Schwänze zwischen den Beinen, doch immer noch pochend erregt.

Stille. Nur unser Keuchen, schwer und heiß in der kühlen Abendluft.

Brennan stand da, sein braunes Fell war zerzaust, schwarze Pfoten blutig, eine tiefe Schramme über der Brust, aus der rotes Blut sickerte. Er drehte sich zu mir.

Wir waren Allein.

Meine Hitze tobte nun ungehemmt, ein brüllendes Feuer, das durch jede Ader jagte. Sein Geruch war vertraut, warm, nach Moos, nach Moschus, nach ihm umhüllte mich wie eine zweite Haut. Ich sah das Zittern in seinen Flanken, das schnelle Heben und Senken seiner Brust, und wusste: auch er brannte.

„Avelin“, sagte er durch die Gedankenverbindung, die wir im Rudel teilen konnten. Seine Stimme klang rau und heiser. Ein einziges Wort, das wie ein Funke in trockenem Gras war.

Ich ging auf ihn zu, noch immer in meiner Wolfsform und leckte langsam, bedächtig über seine Wunde. Meine Zunge glitt durch das warme Blut, schmeckte Eisen, Salz und ihn – diesen unverwechselbaren Geschmack, der mir seit Welpen Tagen vertraut war und jetzt doch alles in mir zum Kochen brachte. Ein tiefes, animalisches Knurren stieg aus seiner Kehle, vibrierte durch seinen ganzen Körper und direkt in meinen. Seine Augen glühten bernsteinfarben, fast golden im letzten Licht.

Dann wandelte ich mich.

Fell zog sich zurück wie Seide über glühende Haut, Glieder streckten sich, Pfoten wurden Finger. Binnen Herzschlägen stand ich nackt vor ihm – Haut fiebrig heiß, Brüste schwer und empfindlich, Nippel hart und sehnsüchtig, zwischen meinen Schenkeln ein pochendes, tropfendes Verlangen, das bereits an der Innenseite meiner Beine hinablief.

Brennan folgte sofort. Sein braunes Fell verschwand, enthüllte die vertraute, starke Gestalt: breite Schultern, muskulöse Brust mit der blutenden Schramme, schmale Hüften und dieser schmale, schwarze Streifen Haar, der sich von seinem Nabel abwärts zog zu seiner harten, aufgerichteten Männlichkeit – dick, pulsierend, die Spitze glänzend vor Verlangen, ein einzelner Tropfen perlte dort und fiel.

Er trat näher. Seine Augen suchten meine, fragend einen Herzschlag lang, dann nur noch Hunger. Ich roch ihn intensiver denn je. Alles, was ich je gekannt hatte und jetzt doch neu, verboten, überwältigend.

„Danke“, flüsterte ich, die Stimme zitternd vor unterdrückter Lust.

Er schüttelte den Kopf, kaum merklich. „Musste ich.“

Dann küsste ich ihn oder er mich. Es war egal.

Seine Lippen waren heiß, rau, schmeckten nach Blut und Wald und nach dem Kampf, den er für mich geschlagen hatte. Seine Zunge drang ein, fordernd, besitzergreifend und ich öffnete mich sofort, stöhnte laut in seinen Mund. Der Kuss war kein zartes Erkunden; er war Krieg und Kapitulation zugleich. Zähne stießen zusammen, Zungen verschmolzen gierig, wir bissen, saugten, leckten, als wollten wir einander verschlingen.

Wir verloren uns in dieser Nacht. Als der Morgen kam, war ich befriedigt und glücklich, froh darüber, dass Brennan und ich füreinander da waren. Doch als ich in seinen Armen erwachte, im Moosbett traf mich sein Blick, der voller Hoffnung war und da verstand ich, dass er mehr wollte, als ich bereit war zu geben. Brennan war nicht mein Gefährte.

Er war attraktiv, witzig, stark. Einsame Stunden mit ihm wären … angenehm gewesen. Dennoch habe ich mich nach der Hitze bewusst zurückgezogen. Ich wollte ihm kein Herz versprechen, das vielleicht nie wirklich ihm gehören würde.

„Ja“, antworte ich schließlich. „Willst du mitkommen? Wir sollten möglichst viel erlegen, damit das Rudel versorgt ist, falls wir länger wegbleiben.“

Ich lächle.

Er lächelt zurück, ein wenig zu hoffnungsvoll.