✨ christmas in a bar with Joey Batey ✨
AsIn einer vollen Bar zu sitzen, fühlte sich auf so vielen Ebenen so falsch an. Zum Glück hatte ich meine Freunde dabei. Y/f/n1 und y/f/n2 unterhielten sich, während ich uns mit zitternder Stimme drei Bier bestellte.
Im Dezember Geburtstag zu haben, war für mich so gut, wie kein Problem. Die meisten waren mit Weihnachten beschäftigt, die meisten Orte, wo man hätte feiern können, überfüllt oder sogar ausgebucht, die meiste Aufmerksamkeit lag nicht auf mir- perfekt. Dieses Jahr hatten es meine Freunde allerdings geschafft, uns an einem Samstag Abend in einer kleinen Bar in Berlin einen Tisch zu organisieren.
Ich war nervös, natürlich war ich nervös. Menschen redeten ohne Unterlass, während im Hintergrund Weihnachtsmusik dudelte, die ich noch nie gehört hatte und immer wieder ein Schwall Zigarettenqualm aus der Raucherecke zu uns rüber zog. Zum Glück war es dunkel und nur mit gemütlich warmen Weihnachtslichtern ausgeleuchtet. Ich dankte den Betreibern innerlich dafür, dass sie auf blinkende, bunte Lichterketten verzichtet hatten. In dem kleinen Raum mit zwei verschiedenen Ebenen- wir saßen auf der etwas erhöhten am Rand- fanden drei Weihnachtsbäume Platz, die schlicht und traditionell in rot und gold geschmückt waren. Ich verlor mich zwischen den Kugeln, als mich y/f/n1 mit dem Ellenbogen anstieß und zurück ins Treiben der Bar holte.
"Guck Mal...", sie deutete Richtung Bühne, schmunzelte und zog eine Augenbraue hoch. Ich sah über die Köpfe der Menschen zu der kleinen Bühne, die uns gegenüber auf der unteren Ebene aufgebaut war, und blickte in viele Gesichter, die gerade dabei waren, Instrumente aufzustellen und Kabel zu verlegen.
"Was?", wollte ich verwirrt wissen. Y/f/n1 warf y/f/n2 einen Blick zu und sie begannen zu kichern.
"Was?", ich wurde jetzt nervös.
"Sie hat ihn noch nicht gesehen.", meinte y/f/n2 und sah zur Bühne.
"Wen hab ich noch nicht gesehen? Was ist denn?"
Y/f/n1 lachte: "Glaubst du, sie fällt in Ohnmacht?"
"Ihr seid-"
"Hello-", unterbrach mich eine leise Stimme, es quitschte und schnarrte, bevor ein klareres "Sorry, sorry. Hi!" zu hören war. Ich sah hinüber zur Bühne, auf der die band nun fertig für den Auftritt schien. In der Mitte am Mikrofon stand im Scheinwerferlicht...
"Oh mein Gott..", brachte ich hervor und alles um mich herum wurde still. Entfernt hörte ich y/f/n1 und y/f/n2 kichern, während ich versuchte, zu atmen.
"Wir..", er räusperte sich und zupfte an seinem dunklen Weihnachtspullover herum, "Wir sind The Amazing Devil."
Applaus. Ich atmete... ein und aus. Ein und aus.
"Okay.. okay. Ready? Okay. One, two, three..."
Oh. Mein. Gott!
Mir wurde etwas schwindelig. War ich wirklich hier? Träumte ich?
Uns wurden drei Gläser Bier auf den winzigen runden Tisch gestellt und nur mit Mühe konnte ich mich von seinem Anblick reißen, um mit den anderen beiden anzustoßen. Um uns herum wurde es wieder lauter.
"Happy Birthday, Y/n!"
Wir nahmen einen Schluck und sie grinsten mich breit an, während ich immer wieder zur Bühne sah, nur um mich zu vergewissern, dass da tatsächlich Joey Batey auf der Bühne stand und mit leiser, ruhiger Stimme sang. Hier. In Berlin. Was machte er hier?
"Ihr wusstet, dass sie hier auftreten?", brachte ich schließlich hervor. Sie nickten und ich fluchte.
"Alles okay?", wollte y/f/n1 besorgt wissen.
"Ja.. ja.", ich nahm noch einen Schluck Bier, einen großen Schluck, "Was soll sein?"
"Du bist ziemlich... blass.", jetzt schmunzelte sie wieder.
Ich sah zwischen ihr, y/f/n2 und Joey hin und her, bevor ich mich zu ihnen beugte. "Ihr wärt auch blass, wenn nicht Mal 20 Meter weiter euer Crush auf der Bühne singen würde!", zischte ich.
"Ich würde mich dichter ran setzen.", entgegnete y/f/n2.
"Ich würde nach einem Foto mit ihm fragen.", grinste y/f/n1.
Ich sah sie kommentarlos an und nahm wieder einen Schluck Bier. Sie lachten, während ich versuchte, mich unter Kontrolle zu bringen. Das passierte nicht wirklich, nein. Nein!
Nach dem zweiten Bier und 5 weiteren Songs, fühlte es sich alles doch ganz in Ordnung an. Die Nervosität, war zu einem angenehmen Kribbeln im Bauch zusammengeschrumpft. Vertieft in die Musik, sah ich zu ihm hinüber. Zwischen eignen Songs spielten sie auch Weihnachtslieder (die man kannte), sodass die Stimmung perfekt war. Dann fiel es mir auf: Er war allein.
"Er ist allein.", bemerkte ich und sah beide an, "Sonst singt er zusammen mit Madeleine. Aber er ist allein."
"Ist das schlecht?", wollte y/f/n2 wissen.
Der Abend ging voran und ich war betrunken, die Menge laut und die band schon so lang auf der Bühne, dass alles ineinander verschwamm und sie sich in die Atmosphäre der Bar einreihten. Ich würde lügen, wenn ich nicht immer noch überwältigt von seiner Anwesenheit und seiner Stimme war, aber ich konnte wieder Gespräche mit y/f/n1 und y/f/n2 führen und an andere Dinge denken. Und das war einfach die perfekte Mischung.
Es sollte nicht aufhören, aber sie sangen ihr letztes Lied. Ich löste mich aus dem Gespräch der beiden und sah ihm jetzt wieder entgegen. Er hatte auch schon einige leere Gläser neben sich stehen. Die langen Haare fielen ihm immer wieder ins Gesicht und mittlerweile hatte er es aufgegeben, sie weg zu wischen.
Das letzte Lied kannte ich nicht. Es war ruhig, nur er und seine Gitarre. Ab und an setzten die anderen mit ein. Er hatte die Augen fast die ganze Zeit geschlossen und als der letzte Ton klang, war es wieder still in der Bar. Alle sahen zu ihm hinüber. Als er von seiner Gitarre aufsah und in die Runde blickte, schien er nervös. Vorsichtig lächelte er und endlich begann die erste Person mit dem Klatschen. Ich setzte mit ein und es wurde immer lauter, sodass ich mich traute, zu jubeln. Es stach trotzdem klar aus dem Geräuschpegel heraus und sein Blick schnellte in meine Richtung. Für einen Moment glaubte ich, dass sein Blick meinen gefunden hatte. Ich brach abrupt das Jubeln ab und sein Lächeln wurde für einen winzigen Moment breiter. Ich konnte nicht anders, als mit zu lächeln.
"Danke!", sagte ich in Richtung y/f/n1 und y/f/N2 ohne ihn aus den Augen zu lassen, während er sich bedankte und verabschiedete, "Das war ein perfektes Geburtstagsgeschenk!"
Die band begann, abzubauen und ich war eine der letzten, die noch klatschte. Die letzte. Sein Blick fuhr amüsiert nach oben, bevor ich es realisieren konnte und schnell meine Hände senkte. Aber zu spät. Wieder fanden seine blauen Augen meine. Und dieses Mal so unmissverständlich direkt, dass es mir den Atem aus der Lunge schlug.
Alle Lichter gingen aus.
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Unfreiwillig wurde er aus dem Bann ihres Blickes gerissen, als um ihn herum alle Lichter aus gingen. Nur das grüne Flimmern der Notausgangsschilder war zu sehen. Für einen Moment war es toten still. Dann wurden aufgeregte Stimmen laut. Noch lautere Stimmen versuchten darüber hinweg Anweisungen zu geben.
Er hielt sich am Rand, während sich die Bar immer mehr leerte und wieder ruhiger wurde. Kerzen flammten auf. Jemand erklärte, dass es wohl ein Stromausfall wäre, aber das bald wieder richtig gestellt sein sollte und sie während dessen mit Kerzenschein und Taschenlampen die gemütlichste Bar Berlins sein würden.
Schmunzelnd warf er einen Blick in den Raum. Mit den Kerzen konnte er langsam wieder Umrisse und sogar Gesichter erkennen. Er wusste nicht warum, aber seine Augen suchten nach diesem Blick mit einer Hoffnung, die nicht zur Situation passte. Warum sollte er darauf hoffen, dass sie noch da war? Eine Fremde? In einem für ihn fremden Land? Seine Gedanken wurden unterbrochen, als er sie fand und sein Herz einen Satz machte. Sie war damit beschäftigt, sich und ihren Freunden den Tisch mit Kerzen auszuleuchten. Der orange Schein in ihrem Gesicht ließ sie fast malerisch wirken. Als gehöre die Szene auf eine Leinwand und nicht in eine kleine Bar einer riesigen, unruhigen Stadt.
"Bleiben wir noch hier?", wollte Catherine wissen und er riss sich wieder von ihr los.
"Na klar.", sagte er und zwang sich zu einem Lächeln. Er hatte eigentlich keine Lust- keine Lust, sozial zu sein, keine Lust, von Fremden angequatscht zu werden, aber so, wie er die Leute hier einschätze würde, würde letzteres wahrscheinlich nicht passieren, schon gar nicht bei diesen Umständen. Eines der Dinge, die er an solchen Auftritten in unbekannten Bars liebte. Die Menschen ließen einen in Ruhe.
Sie suchten sich einen freien Tisch, von denen es nun einige gab, als alles abgebaut und verstaut war und bekamen ein Getränk aufs Haus. Eins. Er liebte es. Die anderen begannen Gespräche miteinander. Immer wieder wurde er auch mit eingebunden und er versuchte es wirklich- er versuchte die Zeit mit ihnen zu genießen, aber er war müde und geriet immer öfter und länger in das Zuhören. Sein Blick strich gedankenverloren durch die Menge- er hatte jetzt sicher 20 Minuten lang nichts mehr gesagt. Er atmete tief ein und aus und trank den letzten Schluck Bier aus, bevor er aufstand.
"Joey!", Catherines Hand lag an seinem Arm, "Wo willst du hin?"
"Ich geh nur auf die Toilette, Cath.", er lachte und tätschelte ihre Hand, "Keine Sorge."
Sie lächelte zwar, aber es wirkte etwas zurückhaltend. So sehr er es ihr auch dankte, langsam ging ihm das Mitgefühl und die Sorge auf die Nerven und immer wieder erwischte er sich dabei, wie er mit dem Gedanken spielte, sich in ein Flugzeug zu setzen und weg zu fliegen. Egal wohin. Hauptsache weg. Wo er niemanden kannte und wo ihn niemand kannte.
Als er sich einen Weg zur Toilette bahnte, wurde er angesprochen. Nicht nur ein Mal. Offenbar hatten die Menschen nur darauf gewartet, ihn allein zu erwischen und mit jeder Person mehr war sein Lächeln gezwungener und es tat ihm ein wenig um den letzten Leid, der nur noch seine kühle Höflichkeit abbekam. Er machte ein paar Fotos, hielt den small talk kurz und ging weiter.
Eine leise Melodie drang durch die Bargeräusche zu ihm durch und ließ ihn innehalten. Durch seinen Magen schoss ein warmes Kribbeln. Verwundert ließ er seinen Blick durch die Menge streifen und fand sie. Es war sie! Ein Schmunzeln legte sich auf seine Lippen. In dem Moment stieß eine ihrer Freunde sie am Oberarm an und sie hörte auf zu singen. Sah jetzt vorsichtig zu ihm hinüber und ihre Blicke begegneten sich. Schon wieder. Hastig sah sie weg und er glaubte zu erkennen, wie sich Ohren rot färbten. Als er sich anwandte, spürte auch er die Hitze in seinem Gesicht. Und das Lächeln, das nicht verschwinden wollte.
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Mein Herz pumpte ein bisschen zu schnell und mir wurde übel. Die Blicke bildete ich mir ganz sicher nur ein. Als ich einen Blick über meine Schulter warf, entdeckte ich wunderschöne Gesichter. Es war leicht, zu glauben, dass er nicht mich, sondern jemanden hinter mir angesehen hatte. Y/f/n1 und y/f/n2 machten es mir allerdings schwer, dieser Lüge zu glauben.
"Er hat dich gehört!"
"Das wäre schrecklich.", murmelte ich.
"Und angesehen. Wie oft?"
"Oft!"
"Das ist so nicht passiert.", sagte ich hastig und versuchte, vom Thema abzulenken, "Es ist dunkel und es läuft auch keine Musik mehr. Wollen wir gehen?"
"Nicht, bevor du seine Nummer hast!", rief y/f/n1 etwas zu laut. Ich warf ihr einen warnenden Blick zu und ihre Gesichtszüge wurden jetzt sanft, "Ich verstehe, dass du Angst hast, aber du wirst es bereuen, wenn du nicht zu ihm hinüber gehst."
"Er könnte auch zu mir kommen.", entgegnete ich und lachte innerlich über mich. "Er hat ganz sicher nicht mich angesch-" Mein Blick fand ihn wieder in der Menge und der Schlag in meinen Magen unterbrach mich.
"Ich will dich zu nichts zwingen.."
"Danke.", murmelte ich, gefangen von diesem malerischen Anblick: Joey Batey, auf einen Tisch gestützt, vor ihm eine Kerze, die warm sein Gesicht erhellte und die Glitzerfäden in seinem Weihnachtspullover zum Funkeln brachte. Sein Drei-Tage-Bart. Seine Lippen...
Etwas regte sich in mir. War das Mut? Mein Po rutschte von dem hohen Barhocker, meine Füße erreichten den Boden, ich würde zu ihm rüber gehen und-
Sie gingen. Sie standen auf und gingen!
Nein.
"Jetzt ist deine Chance weg. Es sei denn, du rennst hinterher.", lachte y/f/n2, trank den letzten Schluck und machte sich mit einer festen Umarmung als Verabschiedung auch auf den Weg nach Hause.
Mein Herz stolperte etwas, als ich ein Bandmitglied nach dem anderen verschwinden sah. Und zuletzt Joey.
Dreh dich um! Dreh dich um und guck jemand hinter mir an!
Er war in der Tür!
Dreh dich um!
Aber nichts.
Mit einem dumpfen Gefühl in der Brust, stand ich da und starrte zur leeren Tür. Das sollte es jetzt gewesen sein?
Y/f/n1 schob mir mein Glas Wasser hin. Mitleid stand in ihrem Gesicht. Aber sie sagte nichts zu meinem Versuch, zu ihm hinüber zu gehen.
"Wir sollten uns auch auf den Weg machen.", sagte sie vorsichtig, "Es ist wirklich spät."
Ich trank mein Wasser aus und mit dem ekelhaften Gefühl, eine Chance verpasst zu haben, trat ich nach draußen. Sofort zog ich mir die Jacke enger um meinen Körper, obwohl ich wusste, dass es nicht gegen die Kälte helfen würde. Schnee traf mich kalt und hart im Gesicht, bevor er schmolz.
"Welches Lied war dein liebstes?", wollte y/f/n1 mich offenbar ablenken. Mehr oder weniger. Schließlich hatte Joey Batey drinnen gesungen.
Trotzdem huschte ein Schmunzeln bei dem Gedanken an das eine Lied über meine Lippen: "Ich habe es heute zum ersten Mal gehört, ich hab den Titel vergessen.."
"Sing es!"
"Nein!"
"Sing es!"
Ich sah mich um, wir waren zwar nicht allein, aber wir waren in Berlin- niemand hier kannte mich, also wagte ich es. Leise begann ich, die Melodie zu summen, die in meinem Kopf fest steckte. Sie rutschte dichter an mich ran und ich traute mich, leise zu singen.
"Ach das!", sagte sie und nickte heftig, "Ja! Das war-"
Wir wurden unterbrochen, als sich jemand halb vor uns stellte. Sofort fasste ich nach ihrem Arm und ging ein paar Schritte rückwärts. Die andere Hand in meiner Jackentasche umfasste fest meine Schlüssel. Als ich ihm in die blauen Augen sah, hätte ich beinahe gekotzt.
"Hi..hi.", er runzelte die Stirn und ging selbst ein paar Schritte zurück, bevor er auf Englisch fort fuhr, "Sorry. Ich wollte euch nicht erschrecken, tut mir Leid, ich uhm.. ich-"
Ich hielt y/f/n1 immer noch fest. Ich hielt sie sogar fester. Sie schlug mir, so gut sie konnte, mit der Hand gegen den Oberschenkel und ich wusste, was sie mir damit sagen wollte.
"Das ist mir unglaublich peinlich, aber uhm..", stammelte er und sah immer wieder zur Seite weg. Wäre ich nicht so gefesselt von ihm, wäre ich seinem Blick gefolgt. Schneeflocken verfingen sich in seinen Wimpern, das Rot seiner Wangen hob sich von seiner blassen Haut an und seine Augen.. seine blauen Augen..sie strahlten.
Vor uns stand Joey Batey und stammelte immer mehr Worte vor sich hin, ohne einen Satz hervor zu bringen. Seine roten Wangen wurden nun dunkler. Es war nicht mehr nur die Kälte, die ihn erröten ließ.
Joey Batey sprach mit uns und wurde dabei rot.
"Du bist Joey!", brachte y/f/n1 hervor, als er zum 10. Mal seinen Satz abgebrochen hatte, "Du hast gerade in der Bar gesungen!"
Er sah uns nach einander in die Augen und brachte ein kurzes Lächeln hervor: "Ja, ja. Hi!"
Sie schlug mir wieder gegen den Oberschenkel und ich ließ sie los, um zurück zu schlagen.
"Hi!", sagte sie etwas zu laut.
Ich konnte ihm nur entgegen lächeln und es verlangte mir alles ab. Mein Magen drehte sich um und als ich tief Luft holte, bemerkte ich, dass ich die Luft angehalten hatte. Sein Lächeln wurde etwas breiter, bevor er wieder zur Seite sah und dieses Mal schaffte ich es, seinem Blick zu folgen. Eine Gruppe stand an einem Transporter und sah zu uns hinüber. Es war der Rest der band. Als ich wieder zu ihm sehen wollte, sah er mich schon an und es fühlte sich an, wie ein Schlag in den Magen.
"Okay..", sagte er und lachte unsicher auf, fasste sich in den Nacken und leckte sich über die Lippen. Was zum Teufel passierte hier gerade?
"Fuck it.", murmelte er leise und richtete seinen Blick wieder auf mich, "Ich...wir haben dich gerade singen hören und ich- ich meine wir haben uns gefragt, ob du vielleicht bei einer Probe von uns dabei sein wollen würdest?"
Er sah zwischen uns hin und her, ein schüchternes Lächeln auf den Lippen. Es dauerte eine Ewigkeit, bis die Informationen richtig bei mir ankamen.
"Wa- was?", brachte ich schließlich hervor.
Wow. Wow!!
Er lachte kurz auf und fasste sich wieder in den Nacken, sah auf den Boden vor seinen Füßen. "Das ist so bescheuert..", murmelte er, bevor er wieder aufsah und etwas sagen wollte, aber ich kam ihm zuvor.
"Ja!"
Ich spürte y/f/n1 an meinem Ärmel ziehen. Joey lächelte erleichtert.
"Ja?", fragte er nach, seine Ohren waren jetzt auch dunkelrot und je länger er meinen Blick hielt, desto wärmer wurden meine Wangen.
"Ja..", sagte ich und lächelte zurück, "Ja, warum... warum nicht?"
"Cool! Cool.."
Stille entstand, in der wir uns einfach nur anstarrten. Mir wurde warm.
"Wo und wann wäre denn die Probe?", unterbrach y/f/n1 die Stille und ich riss meinen Blick von ihm los.
"Ja, uhm.. würdet ihr kurz hier warten?"
"Na klar!", antwortete y/f/n1 für uns und als ich wieder auf sah, spürte ich mein Herz rasen.
"Nicht verschwinden, ja?", sagte er schmunzelnd und ich nickte. Als er seiner band entgegen joggte, wurde mir übel und ich spürte mit einem Ruck die Schwerkraft.
"Oh mein Gott, Y/n!", zischte mir y/f/n1 zu und hielt mich am Arm. Sie wollte noch etwas sagen, aber alles, was sie hervorbringen konnte, war immer und immer wieder ein "Oh mein Gott!"
Als er wieder zurück kam, versuchte ich irgendwie meinen Körper am Laufen zu halten. Etwas außer Atem blieb er vor uns stehen. Rote Wangen und breit lächelnd hielt er mir einen Zettel hin. Ich nahm ihn an und warf einen Blick darauf. Es war eine Adresse und Uhrzeit darauf gekritzelt. Ein paar Schneeflocken hatten schon nasse Flecken hinterlassen. Morgen. Morgen!
"Meine Schrift ist furchtbar.."
"Nein!", sagte ich hastig, ich hatte Mühe, sie zu entziffern, "Nein, gar nicht."
"Du lügst.", lachte er und ich musste auch lachen.
"Morgen?"
Er nickte und lächelte schief: "Das ist sehr kurzfristig, ich weiß, aber ich- wir hoffen wirklich, dass du-"
"Das ist perfekt!", unterbrach ich ihn.
"Toll! Dann... dann sehen wir uns morgen?"
"Dann sehen wir uns morgen.", ich nickte und sein Lächeln wurde immer breiter.
"Perfekt..", sagte er und sah jetzt y/f/n1 an, "Komm auch vorbei, wenn du willst, wir würden uns freuen!"
"Dankeschön!", gab sie zurück und nickte.
"Okay!", sagte er, leckte sich über die Lippen und strich sich über die Wangen, "Okay.."
"Tschüss!", sagte ich und er blinzelte etwas verwirrt, bevor er wieder nickte und lächelte. Ich fluchte in mich hinein.
"Einen schönen Abend noch, ihr zwei."
Er kam auf uns zu, während wir schon weg gingen, dann ging ich auf ihn zu, aber er lief schon rückwärts zurück zu den anderen. Und schließlich verblieben wir dabei, uns grinsend zu zu winken.
"Moment!", rief er und blieb stehen, "Wie-", er lachte, "Wie heißt ihr?"
"Ich bin y/f/n1 und das ist y/n!"
Er nickte und winkte uns wieder zu. Der Moment dauerte etwas zu lang, aber schließlich schafften wir es, die Begegnung zu beenden. Erst, als wir in die U-Bahn Station liefen, wagte ich es, darüber zu reden. Mehr oder weniger.
"Verdammte Scheiße, heilige...", murmelte ich und starrte auf den Zettel in meinen zitternden Händen, bevor ich zu y/f/n1 auf sah: "Sag mir, was da grade passiert ist. Sag mir, dass ich mir das nicht eingebildet habe."
"Joey Batey hat dich zu seiner Bandprobe eingeladen."
"Oh mein Gott..."
"Weil er dich singen gehört hat."
"Nein.."
Mein Herz raste und Tränen schossen mir in die Augen: "Ich kann da nicht hingehen."
"...was?!", y/f/n1 zog mich durch uns entgegen kommende Menschen zum Rand an die Wand, "Was meinst du damit, du kannst da nicht hingehen."
"Ich kann nicht hin!", wiederholte ich und schüttelte den Kopf. Drückte ihr den Zettel auf die Brust, "Nein. Nein. Ich kann gar nicht singen, das ist ein riesiger Fehler, ich kann nicht."
Sie nahm den Zettel und steckte ihn mir in die Jackentasche: "Ich werde es auf keinen Fall zu lassen, dass du dir das entgehen lässt."
Sie zog mich weiter und griff mir wieder in die Jackentasche, um sich den Zettel zurück zu holen: "Den nehme lieber ich."
"Und wenn ich in Ohnmacht falle? Oder... kotze?"
"Dann wird er dich auf eine Bank legen und dir die Stirn mit einem kalten Lappen abtupfen."
"Hör auf."
"Erst, wenn du aufhörst!"
"Das ist echt.."
Es war mehr, als echt, sonst hätte ich die Nacht nicht wach gelegen. Die Sonne ging schon auf, da fielen meine brennenden Augen endlich zu.