Kapitel 1 - Eliora
Die Welt reißt auf. Für einen einzigen, schwindelerregenden Moment fühlt es sich an, als würde mein Körper gleichzeitig aus Licht und aus Staub bestehen, als würde jede Zelle meines Körpers auseinandergezogen und wieder zusammengesetzt werden, während Magie wie ein Sturm durch meine Adern jagt.
Dann stoße ich hart auf festem Boden auf. Die Luft entweicht aus meiner Lunge. Ich brauche einen Moment, um überhaupt zu begreifen, dass ich wieder atme. Kalter Wind schlägt mir entgegen, rau und fremd, und ich stütze mich mit beiden Händen auf den feuchten Boden, während mir schwindlig wird. Mein Kopf pocht noch immer von der Magie, die uns durch das Portal geschleudert hat.
Verdammt.
Ich hasse Portale.
Langsam richte ich mich auf, wische mir eine Strähne aus dem Gesicht und versuche, meine Beine davon zu überzeugen, dass sie jetzt bitte nicht einfach nachgeben sollen.
„Beim Himmel…“, murmele ich leise und schließe kurz die Augen. Das letzte, was ich bewusst gesehen habe, war der graue Himmel über Schottland.
Die Menschenwelt. Der Geruch von Regen auf Asphalt, die Geräusche der Stadt in der Ferne, all diese normalen Dinge, die sich plötzlich unfassbar weit entfernt anfühlen. Jetzt riecht die Luft nach feuchter Erde, nach Nebel und nach etwas Älterem.
Magie.
Ich hebe den Kopf. Und bleibe stehen. Vor mir erhebt sich Kilvaris. Für einen Moment vergesse ich sogar, wie erschöpft ich bin. Die Akademie liegt auf einer Anhöhe, umgeben von einem dunklen Wald, der sich wie eine lebendige Mauer um das Tal zieht. Nebel hängt zwischen den Bäumen und kriecht langsam über den Boden, als hätte selbst der Wald beschlossen, diesen Ort nicht ganz preiszugeben.
Die Mauern der Akademie sind alt. Nicht einfach nur alt. Uralte Türme aus dunklem Stein ragen in den Himmel, ihre Spitzen verschwinden teilweise im Nebel, während Efeu sich wie Adern über das Mauerwerk zieht. Hohe Fenster liegen im Schatten der Türme, und das schwere Tor am Fuß der Anlage wirkt so massiv, dass ich mir nicht einmal sicher bin, ob es sich überhaupt bewegen lässt.
Für Menschen wäre dieser Ort unsichtbar. Sie würden hier nur Wald sehen. Dichten, grauen, endlosen Wald. Doch hinter diesem Schleier liegt Ethrísia. Und mitten darin erhebt sich Kilvaris.
Ich lasse langsam die Luft aus meinen Lungen entweichen. „Okay“, murmele ich. „Das ist…“ Mein Blick wandert über die dunklen Türme. „… ehrlich gesagt ziemlich gruselig.“
Neben mir bewegt sich mein Vater. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass er mir direkt gefolgt ist, bis seine Hand sich sanft auf meine Schulter legt.
„Mein wunderbares zweitgeborenes Kind“, sagt er mit dieser ruhigen, tiefen Stimme, die selbst dann noch Autorität ausstrahlt, wenn er kaum lauter als ein Flüstern spricht.
Ich drehe den Kopf und sehe zu ihm auf. Seine blauen Iriden wirken im kalten Licht dieses Ortes noch heller als sonst.
„Deine Mutter und ich sind stolz auf dich. Denk daran“, fährt er fort und drückt meine Schulter kurz, „wenn du diese Akademie betrittst, wirst du nicht nur für dich selbst hier sein.“
Sein Blick gleitet über die Mauern von Kilvaris. „Du wirst für unser gesamtes Volk stehen.“
Ich ziehe eine Grimasse und starre wieder zu den Türmen. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht…“, murmele ich und verschränke die Arme vor der Brust. Der Wind zerrt leicht an meinen Haaren. „Irgendwie sieht es hier super gruselig aus.“
Mein Vater folgt meinem Blick. Ein kleines Lächeln erscheint auf seinem Gesicht. „Ja“, sagt er ruhig. „Da hast du recht.“
Sein Blick bleibt einen Moment lang auf der Akademie liegen. „Es ist alt.“ Er atmet langsam aus. „Sehr alt. Diese Akademie war über fünfzehnhundert Jahre verschlossen.“
Ich ziehe eine Augenbraue hoch. „Na großartig.“
Er lacht leise. „Aber es ist wichtig, dass du hier bist.“
Ich drehe mich zu ihm und verschränke die Arme fester. „Ich würde ehrlich gesagt lieber wie Arelio an der Front stehen“, sage ich. „Du weißt, dass ich kämpfen kann, Vater.“
Sein Blick wird ruhig. „Ja. Das wissen wir.“ Dann hebt er leicht eine Braue. „Aber du hast die letzten Jahre in der Welt der Menschen verbracht. Du hast dort gelernt, gelebt und dich angepasst.“ Seine Stimme wird etwas ernster. „Du kennst ihre Welt.“
Ich zucke mit den Schultern. „Und?“
Er sieht mich ruhig an. „Aber du kennst unsere noch nicht.“
Ich schnaube. „Das hat Arelio auch nicht.“
Ein schwaches Lächeln erscheint auf seinem Gesicht. „Dein Bruder ist mit unserer Geschichte aufgewachsen. Und er hat bereits mehr Kämpfe gesehen, als ich dir jemals erzählen wollte.“
Ich schweige. Der Wind rauscht durch die Bäume hinter uns. Dann legt mein Vater seine Hand wieder auf meine Schulter.„Vertrau auf dich selbst“, sagt er ruhig. „So wie wir auf dich vertrauen.“
Sein Blick wird einen Moment lang ernster.„Die Aurelianer brauchen starke Stimmen.“ Er lächelt leicht. Dann wird seine Miene plötzlich wieder ernst. „Aber ich muss dich um eines bitten. Halte dich von den Noctari fern.“
Ich verdrehe die Augen. „Vater—“
„Eliora.“ Allein die Art, wie er meinen Namen ausspricht, reicht aus, um mich verstummen zu lassen. „Bitte.“ Seine Stimme ist jetzt ruhiger. „Tu mir diesen Gefallen.“
Ich sehe ihn einen Moment lang an. „Freunde dich mit Aurelianern an“, fährt er fort. „So viele wie möglich. Ihr müsst ein Bündnis werden.Von mir aus auch mit den Arkanerben.“
Ich nicke langsam.
Dann sieht er noch einmal zu den dunklen Mauern von Kilvaris. „Aber die Noctari… Und die Koyari.“ Sein Blick kehrt zu mir zurück. „Halte Abstand.“
Ich sehe wieder zur Akademie. Zu den Türmen. Zum Nebel. Zu dem schweren Tor, das aussieht, als hätte es seit Jahrhunderten niemand geöffnet. Und irgendwo tief in meinem Bauch sagt mir ein leiser Instinkt, dass mein Vater gerade etwas verlangt, das sehr viel schwieriger werden könnte, als er glaubt.
Ich lächle trotzdem schief. „Du weißt schon“, murmele ich, „dass ich nicht besonders gut darin bin, mich von Ärger fernzuhalten.“
Für einen Moment sieht er mich einfach nur an. Dann seufzt er. „Ja.“
Ein kleines, resigniertes Lächeln erscheint auf seinem Gesicht. „Das weiß ich.“
-
Kaum haben wir das gewaltige Tor von Kilvaris durchschritten, verändert sich die Atmosphäre um mich herum so deutlich, dass ich einen Moment brauche, um überhaupt zu begreifen, was mit mir geschieht, denn der Innenhof der Akademie ist bereits von Familien, Erben und Lehrern erfüllt, deren Stimmen, Schritte und gedämpfte Gespräche zwischen den uralten Mauern widerhallen, während sich über allem eine gespannte, beinahe elektrische Stimmung ausbreitet, die so dicht in der Luft liegt, dass sie sich beinahe greifen lässt.
Doch noch bevor ich die einzelnen Gesichter wirklich wahrnehme, noch bevor ich unterscheiden kann, wer zu welchem Haus oder zu welcher Blutlinie gehört, trifft mich etwas anderes.
Gefühle.
Sie drängen mit solcher Wucht gegen meinen Geist, dass mein Atem für einen Augenblick stockt, denn es ist, als hätte jemand sämtliche Tore meiner Wahrnehmung aufgestoßen und die Emotionen all jener Menschen und Wesen um mich herum gleichzeitig in meinen Kopf gegossen.
Angst. Nicht nur die leise Unsicherheit junger Erben, die zum ersten Mal ihr Zuhause verlassen, sondern die tiefe, nagende Furcht von Eltern, die genau wissen, dass ihre Kinder möglicherweise bald in einen Krieg ziehen müssen, dessen Ausgang niemand vorhersehen kann. Ich spüre den Ehrgeiz der jungen Kämpfer, die sich beweisen wollen, den brennenden Stolz alter Familienlinien, die hoffen, dass ihre Namen weiterhin Gewicht tragen werden, und dazwischen liegt immer wieder diese rasende, beinahe unkontrollierbare Wut über den Verrat, der all das ausgelöst hat.
Über das gestohlene Äthersiegel.
Über den drohenden Krieg.
Über die Möglichkeit, dass alles, was unsere Völker in den vergangenen Jahrhunderten aufgebaut haben, wieder in sich zusammenfallen könnte. Die Welle dieser Emotionen trifft mich mit solcher Stärke, dass ich unwillkürlich den Atem anhalte, während sich mein Körper anspannt und mein Herz für einen Moment schneller schlägt, als wäre ich plötzlich mitten in eine Schlacht geworfen worden, obwohl ich doch nur in einem überfüllten Innenhof stehe.
Es ist der Preis meiner Blutlinie. Meine Mutter ist ein Lichtwesen. Mein Vater gehört zu den Himmelswesen. Und in mir vereinen sich beide Kräfte. Mein Bruder Arelio trägt dieselbe Mischung in sich, doch während man es ihm auf den ersten Blick kaum ansieht, verrät mich mein eigenes Gesicht sofort.
Mein Blick streift kurz über eine polierte Fensterscheibe, in der sich mein Spiegelbild schwach erkennen lässt, und dort sehe ich wieder das, was jeder andere ebenfalls sofort bemerkt.
Mein linkes Auge ist eisblau. Klar und kalt wie gefrorenes Wasser, genau wie die Augen meines Vaters und der anderen Himmelswesen. Mein rechtes hingegen ist haselnussfarben, warm und tief, die Farbe meiner Mutter und ihres Volkes.
Zwei unterschiedliche Augen.
Zwei unterschiedliche Linien.
Und damit ein Zeichen, das keinen Zweifel daran lässt, wer ich bin. Auch mein Haar trägt dieses Erbe in sich, denn es fällt mir lang und schneeweiß über die Schultern, so hell, dass es im Licht beinahe silbern wirkt, genau wie bei vielen Lichtwesen und Himmelswesen, deren Erscheinung oft von dieser unnatürlichen Helligkeit geprägt ist, die sie selbst unter Menschen niemals wirklich verbergen können.
Doch im Moment interessiert mich mein Aussehen kaum, denn die Emotionen um mich herum drücken weiterhin gegen meine Sinne, und für einen kurzen Augenblick habe ich das Gefühl, als würde ich in einem Sturm aus fremden Gedanken und Gefühlen stehen, der mich jeden Moment mit sich reißen könnte.
Mein Vater bemerkt es sofort. Seine Hand legt sich ruhig auf meinen Arm, und als ich den Kopf zu ihm drehe, begegnet mir dieser vertraute, klare Blick, der schon immer die Fähigkeit besessen hat, mich wieder auf den Boden zurückzuholen.
„Eliora“, sagt er ruhig, und allein mein Name reicht aus, um meine Aufmerksamkeit zu bündeln. Seine Stimme ist weder laut noch streng, und doch trägt sie diese natürliche Autorität in sich, die ihn seit Jahren zu einem der Anführer unseres Volkes gemacht hat. „Das ist völlig normal.“
Ich zwinge mich zu einem langsameren Atemzug, während ich noch immer spüre, wie die Gefühle der anderen gegen meine Wahrnehmung drücken.
„Du darfst nicht vergessen“, fährt er fort, während seine Hand kurz meinen Arm drückt, „dass deine Sinne stärker reagieren als die der meisten anderen. Du musst lernen, die Gedanken und Emotionen um dich herum nicht aufzunehmen, sondern sie an dir vorbeiziehen zu lassen.“
Ich nicke leicht, obwohl mein Kopf noch immer von dem inneren Lärm erfüllt ist. „Lass sie abprallen“, sagt er leise.
Seine Worte erinnern mich an etwas, das meine Mutter mir schon als Kind beigebracht hat, lange bevor ich wirklich verstanden habe, warum meine Wahrnehmung so anders funktioniert als die der meisten anderen.
Langsam schließe ich die Augen. Für einen kurzen Moment lasse ich den Innenhof von Kilvaris aus meinem Bewusstsein verschwinden und konzentriere mich stattdessen auf das ruhige, warme Licht, das tief in meinem Inneren liegt, auf jene Kraft, die ich von meiner Mutter geerbt habe und die mir immer wieder hilft, mich selbst zu ordnen, wenn die Welt um mich herum zu laut wird.
Leise beginne ich in Gedanken die Worte zu sprechen, die sie mir damals beigebracht hat.
Mens aliena non mea est.
(Fremde Gedanken gehören nicht mir.)
Lux mea fortior est.
(Mein Licht ist stärker.)
Sententiae transeant sicut ventus.
(Die Gefühle sollen vorüberziehen wie der Wind.)
Cor meum in luce manet.
(Mein Herz bleibt im Licht.)
Ich wiederhole die Worte langsam, während ich mich auf dieses innere Leuchten konzentriere, das sich wie eine ruhige, warme Sonne in meiner Brust ausbreitet und nach und nach die fremden Emotionen zurückdrängt.
Sie verschwinden nicht vollständig. Das werden sie niemals. Doch ihre Schärfe verliert sich. Die Angst wird zu einem entfernten Flüstern. Die Wut klingt ab wie ein Echo. Der Ehrgeiz der anderen bleibt spürbar, doch er drängt sich nicht länger in meine eigenen Gedanken.
Als ich schließlich die Augen wieder öffne, wirkt der Innenhof von Kilvaris plötzlich ruhiger, als hätte jemand einen dichten Vorhang zwischen mich und die Gefühle der anderen gezogen.
Mein Vater mustert mich einen Moment lang aufmerksam, bevor ein kleines, zufriedenes Lächeln über sein Gesicht huscht. „Besser?“
Ich atme langsam aus und lasse meinen Blick über die gewaltigen Mauern der Akademie wandern, über die Familien, die sich noch immer im Hof versammeln, und über die hohen Türme, deren Spitzen im Nebel verschwinden. „Ja“, sage ich schließlich ruhig. „Deutlich besser.“
Er nickt leicht und richtet seinen Blick wieder auf den Eingang der großen Halle, vor der sich bereits mehrere Lehrer versammelt haben. „Gut“, sagt er schließlich.
Als wir die große Halle betreten, wird mir erst wirklich bewusst, wie gewaltig das Innere dieser Akademie ist, denn der Raum öffnet sich vor uns wie das Herz einer uralten Festung, deren gewölbte Decke sich so hoch über unseren Köpfen erhebt, dass selbst das Licht der Fackeln die oberen Steinbögen nur noch schwach erreicht, während sich der Boden der Halle weit und offen ausbreitet und mühelos Raum für hunderte von Familien bietet.
Vereinzelte Reihen aus schweren Stühlen stehen zwischen den Gruppen, auf denen bereits einige ältere Wesen Platz genommen haben, während die meisten Erben neben ihren Eltern stehen und sich leise unterhalten.
Mein Vater bleibt neben mir stehen, sein Blick wandert kurz prüfend durch den Raum, bevor er sich leicht zu mir beugt. „Ich bin kurz beim Schulleiter“, sagt er ruhig. „Ich bin sofort wieder bei dir.“
Ich nicke. Dann beobachte ich, wie er sich durch die versammelten Familien bewegt, bis er schließlich den Mann erreicht, der einige Schritte vor den anderen Lehrern steht.
Äreva Elvaris. Selbst aus der Entfernung wirkt er ruhig und gefasst, und als mein Vater zu ihm tritt, wechseln sie einige Worte, die ich aus dieser Entfernung nicht verstehen kann. Doch noch während sie sprechen, hebt der Schulleiter für einen kurzen Moment den Blick. Seine Augen finden mich sofort. Er mustert mich nur einen Augenblick lang, als würde er sich etwas einprägen, bevor er meinem Vater einmal knapp zunickt.
Kurz darauf beendet sich ihr Gespräch, und mein Vater kehrt zu mir zurück. „Alles in Ordnung?“, fragt er leise.
„Ja“, antworte ich.
In diesem Moment tritt Äreva Elvaris einige Schritte nach vorne. Die Gespräche in der Halle verebben allmählich, während sich immer mehr Blicke auf ihn richten, bis schließlich eine erwartungsvolle Stille entsteht. Als er zu sprechen beginnt, trägt seine Stimme mühelos durch den gesamten Raum.„Mein Name ist Äreva Elvaris“, sagt er ruhig, während sein Blick über die versammelten Familien und Erben gleitet.
„Und es ist mir eine große Ehre, heute als Leiter dieser Akademie vor euch zu stehen.“ Er macht eine kurze Pause. „Viele Generationen vor uns kannten Kilvaris nur noch aus Erzählungen und alten Chroniken.“
Seine Hände ruhen ruhig hinter seinem Rücken. „Seit über fünfzehnhundert Jahren waren diese Tore verschlossen.“ Sein Blick wird einen Moment ernster. „Heute öffnen sie sich erneut.“
Ein leises Murmeln geht durch den Raum. „Nicht aus Neugier“, fährt er fort. „Und auch nicht aus Tradition. Sondern aus Notwendigkeit. Wie ihr alle wisst, wurde das Äthersiegel gestohlen.“ Die Worte hängen schwer in der Halle. „Ein Artefakt, das seit Jahrhunderten das Gleichgewicht unserer Welt bewahrt.“ Sein Blick gleitet nun über die jungen Erben. „Viele eurer Familien kämpfen bereits an anderen Orten oder haben sich der Suche nach diesem Artefakt angeschlossen. Ihr jedoch seid nicht hier, weil ihr zu schwach seid. Ihr seid hier, weil ihr stark seid. Doch Stärke allein genügt nicht.“
Eine kurze Pause folgt. „Eure Sinne müssen geschärft werden. Eure Fähigkeiten müssen wachsen. Denn der Krieg, der uns möglicherweise bevorsteht, wird schlimmer sein als alles, was unsere Völker seit Jahrhunderten erlebt haben.“
Für einen Moment bleibt es still. Dann fährt er fort. „Bevor wir beginnen, möchte ich den Gründerfamilien danken. Den Linien, deren Vorfahren diese Akademie einst errichtet haben, damit die Spezies unserer Welt gemeinsam lernen, wachsen und sich schützen konnten. Auch wenn unsere Völker sich vor Jahrhunderten voneinander getrennt haben, bleibt dieses Erbe bestehen. Nun möchte ich euch jene vorstellen, die euch in den kommenden Monaten unterrichten werden.“
Seine Hand deutet auf die Lehrer hinter ihm.
„Kevor Duskwa“, sagt er und deutet auf einen breitschultrigen Mann mit dunklem Blick. „Lehrer für Kampf und Taktik.“
„Myrith Velora“, fährt er fort und weist auf eine Frau mit ruhiger, konzentrierter Ausstrahlung. „Lehrerin für Magie, Siegel und Artefaktkunde.“
Sein Blick wandert weiter. „Toren Fenvale.“ Ein großer Koyari tritt leicht vor. „Lehrer für Geschichte, das Alte Reich und Krieg.“
Dann deutet er auf einen weiteren Mann. „Kaelon Solaris. Lehrer für Mentalkräfte.“
Äreva Elvaris wendet sich wieder der versammelten Menge zu. „Zusätzlich zu diesen Lehrern besitzt jedes Gründerwappen eigene Spezialausbilder für Speziestraining. Diese werden euch dabei helfen, die besonderen Fähigkeiten eurer Blutlinien zu verstehen und zu kontrollieren.“
Sein Blick wird wieder ernst. „Die Aufteilung in eure Häuser sollte euch bereits bekannt sein. Aurelianer werden in den Türmen der Akademie wohnen. Die Arkanerben beziehen ihre Gemächer im östlichen Flügel. Die Noctari im westlichen.“ Und die Koyari in den unteren Trakten nahe den Wäldern von Kilvaris.“
Er lässt seinen Blick noch einmal über die versammelten Erben gleiten. „Von diesem Moment an beginnt eure Ausbildung. Und vielleicht“, sagt er schließlich ruhig, „entscheidet genau diese Ausbildung darüber, ob unsere Welt den kommenden Sturm übersteht.“