HOLY BLOOD : The Last Humans

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Summary

Die Welt ist vor 150 Jahren untergegangen. Zerstört von den Menschen selbst. Die wenigen Überlebenden versteckten sich tief unter der Erde—abgeschottet von allem, was draußen noch existieren könnte. Oder… existiert hat. Als Scarlett White Teil eines Forschungsteams wird, das die Oberfläche erkunden soll, glaubt sie an eine tote Welt. Sie irrt sich. Denn sie ist nicht allein dort oben. Etwas hat überlebt. Etwas, das stärker ist als alles, was sie je gekannt hat. Gefangen in einer Welt aus Macht, Instinkt und gefährlichen Regeln, gerät Scarlett in den Fokus eines Mannes, den selbst seine eigenen Leute fürchten. Ein Alpha. Ein König. Ein Monster, das keine Grenzen kennt. Und je näher sie ihm kommt, desto mehr erkennt sie dass manche Dinge schlimmer sind als der Tod. Denn in dieser Welt zählt nur eines: Überleben. Und manchmal… bedeutet das, alles zu verlieren, was man je war.

Status
Ongoing
Chapters
8
Rating
5.0 2 reviews
Age Rating
18+

Unter der Erde




(Scarlett)

Ich lag zwischen seinen Beinen.

Die Decke halb über uns gezogen, die Luft warm, stickig… vertraut.

Seine Hände lagen an meinen Hüften.

Seine Lippen auf meinen.

Für einen Moment gab es keine Welt da draußen.

Keine Oberfläche. Keine Gefahr. Nur ihn.

Jay.

Sein Kuss wurde langsamer… dann stoppte er plötzlich.

Ich spürte, wie sich etwas veränderte.

Er zog sich leicht zurück, sah mich an.

Seine blauen Augen… nicht mehr verspielt.

„Baby… willst du wirklich mit dem Delta-Forschungsteam raus?“

Seine Stimme war leise. Ich hielt seinem Blick stand.

„Jay… ich habe dafür studiert.“

Meine Finger glitten über seine Brust, spürten seinen Herzschlag. Schnell. Unruhig.

„Willst du nicht wissen, ob wir da oben atmen können?“

Ich schluckte leicht.

„Ob es noch… eine Welt gibt?“

Ein kurzer Moment Stille. Dann lächelte ich schwach.

„Ich will das Meer sehen…“

Meine Stimme wurde leiser.

„Die Berge… echten Himmel.“

Ich richtete mich auf, zog die Decke von uns weg.

Die Luft im Raum fühlte sich plötzlich kälter an.

Jay fuhr sich durch die Haare, griff nach seinem Shirt.

„Ja… wenn es sie noch gibt.“

Er grinste schief. Aber es war nicht echt. Ich kannte ihn zu gut.

Er zog sich an, während ich vom Bett rutschte und meine Kleidung zusammensuchte.

„Und wenn du wieder da bist…“

Langsam drehte ich mich zu ihm um.

Er stand da. Barfuß. Das Shirt halb übergezogen. Sein Blick traf meinen.

Er war ernst.

„Dann heiratest du mich.“

Mein Herz stolperte. Für einen Moment… hörte es einfach auf zu schlagen.

Ich nickte. Lächelte ihn an.

„JAA!“

Er kam auf mich zu, legte seine Hände an meine Hüften, zog mich an sich.

„Sehen wir uns nachher?“

Seine Stimme war tiefer. Seine Stirn lehnte kurz gegen meine.

„Ich will dich nochmal… fühlen, bevor du gehst.“

Dann löste ich mich von ihm. Wenn ich noch länger blieb… würde ich es mir anders überlegen. Und das durfte ich nicht…

„Du kommst zurück zu mir.“

Die Tür glitt zischend auf.

Ich drehte mich ein letztes Mal um.

„versprochen.“

Kalter Metallgeruch schlug mir entgegen.

Der Flur war wie immer… lang. steril. still.

Ich lief los. Richtung Schleuse. Richtung Büro meines Vaters.

Meine Schritte hallten leise auf dem Boden.

Ich war Scarlett White. Tochter von Alaric White. Enkelin einer Familie, die diese Welt unter der Erde erschaffen hatte.

Mein Urgroßvater hatte diesen Bunker gebaut.

Für den Fall, dass die Welt oben stirbt. Und sie war gestorben. Zurück blieben wir. Zehn Familien.

Vielleicht zweihundertfünfzig Menschen. Geboren im Dunkeln.

Aufgewachsen ohne Himmel.

Aber ich… Ich würde das ändern.

Ich blieb vor der Tür stehen. Meine Hand lag bereits auf dem Sensor als ich Stimmen hörte.

„Alaric, ich will nicht, dass Scarlett mit diesem Team geht!“

Die Stimme meiner Mutter. Scharf. Zerbrechlich.

Ich erstarrte.

„Es ist zu gefährlich wir wissen nicht, was da oben ist!“

Dann die ruhige Stimme meines Vaters.

„Genau deshalb geht sie.“

Mein Herz schlug schneller. Ich hob die Hand… und klopfte. Ein kurzer Moment.

„Herein.“

Ich öffnete die Tür. Mein Vater saß hinter seinem Schreibtisch.

Meine Mutter ihm gegenüber.

Ihre Augen sofort auf mir. Wut. Angst. Verzweiflung.

„Ah… Liebling, komm rein.“

Seine Stimme war warm.

Ich trat ein und setzte mich neben sie.

„Hey Mom.“

Sie antwortete nicht. Seit einer Woche nicht.

Seit ich entschieden hatte, nach oben zu gehen.

Ihr Blick traf meinen. Ich sah Angst. Echte Angst.

Mein Vater duckte dazwischen.

„Wie lief das Training?“

Seine Stimme war ruhig.

„Gut, Vater.“

Er nickte nur leicht. Dann stand er auf.

Langsam ging er zum Fenster diesem perfekten, künstlichen Fenster. Draußen: grüne Hügel.

Ein Himmel, der nie echt war.

Eine Welt… die wir uns selbst vorgespielt hatten.

Er verschränkte die Hände hinter dem Rücken.

„Scarlett… willst du das wirklich?“

Ich spürte, wie sich etwas in meiner Brust zusammenzog.

„Ja, Vater.“

Keine Sekunde Zögern. Er atmete leise aus.

„Ich kann auch jemand anderen—“

„Nein, Vater.“

Ich stand auf und lief zu ihm.

„Ich will das Dad.“

Kurze Pause.

„Und ich muss.“

Er drehte sich langsam um. Seine grünen Augen trafen meine.

Für einen Moment… war er nicht der Anführer dieser Anlage.

Nicht der Mann, den alle respektierten.

Sondern einfach nur mein Vater.

„Okay.“

„Um 12 Uhr ist der Übergang.“

Mein Herz zog sich zusammen. So bald.

„Ja, Vater.“

Sein Blick wurde härter. Kontrollierter.

„Du bist Kaden unterstellt.“

Ich nickte.

„Du hörst auf ihn. Keine Alleingänge. Du bleibst beim Team.“

Seine Stimme wurde schärfer.

„Ist das klar?“

„Ja, Vater, ich—“

„Ist. Das. Klar?!“

Ich zuckte leicht zusammen. Das tat er sonst nie.

Seine Augen brannten jetzt vor Angst.

„Ich will, dass du wiederkommst.“

Leiser jetzt. Fast… gebrochen. Ich sah ihn an. Ging zu ihm. Und umarmte ihn. Fest.

Sein Körper war angespannt, dann… ließ er los. Seine Arme schlossen sich um mich.

Für einen Moment hielt er mich einfach nur fest.

Als wäre ich noch das kleine Mädchen, das nie über diese Wände hinaus wollte.

Ich löste mich langsam. Seine Augen wirkten müde.

Als hätte er diese Entscheidung schon tausendmal durchdacht…und trotzdem keinen Frieden damit gefunden.

Hinter mir bewegte sich etwas.

Meine Mutter. Sie stand auf. Kein Wort. Nicht einmal ein Blick zurück.

Die Tür glitt auf und schloss sich wieder.

Ich atmete langsam aus. Mein Vater ließ die Hände sinken.

„Du solltest versuchen, mit ihr zu reden… bevor du gehst.“

Ich schüttelte leicht den Kopf.

„Sie will ja nicht, Dad.“

Meine Stimme war leise. Und ich hasste, wie sehr mich das traf.

Er sah mich einen Moment lang einfach nur an.

Dann nickte er langsam.


Es war 11:50 Uhr.

Wir standen an der Schleuse. Schwere Provianttaschen. Forschungsgeräte.

Strahlenanzüge, die sich kühl und fremd auf der Haut anfühlten.

Sieben Leute.

Sieben Leben, die gleich alles verändern würden.

Und mittendrin ich.

Mein Blick glitt nach vorne… und blieb an ihm hängen.

Kaden.

Er stand ein paar Meter entfernt, überprüfte ein letztes Mal die Anzeigen an seinem Anzug. Ruhig. Kontrolliert.

Als wäre das hier nur ein weiterer Einsatz.

Fünf Jahre älter als ich. Und der Mann, der dieses Team leitete.

Mein Ex.

Ein kurzes Ziehen in meiner Brust. Falscher Moment dafür.

Ich zwang mich, wegzusehen. Stattdessen drehte ich mich um.

Zur Glasfront.

Dahinter unsere Welt. Meine Familie. Jay stand da.

Seine Hand gegen das Glas gepresst. Meine Schwester neben ihm.

Die anderen Familien… alle versammelt.

Und meine Mutter. Ihre Augen fanden sofort meine. Tränen liefen ihr über die Wangen. Mein Magen zog sich zusammen.

Ich hatte versucht, mit ihr zu reden.

Wirklich.

Aber da war nur Stille gewesen. Vorwürfe in ihrem Blick… ohne ein einziges Wort.

Langsam hob ich die Hand. Winkte. Sie tat es nicht. Sie stand einfach nur da…und sah mich an, als würde sie mich gerade verlieren.

Ein leises Zischen. Die hintere Schleuse schloss sich. Endgültig.

Die Geräusche wurden dumpfer. Abgeschnitten.

Als hätte jemand die Verbindung zur alten Welt gekappt.

„Alle rein.“

Kadens Stimme.

Ich drehte mich um. Wir gingen in den Aufzug. Der Raum war riesig. Metall. Kabel. schwere Mechanik. Ein Transportlift. 50 Stockwerke unter der Erde. Und wir fuhren noch weiter.

Ein Bunker, der sich dutzende Ebenen tief in die Erde zieht

Die Türen schlossen sich mit einem tiefen, vibrierenden Geräusch.

Ein Ruck—

Dann Bewegung. Langsam. Nach oben. Mein Herz schlug schneller. Niemand sprach.

Nur das Summen der Maschinen. Das leise Atmen in den Masken. Ich sah auf meine Hände.

Sie zitterten leicht. Verdammt.

„Alles okay?“

Seine Stimme. Direkt neben mir. Ich hob den Kopf.

Kaden.

Sein Helm war noch offen, sein Blick fest auf mich gerichtet.

Ich zwang mich zu einem kleinen Nicken.

„Ja.“

Meine Stimme war leiser, als ich wollte.

Ich schluckte.

„Nur… aufgeregt.“

Ein kaum sichtbares Lächeln zog über seine Lippen.

„Gut.“

Er lehnte sich leicht zurück.

„Wäre komisch, wenn nicht.“

Ich sah ihn einen Moment zu lange an. Dann wandte ich den Blick ab.

Die Zahlen an der Wand liefen langsam nach oben.

45…

44…

43…

Jede Zahl ein Schritt näher an etwas, das wir nicht kannten. Etwas, das uns vielleicht nicht wollte.

Mein Brustkorb hob und senkte sich langsam.

Ein. Aus. Ein. Aus.

Die Anzeige sprang weiter.

38…

37…

36…

Die Luft im Aufzug fühlte sich schwerer an.

Dann—

„Also…“

Lisa trat einen Schritt nach vorne, sah in die Runde.

„Was denkt ihr… wie sieht es da oben aus?“

Ihre Stimme war leicht…aber ich hörte es.

Sie hatte genauso Angst wie wir alle. Ein kurzes Schweigen. Dann schnaubte Mason leise.

„Blauer Himmel.“

Er verschränkte die Arme.

„Sonne. Wind. Vielleicht sogar… normale Bäume.“

Ein paar von uns lächelten schwach. Die Vorstellung klang fast zu schön.

„Oder—“

Stuart neben ihm hob eine Augenbraue.

„—mutierte Monster.“

Er grinste schief.

„Ein Bär mit drei Augen vielleicht.“

Ein leises Lachen ging durch die Gruppe. Nicht laut. Nicht echt. Eher dieses… nervöse Lachen, wenn man versucht, die Angst runterzuspielen.

„Hör auf, Mann…“, murmelte jemand hinter mir.

„Jetzt sehe ich das vor mir.“

„Was?“ Stuart zuckte mit den Schultern. „Nach 150 Jahren? Alles ist möglich.“

Stille.

Die Worte blieben im Raum hängen. Alles ist möglich. Ich schluckte.

Meine Finger schlossen sich fester um den Gurt meiner Tasche. Was, wenn er recht hatte? Was, wenn da oben nichts mehr war wie früher?

Ich hob langsam den Blick.

Die Anzeige sprang weiter.

25…

24…

23…

150 Jahre.

So lange war es her.

150 Jahre, seit die mächtigsten Männer der Welt entschieden hatten…dass sie lieber alles zerstören, als die Kontrolle zu verlieren.

Es begann mit einem Knopfdruck. Die USA waren die Ersten.

Eine Atombombe. Dann noch eine. Und noch eine.

Als hätten sie geglaubt, sie könnten damit gewinnen.

Doch Krieg dieser Art kennt keine Sieger. Nur Asche. Die anderen Länder zögerten nicht lange.

Sie antworteten.

Raketen durchbrachen den Himmel. Feuer fiel vom Himmel zurück auf die Erde. Stadt für Stadt. Land für Land. Bis nichts mehr übrig war, außer Rauch… und Stille.

Die Welt, wie wir sie kannten, starb an diesem Tag.

Und wir…waren die, die sich rechtzeitig versteckt hatten. Zehn Familien. Reich. Einflussreich. Vorbereitet.

Sie hatten diesen Bunker gebaut, lange bevor jemand glaubte, dass er je gebraucht werden würde.

Für den „Fall aller Fälle“.

Und dieser Fall…kam.

Generationen wurden hier unten geboren. Aufgezogen unter künstlichem Licht.

Mit Geschichten über eine Welt, die niemand von uns je gesehen hatte.

Himmel. Meere. Wälder. Freiheit.

Für uns war das alles nur Theorie.

Bis jetzt. Der Aufzug vibrierte leicht.

Ich blinzelte.

Zurück in die Realität. Die Anzeige sprang weiter.

12…

11…

10…

Meine Brust hob sich langsam.

150 Jahre hatten uns geschützt.

Versteckt. Aber jetzt…verließen wir unseren sicheren Käfig.