Prolog
Er stand einfach nur da. Das lange, blonde Haar zusammengebunden, damit der zerrende Wind es nicht in sein von perfekter Schönheit gezeichnetes Gesicht blies. Die Augen ehrfürchtig und doch liebevoll auf eine Weise, die sich tief in sie grub, etwas in ihr berührte und einen Hall hinterließ, den sie weder verstand noch benennen konnte. Das eine tiefbraun, warm und herzlich. Das andere glimmend violett, gleich einem Raubtier auf der Jagd.
Die sanften Klänge einer Spieluhr drangen an ihre Ohren. Ein Lied, das sie noch nie gehört hatte.
Auf einem Feld von blühenden Vergissmeinnicht sank er auf die Knie und neigte das Haupt, als würde er seine Ehrerbietung erweisen wollen. Nur um im nächsten Augenblick einfach zu verschwinden, als hätte er nie existiert.
Absolute Stille, gepaart mit undurchdringlicher Finsternis, als würde man in den Abgrund der tiefsten See blicken. Keine Luft. Kein Licht. Nur der beständige Druck, welcher versuchte alles zu verschlingen, was sich in ihm befand. Vereinzelte Fragmente blitzten vor ihrem inneren Auge auf.
Bilder zogen an ihr vorbei.
Stimmen gruben sich in ihren Verstand.
Gerüche, süß und modrig zugleich, blieben in ihrem Gedächtnis hängen..
Lieder tanzten um ihre Ohren.
Das Schwirren von tausend Bienen.
»Ich habe nur einen Auftrag für dich.«
»Sie ist genau wie du.«
»Ich kann sie nicht am Leben lassen.«
»Du bist alt geworden.«
»Denn alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht.«