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Tales from Haven: Ausgelöscht

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Summary

Die zerfallenden Welten, das Leid, die gebrochenen Existenzen, all das trägt Lunas Handschrift. Was einst als Versuch begann, das Richtige zu tun, hat Folgen nach sich gezogen, die sie nicht mehr kontrollieren kann. Schuld frisst sich durch jeden Gedanken, jede Entscheidung, jeden Schritt nach vorn. Und während Realitäten weiter aus dem Gleichgewicht geraten, sucht Luna verzweifelt nach einem Weg, das Unmögliche zu tun: rückgängig zu machen, was nicht rückgängig gemacht werden kann. Doch je tiefer sie gräbt, desto klarer wird, dass es keine einfache Lösung gibt. Keine Tat, kein Opfer, keine Entscheidung, die das Leid einfach auslöschen könnte. Luna steht vor der Frage, ob Wiedergutmachung überhaupt möglich ist, oder ob manche Fehler unauslöschlich sind. Tales from Haven: Ausgelöscht ist der düsterste Teil der Reihe. Eine Geschichte über Schuld, Verantwortung und den verzweifelten Versuch, Ordnung in ein Universum zu bringen, das man selbst ins Chaos gestürzt hat.

Status
Ongoing
Chapters
19
Rating
n/a
Age Rating
16+

Der Beginn einer Legende

B-73.09.A.49-005: Vor dreißig Jahren.

Die Sonne stand tief und tauchte den Dschungel in warme Goldtöne. Irgendwo in der Ferne spielten affenähnliche Geschöpfe mit einem senkrechten und über den ganzen Kopf verlaufenden Maul in den Baumkronen euphorisch ihre Lieder. Luna ließ ihre Ohren aufzucken. Fast war sie sicher, dass die Affen wussten, dass die letzte der beiden Schwestern tot war und sie nun keinen Basiliskenangriff mehr befürchten mussten. Das alles wegen ihres Dads. Er war es, der Penélopes Dolch in das Auge der Kreatur rammte und damit ihr grauenerregendes Schicksal besiegelte.

So großartig dieses ganze Abenteuer durch Zeit und Raum auch war, jetzt war es für Luna an der Zeit Abschied zu nehmen und in ihre Gegenwart zurückzukehren. Ihre Finger umklammerten Jonathans Rücken eine Spur fester.

Luna kostete jeden noch verbleibenden Moment aus, ohne auch nur ein Wort zu verlieren. Worte waren nicht nötig. Sie wussten, was sie füreinander empfanden. Und sie waren beide froh darüber, diesen Moment noch miteinander zu haben. Luna vergrub ihren Kopf ganz tief an Jonathans Brust, atmete ein letztes Mal den Sandelholzduft ihres Dads ein. Dann gab er ihr einen behütenden Kuss auf die Stirn.

»Es wird Zeit«, sprach er mit sanfter Stimme.

Sie schluckte schwer, nickte und löste sich nur widerwillig aus der Wärme seiner Umarmung.

Jonathan sah einer mutigen jungen Frau dabei zu, wie sie zögerlich und voller Angst zu dem schicksalhaften Übergang trat.

Ihre Hand glitt zitternd zu dem Stein an ihrer Kette und umklammerte diesen hoffnungsvoll. Der Spalt vor ihrer Nase flackerte bereits instabil. Ein letztes Mal drehte Luna sich um. Sah noch einmal in das warmherzige Gesicht ihres Vaters, dann war sie verschwunden.

***

Jonathan stellte sich vor, wie Luna plötzlich aus dem Übergang zurücksprang und wieder vor ihnen stand. Leicht außer Atem und mit irgendeinem bissigen Kommentar im Gepäck. Einem, mit dem sie den beiden erklärte, dass die Idee dumm sei, sie in eine sterbende Welt springen zu lassen, um sie durch die Zeit zu schicken. Diego und er würden erst fassungslos dreinschauen und dann darüber lachen. Doch im Anschluss würde Jonathan alles daran setzen, einen anderen, besseren Weg für seine Tochter zu finden. Doch je länger er so da stand, desto klarer wurde Jonathan, dass das nicht passieren würde.

»Sie ist tatsächlich fort«, entfuhr es Jonathan nach kurzem Zögern mit trauriger Stimme.

Der Arm des Drachen ging kumpelhaft auf Jonathans Schulter nieder und ließen diesen erschrocken prusten. »Du wirst sie wiedersehen, ganz sicher sogar.«

Jonathan blickte zu ihm auf und seufzte. »Ich weiß, aber wird es dasselbe sein?«

Diego lachte laut auf. »Warum sollte es das nicht? Sie hat dir nie verraten, wer ihre Mutter ist, oder unter welchen Umständen du diese treffen wirst. Das war sehr schlau von dem kleinen Troublemaker.«

Jonathan ließ die kräftigen Schultern hängen. »Wie beruhigend. Aber das meinte ich gar nicht.« Er zögerte einen Moment. »Diego, sie hat so viel erlitten – ich möchte sie das nicht noch einmal durchmachen lassen. Nein!«, entfuhr es ihm entschlossen. »Ich will, dass alles anders wird und sie nicht all das Leid erfahren muss, das ihr bereits begegnet ist.«

Die regenbogenfarbenen Augen des Drachen musterten den jungen Mann an seiner Seite. »Nichts anderes hätte Diego von dir erwartet. Aber hältst du das wirklich für das Richtige? All ihre Erfahrungen machen Luna schließlich zu eben jener wunderbaren Seele, die du in den letzten Monaten kennenlernen durftest.«

Er nickte. »Und dennoch ist es nicht fair. Ich war – werde nicht fair sein.« Jonathans Finger glitten unauffällig über die oberste Lasche seiner linken Beintasche und dem darin verborgenen blauen Notizbuch. Schuldbewusst biss er die Zähne zusammen. Welch andere Wahl hatte er, als es aus der Umhängetasche seiner Tochter bei ihrer herzzerreißenden Umarmung vor wenigen Momenten heimlich zu entwenden? Luna hätte das Buch schließlich niemals aufgegeben, ohne unangenehme Fragen zu stellen. Fragen, auf die selbst Jonathan jetzt noch keine Antworten hatte. Er schloss für einen Moment die Augen und schwieg. »Alles für eine kryptische Botschaft in einem Notizbuch«, murmelte er.

Diego hob seinen kräftigen Arm von Jonathans Schulter und blickte erwartungsvoll auf ihn hinunter. »Du hast ihr das Buch also abnehmen können?«

Jonathan stockte erst erschrocken, dann huschte ein verschmitztes Lächeln über seine kantigen Gesichtszüge. Als sei er dabei ertappt worden, wie er ein mieses Blatt beim Pokern verheimlichen wollte. Er fischte das Notizbuch aus seiner Beintasche und hielt es in die Luft. »Erwischt. Wie angepisst wird sie wohl sein, wenn sie es merkt?«

Diego nahm das Buch zur Hand und blätterte lose darin umher. »Mächtig angepisst sogar.« Beiläufig schnipste Diego einen Handteller großen Moskito von seinen Schuppen, der seit mittlerweile fünf Minuten vergeblich nach einer Lücke darin suchte. »Aber falls es dich tröstet: Dieses Notizbuch war nie für ihre Augen bestimmt. Sie war lediglich die unwissende Überbringerin. Darin sind wir uns doch einig, oder?«

Jonathan folgte noch einen Moment der Flugbahn des Insekts, blickte anschließend zu Diego auf und nickte verlegen. »Ich habe es mir selbst geschickt. Aus der Zukunft. Die Frage lautet nur: warum?«

Diego glitt im Buch von Zeile zu Zeile und kräuselte die schuppige Nase. »Du hast dir diese Frage vorhin schon selbst beantwortet.«

Nachdenklich glitten Daumen und Zeigefinger über Jonathans Kinn. »Hoffen wir, dass du recht hast. Es gibt durch den auf den Wandschriftzeichen basierenden Präfixschlüssel immerhin 493 Arten, es zu lesen. Und jede davon gibt ganz andere Informationen wieder. Gute Chancen, dass ich irgendwo auch einen Weg beschrieben habe, Lunas Zukunft zum Besseren zu wenden.«

Dampf rieselte in ruhigen Zügen aus den Nüstern des Drachen, während er bei dem Versuch diese Angabe zu überprüfen, das Buch drehte und wendete. »493 Arten, es zu lesen, sagst du? War das eine Schätzung, oder weißt du das genau? Und wenn ja, woher?« Erwartungsvoll hob er den Kopf aus dem Buch und wandte sich Jonathan zu, bevor Diego unerwartet stockte.

Immer wieder flackerten Jonathans Augen in einem leichten Blauschimmer auf. Wie ein stotternder Motor, der noch nicht entschieden hatte, ob er laufen wollte. Ihm entging derweil nicht, wie der Drache ihn seit einigen Sekunden ansah. Fast als sei er ein exotisches Tier in einem Zoo. Jonathan runzelte die Stirn. »Was ist? Krabbelt irgendwo dieser Moskito auf mir herum? Ich weiß es eben. Keine Ahnung, woher, okay?« Er griff verärgert nach dem Buch und steckte es zurück in seine Beintasche.

Unzufriedenheit vermengte sich mit einer Spur Sorge in der Miene des Drachen. »Grmpf! Du bist sicher, dass da nicht mehr ist, dass du Diego zu sagen hast?«

Jonathan bemerkte den fordernden Unterton des Drachen und zögerte. Etwas in ihm wollte unbedingt mit der Wahrheit herausplatzen. Diego gestehen, dass die geschlossene Blutsbrüderschaft nur eine List war, in der Hoffnung etwas von der großartigen Drachenmagie abzubekommen. Er hatte damit schließlich keine bösen Absichten verfolgt. Jonathan wollte lediglich seine Chancen erhöhen, diese verrückten Weltenhüpfereien zu überleben. Was war daran verwerflich? Er konnte ja nicht ahnen, wie gut das funktionieren würde. Doch etwas hielt ihn zurück. Jonathan konnte nur noch nicht greifen, was es war. Es fühlte sich an wie ein warnendes Déjà vu. Er schüttelte in Gedanken die Zweifel fort, betrachtete den Drachen reumütig und holte Luft. »O-kay, ich denke, es ist an der Zeit, dir etwas zu gestehen«, begann er, doch dann zögerte Jonathan erneut. Unbehagen pochte in seiner Brust und breitete sich über seinen ganzen Körper aus, bis er das leichte Zittern seiner Fingerspitzen bemerkte und schnell die Hand schloss. Er blickte in das geschuppte Gesicht des Drachen, holte noch einmal Luft und die Welt vor seinen Augen zersplitterte.

Erschrocken wich Jonathan zurück. »Hallo?«, rief er in den zersprungenen Dschungel hinein und wurde vom Hall seiner eigenen Stimme begrüßt. »Toll, was ist das jetzt wieder?«, murrte er und tastete sich mit seinen Stiefeln über den knirschenden Glasboden entlang bis zu einem der umherschwebenden Splitter. In der Hoffnung auf Antworten warf er einen zögerlichen Blick hinein und wich sofort wieder zurück. Er prustete gegen eine innere Panikattacke an und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. »Was zum Teufel?«

Der Splitter zeigte Jonathan und Diego, wie sie sich stritten, nachdem Jonathan ihm die Wahrheit erzählt hatte. Sowie Diego, der Jonathan am Ende dieser Unterhaltung allein im Dschungel zurückließ. Jonathan ging in die Knie, hielt sich die Hände vor Mund und Nase, bis er den Mut fand, den Blick in einen weiteren Splitter zu riskieren. In dieser Version verlief das Gespräch anders. Jonathan erfuhr den Grund für Diegos Reaktion in der vorherigen Version. Diego war davon überzeugt, dass jene, die nach fremder Stärke suchten, um ihre eigenen Schwächen zu kompensieren, dieser Stärke nur selten auch würdig waren. Denn er wusste, dass Macht dazu neigte, den Geist der Schwachen zu korrumpieren.

Vorsichtig entfernte sich Jonathan auch von diesem Splitter und ließ seine Aufmerksamkeit langsam über die unzähligen anderen gleiten. »Sind das etwa alles Varianten dieser einen Situation?«

Nach und nach erkundete Jonathan jeden einzelnen Splitter und verfolgte gebannt deren Ausgang bis zum Ende aller dazugehörigen Reaktionsketten. Manche waren nach wenigen Augenblicken vorüber, andere überdauerten und schlugen noch über Jahre ihre Wellen. Noch verstand Jonathan nicht, was ihm hier passierte, doch es war ohne Zweifel an Faszination nicht zu übertreffen. Dann bemerkte er einen besonders hell leuchtenden Splitter unter all den anderen. Es wirkte beinahe so, als suchte der Splitter förmlich nach Jonathans Aufmerksamkeit und er folgte dessen pochendem Ruf.

»Hey! Ignorierst du Diego?«, wummerte die Stimme des Drachen in seinen Ohren. »Woher willst du schon jetzt wissen, dass es 493 Möglichkeiten gibt, das Buch zu lesen?«

Jonathan fokussierte das verschwommene Bild des Drachen, bis es nach nur zweimaligem Zwinkern gewohnt scharf wurde. »I-ich habe die Anzahl der Lesemöglichkeiten vielleicht doch nur geschätzt«, log Jonathan.

Verständnislosigkeit zog in das Gesicht des Drachen. »Ach so? Aber warum sagst du dann nicht einfach, dass du schätzen würdest, dass es 493 Möglichkeiten gibt, das Buch zu lesen?« Diego verharrte einen Moment, bis er es leid war, das ratlose Gesicht Jonathans zu mustern. Er drehte sich langsam um und stapfte mit schweren Schritten in der feuchten Erde Richtung Sky-Cruiser. »Deine Welt hat wirklich unglaublich seltsame Angewohnheiten.«

Jonathan räusperte sich und folgte ihm. »Ach, findest du? Nenn mir nur ein Beispiel, in dem meine Welt seltsamer ist, als die, in der Drachen existieren.«

»Blutsbrüderschaft bei neuen Freundschaften«, warf Diego provokant ein und stieg in das Libellen-förmige Gefährt. »Wie läuft das? Ihr geht auf eine Party, trefft neue Leute und tauscht bei Sympathie einfach so die Blutgruppen durch? Habt ihr denn keine Angst vor Krankheiten?«

Jonathan schnaubte gelassen, während er mit in der Hosentasche vergrabenen Händen die kleinen rot lackierten Metallstufen des Luftschiffes erklomm. »So willkürlich machen wir das auch wieder nicht.«

Diego rümpfte die schuppige Nase. »Also eher wie eine Eheschließung? Sei Diego nicht böse. Du bist ja ganz nett und so, aber ...«

»Nein! Gott verdammt! Nein!«, unterbrach Jonathan das Gedankenspiel des Drachen und warf sich hinten rechts in den Sitz. »Eine Blutsbrüderschaft schließt man bei uns mit Freunden, die einem so wichtig geworden sind, dass man sie ein Leben lang bewahren will.«

Überrascht streckte Diego den Hals. Er hatte mit jedem kläglichen Versuch einer Erklärung gerechnet, aber mit so etwas nicht. »Oh, Diego wusste nicht, dass dir sein Umgang so viel bedeutet. Er dachte, du hättest ...«

»Natürlich tut es das«, unterbrach Jonathan seinen Rechtfertigungsversuch. »Du hast mir und meiner Tochter schließlich mehrfach das Leben gerettet. Außerdem bist du mindestens genauso neugierig und wissbegierig, wie ich es bin. Das mag ich sehr an dir. Neugierde ist die Pforte zu neuen, unentdeckten Möglichkeiten, weißt du? Wer keine Neugier besitzt, wird niemals neue Horizonte erblicken.«

Diego lächelte verschmitzt, legte sein Na-Vi an die dafür vorgesehene Stelle des Cockpits und die Lichter der Sky-Cruiser sowie dessen Triebwerke erwachten zum Leben. »Wow. In dem Fall fühlt Diego sich außerordentlich geehrt, dein Freund zu sein.«

Auch Jonathan setzte auf ein freundliches Lächeln. Er deutete eine Verbeugung an und sagte: »Ebenso.« Doch für den Bruchteil einer Sekunde schwankte sein vor Sympathie nur so strotzendes Lächeln. Ein Schwall Betrübtheit klammerte sich an seine kantigen Gesichtszüge fest, bis Jonathan wieder einfiel, was er gesehen hatte, als er beschloss, dem hellsten der Splitter zu folgen. Und nur bei diesem einen Mal nahm der Drache Jonathans darauf folgendes Geständnis so auf, dass ihre bis dahin tiefe Freundschaft keine Kerbe kommen würde.

Diego wandte den Blick für einen Moment von der Navigationseingabe der Sky-Cruiser ab und betrachtete die schwindende Sonne zwischen dem Blättergeflecht der Bäume und Sträucher. Die kleineren Geschöpfe des Dschungels wurden zunehmend leiser, während die größeren damit begannen, sich durchs Unterholz zu schlagen. »Auf nach Haven?«

Jonathan lehnte sich lässig in die lederne Sitzbank und betrachtete am Rand der Lichtung einige der seltsamen Affen, die freudig kleinere Schlangen in ihren Pfoten hielten und siegreich in der Luft umherwirbelten. »Aye, aye, Kapitän.«

Die Pranke des Drachen betätigte sachte den Steuerhebel und die Sky-Cruiser erhob sich, bis sie über den Baumkronen schwebte. Dann drückte er den Schubhebel nach vorn und das Schiff beschleunigte.

Jonathan presste die Lippen zusammen und betrachtete den im Wind tanzenden roten Seidenkimono des Drachen, der das Luftschiff bediente.

Licht flackerte immer wieder unscheinbar in seinen Augen auf und ließ sie abermals blau schimmern. Jonathan überkreuzte seine Arme auf der Kante der Sitzschale und legte seinen Kopf darauf ab, während er das Blätterdach des Dschungels unter ihnen vorbeirauschen sah. Was er auch tat, Jonathan wollte nicht aufhören, daran zu denken, wie er so grausam sein konnte, seine eigene Tochter in eine sterbende Welt springen zu lassen. Sie musste schreckliche Bilder zu Gesicht bekommen. Verzweifelte Seelen, die in den letzten Momenten ihres Daseins alles taten, um doch noch irgendwie zu überleben, ohne zu wissen, dass es zwecklos war. So viele Leben, so viele Geschichten, einfach fort. Verschluckt von einem ewigen Nichts.

Er fragte sich, wie viel bisher unentdecktes Wissen wohl jedes Mal verloren ging, wenn eine Welt starb. Unmengen, dessen war Jonathan sicher. Er dachte auch an die Warnung seiner Tochter zu der Überlieferung der ersten Wanderer. Ein Wesen, das alles verschlang und dabei das Wissen all derer in sich aufnahm, die es absorbierte. Jonathan zog eine betrübte Grimasse. Auch dieses Wissen war für immer verloren. Doch dann stutzte er bei diesem Gedanken und hob blinzelnd das Kinn von seinen Armen. Das stimmte so nicht. Dieses Wissen war nicht verloren. Es wurde in gewisser Weise sogar bewahrt, ging es ihm durch den Kopf.

Ohne es zu realisieren, glitt Jonathans linke Hand in seine Beintasche. Verloren in einem Karussell aus Gedankenspielen ließ er seine Finger über den blauen Einband des darin verborgenen Notizbuches streichen und die Welt vor seinen Augen – zersplitterte erneut.

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Shocking

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Good Writing

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Compelling Plot

2

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Great Character

2

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Strong Dialog

2

Strong Dialog

author

Here we go again 😻.
Ich freue mich so sehr, diese wunderbare Geschichte weiterlesen zu dürfen. Musste erst kurz nachdenken, an welchem Punkt wir aktuell sind, es ist ja inzwischen schon sehr viel passiert. Die Beschreibung von Jonathans "Voraussicht" ist Dir unglaublich gut gelungen, lieber Sascha 😻

18 days
1
author

hab ganz lieben Dank ☺️

18 days

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