Prolog
Kaum dass sich die Limousine in Bewegung setzt, wechselt die Schrift auf dem Bildschirm von (21) Spaziergang zu (22) Pressekonferenz SAB. Er seufzt resignierend. Es ist bereits halb vier und die Liste geht heute bis (51), er wird also wieder Überstunden machen müssen. Andererseits, wann war das je anders gewesen?
Gedankenverloren greift er nach seinem Handy, stöpselt die Kopfhörer ein und drückt bei seinem Lieblingslied auf Dauerschleife. „I want my life“ von Smile Empty Soul.
„… This world is crazy, crazy … My dreams are fading, fading … I want my life …“
Ich will mein Leben. Eigentlich ein bescheidener Wunsch, sollte man meinen, und doch wird er für ihn niemals in Erfüllung gehen. Sein Leben gehört ihm nicht, wird ihm niemals gehören. Das ist das grausame Schicksal, mit dem er geboren wurde.
Es dauert nicht länger als eine viertel Stunde, ehe der luxuriöse Wagen auf das Firmengelände einbiegt, das bereits von den Medien belagert wird. Gekonnt schlüpft der Chauffeur an den Reportern vorbei zum Hintereingang, wo eine Horde von Anzugträgern den hohen Gast bereits sehnsüchtig erwartet.
Nachdem er der halben Führungsetage die Hände geschüttelt hat und wieder und wieder mit Dankesreden überhäuft worden ist, bringt man ihn endlich dorthin, wo die Pressekonferenz stattfinden soll. Selbstsicher tritt er vor die Kameras und lässt seinen Blick gebieterischen über die Anwesenden schweifen.
Was für eine Zeitverschwendung. Am Ende wird sich ohnehin niemand mehr an ihn erinnern.
Er setzt sein charmantestes Lächeln auf und beginnt mit seiner Rede.








