CHAPTER ONE
Adelaide
Ich stehe vor dem Haus meiner besten Freundin. Die Gilmore-Villa. Ich sollte einfach umdrehen und gehen, aber ich kann nicht.
Schließlich klopfe ich. Das Hausmädchen Maria öffnet mir. Sie lächelt, als sich unsere Blicke treffen. „Willkommen, Adelaide“, begrüßt sie mich und macht einen Schritt zur Seite, um mich einzulassen.
Ella, meine beste Freundin, kommt die Treppe herunter. Sie hüpft förmlich mit einem Lächeln im Gesicht auf mich zu. „Ade, ich bin so verdammt froh, dass du da bist. Komm schon, wir sind schon spät dran“, sagt sie und drängt mich in Richtung ihres Zimmers.
Heute Abend ist die Abschlussfeier vom College und ich habe keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Dementsprechend bin ich nicht gerade begeistert von dem Abschluss. Ich muss herausfinden, wer ich bin und was ich sein will, aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
Ella hingegen wusste schon mit etwa fünf Jahren, wer sie ist. Sie wollte Ärztin werden und in einer Kleinstadt leben. Manchmal wünschte ich, ich wäre mehr wie sie. Aber leider bin ich ganz anders.
Wir kommen in ihrem Zimmer an und ich hole mein Kleid, das ich bei ihr gelassen habe. Ich gehe ins Badezimmer, um es anzuziehen. Ich habe mir ein schwarzes, glitzerndes Kleid gekauft, das einen Schlitz am rechten Bein hat. Die Träger sind schmal und das Oberteil ist im Brustbereich dreieckig geschnitten.
Als ich aus dem Bad komme, sehe ich, dass die Bürotür von Ellas Vater offen steht. Ich war in Versuchung, mich hineinzuschleichen. Sein Büro ist selten offen. Jetzt habe ich meine Chance. Ich gehe langsam darauf zu und schaue mich ständig um, damit mich keiner erwischt.
Ich erreiche die Tür, ohne bemerkt zu werden. Ich vergewissere mich, dass niemand im Raum ist. Dann trete ich ein. Das Zimmer ist in einem Blauton gehalten und in der Ecke steht ein Schreibtisch voller Papiere. Ich setze mich daran und tue so, als wäre ich er. Stark, selbstbewusst, sexy. „Sie sind gefeuert“, sage ich laut, als wäre ich er selbst.
Ellas Vater, Carter, ist Multimillionär. Er besitzt eine ganze Reihe von Firmen und arbeitet ständig in seinem Büro.
„Klinge ich wirklich so?“, sagt eine Stimme. Mein Blick schnellt zu dem Mann vor mir hoch. Der Vater meiner besten Freundin. Ich stehe sofort auf. Scheiße. Wie komme ich hier wieder raus? Ich werde riesigen Ärger bekommen.
„Es tut mir leid, Mr. Gilmore. Ich wollte nur ...“
„NICHTS“, unterbricht er mich. Er schließt die Tür hinter sich und kommt auf mich zu. Mein Atem stockt und mein Herz rutscht mir in die Hose. „Was machst du in meinem Büro, Adelaide?“, fragt er und baut sich vor mir auf. Ein Grinsen liegt auf seinem Gesicht.
Ich ignoriere seine Frage und gehe so nah auf ihn zu, bis ich direkt vor ihm stehe. „Warum haben Sie die Tür zugemacht, Mr. Gilmore?“
Er wird sichtlich nervös. Ich hätte gehen sollen. Ich sollte jetzt einfach zur Tür rausgehen. Er steht so nah bei mir, dass ich seinen Atem auf meiner Haut spüren kann. Er hebt die Hand und streicht mir mit dem Finger über das Gesicht. Für einen Moment glaube ich, er will sich vorbeugen und mich küssen. Seine Augen weichen nicht von meinen.
Stattdessen geht er einen Schritt zurück und setzt sich an seinen Schreibtisch, wobei er den Blick auf seine Unterlagen senkt. „Damit ich mich auf meine Arbeit konzentrieren kann. Sie sind entlassen, Adelaide.“
Ich stehe da, völlig benommen und ein bisschen erregt. Ich sollte einfach gehen. Mich umdrehen und so tun, als wäre das nie passiert. Aber ich kann nicht. Ich bringe es nicht fertig zu gehen.
Ich knalle meine Hände auf seinen Schreibtisch und seine Augen schnellen zu meinen. „Adelaide!“, sagt er warnend. Aber ich gebe nicht nach. Ich beuge mich vor, sodass er meine Brüste voll im Blick hat.
„Was ist, Mr. Gilmore, halten Sie es etwa nicht allein mit mir aus?“, frage ich neckisch. Er rutscht unbehaglich auf seinem Stuhl hin und her und lehnt sich zurück.
„Adelaide“, sagt er durch zusammengebissene Zähne. Noch eine Warnung. Ich sollte aufhören. Aber ich liebe diese Macht. „Du solltest jetzt gehen“, sagt er und stößt die Luft aus.
Ich stemme mich vom Schreibtisch ab und drehe mich von ihm weg. Ich achte darauf, sexy aus dem Zimmer zu gehen, und spüre seinen Blick auf meinem Körper. Ich lächle.
Ich schließe die Tür hinter mir und gehe zu Ellas Zimmer. Sie steht vor dem Spiegel und zupft an ihrem Outfit. Sie sieht mich im Spiegel.
„Ade, du siehst fantastisch aus!“, ruft sie glücklich und klatscht in die Hände. Sie umarmt mich fest.
Ich fühle mich mächtig und verdammt schön. „Carter, Adelaide, Ella. Es ist Zeit zu gehen“, höre ich von Ms. Gilmore, Ellas Mutter.
Die Zicke. Sie mag mich überhaupt nicht. Ich verdrehe die Augen. „Komm schon, Ade. So schlimm ist sie auch nicht“, sagt Ella und stupst mich an der Schulter an.
„Offensichtlich hast du sie noch nicht richtig kennengelernt“, knurre ich. Ella lacht nur. Ich schnappe mir meine Sachen und wir gehen die Treppe hinunter. Ich lache mit Ella, bis ich unten ankomme und ihn direkt ansehe.
Es fühlt sich an, als gäbe es in diesem Moment nur uns zwei. Auch wenn er mich schon zuvor gesehen hat.
Er starrt mich ehrfürchtig an, seine Augen lassen mich nicht los.
Ein Schauer läuft mir über den Rücken. Ich grinse. Er trägt einen schwarzen Anzug mit einem weißen Hemd und feiner Hose. Seine Haare sind frisch in Locken gestylt. Ich erreiche das Erdgeschoss. Ellas Mutter lobt sie und sagt ihr, wie hübsch sie aussieht.
Aber Mr. Gilmore ist völlig sprachlos. „Hat es Ihnen die Sprache verschlagen, Mr. Gilmore?“, frage ich neckend.
Er räuspert sich. „Ähm.“ Er setzt an, fängt sich dann aber. „Ade, du siehst wunderschön aus“, sagt er mit einem Lächeln.
„Danke, Mr. Gilmore.“
Ich lächle. Dann drehe ich mich zu Ella um. Sie nimmt meine Hand und zieht mich zum Auto. „Das wird der tollste Tag unseres Lebens“, schreit Ella. Ich lege den Kopf in den Nacken und lache.









Good start
i love this book already
all the in baby 😅