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Der Fluch von Yggdrasil

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Zusammenfassung

Die neun Welten werden von einer Bedrohung noch nie dagewesenen Ausmaßes bedroht. Der große Weltenbaum Yggdrasil ist von einem Fluch befallen. Der Fluch frisst sich durch den Baum wie ein Parasit und all jene, die mit ihm in Berührung kommen, sind des Untergangs geweiht. Die Aufgabe, den Fluch zu brechen wird ausgerechnet dem jüngsten Kind von Loki, dem Trickster-Gott anvertraut. Narvik Lokison, ein Gestaltwandler, begibt sich auf die Reise den Ursprung des Fluchs zu finden.

Genre:
Fantasy
Autor:
Carolin
Status:
vor 2 Stunden
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
13+

Kapitel 1

Die rauen Steine der Unterwelt bohrten sich in seine Pfoten. Narvik spannte die Muskeln an und der Boden unter ihm flog dahin. Mit ausladenden Schritten streckte er seine Vorderbeine aus, um die größtmögliche Entfernung zu überwinden. Er stieß sich ab und schoss wie ein Schatten durch die Nacht. Sein schwarzes Fell haftete am Körper, die Ohren hatte er fest an den Kopf gedrückt. Der Wind umspielte Narviks Nase und brachte den Geruch von Wasser mit sich.

Er hastete den Weg entlang, um sein Ziel zu erreichen. Die Totengöttin höchstpersönlich hatte ihn in ihre Festung nach Helheimr gerufen. Narvik kannte sie gut genug, um zu wissen, dass man einen solchen Ruf nicht ignorierte. Niemand wollte den Zorn Hels, der Herrscherin über Helheimr, am eigenen Leib erfahren. Dabei spielte es keine Rolle, ob dieser Jemand tot oder lebendig war.

Aus diesem Grund beschleunigte Narvik seine Schritte und sprintete über die trostlose Ebene. Eine karge Einöde fraß sich durch die Umgebung, als würde sie unter einer dunklen Wolkendecke liegen. Selbst das Sonnenlicht wirkte schwach und kraftlos, als wollte es diesen Ort kaum berühren. Nur vereinzelte Pflanzen trotzten der lebensfeindlichen Ödnis.

Narvik ließ den Blick in die Ferne schweifen. Ein Schemen ragte in den Himmel, der sich beim Näherkommen als riesiger Metallzaun enthüllte.

Ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht: Er hatte sein Ziel erreicht!

Narvik reckte die Schnauze in die Höhe und atmete die Luft ein. Der sanfte Wind trug den unverkennbaren Geruch eines nassen Hundes zu ihm. Er verdreht die Augen und Ärger keimte in ihm, als er den Duft einem bestimmten Wesen zuordnete.

Bis auf ein großes Tor, das der einzige Eingang war, wurde die Festung von Helgrind umschlossen. Vor der Palisade zog sich ein Fluss, über den eine steinerne Brücke gebaut war.

Narvik schritt auf die Überführung zu. Der Gestank des Hundes wurde intensiver, und nach ein paar weiteren kräftigen Sprüngen entdeckte er den Höllenhund, der unberührt neben dem Tor stand.

Garm, Wächter des Totenreichs, empfing die Ankommenden mit seinem donnernden Gebell. Der schauerliche Laut fuhr Narvik durch Mark und Bein. Vor dem Tor drängte sich eine Reihe von Wesen und warteten auf Einlass nach Helheimr. Mit schwerem Magen schritt er an ihnen vorbei. Überschreitet jemand die Grenze, gibt es kein Zurück mehr. Die Wartenden waren verstorben und ihre Existenz führten sie im Reich der Toten fort. Narviks Blick schweifte über die Köpfe von verschiedenen Gestalten. In den Gesichtern spiegelten sich die unterschiedlichsten Gefühle wider: Trauer, Angst, aber auch Vorfreude und Erleichterung. Für einige war der Tod ein willkommener Freund, auf den sie lange gewartet hatten.

Kurz vor dem Tor hob er seinen Kopf und öffnete sein Maul. Mit einem Heulen kündigte Narvik sein Kommen an. Das Bellen des Höllenhundes verstummte. Endlich kehrte Stille ein. Garm wandte ihm den Kopf zu, und seine Rute schlug so heftig, dass sein ganzer Körper mit bebte.

Narvik drosselte sein Tempo und trat durch das Gatter.

Der große, schwarze Hund senkte bei seinem Anblick ehrfürchtig den Kopf. Narvik kniff die Augen zusammen. Er hasste das Bellen und diese unterwürfige Art. Garm war alles andere als ein schwacher Köter. Seit unzähligen Jahrtausenden wachte er über Helheimr und ließ keinen Toten aus dem Reich entkommen, es sei denn, Hel selbst gebot es. Der Hund war nicht verpflichtet, sich vor ihm zu verbeugen. Für gewöhnlich begegneten ihm die Wesen auf seinen Reisen, eher mit skeptischen Blicken.

Mit einem kurzen Nicken begrüßte er den Wächter und schritt an ihm vorbei. Garm hob seinen Kopf und erwiderte die Geste mit einem Bellen.

Sobald Narvik an ihm vorbeigetreten war, fixierte er sein nächstes Ziel.

Vor seinen Augen erhob sich Hels Wohnsitz aus dem Boden. Die Festung reckte ihre finsteren Zinnen gegen den Himmel. Ein Mauerwerk aus dunklem Grau wurde von Torbögen durchbrochen, an denen sich verzierte Dächer anschlossen. In regelmäßigen Abständen waren Fenster in die Gemäuer eingelassen.

Narvik war über die Architektur des Bauwerkes jedes Mal erstaunt. Hel hatte es geschafft, die Schönheit des Todes hervorzuheben. Eljudnir, wie sie die Festung nannte, hatte etwas Beängstigendes an sich. Die mächtige Ausstrahlung erdrückte Narvik, doch um sein Ziel zu erreichen, musste er weiter.

Auf dem Weg zum Eingangstor lief er an weiteren Toten vorbei. Jeder, der ihn erblickte, blieb auf seinem Weg stehen und neigte höflich seinen Kopf. Narvik nickte zurück und beachtete sie nicht weiter. Die Dahingeschiedenen sahen genauso aus wie zur Zeit ihres Ablebens. Ein Schauer rann seinen Rücken hinab, als er ihre fahle Haut und ihre eingefallenen Augen betrachtete. Einem Verstorbenen steckte noch der Pfeil, der ihm sein kostbares Leben genommen hatte, im Kreuz. Ebendies war ein Zeichen, dass der Mann in einer Schlacht unehrenhaft gestorben war. Jedem Lebewesen in den neun Welten war bewusst, dass nur die ehrenhaft Getöteten nach Walhalla oder Folkwang kamen.

Narvik ignorierte die Anerkennung, die ihm die Toten entgegenbrachten und rannte weiter auf Eljudnir zu. Erst vor dessen großen Toren hielt er an. Sein Herz raste und drohte, ihm aus der Brust zu springen. Hechelnd ließ er seine Zunge aus dem Maul hängen und lockerte seine angespannten Muskeln. Der Weg nach Helheimr war anstrengend. Seit Tagen war er unterwegs gewesen, seitdem ihm der Wind Hels Ruf herangetragen hatte.

Narvik schloss seine Augen und konzentrierte sich auf einen Punkt direkt oberhalb seines Herzens. Ein sanftes grünes Licht loderte in ihm auf. Vorsichtig griff er nach der Flamme und tauchte in sie hinein. Die Wärme umfing ihn und in seinen Gedanken formte er den menschlichen Körper nach. Sein Leib veränderte sich und seine Knochen, Muskeln und Sehnen bewegten sich unter der Haut. Die Verwandlung verlief schmerzfrei und nach wenigen Augenblicken stand er aufrecht. Das Eingangstor überragte ihn um drei Körperlängen.

Sein Erscheinungsbild spiegelte sich in der glatten Oberfläche des Tores wider. Narviks grüne Augen wanderten über seinen Mantel. Mit der rechten Hand bändigte er die kurzen schwarzen Haare, um vor der Herrscherin des Reichs in einigermaßen ordentlichem Zustand zu treten. Zufrieden mit seinem Aussehen hob Narvik eine Hand und klopfte gegen den glatten Stein. Auf der anderen Seite der Tür echote das Geräusch wider.

Kurze Zeit später öffnete sich ein kleiner Spalt in der perfekten Oberfläche und ein Kopf lugte hervor.

»Wer stört zu dieser Stunde?«, fragte der Mann. Als er Narvik erblickte, blitzte Erkenntnis in seinen Augen auf. »Werter Herr Narvik. Die Göttin Hel erwartet Euch bereits.« Die Gestalt schob das Tor weiter auf. Auf Narviks Gesicht stahl sich ein sanftes Lächeln. Er kannte Ganglati seit vielen Jahren. Dieser war ein älterer Bediensteter mit tiefen Falten im Gesicht. Seine Augen strahlten in einem blassen Grau und starrten Narvik freundlich an.

»Danke, Ganglati«, grüßte Narvik und trat in die große Eingangshalle. Die Unnahbarkeit der Residenz spiegelte sich auch im Inneren. Das wenige Licht, das bis zum Boden reichte, ließ ein mattes Mosaik erstrahlen. Bis auf mehrere Türen, die in angrenzende Räumlichkeiten führten, war der Vorraum leer.

»Ich führe Euch sofort zum Thronsaal«, sagte Ganglati, drehte sich um und ging eilig durch die Halle. Narvik folgte ihm. Ihre Schritte hallten von den Wänden wider. Mittlerweile hatte sich seine Atmung beruhigt und sein Herz klopfte nicht mehr wild gegen seine Brust. Erleichtert atmete Narvik auf. Er hatte sein Ziel fast erreicht. Dennoch hielt sich seine Freude in Grenzen. Nun würde er erfahren, warum Hel ihn so dringend gerufen hatte.

»Wie geht es Ihnen?«, fragte der Bedienstete. »War Ihre Reise angenehm?«

Narvik starrte auf Ganglatis Rücken. Der Diener war kleiner als er, was bei seiner ungewöhnlichen Körpergröße nicht überraschte. Narvik überragte ihn um fast drei Längen. In seinen Adern floss zwar kein Riesenblut, dennoch war Narvik größer als der Durchschnitt.

»Ich war gezwungen, auf Yggdrasil ein paar Umwege zu nehmen, aber keine nennenswerten Schwierigkeiten«, entgegnete er.

»Das freut mich zu hören«, sagte Ganglati. »Wir möchten Ihnen keine Umstände bereiten.« Der Bedienstete blieb an der gegenüberliegenden Wand stehen und schob ein weiteres Tor auf. Sanfte Lichtstrahlen empfingen sie und hießen sie in der Halle willkommen. »Bitte tretet ein.« Ganglati verbeugte sich und Narvik trat ein. Mit zwei Schritten stand er in einem großen Saal. Durch bodentiefe Fenster fiel schwaches Sonnenlicht herein und ließ den Raum in einem schaurigen Schein erstrahlen. Die Wände waren mit zarten Verzierungen geschmückt und auf jeder Seite war ein Kamin in das Mauerwerk eingelassen. Flammen züngelten aus den Öffnungen und ließen die Schatten über den Boden tanzen. Narvik nickte Ganglati zum Abschied zu, als dieser das Tor hinter ihm schloss.

Sein Blick wanderte langsam zur Raummitte und blieb an einem großen Thron hängen. Eine bekannte Gestalt saß auf dem Stein und fixierte ihren Gast mit ihren dunklen Augen.

»Willkommen, mein Bruder, in meinem bescheidenen Heim«, erklang Hels sanfte Stimme, in die sich eine Spur von Vorfreude mischte.

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Gutes Schreiben

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Überzeugende Handlung

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Toller Charakter

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Starker Dialog

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Starker Dialog

author

Beginnt schon mal direkt spannend 😍 Die Beschreibung sind mal wieder der absolute Hammer, aber das bin ich von dir ja auch nicht anders gewöhnt 🤭
Narvik als jüngster Sohn Lokis 🤔 Ich muss zugeben, ich kenne kaum welche der Marvel-Filme, also brauche ich Vorwissen, um alles verstehen zu können oder baust du hier selbst auf und erklärst es nach deinem Stil? 🥰

2 Stunden

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