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Ghost face

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Zusammenfassung

In diesem DARK romance handelt es sich um ein Mädchen das sich einem Mann mit Ghost face Maske unterwerfen muss. Er ist ein Serienkiller und stalked sie. Ob sie das über leben wird...

Genre:
Romance
Autor:
Lilli
Status:
vor einem Jahr
Kapitel:
9
Rating
5.0 (1 Bewertung)
Altersfreigabe
18+

Der Mann im Schatten

Der Regen prasselte wie tausend kleine Nadeln gegen das Fenster. Die Welt draußen war in Grautönen getaucht, verschwommen hinter beschlagenem Glas. Elena zog ihre Knie unter das Kinn, ihr Tee dampfte in der Tasse, aber ihr Blick war starr auf die Straße gerichtet.

Da war er wieder.

Am Ende der Straße. Zwischen Laterne und dunklem Hauseingang. Eine Silhouette. Groß, schmal gebaut. Und diese Maske – weiß, leer, geisterhaft. Ghostface. Wie aus einem alten Horrorfilm, den sie längst vergessen glaubte. Doch das hier war kein Film. Kein Traum.

Er war real.

Seit Tagen sah sie ihn. Immer nur kurz. Immer nur dann, wenn sie allein war. Auf dem Heimweg. Im Supermarkt. Auf dem Campus. Nie sprach er. Nie bewegte er sich direkt auf sie zu. Und doch wusste sie: Er war wegen ihr hier.

Sie hatte es zuerst für einen Scherz gehalten. Dann für Einbildung. Jetzt… fühlte sie es in den Knochen. Dieses Prickeln im Nacken. Dieses leise, nagende Gefühl, dass ihr Leben nicht mehr ganz ihr gehörte.

Elena stand langsam auf. Ihre Fingerspitzen ruhten am Fensterrahmen, als sie sich vorbeugte. Die Gestalt stand noch immer da. Regungslos. Die Maske wirkte aus der Entfernung fast wie ein zweites Gesicht – distanziert, aber seltsam aufmerksam.

Dann – kaum wahrnehmbar – hob er den Kopf. Nicht viel. Nur ein Hauch einer Bewegung. Doch Elena zuckte zusammen, als hätte er sie berührt. Ihre Kehle wurde trocken.

Sie wusste nicht, warum sie nicht wegsah.

Vielleicht, weil da keine offene Bedrohung war. Keine Waffe. Keine Drohung. Nur… Beobachtung.

Ein stummes, stilles Interesse, das sie seltsam wachsam machte. Und trotz allem – oder gerade deswegen – auch neugierig.

---

Später in der Nacht konnte sie nicht schlafen. Sie ließ das Licht im Flur brennen. Die Vorhänge waren halb geschlossen. Doch als sie aus dem Schlafzimmer kam, lag da ein Brief auf der Kommode. Kein Absender. Kein Geräusch hatte sie geweckt.

Nur diese eine Nachricht. Handschriftlich, sauber, schmal:

> "Ich sehe dich.

Du kannst dich drehen, wenden, verstecken –

ich sehe dich trotzdem.

Und ich werde dir nie zu nahe kommen…

bis du es willst."

Elena starrte auf die Zeilen, die Worte hallten in ihr nach wie ein Echo. Ihre Hände zitterten. Doch tief in ihr – dort, wo Angst und Verlangen sich manchmal begegnen – war ein dunkler Funke entfacht.

Elena konnte nicht sagen, ob es der Brief gewesen war oder die dunkle Präsenz in der Nacht – aber etwas in ihr hatte sich verändert.

Der Gedanke an ihn ließ sie nicht mehr los.

Nicht Angst war es, die sie nachts wach hielt. Es war dieses andere Gefühl – unausgesprochen, gefährlich nah an etwas, das sie selbst kaum verstand. Sie fühlte sich beobachtet, ja. Aber nicht wie eine Beute. Eher wie… eine Einladung.

Es war fast Mitternacht, als sie das Fenster öffnete. Der Wind wehte kühl ins Zimmer, trug den Duft von feuchter Erde und Asphalt mit sich. Elena atmete tief ein, schloss die Augen. Dann öffnete sie sie wieder.

Er stand da.

Diesmal näher. Nicht mehr auf der Straße. Nicht einmal auf dem Gehweg.

Im Garten.

Sein Körper war im Schatten verborgen, aber das Weiß der Ghostface-Maske leuchtete im Mondlicht. Wie eine stillschweigende Drohung – oder ein Versprechen.

Elena hätte schreien können. Die Tür abschließen. Die Polizei rufen.

Aber sie tat nichts davon.

Stattdessen trat sie langsam vor. Das Fenster war nur noch eine dünne Grenze zwischen ihnen.

„Warum tust du das?“ flüsterte sie.

Keine Antwort. Nur diese stumme Beobachtung. Und dann – eine Bewegung.

Er hob die Hand. Ganz langsam. Zeigte auf sie. Dann auf sich.

Du gehörst mir.

Das war es, was sie spürte – ohne ein einziges Wort. Ihre Haut prickelte. Ihre Finger schlossen sich fester um den Fensterrahmen. Ihre Wangen wurden heiß.

Es war falsch.

Aber es war da.

Dann drehte er sich um – lautlos – und verschwand in der Nacht.

---

Am nächsten Tag lag etwas auf ihrem Bett. Ein schwarzes Samttuch. Weich, wie aus einem Theater. Und darunter: eine rote Rose. Frisch. Voller Duft.

Daran befestigt: ein kleiner Zettel.

> "Du brauchst mich nicht zu sehen.

Du brauchst mich nur zu fühlen."

Elena berührte die Rose, fast zärtlich. Ihr Herz schlug schneller. Und sie wusste:

Das war kein Ende.

Es war der Anfang.

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