Morvainth - Mora [Band 1]

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Zusammenfassung

Die Menschen kennen nur ihre Welt. Doch verborgen in den Schatten existiert Morvainth – ein uraltes Reich aus Vampiren, Lykaré und Clans, die seit Jahrhunderten über das Gleichgewicht der Nacht wachen. Als ein brutaler Angriff die Ordnung erschüttert, gerät Varion, einer der Ältesten Morvainths, in einen Strudel aus Verrat, Machtkämpfen und dunklen Geheimnissen. Während alte Bündnisse zu zerbrechen drohen, beginnt sich etwas in den Tiefen der verborgenen Welt zu regen. Etwas, das niemals hätte existieren dürfen. Zwischen Loyalität, Schuld und dem drohenden Zerfall der Nacht muss Varion entscheiden, wem er noch vertrauen kann – bevor Morvainth endgültig im Chaos versinkt. Eine düstere Fantasy-Saga voller Intrigen, uralter Wesen und einer Welt, die im Verborgenen langsam dem Untergang entgegensteuert. Band 1 der Morvainth-Trilogie. ⚠️ Enthält Darstellungen von Gewalt, Blut und emotional intensiven Themen. Empfohlen ab 18 Jahren.

Genre:
Fantasy
Autor:
BlackStreal
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
21
Rating
5.0 1 Bewertung
Altersfreigabe
18+

Prolog

Die Menschen erzählen sich Geschichten.

Sie flüstern von Kreuzen und Weihwasser, von Knoblauch und Holzpflöcken.

Von Sonnenstrahlen, die das Fleisch verbrennen, und von heiligen Symbolen, die das Böse bannen.


Sie glauben, sie wüssten, wie man uns vernichtet.

Sie irren sich.


Die Wahrheit ist älter. Tiefer. Grausamer.

Und sie beginnt dort, wo die Lügen der Menschen enden.


Es gibt Kinder der Nacht — jung, unberechenbar, getrieben von Hunger und Blutrausch.

Sie taumeln zwischen Wahnsinn und Trieb, kaum mehr als Tiere in menschlicher Gestalt.

Die Jäger kennen nur sie. Es sind diese Kreaturen, die sie verfolgen, pfählen, verbrennen – und sie glauben, sie hätten gesiegt.

Doch ihre Siege waren Zufälle. Ein Schlag im richtigen Moment. Ein Sonnenaufgang zur rechten Zeit.


Dann gibt es jene, die älter sind.

Stärker. Ruhiger. Geduldiger.

Vampire, die gelernt haben, zu jagen, ohne Spuren zu hinterlassen.

Die nicht aus Hunger töten, sondern aus Instinkt.

Sie sind Schatten unter Schatten – und wenn sie fallen, dann nur durch die Hand von uns:

den Jägern unter den Jägern.


Doch über ihnen stehen die Urvampire.

Wesen, die Jahrtausende überdauern, die Macht in Formen gebunden haben, die selbst die Natur vergessen ließ.

Manche beherrschen Feuer, andere den Geist, wieder andere das Blut selbst.

Sie sind Zeugen vergangener Zeitalter, haben Städte wachsen und sterben sehen –

und stehen noch immer.


Der Älteste unter uns ruht im Herzen der Zitadelle.

Seit Äonen hält ihn ein einziger Tropfen Blut am Leben.

Seine Augen sind nie geschlossen, sein Geist wandert durch die Schatten der Gedanken.

Er kennt jeden Verrat, jedes Flüstern, jedes neugeborene Kind und jedes Sterben.

Er ist der Ursprung, der Vater aller Vampire –

und selbst der Rat, unsere höchste Versammlung, beugt sich seiner Macht.


Wir sind Clans. Familien. Blutlinien.

Jede neue Seele wird mit Bedacht verwandelt.

Ein Kind der Nacht wird erzogen – oder vernichtet.

Ein Gefährte verwandelt – oder abgelehnt.

Regeln, älter als die Königreiche der Menschen.

Regeln, die das Gleichgewicht bewahren.


Und dennoch… gibt es jene, die ausbrechen.

Die ihr Blut verschwenden, sich dem Rausch hingeben, die Menschheit aufmerksam machen.

Sie sind Ketzer. Gefahren für uns alle.

Und für sie gibt es nur einen, der ihre Spur verfolgt: mich.


Ich bin ein Urvampir.

Ein Jäger der Nacht, der seinesgleichen richtet.

Der, den der Rat ruft, wenn Kinder und Schatten außer Kontrolle geraten.


Die Menschen nennen mich Monster.

Die Vampire nennen mich Verräter.

Doch in Wahrheit bin ich nur eines:

das Schwert im Schatten.


Und meine Geschichte beginnt mit einem Auftrag.

Ein Befehl des Rates, nicht mehr und nicht weniger:

Beobachte die Jägerin.


Doch Aufträge führen nicht immer nur zu Blut.

Manchmal führen sie zu Begegnungen,

die selbst Jahrtausende alte Gewissheiten ins Wanken bringen.


So stand ich vor ihr –

einer Frau, die glaubte, mich töten zu können.

Und in ihren Augen sah ich zum ersten Mal seit Jahrhunderten etwas,

das ich nicht benennen konnte.