Kapitel 1: Ehrenvolles Blut
Die Menschen in den Straßen von New York ahnten nicht im Geringsten, dass es das Übernatürliche wirklich gibt. Seit vielen Jahrhunderten wandeln Werwölfe unerkannt auf dieser Erde. Sie verstecken sich direkt vor den Augen der Menschen als ganz normale Angestellte, Anwälte, Ärzte, Polizisten oder sogar Drogendealer. Innerhalb dieser geheimen Werwolf-Gesellschaft gibt es eine Hierarchie, und egal wo man auf diesem Planeten auch hingeht: Eine Hierarchie sorgt immer für Ärger. Die Welt der Shifter wird von den stärksten Alphas regiert, und ihre Rudel folgen ihnen schon seit Anbeginn der Zeit.
Damit dieses System reibungslos funktioniert, müssen sich alle Alphas an einen Kodex halten, den ihre Vorfahren erschaffen haben. Diejenige jedoch, die über alle herrschte, sie alle beschützte und sie erschuf, war ihre Göttin Maya. Sie war die Gottheit, die alle Werwölfe verehrten – egal ob gut oder böse. Hat sich je jemand gefragt, warum ein Wolf den einsamen Mond anheult? Weil diese einsame Kreatur wusste, dass Maya ihre Gebete immer hören würde.
Doch für Rogue Wolves galten andere Regeln. Wölfe ohne einen Anführer, der sie unter seiner Herrschaft leitete, waren auf sich allein gestellt. Rogue Wolves mussten sich selbst verteidigen und ihre eigenen Leute schützen, sonst konnte jeder kommen und sie vernichten. Der Kampf war ein täglicher Begleiter und er war zermürbend. Das grausame Schicksal eines einsamen Wolfes war unsagbar. Sie wurden gejagt, versklavt und verunreinigt. Und ein Wolf wusste nur zu gut, wovon die Rede war.
Elijah Pierce war über zehn Jahre lang ein Sklavenkämpfer gewesen. Er wurde aus seinem Zuhause verschleppt und in einer grausamen Organisation eingesperrt. Sie rissen ihm die Seele aus dem Leib und zertrümmerten sein gütiges Herz. Der Käfig, der ihn gefangen hielt, machte ihn zu einem rücksichtslosen Söldner. Er trug die Narben eines Siegers, an dessen Händen das Blut zahlreicher Toter klebte, während er sein Leben als Sklave fristete. Aus seinem verunreinigten Blut stieg ein Killer empor. Und die schreckliche Wahrheit, dass er zu etwas Abscheulichem werden musste, um zu überleben, ließ ihn nie wieder los.
Was sich in diesem Jahrzehnt in seinem Inneren alles verbog? Das wussten nur die Göttin und sein hohles Herz.
Elijah lebte als Nummer und akzeptierte sein Schicksal. Er ahnte jedoch nicht, dass er eines Nachts von der berüchtigten Rogue Wolf, Zero, gerettet werden würde. Sie war eine Kriegerin, die das Blatt in jedem Kampf wenden konnte. Das alles verdankte sie ihrer eigenen, rohen Kraft, denn sie war die Einzige, die den Mut hatte, sich gegen Ungerechtigkeit aufzulehnen. Doch diese Frau war ihre eigene Anführerin und ihr eigenes Gesetz. Niemand sagte ihr, was sie zu tun hatte ... niemand wagte es. Ihr Wille war stärker als Feuer und ihr Mut brannte heller als die Sonne selbst.
Wo immer sie auftauchte, beobachteten die Menschen sie, wussten ohne zu fragen, wer sie war, und zollten ihr Respekt. Selbst starke, einflussreiche Alphas hatten gegen ihr Wort keine Chance. Sie traten zurück, wenn sie irgendwo erschien. Und egal, wer dachte, New York sei seine Stadt – sie irrten sich gewaltig. Denn die ganze Stadt und ihre Bewohner wussten, dass dies das Territorium dieser einen Frau war. Sie besaß diese Stadt und stellte sich den Bedrohungen, noch bevor die anderen Alphas es taten. Nichts geschah ohne ihr Wissen. So bewachte sie die Tore ihrer Stadt und vernichtete jede Gefahr für ihre Leute.
Elijah wurde von ihr gerettet und sie heuerte ihn für ihr Team an, damit er ihr bei ihrem Kreuzzug helfen konnte, die Welt vor jeglicher Bedrohung zu schützen. Er war sich nicht sicher, wie viel Hilfe er bieten konnte, wenn sie doch die stärkste Naturgewalt war, die die Welt je gesehen hatte. Doch er bot ihr seine Kraft und die Waffen an seinem Körper für alles an, was sie brauchte.
Elijah wusste, wo seine Loyalität lag: bei ihr. Sie gab ihm Befehle und er sorgte dafür, sie aus Ehre und Pflicht zu befolgen. Das war sein Weg. Nichts konnte sich ihm in den Weg stellen, denn seine Bestimmung war es, Zero zu dienen. Die Welt wusste das mittlerweile über ihn. Er war Zeros Schatten. Er war die Dunkelheit, die sie beschützte, während sie Licht in die Welt brachte. Es gab nichts, was den Verlauf seiner Regeln hätte ändern können.
Er wusste, was er zu tun hatte und wer er sein musste. Die Welt hatte ihn dazu gezwungen, ein Killer zu werden. Also würde er dafür sorgen, dass jeder, der ihn anpisste, bestraft und hingerichtet wurde.
Dieser Weg war hart und er erforderte, dass er allein ging, da er entbehrlich war. Zeros Sicherheit hatte Vorrang vor seiner eigenen. Er achtete darauf, fokussiert und wachsam zu bleiben. In diesem Krieg traf die Niederlage diejenigen, die eine Schwäche zeigten. Elijah wusste, dass er keine zeigen durfte, sonst wäre die Mission in Gefahr und mit ihr Zero. Und er würde niemals zulassen, dass seiner Retterin etwas zustieß. Er verehrte den Boden, auf dem sie ging, so wie viele andere auch, also wollte er sicherstellen, dass sie darauf blieb. Jede Bedrohung würde permanent vernichtet werden.
-Manhattan-
Die dunklen Straßen waren von Schnee bedeckt und eine schneidende Brise kroch unter Jacken und Schals. Viele hielten sich aneinander fest, um warm zu bleiben, während andere zu ihren Autos rannten, um Schutz zu suchen. Ein Mann jedoch war völlig unbeeindruckt von der Kälte. Er überquerte den Weg in seinem Ledermantel, der die beiden Pistolen und sechs Klingen verbarg, die er bei sich trug. Seine wachsamen Augen scannten die Straße, zählten jeden einzelnen Kopf und schätzten das Gefahrenpotenzial ein.
Elijah war heute Nacht auf einer Mission. Jemand musste getötet werden, weil er die Armen bestahl, um die Taschen der Reichen zu füllen. Randy Miller arbeitete schon seit ein paar Jahrzehnten bei der Steele Corporation. Doch dieser Mann war so dreckig wie ein Krimineller, denn er stahl von den Armen und kaufte sich damit die Loyalität der Reichen. Elijah interessierte sich nicht wirklich für diesen Mann, aber sein Name stand auf Zeros Liste, und das hieß nur eines: töten.
Elijah ging in Richtung der Steele Corporation, die um diese späte Uhrzeit bereits abgeriegelt war. Aber Randy traf sich mit Klienten und musste laut ihren Informationen im 45. Stock sein.
Elijah blieb am anderen Ende der Straße stehen und blickte zu dem hohen Wolkenkratzer hinauf. Er musste einen Weg hineinfinden, aber das war nicht schwer. Er sah einen LKW, der in die Tiefgarage fuhr. Er überquerte die Straße, sprang auf die Ladefläche und hielt sich an der Tür fest, während das Fahrzeug den Abhang in den Sperrbereich hinunterfuhr. Keine der Kameras sah ihn, da er auf das Dach des LKWs geklettert war.
Nachdem der Wagen am Rand geparkt hatte, wartete Elijah auf den richtigen Moment, um abzusteigen und sich in den Aufzug zu schleichen. Dabei bemerkte er, dass die Fahrer Passcode-Karten in der Hand hielten, mit denen sie problemlos ein- und ausgehen konnten.
Elijah sprang vom LKW, und gerade als sich die Aufzugtür schloss, klemmte er seinen schwarzen Stiefel dazwischen und gab sich den verdutzten Fahrern zu erkennen. Sie konnten keinen Ton von sich geben, bevor er angriff und sie bewusstlos zu Boden schickte. Elijah schnappte sich die Keycard und hielt sie vor das Lesegerät, bevor der Aufzug in die Höhe fuhr.
Die Türen öffneten sich mit einem Ping im 45. Stock und er trat in den luxuriösen, schwarzen Flur. Ein goldener Schimmer von Leuchtstoffröhren lag in der Luft, doch er blieb im Schatten, bis er die großen Glaswände sah. Sein Ziel saß entspannt in einem Sessel, trug einen grauen Anzug, eine Zigarre in der Hand und ein Getränk auf dem Tisch. Er lachte am Telefon, während der Geruch von Tabak den Raum erfüllte. Eine Frau war jedoch auch dort. Elijah vermutete, sie sei die Sekretärin, so wie sie auf ihrem Notizblock herumkritzelte. In einem engen Rock, Bluse und auf Absätzen verstellte sie ein Lächeln, als sie den Raum verließ, und Randys Augen folgten ihr.
Elijah zeigte sich erst, als sie an ihrem Schreibtisch saß und sich über das Verhalten ihres Chefs ausließ. Bevor sie schreien konnte, hielt er ihr den Mund zu und flüsterte ihr ins Ohr: „Wenn du nicht sterben willst, pack deine Sachen und geh nach Hause“, erklärte er. „Nick, wenn wir uns verstehen.“
Sie nickte hastig.
„Lauf“, sagte er, bevor er sie losließ.
Die Frau schnappte sich ihre Jacke und ihre Tasche, rannte aus dem Flur und in den Aufzug. Elijah machte sich keine Sorgen, ob sie die Polizei rufen würde, denn er wäre hier längst fertig, bevor die Cops eintrafen. Er ging um den Tisch herum zum Raum und versteckte sich an der Seite der Tür. Randy stand auf und blickte aus dem Fenster auf die Stadt.
Elijah bot sich eine einfache Gelegenheit. Er öffnete die Glastür und trat ein. Vor seinen Augen blitzten hunderte Arten auf, jemanden zu töten – Dinge, die er als Sklavenkämpfer gelernt hatte. Das Tattoo, das in seinen Hals geritzt war, brannte jedes Mal, wenn er an all die Männer dachte, die er in diesen Käfigkämpfen getötet hatte.
„Die Police kann geändert werden“, sprach Randy in das Telefonat. „Ich werde sicherstellen, dass jeder Investor heute Abend weiß –“
Elijah tauchte hinter dem Mann auf und überragte ihn. Er nahm seine blauen Augen vom Ziel und traf Randys Blick im Glas. Randys Augen weiteten sich vor Entsetzen, als er die Ankunft eines Dämons sah.
„Zero lässt ausrichten“, sagte Elijah, bevor er seine Hände um den Hals des Mannes legte und ihm das Genick brach.
Das laute, abscheuliche Knacken hallte durch den Raum und löste einen weiteren Impuls der verdrehten Dunkelheit in Elijah aus. Randys Körper sackte zu Boden und der Anrufer am anderen Ende der Leitung schrie nach einer Antwort. Er nahm das Telefon mit seinem behandschuhten Finger, beendete das Gespräch und behielt das Gerät, da er darüber alle Leute ausfindig machen konnte, für die Randy arbeitete, was einen einfacheren Plan zur Eliminierung ermöglichen würde.
Elijah verließ das Büro und kehrte in die kalte Nacht auf die Straße zurück, nachdem seine Mission erfüllt war. Er kam an seinem schwarzen Dodge Charger an, öffnete die Tür und saß allein im dunklen Innenraum. Er drehte den Zündschlüssel, die Lichter flackerten auf und der Motor brüllte los. Er setzte zurück, fuhr auf die Straße und raste durch den Verkehr zurück zur Basis.
Die Fahrt dauerte nicht lange, da er die Abkürzungen durch die Stadt kannte. Er kam vor dem großen Waldgebiet an, das Zeros Territorium wie eine uneinnehmbare Festung umgab. Er fuhr den gewundenen Pfad entlang, den die Welt mittlerweile kannte. Er erreichte ein prachtvolles Anwesen, das auf einem weiten Feld stand. Die beiden schwarzen Tore standen offen. Das war kein Versehen; die Tore von Zero standen immer offen, denn es war ein Symbol dafür, dass jeder, der Zeros Hilfe suchte, willkommen war. Es war jedoch auch eine düstere Warnung an ihre Feinde: Wenn sie zu ihren Toren kämen, würde sie ihre Körper in Särgen zurückschicken.
Seit Elijah dabei war, hatten sie vereinbart, dass die Tore offen blieben, weil Zero es so wollte. Aber aus Sicherheitsgründen hatte er Sensorkameras und Detektoren auf dem gesamten Gelände installiert. So wusste er sofort, wenn sich etwas an den Toren bewegte.
Das Tor zur Garage öffnete sich, er fuhr hinein und parkte neben der Reihe von Motorrädern und anderen Fahrzeugen. Elijah stellte den Motor ab und stieg aus. Er knallte die Tür zu, was in der Betonkammer widerhallte. Er verließ die Garage, stieg die Stufen hinauf und betrat das Haus.
Es gab glänzende goldene Böden, große Marmorwände mit Verzierungen und eine extravagante Decke mit einem Kristallleuchter über dem großen Wohnbereich. Ein Feuer knisterte im Kamin, an dem ein antikes Gemälde der Besitzer dieses Hauses hing.
Er ging daran vorbei in Richtung Treppe und stieg auf dem tiefblauen Teppich nach oben, der sich die Stufen hinunterzog. Zielstrebig erreichte er Zeros Büro und klopfte an die Tür.
„Komm rein“, hallte ihre Stimme durch die Tür.
Er drückte die Messingklinke und öffnete die Tür, bevor er der Retterin der Rogue Wolves gegenüberstand, die hinter einem Eichentisch auf einem mächtigen Stuhl saß. In ihrer dunklen Lederausrüstung las sie Papiere, ihr schwarzes Haar war offen und floss ihr über die Schultern. Doch als sie den Kopf hob und ihre saphirblauen Augen enthüllte, richtete er sich bei ihrem stechenden Fokus auf. Eine ständige Autorität haftete an ihr, während sie sich wie ein königlicher Wolf verhielt. „Alpha“ beschrieb bei weitem nicht, was sie war. Diese Frau gebot über Einfluss und kontrollierte Alpha-Wölfe, als wären sie ihre Haustiere. Zero rettete Menschen, sie jagte Monster, und das machte sie zu einer gefährlichen Macht.
Und jeder kannte die Geschichte, wie Zero von ihrer Göttin Maya wieder zum Leben erweckt wurde. Elijah wusste, dass es kein Mythos war, es war wahr. Er hatte es mit eigenen Augen gesehen, als Zero sich selbst opferte, um einen bösen Mann zu töten. Sie wurde aus der Welt gerissen, was eine wahrlich dunkle Nacht gewesen war.
Elijah erinnerte sich nicht gerne an die Zeit, in der sie dachten, sie hätten sie für immer verloren. Doch an einem schicksalhaften Tag geschah ein Wunder: Zero war wieder auferstanden und mit dem Blut Mayas in ihren Adern zurückgekehrt. Das Blut, das ihr unermessliche Macht und Stärke verlieh. Die Welt mochte dies für einen Mythos halten, aber Elijah wusste, dass Zero nicht mehr nur ein Wolf war. Sie war Göttlichkeit.
„Was gibt es Neues?“, fragte sie, als sie den Stift weglegte.
Er stand vor ihr. „Randy Miller wurde eliminiert“, informierte Elijah prompt.
„Gut“, stimmte Zero zu.
Elijah holte Randys Telefon hervor und legte es auf den Tisch. „Ich denke, wir können seine Investoren über seine Anrufliste zurückverfolgen“, schlug er vor.
Zero nickte. „Dann kennst du deine nächste Mission“, sagte sie.
Elijah steckte das Telefon wieder in die Tasche. „Sonst noch etwas?“, fragte er, in der Erwartung, dass sie ihn für die Nacht entlassen würde.
Doch dann verweilten Zeros Augen auf ihm und er fühlte sich, als würde sie in die zerfetzte Seele in seinem Inneren blicken. Elijah wich ihrem Blick nicht aus, auch wenn jeder Nerv in seinem Körper sich wünschte, sich zu verstecken, damit sie die Wahrheit nicht sah. Aber das war unmöglich. Nicht vor ihr.
„Wann hast du das letzte Mal geschlafen?“, fragte Zero, als sie aufstand.
Elijah wusste die Antwort nicht mehr, da er nach dem zweiten oder dritten Tag aufgehört hatte zu zählen. „Vor einer Weile“, antwortete er kurz.
„Und Essen?“ Zero lehnte sich auf den Tisch und verschränkte die Arme.
Elijah war darauf trainiert, tagelang ohne Essen auszukommen; so war sein Körper inzwischen programmiert. Er konnte die Veränderung nicht bekämpfen. „Gestern –“
„Lüg mich nicht an“, brummte Zero.
„Was willst du dann?“
„Du gehst auf keine Mission, bevor du dich nicht um dich selbst gekümmert hast“, befahl Zero.
Elijah versteifte sich. „Warte, was?“, fragte er erstaunt. „Zero, diese Missionen erledigen sich nicht von selbst.“
Ihre Augen wurden hart. „Dann iss etwas und schlaf dich aus“, sagte sie. „Ich kann nicht gebrauchen, dass du in diesem Zustand durch die Stadt rennst.“
Elijah konnte es nicht fassen. „Ich bin vollkommen in Ordnung“, versicherte er.
„Das glaube ich erst, wenn ich es sehe“, sagte Zero, als sie sich aufrichtete und mit ihrer Körpergröße zu seiner aufschloss. „Ich erkenne einen müden Körper, wenn ich einen sehe.“
„Ich bin nicht müde“, teilte Elijah mit.
Zeros Augen blitzten auf und das Blau wechselte zu Silber. „Das glaubst du selbst nicht“, sagte sie. „Elijah –“, sie legte ihre starke Hand auf sein Herz, „Ruhe bedeutet nicht Schwäche.“
Elijah atmete tief ihre Pheromone ein, die wie ein mächtiger Sturm waren. „Na gut“, gab er nach, denn niemand konnte gegen Zeros Sturheit gewinnen.
Sie lächelte, als sie die Hand sinken ließ. „Ist es nicht einfacher, wenn du mir einfach zustimmst?“, witzelte sie.
„Kann es dir ja nicht zu einfach machen“, bemerkte Elijah mit einem kurzen Lächeln.
Zero klopfte auf seinen Arm. „Geh und ruh dich aus“, befahl sie.
Elijah verließ den Raum und schloss die Tür hinter sich. Er verweilte im leeren Flur und fragte sich, wann sein Leben diese Wendung genommen hatte. Ein dunkler, verdrehter Pfad, der nichts als Dornen bereithielt. Er durchquerte den Korridor und erreichte den Raum, der ihm in diesem Haus zugewiesen worden war. Er öffnete die Tür und eine dunkle Kammer mit einem Bett, einem Tisch und mehreren Fenstern kam zum Vorschein. Es gab auch eine Couch vor einem Kamin, doch in dem Kamin brannte kein Feuer, weshalb der kalte Luftzug im Raum erbarmungslos war.
Elijah zog seine Jacke aus und ließ sie auf den Stuhl fallen, bevor er das geräumige Badezimmer betrat. Über dem Waschbecken hing ein großer Spiegel, in dem er seine müden blauen Augen erblickte. Er blieb davor stehen und legte den Rest seiner Kleidung ab.
Mit großer Kraftanstrengung betrachtete er seinen Körper im Spiegelbild, das jede einzelne seiner Narben zeigte. Seine gebräunte Haut bildete einen Kontrast zu den Narben und rückte jede einzelne Erinnerung, die sie in sich trugen, in den Fokus. Jeder Schnitt einer Klinge, jeder Hieb einer Peitsche, jedes einzelne Einschussloch barg eine Erinnerung. Doch Elijahs Blick blieb an dem Tattoo um seinen Hals hängen. Die Nummer 134 war ihm zusammen mit einer Reihe anderer Schnittwunden in den Hals geritzt worden und vernarbte ihn wie ein Halsband. Aber genau das war er zehn Jahre lang gewesen: ein Tier, das nur noch eine Nummer war.
Diese Male auf seinem gesamten Körper brannten in ihm und erinnerten ihn daran, dass er eigentlich in diesem Käfig hätte sterben sollen. Doch wie durch ein Wunder hatte er überlebt. Er wusste nicht einmal, wie das möglich war, nachdem er jede erdenkliche Sünde begangen hatte, die eine Strafe verdient hätte.
Elijah wandte sich vom Spiegel ab und trat unter den Duschkopf. Er drückte den Knopf an der Wand, und das Wasser ergoss sich wie Regen über ihn, lief durch seine Haare bis zu seinen Füßen. Das Wasser war warm – ein Segen, den er in den Käfigen nicht gekannt hatte.
Der Käfig … seine Gedanken verweilten bei diesem Wort, während er die Augen schloss und versuchte, sich auf etwas anderes als diese Erinnerungen zu konzentrieren. Denn sie zerrten an ihm, Stück für Stück, und er drohte daran zu zerbrechen.
Wenn er versuchte, sich an die Zeit vor den Käfigen zu erinnern, blieben ihm nur Fragmente. Alles, woran er sich erinnern konnte, war, dass er auf einer Farm gearbeitet hatte, allein und isoliert. Das machte ihn zum perfekten Ziel für Plünderer, die abtrünnige Wölfe entführten.
Er dachte an die kleine Hütte, von der aus er auf eine grüne Wiese blicken konnte, wenn die Sonne am Horizont stand. Er liebte es, auf den Stufen zu sitzen und zu beobachten, wie die Sonne hinter den Bergen versank. Er hätte nie gedacht, dass Plünderer in jener Nacht die Vordertür aufbrechen und ihn entführen würden. Sie warfen ihn in einen Truck, bevor sie ihn verschleppten, um ihn als Sklaven zu brandmarken. Er war jung, naiv und flehte um seine Freiheit. Doch niemand hörte ihm zu. Er lernte sehr schnell, dass das friedliche Leben, das er geführt hatte, der Vergangenheit angehörte.
Elijah riss die Augen auf und fand sich unter der Dusche wieder. Er wusch sich den Schaum ab, bevor er auf den Badematte trat. Er trocknete sich mit einem Handtuch ab, betrat das Schlafzimmer und zog eine Jeans sowie einen Rollkragenpullover an. Es war das Einzige, was seine Male verborgen hielt.
Elijah kümmerte sich nicht weiter um sein feuchtes, zerzaustes Haar und verließ das Schlafzimmer, um in die Küche zu gehen. Er roch Kräuter und Gewürze, schon bevor er die Treppe hinunterstieg. Er trat in die Küche und sah einen Mann in weißer Hose und einem marineblauen Poloshirt; sein perfektes goldenes Haar glänzte unter den Lampen.
Severin Salvatore war ein wohlhabender Geschäftsmann mit reinem Blut in seinen Adern. Er war der älteste Sohn einer extrem reichen Familie aus London, die ein erfolgreiches weltweites Unternehmen betrieb. Severin war Zeros Gefährte, und sie führten eine perfekte Ehe. Die Welt wusste genauso gut wie Elijah, dass Severin das Licht für Zeros Dunkelheit war. Er war das Herz, sie war der Verstand. Er war die Ruhe, und sie brachte den Zorn. Sie ergänzten einander und waren einander so ergeben wie die Sterne dem Mond. Beide gehen zusammen auf und können sich nicht trennen.
„Du bist zu Hause“, begrüßte ihn Severin mit seinem vornehmen Akzent. „Ich habe gar nicht mitbekommen, wann du angekommen bist.“
„Es ist schon eine Weile her“, informierte er ihn, während er eintrat.
„Wie lief die Mission?“ Severin drehte sich um und enthüllte sein gut aussehendes Gesicht und seine indigo-blauen Augen, die unter dem goldenen Licht wie Edelsteine glänzten.
„Erfolgreich“, sagte Elijah, während er sich eine Flasche Saft aus dem Kühlschrank nahm. „Aber deine Gefährtin lässt mich keine weitere Mission ohne Abendessen abschließen.“
Severin schenkte ihm sein charmantes Lächeln, das jedes Herz für sich gewann. „Wie mein Vater immer sagte: Nichts lässt sich mit leerem Magen erledigen“, zitierte er.
Elijah lehnte sich gegen die Anrichte. „Was kochst du da?“
„Eines der Lieblingsgerichte meiner Gefährtin“, lächelte Severin.
„Lasagne“, antworteten sie beide gleichzeitig.
Elijah trank den Orangensaft in einem Zug aus und ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Sie hatten noch einen weiteren Gast im Haus, der ebenfalls die Angewohnheit hatte, für sich zu bleiben. Vor ein paar Monaten hatte Zero Zyran Solomon zu sich geholt. Elijah kannte die Geschichte des Mannes nicht genau. Aber Zero nahm Streuner auf; das war ihre Art.
„Kannst du kurz auf den Ofen aufpassen?“, fragte Severin und nahm seine Schürze ab. „Ich muss meine bezaubernde Gefährtin rufen.“
„Sie ist in ihrem Büro“, sagte Elijah zu ihm.
Severin nickte, bevor er losging, um sie zu suchen.
Elijah starrte auf den Ofen, in dem zwei Lasagnebleche brieten. Die Hitze strömte aus der Tür, und er erinnerte sich an die Verbrennungsöfen, in denen er gearbeitet hatte. Kohle in die Öfen zu schaufeln, damit die Anlage reibungslos weiterlief, war sein Alltag gewesen. Doch an dunklen Tagen musste er Leichen in das Feuer werfen. Kinder, Alte, Frauen – niemand wurde verschont.
Der Käse auf dem Blech blubberte, und Elijah sah weg, weil er den kleinen Appetit, den er nach so vielen Tagen erst mühsam zurückgewonnen hatte, nicht verlieren wollte.
Schließlich kehrte Severin zurück, begleitet von Zero. Beide freuten sich darauf, zu Abend zu essen.
„Decken wir den Tisch“, sagte Severin, während er die Bleche aus dem Ofen holte.
„Wo ist Zyran?“, fragte Zero, während sie Wein aus dem Schrank nahm.
„Er hat sich den ganzen Tag in seinem Zimmer eingeschlossen“, informierte Severin sie.
Zero sah Elijah direkt an. „Kannst du ihn holen?“, fragte sie.
„Er wird nicht auf mich hören“, entgegnete Elijah.
„Dann überzeuge ihn“, riet ihm Zero.
Elijah stieß sich von der Anrichte ab und verließ die Küche. Er ging wieder nach oben und steuerte das Zimmer auf der Westseite des Anwesens an. Er erreichte die Tür und klopfte. Aber es gab keine Antwort. Also klopfte er erneut, immer und immer wieder.
„Zero hat mich geschickt!“, rief Elijah. „Sie will, dass du zum Essen runterkommst.“
„Ich habe keinen Hunger“, tönte die Stimme zurück.
„Sag das Zero selbst“, erwiderte Elijah. „Auch wenn wir beide wissen, dass sie gleich hier hochkommt, diese Tür aufreißt und dich nach unten schleift. Ich kann mich nicht gegen sie wehren, und du auch nicht.“
Die Tür öffnete sich plötzlich, und ein Mann stand dahinter. Er war groß und breit gebaut, mit tiefschwarzem Haar, das einen scharfen Kontrast zu seinen leuchtend silbernen Augen bildete. Er trug kein Hemd, sodass seine Tattoos zu sehen waren, die seine Schultern, Arme und einen Teil seines Torsos bedeckten.
Doch Elijah sah vor allem die schreckliche Narbe auf der linken Seite seines Gesichts, als wäre er dort verbrannt worden. Ein dauerhaftes Mal, das seine Augen hohl wirken ließ. Zyran war ein Mann, der viele abscheuliche Verbrechen begangen hatte; er hatte geschworen, seine kriminelle Familie zu rächen, die von Zero getötet worden war. Doch als er erkannte, dass sein Handeln keine Gerechtigkeit, sondern Bosheit war, gab er seine Vendetta auf und wählte die Gefangenschaft. Zero jedoch hatte ihn hierhergebracht und ihm befohlen, seine Fehler wiedergutzumachen. Er war mit Azura verwandt, einer starken Vollstreckerin des Centauri-Rudels, die er ebenfalls für den Untergang seiner Familie verantwortlich gemacht hatte. Aber all das war jetzt Vergangenheit.
„Komm mit“, sagte Elijah.
Zyran verdrehte die Augen, bevor er sich einen Pullover griff und über den Kopf zog. Die beiden machten sich auf den Weg zum Esszimmer, wo sie schon die Stimmen von Zero und Severin hören konnten. Sie betraten den Raum gemeinsam; Elijah nahm seinen Platz ein, während Zyran um den Tisch ging und sich ebenfalls setzte. Sie bedienten sich und dankten Severin für die Mahlzeit, die wirklich köstlich war.
„Wisst ihr, zwischen der Rettung der Welt und der Betreuung dieser zwei hier habe ich wirklich alle Hände voll zu tun“, bemerkte Zero.
Severin lachte.
Elijah traf ihren Blick vom anderen Ende des Tisches. „Du musst dich nicht um mich kümmern“, sagte er.
Zero kicherte. „Ja, klar“, sagte sie.
„Warum schenkst du Zyran nicht etwas von deiner Aufmerksamkeit?“, sagte Elijah. „Ich bin mir sicher, er ist einsam.“
Zyran funkelte sie an. „Komm bloß nicht auf dumme Gedanken, Zero“, sagte er.
„Warum nicht?“, sagte Zero. „Du liebst es doch, mit mir Zeit zu verbringen.“
Zyran legte seine Gabel nieder. „Du zwingst mich zum sozialen Kontakt“, sagte er. „Ich hasse es, Leute um mich zu haben.“
„Ach, es ist gar nicht so schlimm, wenn man die richtige Gesellschaft hat“, sagte Severin.
„Habt ihr alle vergessen, dass ich versucht habe, Zeros Freunde zu töten?“, entgegnete Zyran.
Zero winkte ab. „Das ist Schnee von gestern“, sagte sie.
„Und glaub mir, sie haben alle schon einmal versucht, sich gegenseitig umzubringen“, warf Severin ein.
„Das kann ich nur bestätigen“, fügte Elijah hinzu.
Zero lachte. „So werden Bindungen geknüpft“, sagte sie, als wäre das die normalste Sache der Welt.
Nun, so weit Elijah wusste, hatten Zero und ihre Freunde eine starke Bindung, aber das war erst entstanden, nachdem sie sie von ihrem dunklen, verdrehten Pfad abgebracht hatte. Diese Freunde zahlten Zero nun mit ihrer Loyalität und ihren Ressourcen zurück. Elijah versuchte, dasselbe zu tun, auch wenn sein eigener Pfad noch so düster war wie am Anfang.
Die Unterhaltung während des Essens war entspannt. Elijah versuchte, aufmerksam zu sein, indem er nickte und antwortete, doch er war sich nicht einmal sicher, ob er den Worten wirklich folgen konnte.
Nach dem Essen zogen alle ins Wohnzimmer um, um Wein zu trinken. Elijah wollte nicht lange bleiben und war kurz davor zu gehen.
„Elijah“, rief Zero. „Ich muss mit dir und auch mit Zyran sprechen.“
Die Männer wechselten einen Blick und fragten sich, worum es ging. Severin verabschiedete sich, da er sich frisch machen und schlafen gehen wollte. Er flüsterte Zero etwas zu, das sie lächeln ließ, bevor er sie küsste und die Treppe hinauf verschwand. Elijah kam herein und setzte sich an den Kamin. Sein Blick haftete an den tobenden Flammen, die das Holz zum Knistern brachten und den Rauch durch den Kamin jagten.
„Worum geht es, Zero?“, fragte Zyran.
„Ihr wisst beide von den Visionen, die ich bekomme“, begann Zero.
Elijah versteifte sich. Seit dem Tag, an dem Zero wiedergeboren wurde, war sie nicht nur mit einem stärkeren Körper zurückgekehrt, der Kugeln und andere Verletzungen aushalten konnte. Sie war auch mit einer seltsamen psychischen Fähigkeit zurückgekehrt, die es ihr erlaubte, von Ereignissen zu träumen, die eintreten würden, oder von Menschen, denen sie begegnen würde. Es war alles verdammt verwirrend, und Elijah traute dem Ganzen nicht, da psychische Fähigkeiten oft trügerisch waren.
„Hattest du wieder einen Traum?“, fragte er.
„Ja“, sagte Zero. „Aber sie kommen nur in Fragmenten.“
„Was siehst du in diesen Träumen?“, erkundigte sich Zyran, während er sich setzte.
Zero wirbelte den Wein in ihrem Glas. „Erinnerungen“, antwortete sie. „Ich kann durch die Augen der Person sehen, nach der ich suche. Es ist fast so, als könnte ich ihr Herz lesen.“
„Und wie soll dir das helfen, sie zu finden?“, mischte sich Elijah ein.
„Ich bin mir nicht sicher“, seufzte Zero und stellte das Glas ab. „Deshalb brauche ich Hilfe.“
„Ich wüsste nicht, was wir da tun könnten“, murmelte Zyran.
Zero tippte auf ihr Knie. „Ich muss herausfinden, wie ich diese Träume entschlüsseln kann“, sagte sie.
Elijah lehnte sich vor und stützte die Ellbogen auf seine Knie. „Gut, fang mit dem an, was du weißt“, sagte er. „Was siehst du?“
„Ich sehe einen Wolf, einen Wald und einen Mann, der ein Mal trägt“, zählte sie auf.
„Ein Mal?“, sagte Zyran. „Was für eins?“
„Es ist etwas verschwommen“, sagte Zero. „Aber dieses Mal fühlt sich an, als wäre es fast lebendig.“
Zyran und Elijah tauschten einen Blick aus.
„Kannst du diese Träume abrufen, wann immer du willst?“, fragte Elijah.
„Ich habe es versucht“, sagte Zero.
„Das kann gefährlich sein, Zero“, sagte er. „Wir wissen nicht, ob diese Träume zuverlässig sind oder nicht. Kannst du nicht mit Maya darüber sprechen?“
„Soll ich an eine Tempeltür klopfen und nach ihr fragen?“, sagte sie ironisch. „Maya greift nicht auf diese Weise ein. Das weißt du.“
„Ich meine ja nur: Wenn sie dir diese Träume gibt, dann hätte sie sie auch klarer machen können“, brummte Elijah.
„Da hat er nicht ganz unrecht“, fügte Zyran düster hinzu.
Zero lehnte sich vor und sah sie an. „Wie oft soll ich zur Göttin rennen?“, sagte sie. „Sie ist kein Schutzschild, den ich benutzen kann, wenn ich meine Schlachten nicht selbst lösen kann.“ Sie erhob sich. „Morgen finden wir die Person aus meinem Traum.“
„Wo auf der Welt sollen wir diese Person finden?“, sagte Elijah.
„Die Welt ist groß“, seufzte Zero. „Irgendwo muss sich jemand befinden.“ Sie ging weg und ließ die beiden allein zurück.
„Sie ist verrückt“, seufzte Zyran.
„Ja, daran gewöhnt man sich nie“, sagte Elijah zu ihm. Er war lange genug bei ihr, um zu wissen, dass die Frau mit dem Kopf voran ins Feuer springen würde, wenn sie bekäme, was sie brauchte.
Zyran sah Elijah an. „Warum sucht sie überhaupt die Leute aus diesen Träumen?“, fragte er.
„Deine Vermutung ist so gut wie meine“, bemerkte Elijah.
„Ist es der gleiche Grund, warum sie mich hierhergebracht hat?“, sagte Zyran leise, als würde er mit sich selbst sprechen.
„Was hast du vor?“, fragte Elijah, während er aufstand. „Warum bleibst du an ihrer Seite?“
Zyrans silberne Augen blitzten auf und die Narbe in seinem Gesicht verzog sich. „Das versuche ich selbst noch herauszufinden“, antwortete er.
Elijah drehte sich um und betrachtete das Gemälde an der Wand. Zero saß auf einem Thron, ihre saphirblauen Augen trugen die Stärke von tausend Armeen in sich. „Ich folge ihr, weil sie mich aus den Tiefen der Hölle geholt hat, in die sich sonst niemand gewagt hat“, sagte er zu ihm. „Wenn sie diese Menschen aus ihren Träumen finden muss, selbst wenn es gefährlich ist oder mich mein Leben kostet, werde ich dafür sorgen, dass es geschieht.“
„Du vertraust ihr so sehr?“, erwiderte Zyran.
Elijah sah ihn an. „Tust du es etwa nicht?“, bemerkte er. „Sie war die Einzige, die in deinen Käfig trat und dir sagte, dass du eine Chance auf ein neues Leben hast.“
Zyrans Blick wurde weicher.
„Zero hat uns eine Chance gegeben“, sagte Elijah zu ihm. „Lass sie uns nicht verschwenden.“ Er ging in Richtung seines Schlafzimmers und schloss die Tür hinter sich.
Er zog seinen Pullover aus und warf ihn auf die Couch, bevor er sich auf das kalte, harte Bett legte. Während er zur dunklen, prächtigen Decke starrte, erinnerte er sich an den einfachen, schmuddeligen Käfig, in dem er früher geschlafen hatte. Dieser Ort war so hohl wie eine Höhle. Nichts Gutes war jemals von dort gekommen.
Elijah schob diese Erinnerungen in eine dunkle Ecke seines Geistes und drehte sich zu den Fenstern, wo der dunkle Himmel das gesamte Anwesen einhüllte. Es hatte keinen Sinn, über die Vergangenheit nachzudenken. Zero hatte eine Mission, und er würde sich darauf konzentrieren, ihr mit allen Mitteln zu helfen. Das war seine Pflicht und sein Zweck. Elijah musste fokussiert bleiben; das war der einzige Weg, in diesem Kampf zu überleben.


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patreon.com/TheDarkNovelist









I feel like Elijah needs a new career. I know he wants to help zero but maybe killing more isn't a good idea. I wonder who zero is dreaming about .
I was hoping that the girl Elijah told to run was his mate.
It will be interesting to see who comes out of the shadows
Great start and it's going to be a great story as well...can't wait for when Elijah meets his mate that's Zero brother in law 💃🏻💃🏻💃🏻looking forward to your updates AK ❤️❤️❤️