Liar Liar Milliardäre

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Zusammenfassung

(dies ist eine Neufassung der Version von 2022) Sie ist temperamentvoll, verrückt und vielseitig. Und das ist einer der wenigen Gründe, warum Agentin Chloe Pepper gut in ihrem Job ist. Und sie ist zurück in der Stadt, um mit den NAG-Brüdern zu plaudern und zu dinieren, bis die berühmten Milliardäre erfolgreich hinter Gitter gebracht werden. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Die NAG-Brüder... Drei Männer, berühmt für ihren Reichtum und ihre Schönheit. Brüder mit einer Bindung, die so stark ist, dass niemand sie durchtrennen konnte, und sie stehen kurz davor, einen unbekannten Sturm in ihrem Haushalt in Form von Chloe Pepper zu erleben. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Undercover zu arbeiten ist eine Sache, die feurigen Blicke und verführerischen Gesten der berühmten, wunderschönen Milliardäre zu überleben, ist etwas ganz anderes. Wird Chloe in der Lage sein, die Verbrechen dieser Brüder aufzudecken, ohne in ihrem überraschend passenden Dienstmädchen-Outfit erwischt zu werden? Oder wird sie sich in den Charme eines von ihnen – oder von zweien oder... dreien – verlieben und damit ihre Mission gefährden?

Genre:
Romance
Autor:
Lola Ben
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
82
Rating
5.0 1 Bewertung
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 Hormone

Adrenalin

Sie war völlig aufgeputscht und kurz davor, sich ihr Ziel zu schnappen...

„Au!“, jaulte Chloe auf. Ihre mehlbestäubte Hand griff nach ihrem Fuß. Sie war gerade gegen ein Eisending gestoßen und schwankte gefährlich.

Ein wahnsinniges Lachen aus der Ferne erinnerte sie daran, was sie eigentlich gerade tat.

Chloe grinste in sich hinein und stampfte mit dem schmerzenden Fuß auf den kalten Boden. Ihr Blick schoss zu dem dicken, kahlköpfigen Mann. Wegen ihr rannte er gerade wahrscheinlich die längste Strecke seines Lebens.

„Oh nein, Bürschchen. Nicht mit mir“, murmelte sie grinsend.

Und dann ging alles ganz schnell: Aufholen, packen, werfen, zuschlagen, stöhnen, drücken, würgen. Schließlich hatte Chloe ihr Ziel erledigt. Vier verdammte Monate hatte sie auf diesen Moment hingearbeitet.

Sie hockte auf dem fetten Bauch des Mannes, den sie endlich mit einer Ladung Blutdiamanten erwischt hatte. Das war der ultimative Beweis, auf den sie gewartet hatte. Chloe gönnte sich eine Sekunde Pause. Um ehrlich zu sein: Der Bauch war so bequem wie ein Sitzsack.

Sie ignorierte das Winseln des Mannes und gab sich ihren Tagträumen hin. Ein Urlaub am Strand klang gar nicht schlecht. Vor allem nach der viermonatigen Tortur in dieser gottverlassenen Mehlfabrik.

„Schön zu sehen, dass du dir endlich mal eine Pause gönnst.“

Chloe riss die Augen auf. Ihre sofortige Reaktion auf diesen Satz war ein spöttisches Gesicht.

„Wie um Himmels willen“, sagte sie und holte tief Luft, „schaffst du es eigentlich, immer so verdammt früh hier zu sein?“ Sofort suchte sie den Blickkontakt zu dem silberhaarigen Mann. Sein strenger Gesichtsausdruck saß wie immer perfekt. „Verfolgt ihr mich etwa? Ihr dachtet wohl, ich vermassel die Mission noch, was?“

Der schmächtige Mann blieb ruhig. Er ließ ihr kleines Drama über sich ergehen und sah geduldig auf sie herab.

„Ich glaub es einfach nicht. Man gönnt mir wohl echt keine Ruhe.“

„Bist du fertig?“, fragte er schließlich mit fester Stimme.

Sie strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und blickte ihn frech an. „Ja, bin ich.“

„Schön, Agent Pepper. Ich bin vor zwei Tagen in die Stadt gekommen, um meine Tochter zu besuchen. Da dachte ich, ich schau mal nach dir. Aber“, Conner warf einen Blick auf den am Boden liegenden Mann, der sich bereits in sein Schicksal ergeben hatte, „es sieht so aus, als hättest du alles im Griff.“

„Oh.“ Das war Chloe jetzt peinlich. Aber sie war auch dankbar. Sie hätte Ärger bekommen können, weil sie so pampig zu ihrem Vorgesetzten war. „Also, Sir...“ Ein breites Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus, während sie langsam aufstand. „Darf ich dann jetzt in den Urlaub?“

Conner seufzte. Er wusste, wie stur und arrogant Pepper sein konnte. Er wusste auch, dass sie sich niemals für ihren Ton entschuldigen würde. „Du hast nur ein paar Stunden frei, Pepper.“

Die schwarzhaarige Frau zog ein Gesicht und quengelte: „Aber mir wurde gesagt, ich krieg nach diesem Auftrag zwei Wochen für mich!“

„Agent Pepper...“ Seine Stimme wurde härter und seine Kiefermuskeln spannten sich an. Chloe wusste sofort, dass sie sich zusammenreißen musste. Sie wollte es sich nicht mit Agent Conner verscherzen. „Sogar deine Vorgesetzten bekommen keine zwei Wochen frei. Außerdem hast du gerade mal deine zweite Mission abgeschlossen. Da gibt es noch keinen Urlaub. Ist das klar?“

„Ja, Sir“, murmelte sie und starrte auf den Boden.

Conner stieß einen tiefen Seufzer aus. „Du weißt, dass du in dieser Behörde noch viel vor dir hast, oder? Überstürze nichts. Jedenfalls gibt es einen neuen Auftrag für dich, und der ist ziemlich groß. Überlass mir hier den Dreck und geh dich frisch machen. David wird dich abholen, und dann besprechen wir alles Weitere. Okay?“

Chloe nickte kurz.

„Gute Arbeit, Agent Pepper. Vergiss nicht, die nächste Sache ist eine große Nummer. Stell dich drauf ein.“ Conner klopfte ihr väterlich auf den Arm.

„Tja“, sagte Chloe mit schwerem Atem und verabschiedete sich gedanklich von ihrem Traumurlaub. „Ich steh auf große Nummern.“

~~~

„Wirst du etwa immer dünner?“ Der junge Mann, dem die Frage galt, drehte sich in seinem ledernen Bürostuhl um und grinste übers ganze Gesicht.

„Da ist sie ja.“ Chloe war froh, wieder zurück zu sein. Sie machte eine kleine Verbeugung, bevor sie sich setzte. „Wie war es in Chicago?“

„Verrückt. Ich wurde ständig angemacht.“

„Wer würde auch nicht eine scharfe Braut anmachen, die in einer Mehlfabrik arbeitet?“

Chloe warf Steve einen Seitenblick zu und ignorierte sein Kompliment einfach.

„Und, was ist hier so passiert, während ich weg war?“, fragte sie.

„Es war sterbenslangweilig ohne dich.“ Der Blonde rollte mit seinem Stuhl näher zu ihr und seine Augen leuchteten auf. „Agent Skipper wurde allerdings beim Masturbieren erwischt.“ Chloe riss die Augen auf. „Er hat es direkt hier gemacht.“

„Genau hier?“ Chloe sah sich im Konferenzraum um, als würde sie ihn zum ersten Mal sehen.

„Da drüben.“ Er zeigte auf das Ende des polierten Holztisches. „Er hat es wegen Agent Sarah getan. Sie hat telefoniert und gar nicht gemerkt, dass er es sich seinetwegen direkt neben ihr selbst macht.“

„Ist das echt passiert?“

„Frag ruhig rum. Agent Sarah war es total peinlich, als Agent Conner plötzlich reinkam.“

„Ihr erzählt Pepper doch wohl gerade nicht die Sache mit Agent Skipper, oder?“ Als sie die Stimme ihres Chefs hörten, saßen beide sofort kerzengerade da.

„Agent Wer, Sir?“

„Schon gut.“ Conner sah beide prüfend an. Er nahm die Fernbedienung und schaltete den Projektor ein.

„Wer sind denn die Models?“, fragte Chloe amüsiert, während sie die Bilder auf der Leinwand betrachtete.

„Das sind keine Models... das sind die NAG-Brüder.“

„NAG-Brüder“, wiederholte sie. Sie wusste nicht recht, was sie von diesem seltsamen Namen halten sollte.

„Ja. Londons begehrteste Junggesellen. Um genau zu sein: Milliardäre.“

„Und was soll ich mit denen?“

Conner setzte sich Chloe gegenüber. „Du wirst ihr Hausmädchen.“

„Wie bitte?“

„Die Behörde will, dass du eine persönliche Beziehung zu diesen Männern aufbaust.“

Chloe stützte das Kinn auf ihre Hände und drehte sich in ihrem Stuhl, während sie die Bilder genau studierte. „Und das geht nur, wenn ich ihre Putzfrau spiele?“

„Es ist die einzige Möglichkeit.“

Chloe lehnte sich zurück und stieß laut die Luft aus. „Um was geht es hier eigentlich genau, Sir?“

„Fangen wir hiermit an.“ Er drückte erneut auf die Fernbedienung und ein Video startete.

„H... Hallo. Mein Name ist Natalie Summers. Was ich jetzt sage, klingt vielleicht verrückt, aber ich glaube... ich glaube, ich wurde vergewaltigt. Vor zwei Wochen war ich mit Freunden im Club NAG feiern. Als ich nach Hause kam und aufwachte, bemerkte ich eine weißliche Substanz an mir. Ich habe sie gesichert und, äh...

Man sagte mir, es sei Sperma. Das Krankenhaus wollte mit der Polizei zusammenarbeiten, um herauszufinden, von wem es ist. Aber bis heute hat man mir nichts gesagt. Ich glaube, sie vertuschen etwas...“

Agent Conner hielt das Video an und schaltete zurück zu den Fotos.

Chloe war kurz sprachlos. Das Bild des weinenden Mädchens ging ihr nicht aus dem Kopf. „Sir...“, ihre Stimme zitterte leicht. „Was ist da los?“

„Das Video wurde vor etwa zwei Monaten vom Opfer aufgenommen. Sie weiß immer noch nicht, wer es war. Wir haben unsere eigenen Ermittlungen angestellt und herausgefunden, dass das Sperma von einem dieser Männer stammt.“ Er zeigte auf den Bildschirm.

Chloe starrte mit offenem Mund auf die lächelnden, attraktiven Männer. „Von wem genau?“

„Der Mann in der Mitte ist Amir Cook. Er ist der Täter.“ Chloe wusste nicht, warum sich ihr die Brust zuschnürte, aber als sie sein Bild betrachtete, wurde es nur noch schlimmer. „Pepper, es geht nicht nur um Natalie. Wir haben Informationen über illegale Geschäfte dieser Männer. Es geht um Menschenhandel.“

Chloes Blick fiel wieder auf Amir Cook. Sein Lächeln war sein bestes Merkmal auf dem Foto. Seine Augen funkelten so, dass sein Gesicht richtig anziehend wirkte. Dieser Anblick machte sie fast ein wenig wütend.

Dann fragte sie: „Wer sind die anderen?“

„Links ist Nathaniel Stone. Und der letzte ist Gabriel Hovers. Diese Männer haben ihre Finger überall im Land im Spiel. Nathaniel will sogar bald in die Politik gehen. Bevor das passiert, müssen wir sie auffliegen lassen. Wenn er erst einmal Teil des Systems ist, kriegen wir sie kaum noch vor Gericht.“

„Also Nathaniel, Amir, Gabriel. NAG. Jetzt ergibt das Sinn. Okay, zurück zu Natalie. Kann man sagen, dass der Einfluss dieser Männer die Ermittlungen verhindert?“

„Genau. Sie können es sich nicht leisten, dass so ein Skandal ihre Geschäfte beschmutzt. Also...“ Conner lehnte sich vor und sah Chloe eindringlich an. „Was sagst du? Bist du dabei? Du bist die Einzige...“

„Ich mache es.“

„Aber wenn du willst... Du machst es?“ Chloe nickte, obwohl ihr Chef sichtlich schockiert war. Conner wartete ein paar Sekunden, bevor er weitersprach: „In diesem Fall macht sich der Vorstand Sorgen um deine Hormone.“

Chloe sah zu Steve, der nur mit den Schultern zuckte. „Meine Hormone?“

„Nun ja, wie du siehst, sehen diese Männer verdammt gut aus. Sie können jede Frau haben, ohne sich anzustrengen. Und du wirst für sie arbeiten. Also ja, die Hormone. Und da du auch eine attraktive Frau bist, könnten sie versuchen, bei dir zu landen.“

Chloe schnaubte und unterdrückte ein Lachen. „Was? Ich bin nicht so leicht zu haben. Außerdem“, ihr Blick huschte zum ersten Bild, „sehen sie gar nicht mal so gut aus.“

„Chloe“, mischte sich Steve ein. „Schätzchen, ich bin ein Typ und sogar ich bin eifersüchtig auf die... vielleicht sogar ein bisschen zu sehr.“

„Ich komme schon klar“, versicherte Chloe. „Meine Hormone bleiben ganz ruhig.“

Conner nickte. „Wenn du meinst. Sobald Sex ins Spiel kommt, ändern sich die Dinge meistens. Aber wenn du dir sicher bist, kein Problem. Wir geben dir später genauere Infos. Genieß deine Pause. Steve, wir müssen los.“

„Alles klar, Sir.“ Steve klopfte Chloe sanft auf die Schulter. „Pass auf dich auf. Wir reden später.“

Chloe lächelte zum Abschied. Die beiden Männer gingen hinaus und unterhielten sich.

„Meine Hormone bleiben ganz ruhig“, sagte Chloe zu sich selbst, während ihr Blick an dem ruhig wirkenden Foto von Nathaniel Stone hängen blieb.