Chapter 1
Die Samstagvormittage im Haus von Aleesha Harper sollten eigentlich friedlich sein.
Leider war es mit dem Frieden vorbei, sobald Harris Norway an ihrer Straße vorbeilief.
Aleesha stolperte beinahe über ihre flauschigen Hausschuhe, als sie wie ein Detektiv aus einem Krimi zum Fenster stürmte.
„Da ist er ...“, flüsterte sie dramatisch und drückte ihr Gesicht gegen die Vorhänge.
Draußen lief Harris mit seiner Basketball-Truppe die Straße entlang. Er ließ lässig einen Ball auf seinem Finger kreisen und lachte über etwas, das sein bester Freund sagte.
Sogar aus dem zweiten Stock sah er unverschämt perfekt aus.
Das Sonnenlicht traf sein Gesicht, als wäre das Universum höchstpersönlich in ihn verknallt.
Aleesha presste die Hand auf ihr Herz.
„Oh mein Gott. Er hat gelächelt. ER HAT GELÄCHELT.“
Ohne eine weitere Sekunde zu verlieren, zoomte sie mit ihrer Handykamera ran und schoss wie eine professionelle Stalkerin etwa vierzehn unscharfe Fotos.
Bei einem ganz bestimmten Foto schnappte sie nach Luft.
„Oh ... das ist absolut wallpaper-würdig.“
Drei Klicks später war Harris Norway sowohl ihr Sperrbildschirm als auch ihr Hintergrundbild.
Als er die Straße entlang Richtung Basketballtraining verschwand, seufzte Aleesha verträumt und drehte sich zu dem riesigen Poster von ihm um, das stolz über ihrem Bett hing.
„Ja, mein zukünftiger Ehemann“, sagte sie und umarmte das Poster dramatisch. „Trainier hart für unsere Kinder.“
Dann griff sie nach ihrem rosafarbenen Karaoke-Mikrofon auf dem Nachttisch und begann lautstark und mit absolut null musikalischem Talent zu singen.
„Er ist mein Harrriiiis ...“
Stimme bricht.
„Ich bin seine Aleeeeeshaaaa ...“
Wieder ein Bruch. Irgendwie noch schlimmer.
„Und eines Tages werden wir einander geeehöööreeenn ...“
„ALEESHA!“
Ihre Zimmertür flog auf.
Aleesha erstarrte mitten in der Darbietung wie eine Kriminelle, die auf frischer Tat ertappt wurde.
Ihre Mutter stand da, eine Hand in der Hüfte, und pure Erschöpfung war in ihrem Gesicht zu lesen.
„Ist Harris Norway schon wieder vorbeigekommen?“, fragte sie.
Aleesha blinzelte unschuldig. „... Vielleicht.“
Mrs. Harper sah auf das Poster. Dann auf das Hintergrundbild. Dann auf das Karaoke-Mikrofon.
Dann zurück zu ihrer Tochter.
„Herr steh mir bei.“
„Mama, glaubst du, Harris und ich würden in passenden Hochzeitsoutfits süß aussehen?“
Ihre Mutter gab ihr einen leichten Klaps auf den Kopf.
„Autsch!“
„Hör auf, Luftschlösser zu bauen, und konzentrier dich auf deine Schule!“, schimpfte Mrs. Harper. „Dieser Junge weiß doch gar nicht, dass du existierst.“
Aleesha legte dramatisch eine Hand auf ihr Herz.
„Deine Negativität schadet unserer Beziehung.“
„Was für eine Beziehung?!“
„Die spirituelle.“
Ihre Mutter starrte sie eine lange, schmerzhafte Sekunde lang an, bevor sie sich zur Tür drehte.
„Mama“, rief Aleesha süßlich.
Mrs. Harper kniff die Augen zusammen. „Was ist jetzt noch?“
Aleesha grinste.
„Kannst du mir Karten für Harris’ großes Spiel morgen besorgen?“
Ein entsetztes Schweigen erfüllte den Raum.
Dann ...
„ALEESHA!“
Aleesha brach in Gelächter aus, während ihre Mutter frustriert stöhnte und murmelnd Gebete vor sich hin sagend aus dem Zimmer ging.
Sobald die Tür ins Schloss fiel, griff Aleesha wieder nach ihrem Mikrofon.
„Er ist mein Harrriiiis ...“
„WENN ICH NOCH EINEN TON HÖRE ...“
Aleesha senkte sofort ihre Stimme.
„Ich bin seine Aleesha ...“, flüsterte sie dramatisch.









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