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Zwischen uns der See

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Zusammenfassung

Nach dem Verlust ihrer Eltern findet Emma bei der Familie ihrer besten Freundin ein neues Zuhause. Dort gibt es auch Christopher – Zoeys älteren Bruder. Früher waren sie unzertrennlich. Bis ein schmerzhafter Bruch alles zwischen ihnen zerstörte. Jahre später führt die bevorstehende Hochzeit Zoeys sie wieder zusammen. Während die Vorbereitungen immer mehr gemeinsame Zeit verlangen, werden Erinnerungen wach, die beide längst begraben glaubten. Alte Wunden brechen auf, unausgesprochene Gefühle drängen an die Oberfläche und plötzlich steht alles infrage, was Emma und Christopher sich über die Vergangenheit eingeredet haben. Doch Emma steckt in einer Beziehung, die sie zunehmend einengt, und Christopher trägt eine Entscheidung mit sich, die ihr Leben für immer verändern könnte. Zwischen Schuld, Verlust und der Sehnsucht nach einem Neuanfang müssen sie sich fragen, ob manche Menschen trotz aller Umwege füreinander bestimmt sind. Denn manchmal verschwindet die erste große Liebe nie wirklich. Sie wartet nur auf den richtigen Moment, um den Weg zurückzufinden.

Genre:
Romance,Drama
Autor:
Eve
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
28
Rating
4.8 (6 Bewertungen)
Altersfreigabe
16+

1 Emma

Für einen Moment wusste sie nicht, wo sie war. Panik flackerte in ihr auf, bis sie die vertrauten Umrisse ihres Schlafzimmers erkannte.

Meist begann alles mit Albträumen, die sie in letzter Zeit wieder häufiger heimsuchten. Warum gerade jetzt, wusste sie selbst nicht. Langsam beruhigte sich ihr Puls wieder und sie fröstelte. Deshalb zog sie die Decke enger um sich und versuchte wieder einzuschlafen. Doch sobald sie die Augen schloss, durchlebte sie diesen einen Tag erneut.

Die Erinnerung an ihren letzten Schultag drängte wieder an die Oberfläche. Ihre Noten waren besser geworden. Zur Belohnung hatten ihre Eltern den Ausflug geplant. Nur Zoey fehlte. Ihre beste Freundin lag krank im Bett.

Sie wollten einfach die gemeinsame Zeit genießen. Solche Tage waren selten geworden

Doch dann war da dieser Lastwagen. Der Fahrer hatte ihr Auto übersehen und riss sie von der Straße. Beim darauffolgenden Zusammenstoß mit der Leitplanke überschlug sich das Auto. Dann blieb es reglos auf der Seite liegen.

Emma erinnerte sich noch genau an das Gefühl, als würde alles unendlich langsam ablaufen. Dann kam diese unnatürliche Stille, als das Fahrzeug schließlich wieder zum Stillstand gekommen war.

Eine gefühlte Ewigkeit lang verharrte sie regungslos mit geschlossenen Augen. Zu groß war die Angst gewesen, was sie erwarten würde, wenn sie einen Blick riskierte. Schließlich waren die Rettungskräfte gekommen, um sie zu befreien. Leicht verletzt stand sie anschließend neben dem Haufen Metall, der einmal ihr Auto gewesen war.

Sie stand unter Schock, als Zoeys Mutter Sarah sie im Krankenhaus in die Arme schloss. Erst da begann sie langsam zu begreifen, was passiert war. Da begriff sie, dass ihre Eltern nie wieder durch eine Tür treten würden.

Ohne Sarah und ihren Mann Raphael wäre sie verloren gewesen. Doch die beiden, die schon lange mit Emmas Familie eng befreundet waren, hatten nicht gezögert und sie bei sich aufgenommen. Seitdem waren sie da. Die Albträume. Am Anfang täglich, dann mit der Zeit weniger.

Doch seit ungefähr eineinhalb Jahren häuften sich die schlimmen Nächte wieder.

Also fast so lange, wie sie schon mit Chuck zusammen war.

Chuck.

Allein sein Name ließ sie innerlich seufzen. Er war auch so ein Thema für sich.

Sie hatten bisher immer eine harmonische Beziehung gehabt. Nachdem Zoey Emma darum gebeten hatte, ihre Trauzeugin zu sein, wurde er immer eifersüchtiger. Er hatte sie sogar gefragt, warum Christopher sie in letzter Zeit so oft anrief. Ein Wortgefecht jagte das nächste und das Thema war immer präsent.

Mittlerweile fühlte sie sich schon fast kontrolliert. Neuerdings tauchte er ohne Ankündigung bei ihr auf. Eigentlich hatten sie sich vorher immer kurz angekündigt. Warum sich das geändert hatte, konnte Emma nicht sagen. Einmal hatte er sogar ihre Nachbarin gefragt, wann sie nach Hause gekommen war. Aber es nervte sie, wenn er plötzlich in ihrer Wohnung stand und eine Szene machte. Sie schaffte es einfach nicht, ihm das Gegenteil zu beweisen.

Plötzlich riss sie die Türklingel aus ihren Gedanken. Verschlafen rappelte sie sich auf und lief in Richtung der Wohnungstür. Schon wieder ein Überraschungsbesuch? Das war zwar das Letzte, worauf sie jetzt Lust hatte, aber sie konnte ja schlecht nicht aufmachen.

Sie griff nach der Türklinke und hatte schon ein: „Guten Morgen, Schatz!“ auf den Lippen, als ihr klar wurde, dass es gar nicht Chuck war, der vor ihr stand.

„Guten Morgen, Emma! Hübscher Schlafanzug!“

Gut gelaunt stand Christopher, Zoeys älterer Bruder, vor ihr.

„Ist alles in Ordnung bei dir? Du siehst müde aus.“

Emma riss sich aus ihrer Starre. Das war typisch Christopher, seinem scharfen Auge entging selten etwas.

„Mir geht es gut, ich habe nur verschlafen und den Wecker nicht gehört.“

Verlegen sah sie von ihren nackten Zehenspitzen zu ihm auf. Für einen Moment blieb ihr Blick an seinen grünen Augen hängen. Irritiert bemerkte sie, wie ihr Herz einen Schlag schneller schlug. Das markante Gesicht bewegte etwas in ihr. Genauso wie die kurzen braunen Haare, die ihm strubbelig in die Stirn fielen.

Mit einem kleinen Kopfschütteln versuchte Emma die Empfindung zu verscheuchen. Woher kam das jetzt auf einmal? In den letzten Jahren hatten sie immer versucht, Abstand voneinander zu halten. Zu oft war es zwischen ihnen eskaliert. Vor allem nach jenem Sommer am See.

Doch in letzter Zeit verstanden sie sich erstaunlich gut. Vielleicht lag es daran, dass sie schon so lange einen Freund hatte. Oder war es die Hochzeit? Ja, das musste der Grund sein. Zumindest nahm sie das an. Die Hochzeit war in zwei Wochen, und er wollte sicher kein Zerwürfnis mit seiner Schwester riskieren, weil er sich mit ihr stritt.

Während Emma unter der Dusche stand, schweiften ihre Gedanken in die Vergangenheit. Nach dem Unglück ihrer Eltern hatten Sarah und Raphael, Zoeys Eltern, sie aufgenommen. Christopher war damals schon zum Medizinstudium in einer anderen Stadt gewesen und nur an den Wochenenden nach Hause gekommen.

Auch mit Oma Hedwig hatte Emma viel Zeit verbracht. Hedwig hatte Christopher damals überredet, mit Emma am See hinter dem Haus spazieren zu gehen.

So hatte das ganze Drama angefangen.

Damals hatte sie noch keine Ahnung gehabt, was dieser Spaziergang auslösen würde.

Nein, stopp.

Sie musste unbedingt ihre Gedanken in den Griff bekommen. Für das Gespräch mit Christopher waren diese Ausflüge in die Vergangenheit überhaupt nicht hilfreich. Schnell drehte sie das kalte Wasser auf.

Ein schmerzhaftes Prickeln breitete sich auf ihrer Haut aus. Trotzdem blieb sie so lange stehen, wie es irgendwie ging. Und obwohl sie das kalte Wasser längst nicht mehr spürte, ließ sie der Gedanke an Christopher nicht los.

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Gutes Schreiben

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Überzeugende Handlung

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Toller Charakter

1

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Starker Dialog

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Starker Dialog

author

Netter Start, bin gespannt wie es weitergeht. Danke für gleich 5 Kapitel posten 👍

4 Monate
2
author

Bin echt gespannt was damals vorgefallen ist.

Wie oft postest du in der Woche neue Kapitel?

3 Monate
2

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