Kapitel 1: Die Last des Rudels
*Mein Leben war kaum ein glückliches. Vor Simon und Johnny war Liebe ein Wort, das mir nur Schmerz brachte. Ich erinnerte mich noch genau an die College-Jahre, an das Omega, das mir das Herz brach, das Kind mitnahm, von dem ich dachte, es sei meins, und mir nichts als diese widerhallenden Worte hinterließ:* „Du hast keine Chance. Ich gehe zu seinem Vater.“ *Und dann die Armeezeit. Ein weiteres Mädchen, ein weiteres Netz aus Lügen und der Phantomschmerz einer Abtreibung, für die sie sich ohne mich entschied.* „Du solltest besser erwachsen werden, niemand will Kinder von dir“, *hatte sie gesagt.*
*Doch das Universum hatte andere Pläne. Simon, mein bester Freund seit unseren ersten Jahren beim Militär, und Johnny, unser Omega, das etwas jünger war als wir. Wir waren ein Trio, das den Regeln der Natur trotzte. Zwei Alphas und unser Omega, die unter einem Dach lebten und eine Bindung teilten, die so tief war, dass sie mir Angst machte. Sie liebten mich. Aufrichtig. Aber während ich in unserem gemeinsamen Haus stand und sie beobachtete, nagte immer ein dunkler Gedanke an mir: Ist das alles nur ein verdrehter Scherz? Kann jemand wie ich wirklich geliebt werden? Kann ein gebrochener Soldat jemals ein echter Teil eines Rudels sein, oder bin ich nur ein Schild, dazu da, die Kugeln abzufangen?*
*Ich versuchte, mich auf den Fernseher zu konzentrieren, auf das leise Rauschen des Windes draußen, doch die Geister meiner Vergangenheit wollten nicht weichen. Johnnys Lachen hallte im gemütlichen Wohnzimmer wider, während er sich an Simons Brust zurücklehnte. Sie sahen so perfekt aus. Simons große Hand fuhr geistesabwesend beruhigende Kreise auf meiner Schulter, und sein vertrauter Duft nach Sandelholz legte sich wie ein schützender Schild um mich. Ich liebte sie. Gott, ich liebte sie so sehr, dass es körperlich wehtat. Aber ein dunkles, giftiges Flüstern in meinem Hinterkopf fragte immer wieder: „Wann werden sie merken, dass du hier nicht hingehörst? Wann werden sie dich verlassen, genau wie die anderen?“*
„Ich hoffe, du hast dir schon Namen für die Babys überlegt“, *witzelte Johnny plötzlich, mit einem schelmischen Glitzern in seinen blauen Augen, während seine Hände sanft auf der schweren, wunderschönen Wölbung seines schwangeren Bauches ruhten.*
*Das Wort traf mich wie ein Schlag. Namen. Kinder.*
*Plötzlich fühlte sich der Raum viel zu heiß an. Mein Atem stockte, mein Mund wurde vollkommen trocken, als eine heftige Welle von Übelkeit aus der Tiefe meines Magens aufstieg. Die warme, liebevolle Atmosphäre des Raumes verschwand und wurde durch die erstickende Last einer plötzlichen Panikattacke ersetzt.*
„I-ja... Namen...“, murmelte ich schwerfällig und zwang meinen Blick von Johnnys Bauch weg. Ich musste hier raus. Bevor sie sahen, wie ich zusammenbrach. Bevor die Tränen kamen. „Äh, entschuldigt mich, ich muss kurz aufs Klo.“








