Harper-Die Waffe des Feindes

Zusammenfassung

Harper, ein 16-jähriges Mädchen lebte in einfachen Bedingungen. Als einestages ihr Vater heimkommt und mit seiner Familie ein neues Leben beginnt, wurden sie zu einer Waffe, die die Welt bedroht. Schaffen Harper und ihre Freunde das Böse zu besiegen und ein gutes Leben zu leben? Harper, ein 16-jähriges Mädchen lebte in einfachen Bedingungen. Als einestages ihr Vater heimkommt und mit seiner Familie ein neues Leben beginnt, wurden sie zu einer Waffe, die die Welt bedroht. Schaffen Harper und ihre Freunde das Böse zu besiegen und ein gutes Leben zu leben?

Genre:
Adventure
Autor:
unknown
Status:
vor 2 Monaten
Kapitel:
4
Rating
5.0 (1 Bewertung)
Altersfreigabe
13+

Blaues Licht

Harper löste die Leine von dem Halsband und rannte den Abgang herunter, dicht gefolgt von dem Vierbeiner. Es war ein schönes Gefühl von Freiheit und Geborenheit. Endlich konnte Harper von ihren ständigen Sorgen und Problemen loslassen. Die Wiese war grün. Ein Grün wie kaum ein anderes. Es war saftig und gesund. Es ließ die Wiese wie ein Paradies aussehen. Zwischen dem knöchelhohen Grass waren verschiedenste Sorten von Blumen. Harper kannte keine beim Namen, vernahm aber die große Vielfalt an Blütenstrukturen, Gerüchen und Größenunterschieden. Harper war ein 16-jähriges Mädchen. Sie war mittelgroß, hatte hellbraune Haare und viele Sommersprossen um ihrer Nase. Sie lächelte. Ihre weißen Zähne funkelten im warmen Sonnenschein. Sie stand mit heller Haut in einem weißen, feinen Kleid zwischen den angestrengten Bienen und dem tollenden Hund. Der Hund war ein junger Australien Shepherd, namens Clover. Seit er als Welpe ausgesetzt gefunden wurde, sind Harper und Clover ein eingespieltes Team.

Harper setzte sich an einem blühenden Kirschbaum, der ziemlich alleine auf der Wiese stand. Clover legte seinen Kopf auf das ausgestreckte Bein von Harper und ließ sich von ihr durchkraulen. Harper lehnte sich zurück und schaute sich um. Um ihr herum war ein reines Paradies. Doch hinter einem lichtem Wald stiegen Rauchwolken auf. Sie stammten aus den Hochöfen der Fabriken in der Stadt Mannar, in der Harper lebte. Obwohl es nur dunkle, dreckige Luft war, zerstörte sie die Harmonie der Natur. Harper blieb noch einige Minuten so sitzen,als sie mit Clover zurück in die Stadt ging. Der Weg war kurz, etwa einige hundert Meter, jedoch spürte Harper nach jedem Schritt ein wenig mehr Druck auf ihr lasten. Plötzlich machte sie sich wieder Sorgen um ihre Geschwister und um ihre Zukunft. Ihr Kopf wurde immer voller. Als sie in der ersten Straße der kleinen, dreckigen Stadt ankam, war Harper schon wieder komplett in ihren Alltag. Sie lief über die Kopfsteinpflaster die Straße herunter und bog in ein Gebäude ein. Es gehörte, zu einem alten Fabrikkomplex. Zurzeit wurde es als Bäckerrei genutzt. Harper ging an die ziemlich leere Verkaufteke. Ein junger Mann tauchte hinter dieser auf und gab Harper eine Tüte mit Brotresten, die für den Verkauf nicht mehr geeignet waren. « Mehr haben wir nicht. Kaum jemand hat hier was gekauft » sprach er. Harper nickte verständnisvoll, bedankte sich und verließ den Laden. Sie ging zielstrebig bis zur Straße auf der sie wohnte. Auf dem Weg lief sich an vielen geschlossenen Geschäften und hoffnungslosen Menschen vorbei.

« Logan nein ! ». Doch es war zu spät, er schlug zu und der kleine Junge fiel zu Boden. »Dass sollte dir eine Lehre gewesen sein »,schrie der Teenager namens Logan und verschwand in einem Haus. Harper, die jüngere Schwester des 17-Jährigen lief zu dem gefallen Jungen. Sie half ihm hoch. Der magere Junge klopfte den Schmutz von seiner Jeans. « Alles Klar ? », erkundigte sie sich bei ihm. »Ja, hab nur Hunger », sprach er mit feuchten Augen. Man sah es ihm an, dass der Schlag ihm immer noch schmerzte. Harper nahm etwas von den Brotresten aus ihrer Tüte und gab es ihm. Der Junge bedankte und ging kauend in Richtung Industriegebiet. Harper blickte ihm nach und beschloß anschließend ihren Bruder in deren Haus zu folgen.

Voller Zorn schlug sie die Haustür des kleinen Anwesen im südlichen Teil von Mannar zu. Sie stürmte durch den Eingangbereich in das dunkle Wohnzimmer, wo sie ihren Bruder vorfand. Logan war ein stämmiger, ungepflegter Teenager. Sein schwarzes, fettiges Har verdeckten seine Stirn. Er saß in braunen, alten Klamotten in einem Holzstuhl und guckte mit seinen erschöpften Augem in eine fast heruntergebrannte, blaue Kerze, die neben ihm auf einem Tisch stand. « Die Flamme erinnert mich an Mutter », sprach er in einem traurigen Ton. Harper schluckte. Sie hatte anscheinend die Wut bei dem Anblick von Logan vergessen. Harper senkte ihren Blick und hielt inne. Sie schaute in die ruhig brennende Flamme. Sie hörte das leise Knistern der Kerze. Es erinnerte sie sofort an ihre Mutter. Nun hatte Harper sie vor ihren Augen. Blaue Augen, blonde Haare und immer ein Lächeln. Sie trug oft feine Röcke aus Samt, sogar an den kalten Wintertagen. Sie wollte immer perfekt sein und dafür tat sie alles. Doch sie packte auch an. Das Haus wurde von ihr einen besseren Zustand gebracht und Dinge wie Holzhacken oder Möbel konnte sie auch wie keine andere. Aber sie behielt immer ihren Scharm, obwohl es harte Zeiten waren. « Harper »,sagte eine Stimme. Harper bemerkte, dass sie in Gedanken versunken war. Sie wischte ihre Tränwn von den glühenden Wange und schluchzte: »Ich vermiss sie. Ich brauch sie. Wie soll ich das alles hier schaffen? Ich soll mich um alles kümmern, ums Essen, ums Haus und um die Famille, obwohl ich selbst noch ein Kind bin und dann verhält sich mein Bruder noch wie ein Idiot. Musstes du das Kind schlagen. Du weißt doch genau das es genauso viel Hunger hat wie wir. Und jetzt denken wahrscheinlich unsere Nachbarn, dass wir gewalttätig sind. Vielleicht brauchen wir mal die Hilfe von denen. Ich glaub nicht, dass sie Menschen helfen, die kleine Kinder verprügeln. » « Es tut mir Leid, aber ich ihn schon öfter beim Klauen gesehen und dann hab ich gedacht, dass dann vielleicht Vici und Dylan hungern müsse... Ich weiß es war falsch ». Er versunk sein Kopf in seine Hände: » Mutter hat immer gesagt, dass morgen ein neuer Tag ist. » Eine Träne läuft über Logan's Wange genau so wie über die von Harper. « Wir müssen durchhalten. Allein schon für die Zwillinge. »

Wo man vom Teufel spricht. Ein 12-jähriger Junge und seine Zwillingsschwester stürmten herein. Dylan war ein, für sein Alter, kleiner Junge. Er hatte blonde Haare, wie seine große Schwester Harper, Sommersprossen um seiner Nase und ein breites Grinsen. Obwohl Victoria auch von Ohr zu Ohr lächelte, war sie das komplette Gegenteil von Dylan. Sie war großgewachsen, hatte schwarze Haare und war ruhiger als sein Bruder. Beide strahlten so viel Freude aus, dass sogar die traurig dreinblickenden Logan und Harper lächelten. Dann richtete sich Harper ruckartig auf und ging zur Treppe. Die euphorischen Vici und Dylan waren etwas verwundert. Wenig später kam Harper mit einer Handvoll Kerzenwachs zurück. « Die blaue Kerze ist schon fast runtergebrannt », sagt sie. » Ich dachte wir könnten vielleicht eine neue gemacht ». Die drei Geschwister schauten sich verwirrt an. Mit so etwas hatten sie nicht gerechnet. Etwas unbeholfen, mit Kerzenwachs in ihrer Hand, stand sie nun in der Türschwelle und wartete erwartungsvoll auf eine Reaktion der anderen. Nach einer ungestörten Stille sagte Logan schließlich: » Ja, ich schmelz schon mal den Wachs ». Logan ging, gefolgt von Dylan in die alte Küche. Vici und Harper blieben zurück. Als Logan schon dabei war alte Töpfe zum Einschmelzen rauszukramen, fragte Victoria zärtlich ihre Schwester: »Wir haben seit Mama nicht mehr da ist, keine Kerzen mehr gemacht. Warum jetzt? ». Harper schaute erst auf den staubigen Boden und dann zu ihrem beschäftigten Brüdern. Sie antwortete: »Weil wir es brauchen. Uns geht das Licht und die Freude am Leben aus ».Vici nickte verständnisvoll. Harper ergänzte: » Mama wär sicher stolz auf uns, wenn wir eine komplette Kerze alleine schaffen ». » Dann lass sie stolz machen », sagte Vici mit einem Lächeln. Harper legte ihren Arm um ihre Schwester und zusammen gingen sie zu ihren Brüdern in die Küche.

Während die vier zusammen Kerzen gossen, sank die Sonne hinter der Wiese. Sie tauchte den Ahornbaum vor ihrem Haus in ein oranges Lichtermeer. Man merkte wie sich die Stadt beruhigt. Sie Straßen leerten sich. Man konnte kaum etwas anderes hören als das Rascheln der Blätter im Wind. Die Stadt began zu schlafen. Doch aus einem Fenster kam auch noch am späten Abend Licht. Es stammt von einer großen, blauen Kerze. Sie stand auf einem tiefen Wohnzimmertisch. Herum saßen Harper, Logan, Vivi und Dylan. Wobei man sagen musste, dass Vici und Dylan mehr schliefen als saßen. Vici hatte ihren Kopf an Logan angelehnt und Dlyn versunk in einem kuscheligen Sofakissen. Harper und Logan starrten mit tiefen Blicken in die selbstgemachte Kerze. Es war ein familiäre Athmospäre, obwohl etwas wehmütiges zu spüren war. Während Harper und Logan auch langsam gegen das Zufallen ihrer Augen kämpfen mussten, wendete sich das Schicksal ihrer Zukunft. Jedoch werden die Vier erst am folgenden Morgen etwas erfahren.