Kapitel 1: Die Räumungsklage
Ich hatte nicht einmal Zeit, meine Schuhe auszuziehen, da sah ich auch schon mein Leben in drei überdimensionalen Pappkartons mitten im Flur stehen.
„Was soll das?“, fragte ich und ließ meinen Schlüsselbund auf die Küchenzeile fallen.
Violet blickte nicht von ihrem Handy auf. Sie lümmelte auf der Couch, die Füße auf meinen Zierkissen, und spielte mit einer Strähne ihres blondierten Haares.
„Oh. Gut, du bist da“, sagte sie mit einer Stimme, die vor dieser gespielten Süße triefte, die ich in den letzten sechs Monaten so verabscheut hatte. „Hör mal, Tay, wir müssen über die Wohnsituation reden.“
„Die Wohnsituation?“, echote ich und ging um einen Karton herum, in dem eindeutig meine Wintermäntel waren. „Violet, meine Miete für diesen Monat ist vor zwei Tagen rausgegangen. Warum sind meine Sachen in Kartons?“
„Also, Chad und ich haben geredet“, sagte sie, schaute endlich auf und zuckte mit den Schultern. „Und wir finden einfach, dass er einziehen sollte. Er schläft sowieso fünf Nächte die Woche hier, und ganz ehrlich? Eine dritte Person hier ist einfach ... eng.“
Ich starrte sie an und wartete ernsthaft auf die Pointe. „Chad? Der Typ, der deinen Grünkohlsaft direkt aus dem Karton trinkt und nicht mal einen Gürtel besitzt? Du wirfst mich für Chad raus?“
„Er zahlt meinen Teil der Miete, Taylor!“, schnauzte Violet und ließ ihre gespielte Freundlichkeit fallen. „Es steht mein Name auf dem Hauptmietvertrag, weißt du noch? Tante Clara hat das so eingerichtet. Du hast bis heute Abend Zeit. Chad bringt um acht seinen Gaming-Rechner vorbei.“
Ein heißer Funke Wut schoss mir direkt in die Brust. „Heute Abend? Spinnst du? Ich habe nächste Woche Zwischenprüfungen!“
„Sieh zu, wie du klarkommst“, sagte sie kalt und wandte sich wieder ihrem Handybildschirm zu. „Du bist schlau. Du findest immer eine Lösung.“
Zehn Minuten später saß ich auf dem Fahrersitz meines Honda Civic, umgeben von drei Pappkartons, zwei vollgestopften Koffern und dem brennenden Wunsch, Violets Reifen platt zu stechen. Aber Rache würde mir heute Nacht kein Dach über dem Kopf verschaffen.
Meine Daumen flogen über mein Handy. Ich öffnete jede App für Wohnungen in Campusnähe, jedes Untermiet-Forum und jedes lokale schwarze Brett, das ich kannte.
Besetzt. Besetzt. 2.400 Dollar im Monat (ja, klar). Besetzt.
Mein Herz hämmerte wie wild gegen meine Rippen, als eine neue Benachrichtigung auf dem Campus-Portal aufploppte. Vor drei Minuten gepostet.
WG-Zimmer außerhalb des Campus – SOFORT frei
Privates Schlafzimmer, Badmitbenutzung. 600 $/Monat. Suche jemanden, der pünktlich zahlt und nicht nervt.
Direktnachricht für Reservierung mit Anzahlung.
Kontakt: Max.
Sechshundert Dollar. Das war wahnsinnig günstig für ein Haus fünf Minuten vom Campus entfernt.
Ich klickte auf das Nachrichtensymbol, bevor mein Verstand mich davon abhalten konnte.
Taylor: Ist das Zimmer noch frei? Ich kann die Anzahlung sofort schicken und heute Abend einziehen.
Die Antwort kam fast sofort.
Max: Hast du Bargeld? Kein Drama?
Taylor: Bargeld bereit. Null Drama. Ich brauche nur einen Platz zum Schlafen.
Max: Abgemacht. Schick die 300 $ Anzahlung an den Link unten. Adresse ist 414 Elm Street. Sei nicht zu spät, Mann, ich muss um neun los.
Mann.
Ich hielt inne und starrte auf das Wort. Er dachte, „Taylor“ wäre ein Typ.
Ich blickte zurück auf meinen vollgestopften Rücksitz, dann auf die Uhr am Armaturenbrett: 19:45 Uhr. Ich hatte keine Zeit, seine Annahme zu korrigieren, und erst recht keine Zeit, weiterzusuchen. Eine unterzeichnete digitale Quittung und eine geleistete Anzahlung bedeuteten einen rechtsverbindlichen Vertrag.
Ich klickte auf Überweisung bestätigen, fuhr vom Parkplatz des Apartmentkomplexes und gab 414 Elm Street in mein GPS ein.
Max stand kurz davor, eine sehr laute Überraschung zu erleben.









"don't be late, man" can be a neutral phrase used for both men and women. depends how you say it.
Damn! 😲
I hope Violet gets hers down the road. 😅