Lesbarkeit anpassen
Aa

delicious: lass dich fallen

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Auf einer Studentenparty lernt Clark das schwule Paar Pedro und Lucien kennen. Was zunächst als ungewöhnliche Freundschaft beginnt, entwickelt sich mit der Zeit zu einer immer intensiveren körperlichen Obsession. Clark gerät zunehmend in den Bann der beiden und merkt kaum, wie abhängig er von ihrer Nähe wird.Doch Pedro und Lucien verbindet mehr als nur ihre Beziehung und Clark ahnt nicht, dass das Paar ein dunkles Geheimnis verbirgt.

Genre:
Lgbtq
Autor:
Kaden Scott
Status:
In Arbeit
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 - Wie alles begann

Heute:

Die Tür öffnete sich, und weißes Licht schlug mir entgegen. Für einen Moment sah ich nur Weiß. Hinter meinen Lidern flackerten helle Flecken, als hätte jemand einen Blitz direkt vor meinem Gesicht ausgelöst.

„Folgen Sie mir, Sir.“

Die Frau wartete nicht auf eine Antwort. Sie trug ein schwarzes Headset und hielt ein Klemmbrett an die Brust gepresst. Alles an ihr wirkte organisiert.

Ich folgte ihr.

Meine Schritte klangen laut auf dem glatten Boden, bis wir einen einzelnen Stuhl mitten im beinahe leeren Raum erreichten.

„Setzen Sie sich bitte.“ Sie deutete darauf.

Ich setzte mich.

Der Stuhl war hart. Vor mir standen zwei große Scheinwerfer, deren Hitze auf meinem Gesicht lag. Langsam schälte sich der Raum aus dem Weiß.

Mehrere Kameras waren auf mich gerichtet, eine direkt vor mir, zwei leicht seitlich. Kabel liefen wie schwarze Adern über den Boden. Hinter einer der Kameras saß ein grauhaariger Mann auf einem niedrigen Stuhl. Sein Bart war dicht und etwas zu lang. Zwischen den Fingern drehte er langsam einen Stift.

„Sagen Sie Bescheid, wenn Sie bereit sind.“

Seine Stimme war ruhig, weich und präzise. Fast therapeutisch. Eine Stimme, bei der jedes Geständnis sicher aufgehoben wirkte.

Ich räusperte mich und zog die Schultern zurück. Meine Hände lagen verschränkt auf meinem Schoß, doch meine Finger bewegten sich ununterbrochen.

„Bereit“, sagte ich schließlich.

Der Mann nickte.

An den Kameras sprangen rote Lichter an.

„Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Clark. Ich bin Danny.“ Er lächelte kaum merklich. „Wir möchten heute mit Ihnen über die Ereignisse sprechen, die Ihnen widerfahren sind.“

Die Worte erreichten mich kaum noch. Mein Mund wurde trocken, meine Zunge schwer. Ich atmete ein, doch die Luft schien auf halbem Weg stecken zu bleiben.

Die Kameras sahen mich an. Danny sah mich an. Hinter einer dunklen Glasscheibe saßen vermutlich noch mehr Menschen.

„Was genau wollen Sie wissen?“

„Fangen wir ganz von vorne an. Wie war Ihr Leben, bevor Sie Lucien und Pedro kennengelernt haben?“

Ihre Namen trafen mich härter als erwartet. Mein Herz setzte kurz aus und begann dann zu rasen.

Vor meinem inneren Auge blitzten Bilder auf, zu schnell, um sie festzuhalten: nackte Haut im roten Licht. Ein Lachen auf einem Balkon. Ein Mund an meinem Ohr. Blut auf etwas Weißem. Zwei Männer, die mich ansahen, als hätten sie längst entschieden, was sie mit mir tun würden.

Ich blinzelte und die Bilder verschwanden.

„Clark?“, fragte Danny.

Ich holte scharf Luft und zwang mich zurück in den Raum.

„Es begann am 1. September 2023“, sagte ich. Meine Stimme klang jetzt ruhiger. Vielleicht, weil ich wusste, dass es ab diesem Punkt kein Zurück mehr gab.

„Es war ein Freitag.“



Damals:

Der letzte Tag der ersten Woche im neuen Semester hätte sich gut anfühlen müssen.

Los Angeles lag draußen unter einem makellos blauen Himmel. Warmes Nachmittagslicht fiel durch die hohen Fenster des Hörsaals, die Klimaanlage summte, und unser Dozent erklärte seit gefühlt zwanzig Minuten etwas über visuelle Erzählstrukturen, das er in dieser Woche bereits dreimal wiederholt hatte.

Ich studierte Film und Medien an der UCLA und war im letzten Semester. Damals glaubte ich, mein Leben würde danach erst richtig anfangen.

Ich saß weit hinten, den Laptop geöffnet, und tat so, als würde ich mitschreiben. Tatsächlich arbeitete ich an meinem Kurzfilm. Es war ein Slasher.

In der fiktiven Küstenstadt Seavillage erweckte eine Gruppe Jugendlicher versehentlich eine uralte Krabbenkreatur, die anschließend die Stadt heimsuchte. Es war Absurd, blutig und wahrscheinlich viel zu teuer für einen Studentenfilm aber ich liebte alles daran.

Gerade schrieb ich die erste Begegnung mit der Kreatur. Das erste Opfer sollte verschwinden, bevor die anderen begriffen, dass etwas nicht stimmte.

Dann brach um mich herum plötzlich Lärm aus.

Stühle scharrten über den Boden, Taschen wurden geschlossen, Studenten strömten zum Ausgang.

Ich blickte verwirrt nach vorne.

Der Dozent packte bereits seine Sachen zusammen.

Die Vorlesung war anscheinend vorbei und ich hatte nichts davon mitbekommen.

Obwohl alle gingen, blieb ich sitzen.

Draußen begann das Wochenende, aber meine Szene schrieb sich beinahe von selbst. Meine Finger flogen über die Tastatur bis mein Laptop mit einem lauten Klack zuklappte.

„Hey!“ Ich sah auf und sah Victoria, meine beste Freundin, wie sie vor mir stand.

Ihre schwarzen Haare glänzten im Licht wie polierter Lack. Die Sonnenbrille saß oben auf ihrem Kopf, und ihr Blick war halb genervt, halb amüsiert. Es war typisch Victoria.

„Was soll das?“, fragte ich und klappte den Laptop wieder auf.

Sie drückte ihn sofort erneut zu. „Nein.“

Ich sah sie an. „Victoria.“

„Clark.“ Sie blieb völlig unbeeindruckt.

„Ich war mitten in einer Szene.“

„Und ich war mitten in einem Nervenzusammenbruch vor dem Hörsaal, weil du mich seit zehn Minuten warten lässt.“ Sie hielt mir ihr Handgelenk hin und tippte demonstrativ auf ihre Uhr. „Wir sind verabredet.“

Ich starrte sie an und erinnerte mich wieder. „Ach, fuck.“

„Genau.“ Ihre Arme verschränkten sich vor der Brust.

„Sorry.“ Ich schob den Laptop in meine Umhängetasche. „Ich hab die Zeit vergessen.“

„Du vergisst keine Zeit. Du verschwindest in diesem Ding.“ Sie tippte gegen die Tasche. „Eines Tages heiratest du Final Draft und ich muss Brautjungfer sein.“

Ich grinste widerwillig. „Du würdest sowieso Weiß tragen und behaupten, es wäre Creme.“

„Natürlich. Ich sehe besser in Weiß aus als du.“

Ich stand auf. „Können wir?“

„Seit zehn Minuten.“

Ich hatte ihr versprochen, mit ihr in die Mall zu fahren und ein Kleid für ihre Geburtstagsparty auszusuchen.

Victoria und ich waren damals unzertrennlich. Wir aßen, lernten, stritten und versöhnten uns zusammen. Nachts um drei hätte ich immer sie angerufen. Damals hätte ich jeden ausgelacht, der mir gesagt hätte, dass sich das ändern würde. Aber manche Menschen verschwinden nicht plötzlich aus deinem Leben. Manchmal entfernst du dich Zentimeter für Zentimeter von ihnen, weil etwas anderes aufregender wirkt oder jemand anderes.

In der Mall probierte Victoria gefühlt jedes Kleid in jedem Geschäft an.

Nach der ersten Stunde machte es noch Spaß. Nach der zweiten kommentierte ich Schnitte und Farben nur noch aus Pflichtgefühl. Nach der dritten fragte ich mich, ob man an Langeweile sterben konnte. Nach vier Stunden hatte ich aufgehört, mein Desinteresse zu verbergen.

Victoria trat in einem dunkelgrünen Kleid aus der Kabine und musterte mich über den Spiegel.

„Du siehst aus, als würdest du gleich deine eigene Leiche finden.“, sagte ich.

„Charmant.“ Sie musterte mich im Spiegel.

„Das Kleid ist schön.“

„Du hast nicht mal hingesehen.“

Ich hob den Blick. „Jetzt schon.“

Sie verdrehte die Augen und verschwand wieder hinter dem Vorhang. Wenig später steckte ihr Kopf heraus. „Wir können morgen weitermachen.“

„Nein.“ Ich stand sofort auf.

Sie blinzelte. „Nein?“

„Wir finden heute etwas.“

„Clark, du hast gerade ausgesehen, als würdest du lieber freiwillig Steuerrecht studieren.“

„Ich komme morgen nicht noch mal hierher.“

Victoria lachte. „Das dachte ich mir.“

In diesem Moment fiel mir ein Kleid auf, das eine Verkäuferin gerade an eine Stange hing.

Rosa und glitzernd, aber nicht kitschig. Der Stoff fing das Licht ein, sobald er sich bewegte, und schimmerte bei jedem Schritt anders.

Ich zeigte darauf. „Was ist mit dem?“

Victoria folgte meinem Blick.

Ihre Augen wurden groß. „Oh mein Gott.“ Sie war bereits unterwegs, bevor ich etwas sagen konnte.

Zehn Minuten später trat sie aus der Kabine und ich wusste sofort, dass wir fertig waren.

Das Kleid schmiegte sich an ihre Figur und fiel weich bis zu ihren Beinen. Sie sah aus wie eine moderne Prinzessin. Eigentlich eher eine Königin. Victoria drehte sich langsam vor dem Spiegel und sah mich über ihre Schulter an. „Und?“ Sie hob fragend eine Braue.

„Das ist es.“

Sie lächelte, und für einen Moment wurde ihr Gesicht ganz weich. „Da wirst selbst du hetero.“

Ich lachte. „Übertreib nicht.“

„Schade.“ Sie strich über den Stoff. „Cole würde sich freuen.“

Bei seinem Namen zog sich irgendetwas in mir zusammen. Cole war ihr Freund, der eine seltsame Eigenart an sich hatte.

Nachdem wir das Kleid gekauft und uns noch ein Eis geholt hatten, gingen wir zurück zum Parkplatz. Die Nachmittagshitze hing zwischen den Autos und der Asphalt flimmerte. Ich erklärte Victoria gerade, warum silberne Schuhe zu dem Kleid unmöglich wären, als sie plötzlich langsamer wurde.

Neben ihrem Wagen lehnte sich ein Mann. Er trug eine Schwarze Lederjacke, eine dunkle Jeans und hielt ein Motorradhelm in einer Hand. Das war Cole.

Cole besaß diese Ausstrahlung, die Räume kleiner wirken ließ, weil er genau wusste, dass Menschen ihn ansahen. Dunkles Haar, selbstsicheres Grinsen und die Angewohnheit, Blickkontakt zu lange zu halten.

„Hey, Babe“, sagte Victoria. Sie ging zu ihm und küsste ihn.

Cole machte daraus natürlich eine Inszenierung. Seine Hand glitt an ihre Hüfte. Er zog sie dicht an sich und küsste sie, als stünden sie nicht auf einem Parkplatz, sondern in einer absichtlich übererotisierten Filmszene.

Und währenddessen öffnete Cole die Augen. Er sah direkt zu mir.

Ich wandte den Blick ab und konzentrierte mich demonstrativ auf mein Eis, das an meiner Hand herunterzulaufen begann.

Als die beiden sich endlich voneinander lösten, gab Cole Victoria einen Klaps auf den Hintern und nickte mir zu. „Clark.“

„Cole“, erwiderte ich.

„Was machst du hier?“, fragte Victoria.

„Muss noch ein paar Sachen besorgen.“ Er griff nach ihrer Einkaufstüte und spähte hinein. „Und du kaufst dir was für heute Abend?“

Victoria riss ihm die Tüte aus der Hand. „Das ist nicht für heute Abend.“

Cole grinste. „Schade.“

Dann sah er mich wieder mit diesem direkten Blick an.

„Kommst du auch?“

„Wohin?“ Ich verzog fragend das Gesicht.

„Heute Abend. Ich schmeiß eine Party bei mir.“

Ich sah zu Victoria, die mir nichts davon erzählt hatte.

Das war okay. Sie wusste, dass Partys nicht mein Ding waren. Zu viele Menschen, zu viel Lärm, zu viel belangloses Gerede. Ich mochte Abende mit vier oder fünf Leuten, an denen man irgendwann Dinge erzählte, die man am nächsten Morgen bereute.

„Nein, schon gut.“ Ich räusperte mich. „Ich hab schon was vor.“

Das war natürlich gelogen. Cole stieß sich vom Auto ab und kam einen Schritt näher.

„Ach komm.“ Er legte mir die Hand auf die Schulter. „Das wird witzig.“

Ich blickte zu Victoria, sie sah auf den Boden. Sie wusste genau, was gerade passierte. Ich konnte schlecht Nein sagen, sobald jemand mich direkt unter Druck setzte.

Also lächelte ich gezwungen. „Okay. Ich komme.“

Cole grinste. „Super.“

Er schlug mir noch einmal so fest auf die Schulter, dass ich leicht nach hinten schwankte. Dann wandte er sich Victoria zu, packte sie an der Taille und hob sie hoch.

„Dann bis später.“ Er setzte sie wieder ab und küsste sie erneut. Diesmal hörte ich sogar ihre Zungen.

„Jesus.“ Ich verzog das Gesicht.

Victoria löste sich lachend von ihm. „Ignorier ihn.“

„Versuche ich.“

Cole setzte seinen Motorradhelm auf, schwang sich auf die Maschine und startete den Motor. Der Motor schnitt über den Parkplatz. Cole hob zwei Finger zum Abschied und verschwand.

Damals dachte ich, ich hätte nur einer Party zugesagt, auf die ich keine Lust hatte. Ich wusste nicht, dass diese Entscheidung mein Leben in ein Davor und ein Danach teilen würde.



Heute:

„Entschuldigen Sie.“

Dannys Stimme riss mich aus der Erinnerung.

Das Studio war wieder da: Licht, Kameras, rote Leuchten neben den Objektiven.

Ich bemerkte, dass meine Hände inzwischen so fest ineinander verschränkt waren, dass meine Fingerknöchel weiß hervortraten.

Danny betrachtete mich einen Moment, bevor er weitersprach. „Aber was genau hat das mit Lucien und Pedro zu tun?“

In seiner Stimme lag Skepsis. Er war ungeduldig, obwohl er es war, der nach meinem Leben fragte, bevor ich Lucien und Pedro traf.

Ich sah direkt in die Kamera. „Sehr viel.“ Ich spürte meinen eigenen Puls im Hals. „Auf dieser Party lernte ich die beiden kennen“, sagte ich. „Und dort begann die Obsession.“

Lass Kaden Scott wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

1

Ich liebe es

Lustig

0

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

1

Spannend

Emotional

0

Emotional

Tiefgründig

1

Tiefgründig

Herzerwärmend

1

Herzerwärmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

1

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

1

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

1

Toller Charakter

Starker Dialog

1

Starker Dialog

Weitere Empfehlungen

Grace in the Dark

user-F037X5WAR9: Wie geht es weiter

Jetzt lesen
Erbin des Schattens

kuesterinfo: Sehr spannende Geschichte, tolle Charaktere und starke Dialoge!!! Bin gespannt wie es weiter geht!!!

Jetzt lesen
Be my Dude

Petra : Eine wunderschöne und süße Liebesgeschichte!Die Handlung und die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt und ich konnte mich beim Lesen wunderbar entspannen. Eine Wohlfühl-Geschichte! Einfach die Gedanken abschalten und anfangen zu lesen.Dieses Buch bekommt vo...

Jetzt lesen
Therapiestunden in der Galaxie

Maria: Tolle Geschichte , gefällt mir sehr gut , bitte lass Darius 🐕bis zum Ende der Geschichte existieren. Bin ein Tierfreund 🥰

Jetzt lesen
Australian love: Riley (Band 1)

Tanja : Ein wirklich sehr schönes Buch. Sehr schön geschrieben ,wie sich die Beziehung der beiden entwickelt hat im laufe der Geschichte mit allen Höhen und Tiefen, mit Drama und Gefühlen und einem schönen Happy End. Riley und Lindsay passen perfekt zusammen. Hat mir sehr gut gefallen und freu mich auf den...

Jetzt lesen
Burn Me Twice

Lostbook123: Ich Liebe dieses Buch wirklich. Ich finde es hat alles was ein Buch benötigt, wie Spannung zusammenhänge und so weiter!

Jetzt lesen
White Diamond and Black Heart

Daydreamerin: Diese Geschichte ist dark, gut geschrieben, mit sehr unerwarteten Plotwendungen und auch Brutalität. Die Wendung, die Glee durchläuft, passiert nicht in drei Kapiteln und ist gut über alle Kapitel verteilt. Was es realistischer macht.Insgesamt eine interessant durchdachte Geschichte, für die man Ner...

Jetzt lesen
Beneath the Whisper

beklopter: Es liest einfach super.Ich mag die Geschichte dahinter sehr

Jetzt lesen
Typing...-You were never the plan

whiteFox2: Das Buch ist eins der besten die ich seit langem lese.Die Handlung ist top. Die Charaktere sind super, alles toll.Logan ist nur der einzige der mir ein bisschen leid tut, aber er hat tolle Freunde und schafft das. Die Rechtschreibung ist so auch sehr gut nur hier und da ein paar Schusselfehler, über...

Jetzt lesen
delicious: lass dich fallen