Den Mond Ver Lieren. von Raiza_Steiner bei Inkitt
Lesbarkeit anpassen
Aa

Den Mond Ver Lieren.

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Als Omega in seine Blutlinie hineingeboren zu werden, war ein Makel, den sein Vater nicht ertragen konnte. Nachdem er aus dem Elternhaus verstoßen und von einem älteren Bruder aufgenommen worden war, lernte Erick schon bald, dass Liebe eine Belohnung war, die er nicht verdiente.

Genre:
Lgbtq
Autor:
Raiza_Steiner
Status:
In Arbeit
Kapitel:
5
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Vorwort

Über dem Hügel thronte majestätisch das Anwesen der Familie Reis. Ein so imposantes Bauwerk, dass selbst in der Dunkelheit der frühen Morgenstunden die Erhabenheit seiner Linien zu erkennen war, scharf umrissen vom silbrigen Schein des Mondes.

Graue Wolken zogen rasch auf, und schon bald begann der Regen gegen die gewaltigen Fenster aus geschliffenem Glas zu prasseln.

Der Wind wurde eisig und heulte zwischen den Bäumen, während im Inneren das Echo der Schreie die Stille der Räume und Korridore zerriss.

Im Hauptschlafzimmer wand sich die Herrin des Hauses zwischen schweißnassen Seidenlaken. Die Geburt hatte beinahe einen Monat zu früh eingesetzt, und nichts verlief so, wie es sollte.

Ihr Körper, normalerweise stark und anmutig, krümmte sich unter den unerträglichen Schmerzen, während ein bitterer Geruch die Luft erfüllte.

— Ich kann nicht …! Etwas stimmt nicht! —schrie sie, die Stimme gebrochen, während sie die Laken so fest umklammerte, dass ihre Fingerknöchel weiß hervortraten.

Die beiden ältesten Dienstmädchen des Hauses sahen einander mit bleichen Gesichtern an, ohne zu wissen, was sie tun sollten. Der Krankenwagen würde nicht kommen. Das gesamte medizinische Personal der Gegend war auf dem Highway im Einsatz, wo ein Lastwagen ins Schleudern geraten war und einen Massenunfall verursacht hatte.

Auch ein Hubschrauber konnte bei diesem Regen nicht starten.

Langsam begannen sie zu glauben, dass niemand kommen würde, um ihnen zu helfen.

— Atmen Sie, gnädige Frau … bitte —flehte eine von ihnen und drückte ihre Hand fest.— Pressen Sie, wenn ich es Ihnen sage.

Die andere, etwas jüngere, bereitete mit zitternden Händen Handtücher vor. Keine von ihnen hatte Erfahrung mit Geburten oder medizinische Kenntnisse, abgesehen von dem, was sie durch die Geburt ihrer eigenen Kinder gelernt hatten.

Sie waren nur zwei Hausangestellte, die nicht das Herz besaßen, ihre Herrin, die Mondgefährtin des Clans, in einem solchen Augenblick allein zu lassen.

Stunden vergingen. Die Kräfte der Frau schwanden in einer unerträglichen Qual, bis schließlich ein Kind zur Welt kam.

Ein winziges Baby mit viel zu geringem Gewicht, halb tot. Es schnappte nach Luft, als wäre jeder einzelne Atemzug eine unüberwindbare Anstrengung.

Das Dienstmädchen wickelte es in ein Handtuch. Sein bläulich verfärbter Körper passte beinahe vollständig in ihre zitternden Hände. Ein schwaches, kaum hörbares Wimmern drang über seine Lippen, bevor erneut Stille den Raum erfüllte.

— Es ist ein Junge, gnädige Frau. Ein Sohn —sagte die Jüngere.

— Was ist er? —fragte sie, bleich wie die Laken ihres Bettes. Ihre Stimme war von Dringlichkeit erfüllt.

Die beiden Frauen tauschten einen Blick. Die Ältere antwortete:

— Es ist noch zu früh, das zu sagen, gnädige Frau. Er riecht noch ganz nach Ihrem Blut. Wir müssen ihn zuerst säubern.

— Lasst mich ihn sehen —bat sie.

Das Dienstmädchen legte das Baby vorsichtig neben sie.

Als die Frau ihr Kind erblickte, begann sie zu weinen.

Es waren keine Tränen der Freude.

Sie sah die Dienstmädchen an und flüsterte mit unendlichem Schmerz:

— Er ist ein Omega …

Die Mutter, völlig erschöpft, ließ den Kopf auf das Kissen sinken. Ihr Atem wurde unregelmäßig, immer flacher, bis er schließlich ganz aussetzte.

Die Dienstmädchen versuchten, sie wiederzubeleben, doch schon bald begriffen sie, dass ihre Herrin nicht einfach vor Erschöpfung ohnmächtig geworden war.

Als der Herr des Hauses das Zimmer betrat, bohrte sich der Geruch von Tod und Blut in seine Kehle.

Er blieb in der Tür stehen.

Sein Blick wanderte vom reglosen Körper seiner Frau zu dem winzigen Bündel, das eines der Dienstmädchen in ein Handtuch gewickelt in den Armen hielt.

— Meine Mondgefährtin … —murmelte er mit gebrochener, beinahe unkenntlicher Stimme.

Mit schnellen Schritten trat er näher. Von Kopf bis Fuß durchnässt, hinterließ er schlammige Fußspuren auf dem weißen Teppich.

Er sah das Kind an.

So zerbrechlich.

So mager.

So unbedeutend angesichts der Frau, die er gerade verloren hatte.

Der mächtigste Alpha des Reis-Clans ballte die Fäuste und unterdrückte seine Wut, während er sich vom Schicksal betrogen fühlte.

Er konnte nicht begreifen, dass seine Mondgefährtin gestorben war, nur um etwas derart Minderwertiges zur Welt zu bringen.

Eines der Dienstmädchen wagte es, einen Schritt auf ihn zuzumachen. Noch immer hielt sie das in ein blutbeflecktes weißes Handtuch gewickelte Baby im Arm. Sie senkte den Blick, unfähig, dem unerbittlichen Blick ihres Herrn standzuhalten.

— Herr Reis … wir haben alles versucht. Es tut uns unendlich leid. Wir konnten nichts mehr für sie tun, aber wir haben das Baby retten können. Es ist ein Junge.

Kendrick Reis antwortete nicht.

Er stand neben dem Bett, den Rücken kerzengerade, das Gesicht wie aus Marmor gemeißelt.

Nur ein leichtes Zittern in seinem Kiefer verriet den Riss, der sich unter seiner unerschütterlichen Fassade auftat. Seine goldenen Augen, gewöhnlich so kalt und berechnend, ruhten auf dem winzigen Bündel in den Armen des Dienstmädchens.

Es war lächerlich klein.

Seine Haut hatte einen bläulichen Ton. Seine dünnen Arme glichen kleinen Zweigen, seine kurzen Beine denen eines Frosches. Sein Weinen war so schwach, dass es eher wie ein jämmerliches Wimmern klang.

Kendrick konnte nichts anderes als Abscheu für dieses Wesen empfinden.

Der bittere Geschmack der Galle stieg ihm in die Kehle. Alles, was er wollte, war, dieses kleine Stück Fleisch an den Beinen zu packen und seinen Kopf gegen die Wand zu schlagen, damit es dafür bezahlte, dass es ihm seine Mondgefährtin genommen hatte.

Es ist nicht einmal einen Namen wert, dachte er kalt.

Mit etwas Glück wird es die Nacht nicht überleben. Ein Welpe wie dieser kann unmöglich überleben. Wenigstens werde ich nicht die Schande ertragen müssen, es aufzuziehen.

Er wandte den Blick ab, als würde allein sein Anblick ihn beleidigen.

— Schafft es aus meiner Gegenwart. Ich will es nicht sehen —befahl er mit leiser Stimme, doch der Ton war so schneidend, dass die beiden Frauen erschauerten.— Sofort.

Die Dienstmädchen wagten keinen Widerspruch.

Die Ältere drückte das Baby an ihre Brust und verließ gemeinsam mit der Jüngeren schweigend das Zimmer. Mit äußerster Vorsicht schlossen sie die Tür hinter sich.

Erst als das Echo ihrer Schritte im Korridor verklungen war, zerbrach Kendricks Maske in tausend Stücke.

Er sank neben dem Bett auf die Knie.

Er nahm die Hand seiner Frau zwischen seine Hände und presste sie gegen seine Stirn. Ihr Geruch, diese süße Mischung aus Jasmin und Regen, verblasste bereits und wurde von der kalten Leere des Todes verdrängt.

— Meine Mondgefährtin … —flüsterte er mit rauer, gebrochener Stimme.— Das ist meine Schuld. Ich hätte dich nicht um ein weiteres Kind bitten dürfen … Es tut mir leid. Es tut mir so unendlich leid …

Tränen fielen unaufhaltsam, heiß und bitter, auf das befleckte Laken.

Der gefürchtetste Alpha der Stadt, der Anführer des Reis-Clans, zerbrach lautlos und schluchzte gegen die leblose Hand der einzigen Person, die es jemals geschafft hatte, hinter seine Rüstung zu blicken.

Draußen tobte der Sturm weiter, ein stummer Zeuge einer Tragödie, die gerade erst begonnen hatte.

Lass Raiza_Steiner wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

0

Ich liebe es

Lustig

0

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

0

Spannend

Emotional

0

Emotional

Tiefgründig

0

Tiefgründig

Herzerwärmend

0

Herzerwärmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

0

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

0

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

0

Toller Charakter

Starker Dialog

0

Starker Dialog

Weitere Empfehlungen

Merry Christmas - Adventskalender 2025

Aelyn Raven: Wieder eine tolle Geschichte. Leider bin ich erst jetzt dazu gekommen sie zu lesen, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch *g* ich freue mich schon auf den nächsten Adventskalender

Jetzt lesen
Destino Secreto

Karin Rogowski: Gut geschrieben und beschrieben. Die Charaktere und Situationen sind stimmig und nehmen einen gefangen. Mich hat das Buch ab der ersten Zeile fasziniert, genau wie die anderen Bücher davor. Sehr guter Schreibstil und eine sehr gute Übersetzung, nebenbei bemerkt. Dankeschön, dass Du Deine Bücher ...

Jetzt lesen
 Ich war dein Plan B – jetzt bin ich meine erste Wahl

Maria: Tolle Geschichte, mit viel Gefühl und Emotionen geschrieben.

Jetzt lesen
In Sneakers ins neue Leben

Tanja : Eine wirklich wunderschöne Geschichte. Sehr schön geschrieben mit Gefühl. Man konnte sich sehr gut in die Charaktere hinein versetzen. Lia hat mir sehr gut gefallen,wie sie sich verändert hat im lauf der Geschichte,selbstbewusster geworden ist und sich gegen Joachim und seine Familie durch gesetzt h...

Jetzt lesen
Deal mit meinem Chef

123alec456: Allein nach ein paar seiten konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, denn sonst hätte ich mch nur gefragt was als nächstes käme

Jetzt lesen
Alle Träume in Montana 1

Silvia: Sehr gut geschrieben Spannend und fesselnd zugleich. Ein Hauch von frechheit und lustiges. Es mcht Spaß den Roman zulesen.

Jetzt lesen
Die verschmähte Mate

user-mvvfKVeVD1: Sehr spannende Geschicht...gut geschrieben...alles top

Jetzt lesen
Chicago Lovers

Tante Zwerg: Was ein meeega tolle Buch war das bitte?Mega toll wirklich... toller Schreibstil, mega tolle Protagonisten und von allem etwas! Es war lustig, spannend, hot🍆🔥 und viel Liebe! Alle Emotionen waren super umschrieben!Sehr sehr toll wirklich ♡Es wäre aber toll gewesen von der gemeinsamen Zukunft noch ...

Jetzt lesen
Die Wölfe von Welby

Sina: Eine wirklich schöne Geschichte Mit vielen Höhen und Tiefen Hat mir gut gefallen Auch der schreibstil Dankeschön das ich diese Geschichte lesen durfte 🥰 👍🏻

Jetzt lesen
Den Mond Ver Lieren.