Lesbarkeit anpassen
Aa

Silberfeuer: Das Erbe der Ur-Lykanerin

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

In einer Welt, in der die alten Gesetze der Werwölfe von Macht, Tradition und roher Gewalt dominiert werden, steht das Schicksal des gesamten Reiches auf dem Spiel. König Aurelius führt sein Volk mit harter Hand und eiserner Disziplin, doch die tiefen Klüfte zwischen den einzelnen Territorien drohen die Lykaner-Welt von innen heraus zu spalten. Erst als das längst verloren geglaubte Ur-Blut in der Gestalt von Zelda wieder erwacht, keimt eine neue Hoffnung auf. Als legendäre Ur-Königin besitzt sie nicht nur eine ehrfurchteinflößende, silberne Wölfin von gigantischer Macht, sondern auch die Weisheit und den unbeugsamen Willen, das Reich zu einen. Gemeinsam mit Aurelius bricht Zelda zu einer gefährlichen diplomatischen Mission durch die entlegensten Rudel des Landes auf. Ihre Reise führt das Königspaar in die eisigen Höhen des Sturmfels-Rudels, das von dem legendären, unbesiegten Alpha Garret beherrscht wird. Garret – ein sturer Veteran, der nie eine Gefährtin fand und seine Herrschaft mit gerissenen List-Strategien verteidigt – weigert sich strikt, an die alten Legenden des Ur-Blutes zu glauben. Um ihre Würde und ihren Anspruch zu beweisen, lässt sich Zelda auf ein kompromissloses Duell ohne Waffen ein. Ein Schicksalskampf entbrennt, in dem nicht nur Muskelkraft, sondern auch die eigene Entschlossenheit über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
26
Rating
n/a
Altersfreigabe
16+

Prolog: Das ruhende Erbe

Es gab Orte in den tiefen Wäldern des Schattenjäger-Territoriums, an denen die eisernen Gesetze der Werwölfe schwerer wogen als uraltes Gestein. Und es gab Orte, an denen die starre Hierarchie der Natur schlicht schweigend zurückwich. Das winzige, aus dunklem Fichtenholz gezimmerte Haus der Familie Barker lag genau an dieser unsichtbaren Nahtstelle – nur einen Steinwurf entfernt vom dicht bewachsenen, undurchdringlichen Niemandsland, wo die Macht des Rudels endete und eine fremde, wilde Freiheit begann.

Silas Barker war ein ruhiger, bedächtiger Mann. Seine Schultern waren breit und von der jahrelangen Arbeit auf den Feldern und in den Wäldern des Rudels gezeichnet, seine Hände rissig von Schwielen. Seine Frau Marta besaß sanfte Augen von der Farbe feuchter Walderde und ein Lachen, das selbst den bittersten Wintermorgen im Schattenjäger-Tal zu erwärmen vermochte. Beide gehörten dem Rang der Omegas an. In der unerbittlichen Gesellschaft der Werwölfe bedeutete das: Ränge ohne Stimme, ein Leben im Schatten der Mächtigen, geprägt von Gehorsam und harter Arbeit. Sie dienten, sie wuschen, sie bestellten das Land und hielten sich aus allen Angelegenheiten der Führer fern.

Doch tief in den feinsten Strukturen ihrer DNA, verborgen unter zahllosen Generationen gewöhnlichen Werwolfbluts, trugen Silas und Marta ein Geheimnis, von dem sie selbst nicht die geringste Ahnung hatten. Es war das Blut der allerersten Werwölfe – der Ur-Lykaner. Über Jahrhunderte hinweg war dieses majestätische, unzähmbare Gen rezessiv geblieben, wie ein schlafender Funke tief unter kalter Asche, der geduldig auf die perfekte genetische Fügung wartete. Und als Silas und Marta einander vor vielen Jahren die Hand reichten, schloss sich ein Kreis, der seit Jahrtausenden offen gestanden hatte. Die exakte Kombination ihrer beiden DNA-Stränge rief das Verschüttete ins Leben zurück.

Die Frucht dieser Verbindung war Zelda.

Schon in frühester Kindheit entsprach Zelda in keiner Weise dem Bild eines typischen Omega-Mädchens. Sie war nicht leise, sie war nicht zart besaitet, und sie fügte sich nur widerwillig in das ein, was das Rudel von den Untersten der Hierarchie erwartete. Während andere Omega-Kinder lernten, den Blick zu senken, wenn ein Mitglied der Alpha- oder Beta-Familie den Weg kreuzte, blickte Zelda den Menschen direkt in die Augen. Mit einer Neugierde und einer Selbstverständlichkeit, die ihren Eltern nicht selten den kalten Schweiß auf die Stirn trieb.

Was Marta und Silas jedoch am meisten beunruhigte, war die schier unerschöpfliche körperliche Leistungsfähigkeit ihrer Tochter.

Mit gerade einmal fünf Jahren rannte Zelda bereits so flink durch das Unterholz, dass die anderen Kinder des Dorfes nicht einmal ihren Windschatten erhaschen konnten. Mit acht Jahren trug sie mühelos schwere Fichtenstämme zur Veranda, für die Silas sonst zwei Hände und erhebliche Anstrengung gebraucht hätte – und sie tat es mit einem unbeschwerten Lächeln, als trüge sie ein leichtes Bündel Stroh. Wenn sie sich verletzte, schlossen sich tiefe Schrammen innerhalb von Minuten, noch bevor Marta ein sauberes Tuch oder ein Pflaster holen konnte.

„Sie ist einfach temperamentvoll“, sagte Marta oft abends am knisternden Kaminfeuer, während sie ihrer Tochter beim Schlafen zusah. Doch in Martas Stimme lag stets ein leises, besorgtes Zittern. Sie spürte, genau wie Silas, dass in den Adern ihres einzigen Kindes mehr floss als die gewöhnliche Lebenskraft eines Omegas. Wenn Zelda schlief, lag eine beinahe greifbare Aura der Ruhe um sie – eine Dichte in der Luft, die an das dumpfe Grollen eines heraufziehenden Sommergewitters erinnerte.

„Wir müssen mit aller Macht darauf achten, dass sie nicht auffällt“, antwortete Silas dann leise, während er seine große, raue Hand schützend über die seiner Frau legte. „Du weißt, wie dieses Rudel mit Wölfen umgeht, die anders sind. Erst recht, wenn sie von den Rängen ganz unten kommen. Alpha Titus lässt niemanden neben sich dulden, der stärker wirken könnte als er selbst.“

Zelda wuchs behütet auf, eingehüllt in die unerschütterliche, warme Liebe ihrer Eltern. Silas brachte ihr bei, die Natur zu achten und die Winde zu lesen, während Marta ihr zeigte, wie man wahre Stärke in Barmherzigkeit und Geduld wandelte. Doch der Drang zur Bewegung ließ sich in Zelda nicht zähmen. Sie verbrachte jede freie Minute im Wald. Sie lief über moosbewachsene Felsen, bis ihre Lungen brannten, kletterte auf die höchsten Tannen an der Grenze zum Niemandsland und beobachtete die Welt von oben mit raubvogelgleicher Präzision.

In der Schule und auf dem Trainingsplatz des Dorfes wurde der Abstand zu ihren Gleichaltrigen von Jahr zu Jahr deutlicher und peinlicher für die Führungselite. Bei den jährlichen Sportwettbewerben des Schattenjäger-Rudels versuchten die stolzen Söhne und Töchter der Deltas und Betas regelmäßig, die kleine Omega auf ihren scheinbar angestammten Platz zu verweisen. Sie schubsten sie, forderten sie heraus und versuchten, sie zu demütigen.

Doch Zelda rannte ihnen allen davon. Egal wie hart die Rennstrecke war, egal wie steil und felsig der Hang sich vor ihnen aufbäumte – während die verwöhnten Führungs-Sprösslinge keuchend, schweißgebadet und mit Schlamm bedeckt im Dreck lagen, stand Zelda bereits an der Ziellinie. Sie war kaum außer Atem, ihre Wangen nur leicht gerötet, und in ihren dunklen Augen lag eine Ruhe, die ihre Rivalen zur Weißglut trieb.

Niemand im Rudel ahnte, was sich in der Tiefe von Zeldas Seele tatsächlich abspielte. Niemand ahnte, dass tief in ihrem Inneren eine Präsenz ruhte, die vollkommen wach war und geduldig darauf wartete, dass die Zeit reif wurde. Die Wölfin in Zelda schlief nicht – sie beobachtete von Geburt an. Sie analysierte die schwachen, arroganten Führer des Rudels, die eitlen Blicke der höheren Ränge und das leise, herablassende Mitleid, mit dem man die kleine Familie Barker bedachte.

Zelda spürte diesen unbändigen Funken in ihrer Brust. Sie wusste in ihren jungen Jahren noch nicht, woher er stammte oder was er genau bedeutete, aber sie nutzte ihn, um Tag für Tag stärker, schneller und widerstandsfähiger zu werden. Schritt für Schritt schliff sie ihren Körper wie eine Waffe, während ihre Eltern darauf achteten, dass ihr Herz weich und tüchtig blieb.

Als Zeldas 18. Geburtstag schließlich immer näher rückte – jener bedeutungsvolle Tag, an dem sich jeder junge Werwolf in der Nacht des Vollmonds zum allerersten Mal verwandelte und sein inneres Tier der ganzen Gemeinschaft offenbarte –, wusste die gesamte Dorfbevölkerung, dass Zelda Barker ein ungewöhnliches Mädchen war. Doch nicht einer von ihnen ahnte auch nur im Ansatz, dass dieser Geburtstag nicht das schlichte Erwachen einer gewöhnlichen Omega-Wölfin sein würde, sondern der Beginn einer gewaltigen Erschütterung, die das gesamte Reich der Lykaner in seinen Grundfesten erschüttern sollte.

Lass Susanne B. Baronin von Rothensteyn wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

0

Ich liebe es

Lustig

0

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

0

Spannend

Emotional

0

Emotional

Tiefgründig

0

Tiefgründig

Herzerwärmend

0

Herzerwärmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

0

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

0

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

0

Toller Charakter

Starker Dialog

0

Starker Dialog

Weitere Empfehlungen

Be my Dude

Petra : Eine wunderschöne und süße Liebesgeschichte!Die Handlung und die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt und ich konnte mich beim Lesen wunderbar entspannen. Eine Wohlfühl-Geschichte! Einfach die Gedanken abschalten und anfangen zu lesen.Dieses Buch bekommt vo...

Jetzt lesen
Deal mit meinem Chef

123alec456: Allein nach ein paar seiten konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, denn sonst hätte ich mch nur gefragt was als nächstes käme

Jetzt lesen
Grimveil Gamma - Im Schleier der Schatten

Amy: Ich mochte Kirrok schon im letzten Teil, seinen Zynismus, der ihn oft in die Klemme bringt, aber auch so herrlich sympathisch macht 🥰😅😍 es ist sooo mitreißend und spannend geschrieben, dass sie Zeilen verfliegen und man am Ende angekommen ist. Hervorragende Unterhaltung, ich freue mich schon auf ...

Jetzt lesen
YOU AND ME

Grazia: Auch wenn diese Geschichte abgeschlossen ist und ein Ende hat, ist es für mich kein tolles Ende. Es ist als würde es mittendrin aufhören. Man will das Happy end weiterlesen, aber da ist nichts mehr, nur das kurze, knutschen und Freund und Freundin sein und dann .... Grundsätzlich mag ich die Geschic...

Jetzt lesen
Icebreaker

Stephanie J.: Im Großen und Ganzen gefällt es mir sehr gut. Teilweise ein wenig vorhersehbar,

Jetzt lesen
Schlummernde Wölfin

sk8erhasi: Ich mag keine Geschichten, die am Anfang sich endlos ziehen und dann der spannende Teil grad mal ein Kapitel ist. Wo ist der zweite Teil? Es sind noch so viele offene Fragen. Was ist mit ihrem Vater, was mit dem bösen Alpha usw. Ansich ist das Buch echt gut geschrieben, aber irgendwie unvollständig...

Jetzt lesen
Zwischen Pflicht- und Bauchgefühl

Katharina: 30 Kapitel am Stück gelesen und nur aufgehört weil es mitten in der nacht war mehr muss ich nicht sagen. Mega toll

Jetzt lesen
Das Erbe der Mondgefallenen

Sina: Eine schöne Geschichte Hat mir gut gefallen und ließ sich auch sehr schön lesen Dankeschön das ich sie lesen durfte 🥰 👍🏻

Jetzt lesen
Luna auf der Flucht

hannesscheel: ist dieser erste Band. Aber gleichzeitig auch auch eine schöne Romanze unter Werwölfen. Sehr schön geschrieben und sehr lesenswert.

Jetzt lesen
Silberfeuer: Das Erbe der Ur-Lykanerin