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Witchbook - Die Feuerprobe

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Zusammenfassung

Was, wenn alles, was du über Hexen gelernt hast, eine Lüge war? Webstor kennt die Welt vor allem aus der Küche des Klosters Keilwen. Bis ein päpstliches Dekret sein bisheriges Leben beendet: exkommuniziert, nach Ashbridge entsandt – auf Lebenszeit. Dort soll aus dem Klosterkoch ein Hexenjäger werden. Mit seinem Hund Sam und seinem Kater Caramel erreicht er eine abgelegene Festung, die seit Jahrhunderten gegen die Hexen von Damnara wacht. Hinter ihren Mauern erwarten ihn der rätselhafte Collector, ein verfluchter Waffenmeister und eine Gemeinschaft, in der Vertrauen erst verdient werden muss. Zwischen hartem Training, uralten Runen und gefährlichen Begegnungen beginnt Webstor an den Gewissheiten seiner Erziehung zu zweifeln. Die Menschen, denen er vertrauen soll, hüten Geheimnisse. Und die vermeintlichen Feinde passen immer weniger zu dem Bild, das die Kirche von ihnen zeichnet. In Ashbridge findet er Freundschaft, Liebe und einen Platz, den er nie gesucht hat. Doch als der Konflikt mit Damnara ihn unmittelbar trifft, muss er entscheiden, wofür er zu kämpfen bereit ist – und wem seine Loyalität wirklich gehört. Der Auftakt der Dark-Fantasy-Reihe Witchbook: eine Geschichte über brüchige Gewissheiten, ungewöhnliche Gefährten und den Mut, selbst nach der Wahrheit zu suchen.

Genre:
Fantasy
Autor:
Sascha
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
44
Rating
n/a
Altersfreigabe
16+

Prolog – Der Koch von Keilwen

Prolog – Der Koch von Keilwen

Mein Name ist Webstor.

Ich wurde in Galnoch geboren, einer alten Stadt am großen Fluss, wo die Mauern den Wind der Geschichte kannten und die Straßen nach Holzfeuer und nassem Pflaster rochen. Ich war das siebte von elf Kindern eines angesehenen Kaufmanns, mehr hungrig als heldenhaft. Mein Vater war ein strenger Mann, dem Geld und Glaube gleich wichtig waren. Und so geschah es, dass er mich im zarten Alter von sechs Jahren Gott weihte und ins Kloster von Keilwen brachte. Dort lernte ich lesen und schreiben, beten und schuften. „Ora et labora“ – so sagten die Brüder. Und sie meinten es ernst. Zwölf Stunden Licht, zwölf Stunden Dunkelheit. Nur der Sommer hielt sich nicht daran. Viele Jahre vergingen zwischen Pergamenten und Stallarbeiten, zwischen Psalmen und Schweinefutter. Doch dann wurde mir ein Amt angeboten, das mein Herz höherschlagen ließ: Ich wurde Küchenchef. Kochen war schon immer meine Leidenschaft, gutes Essen mein Laster. Wein und Bier hingegen konnten mir nie viel anhaben. Eines Tages, auf dem Markt von Keilwen, begegnete ich einem kleinen, schwarz-braunen Straßenhund. Ich streichelte ihn und gab ihm heimlich ein dickes Stück Fleisch. Damals wusste ich noch nicht, dass ich meinem ersten großen Freund begegnet war. Ich nannte ihn Ryan. Er fand bald einen Weg ins Kloster, durch ein Loch hinter dem Brombeerstrauch an der alten Mauer. Anfangs wurde er heimlich gefüttert, versteckt, geschmuggelt. Doch er hatte ein Talent, das selbst Heilige entwaffnete: Er wickelte alle um die Pfote, selbst den Abt. Bald durfte er bleiben. Von da an waren wir unzertrennlich. Er schlief bei mir, folgte mir auf den Markt, in den Garten, ja sogar zum Morgengebet. Als seine Zeit kam, trugen wir ihn mit Tränen und Würde zum kleinen Klosterfriedhof. Ich glaubte, mein Herz würde nie wieder ganz. Doch das Leben ist voller Überraschungen, manche kommen auf vier Pfoten. Die Brüder schenkten mir einen neuen Hund: Pepi. Der Abt brachte kurz darauf einen weiteren: Sam. Und als wäre das nicht genug, lief mir auch noch ein rotgetigerter Kater zu. Er wurde von einem Mönch Caramelum genannt, nach der dunklen Süße, die beim Verbrennen von Zucker entsteht. Im Alltag blieb davon nur ein Name: Caramel. Dickköpfig und charmant, wie Katzen nun mal sind. Sobald ich meinen Rucksack packte, saß er schon darin. Er begleitete mich selbst zum Kräutersammeln, wobei ich trug und er gelegentlich prüfte, ob ich noch in die richtige Richtung ging. So wurde ich Koch, Tierpfleger, Gärtner und Bruder in einem. Die Schweine hörten auf meine Stimme. Die Ziegen kannten meine Schritte. Und die Brüder wussten: Beim Zubereiten des Abendbrots war ich ganz in meinem Element.

Es war im Frühling, als Pepi plötzlich an einem Fieber erkrankte. Ein paar Tage später musste ich auch sie zu Grabe tragen. Seitdem höre ich ihr Bellen immer noch in meinen Träumen. Dann, an einem gewöhnlichen Sommertag, geschah das Ungewöhnlichste: Ein Brief. Vom Papst. Für mich. Für den Koch. Der Inhalt? Ich solle nach Ashbridge reisen …auf Lebenszeit. Im Dienst der Kirche. Als Werkzeug im Kampf des Glaubens. Exkommuniziert. Per Dekret.

Ashbridge. Ich kannte den Namen nur aus alten Schriften. Ein einsamer Ort am Rand der Welt. Ein Bollwerk gegen die Hexen von Damnara. Eine Legende. Und nun, meine neue Heimat? Ich fragte mich, was ich verbrochen hatte. War ich in Ungnade gefallen? Warum ein Mönch? Warum ich? Doch das Zögern half nichts. Der vom Vatikan entsandte Vierspänner samt Kutscher erreichte pünktlich das Kloster. Sam sprang ohne Zögern hinein. Caramel legte sich auf meinen Schoß. Ich ließ das Kloster, mein Zuhause, zurück und fuhr dem Ungewissen entgegen. Damals wusste ich noch nicht, dass ich dort nicht nur Feinde finden würde…

sondern Abenteuer,…

Freundschaft,…

wahre Liebe,…

und eine Aufgabe, die größer war als ich selbst.

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