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A HEAVENLY CHRISTMAS

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Zusammenfassung

Drei Tage. Ein Luxusjet. Und eine Wette ohne Regeln. Jenny braucht dringend Geld. Julian braucht absolute Kontrolle. Als die leidenschaftliche Eventberaterin dem hochmütigen CEO von Vance Aero den heißen Chai Latte über seinen Maßanzug kippt, sprühen sofort die Funken. Julian verabscheut Weihnachten aus tiefster Seele – doch Jennys feuriger Trotz weckt seinen Jagdinstinkt. Er fordert sie zu einem exklusiven Dreitages-Testflug an Bord des Luxusjets North Star heraus: Schafft Jenny es, sein eiskaltes Herz von der Magie des Festes zu überzeugen, wäscht das ihren Ruin rein und bringt ihr den Traumjob als Vizepräsidentin. Doch wenn sie scheitert, gehört sie für eine volle Nacht komplett ihm – ohne Tabus und nach seinen strengen Regeln …

Status:
vor 4 Stunden
Kapitel:
2
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

JENNY


Das kalte Licht vom Laptop strahlt mir direkt ins Gesicht. Draußen peitscht der eisige Wind den Schnee gegen mein Fenster. Es klappert leise. Ganz New York versinkt im Kaufrausch. Überall leuchten bunte Lichterketten. Die Menschen tragen volle Tüten durch die Straßen und freuen sich auf Weihnachten.

Ich habe keinen Kopf für Geschenke. Ich habe ganz andere Sorgen.

Ich sitze auf meinem klapprigen Stuhl und ziehe die Knie eng an die Brust. Meine Augen brennen. Auf dem Bildschirm sehe ich mein Konto. Die rote Zahl tut richtig weh.

Einhundertzwanzig Dollar und vierundvierzig Cent. Das ist alles, was mir geblieben ist.

Morgen bucht der Vermieter die Miete ab. Wenn kein Geld kommt, bin ich geliefert. Dann stehe ich Anfang des neuen Jahres auf der Straße.

„Komm schon, irgendwo muss doch ein Job sein“, flüstere ich mir selbst zu. Ich fahre mir mit beiden Händen durch die Haare.

Ich klicke mich seit zwei Stunden durch schlechte Jobanzeigen. Ein paar Hochzeiten im Frühjahr. Ein Kindergeburtstag für mickriges Geld. Nichts davon rettet mich jetzt.

Ich seufze und will den Laptop schon zuklappen. Da fällt mir eine ganz frische Anzeige ins Auge. Sie ist erst wenige Minuten alt.

Ganz oben steht ein elegantes Logo: Vance Aero.

Ich schlucke trocken. Vance Aero ist das exklusivste Flugunternehmen im ganzen Land. Die fliegen nur Reiche, Promis und Multimillionäre in teuren Privatjets durch die Gegend.

Ich klicke hastig auf die Anzeige.

GESUCHT: Externe Event-Beratung für die Vorweihnachtszeit. Auftrag: Entwicklung von einem exklusiven Dreitages-Konzept für das Flaggschiff „North Star“. Ziel ist ein perfektes Festtags-Erlebnis für einen Testflug. Honorar: Sehr hoch. Sofortige Auszahlung direkt nach der Zusage. Bewerbungsschluss: Morgen, 9:00 Uhr. Vorstellungsgespräch vor Ort im Vance Tower.

Mein Herz fängt an zu rasen wie wild. Das ist kein normaler Job. Das ist meine Rettung.

„Die Frist ist der absolute Wahnsinn“, flüstere ich und starre auf die Uhr. Es ist zehn Uhr abends. Ich habe genau elf Stunden Zeit.

Aber Aufgeben kommt für mich nicht infrage. Ich kann kämpfen. Ich kann schnell arbeiten. Und ich gebe niemals auf.

Ich greife nach meinem Tablet und dem Stift. Die Müdigkeit ist wie weggeblasen. Wenn ich für etwas brenne, dann für Weihnachten. Für mich ist das kein künstlicher Kitsch. Es ist mein einziger sicherer Ort aus der Kindheit.

Ich schließe kurz die Augen. Ich rieche den Duft von frischen Tannennadeln aus dem Wohnzimmer meiner Oma. Ich höre das leise Knistern vom Kaminfeuer. Draußen war es kalt, aber drinnen war ich geborgen. Genau dieses Gefühl will ich für andere Menschen erschaffen. Sogar hoch oben über den Wolken.

Ich öffne mein Programm. In der Küche koche ich mir einen starken schwarzen Tee. Ich streue einen großen Löffel Zimt hinein. Das gibt mir Kraft.

Dann setze ich mich zurück an den Tisch und vergesse die Welt um mich herum.

Die Stunden vergehen wie im Flug.

Während ganz New York schläft, zeichne ich am Bildschirm moderne 3D-Bilder. Ich feile bis tief in die Nacht an jedem kleinen Detail. Ich plane eine warme Dekoration für die Flugzeug-Kabine. Es soll nach Heimat aussehen. Ich füge echten Eukalyptus und grüne Kiefernzweige ein. An den Decken leuchten warme Lichter wie Sterne. Für die Passagiere erstelle ich Decken aus weichem Kaschmir.

Ich schreibe Speisekarten für traditionelles Essen. Omas altes Rezept für Bratäpfel mit Marzipan und Vanille darf nicht fehlen. Ich plane kleine Überraschungen für jeden Reisetag: handgeschriebene Briefe und schöne Spieldosen.

Ich gebe alles. Jeder Entwurf steckt voller Herzblut.

Am Ende speichere ich das Konzept als hochauflösendes PDF. Ich lade es in meine Cloud und sichere es zusätzlich auf einem USB-Stick.

Draußen fährt die Müllabfuhr durch den Schnee. Das erste graue Morgenlicht fällt durch mein Fenster. Ich klappe den Laptop endlich zu.

Meine Augen brennen wie Feuer. Meine Finger sind steif vom Zeichnen. Aber auf meinem Bildschirm liegt ein perfektes Konzept. Es steckt voller Magie.

Ich sehe auf die Uhr. Sieben Uhr dreißig.

Ich lächle erschöpft, aber unglaublich stolz. Die Angst um mein Geld ist weg. Ich wünsche mir nur noch, dass dieser Plan aufgeht. Ich gehe ins Bad und wasche mir das Gesicht mit eiskaltem Wasser. Ich ziehe meine Sachen an. Den USB-Stick stecke ich sicher in meine Handtasche.

Ich bin bereit. Ich gehe raus in die Kälte und kämpfe um meine Zukunft.

Ich schließe die Tür meiner kleinen Wohnung hinter mir ab. Die Kälte da draußen schlägt mir sofort wie eine flache Hand ins Gesicht. Der Wind pfeift durch die Straßen von Brooklyn. Er treibt dicke, nasse Schneeflocken vor sich her.

​Ich ziehe den Kragen meiner Jacke höher. Der Stoff ist viel zu dünn für diesen Dezember. Aber für eine teure Winterjacke reicht mein Geld schon lange nicht mehr. Meine abgetretenen Stiefel knirschen bei jedem Schritt im frischen Schnee.

​Überall an den Häusern hängen bunte Lichterketten. Sie leuchten im grauen Morgenlicht. In den Fenstern stehen beleuchtete Sterne. Normalerweise bleibe ich an jeder Ecke stehen und genieße diese Stimmung. Ich liebe den Geruch von Schnee und die festlichen Farben. Aber heute habe ich keine Zeit dafür.

​Meine Finger sind jetzt schon eiskalt. Ich presse meine Handtasche fest an meinen Körper. Darin liegt der USB-Stick mit meiner Präsentation. Mein gesamtes Leben hängt an diesem kleinen Stück Plastik. Wenn ich den Job nicht bekomme, bin ich im Januar obdachlos. Der Gedanke schnürt mir die Kehle zu.

​Ich laufe schnell zur U-Bahn-Station. Die Stufen hinab in den Untergrund sind rutschig. Unten riecht es nach feuchter Kleidung, altem Metall und abgestandener Luft. Die Station ist voll von Menschen. Alle starren stumm auf ihre Smartphones. Sie wollen einfach nur zur Arbeit. Niemand lächelt. Niemand schaut mich an.

​Der Zug fährt kreischend in die Station ein. Die Türen gleiten auf. Ich quetsche mich mitten in die Menschenmenge. Der Wagen ist warm und stickig. Mein Herz klopft flach und schnell. Ich gehe in Gedanken noch einmal jeden einzelnen Schritt meiner Präsentation durch.

​Die 3D-Bilder für die Kabine der North Star. Der Eukalyptus. Die Kaschmirdecken. Omas Bratapfel-Rezept.

​Mögen reiche Menschen überhaupt Bratäpfel? Oder lachen sie mich aus, weil es ihnen zu simpel ist?

​Ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken. Ich zwinge mich dazu, tief durchzuatmen. Nein, Jenny. Du weißt, was du kannst. Deine Entwürfe sind gut. Sie sind voller Leben.

​Die U-Bahn hält an der 5th Avenue in Manhattan. Ich zwänge mich wieder nach draußen und steige die Treppen ins Freie hoch.

​Hier im Herzen der Stadt wirkt New York wie eine riesige Kulisse. Die Wolkenkratzer ragen riesig in den grauen Himmel. An den Fassaden hängen gigantische Tannenzweige mit roten Schleifen.

​Direkt an der Ecke steht ein kleiner Kaffeestand. Der Dampf steigt in weißen Wolken nach oben. Der süße, klebrige Duft von Zimt, Nelken und heißer Milch zieht mir direkt in die Nase. Mein Magen knurrt laut. Ich habe seit gestern Mittag nichts mehr gegessen.

​Ich bleibe stehen und greife in meine Tasche. In meinem Portemonnaie liegen noch ein paar Münzen. Drei Dollar und fünfzig Cent in Kleingeld.

​„Einen kleinen Chai Latte, bitte“, sage ich zum Verkäufer.

​Er nickt stumm, füllt den braunen Tee mit dem warmen Milchschaum in einen Pappbecher und drückt mir den Deckel darauf. Ich drücke ihm das Kleingeld in die Hand. Es ist fast mein letztes Geld. Aber die Wärme des Bechers tut meinen gefrorenen Fingern gut. Der süße Duft beruhigt meine Nerven ein kleines Bisschen.

​Ich trinke einen kleinen Schluck. Der heiße Tee brennt leicht auf meiner Zunge. Aber er tut gut.

​Ich gehe weiter. Zwei Straßenblöcke noch. Dann bleibe ich wie angewurzelt stehen.

​Vor mir ragt der Vance Tower in den Himmel. Das Gebäude ist gigantisch. Die Fassade besteht komplett aus dunklem Glas und poliertem Stahl. Es sieht kalt aus. Mächtig und absolut unnahbar. Über dem riesigen Eingang prangt der geschwungene Schriftzug aus Silber: VANCE AERO.

​Hier arbeiten keine normalen Menschen. Hier regiert das ganz große Geld.

​Ich sehe an mir herunter. Meine Hose ist unten nass vom Schneematsch. Meine Stiefel sind abgenutzt. Ich passe überhaupt nicht an diesen Ort. Ich wirke wie ein Fremdkörper vor diesem glänzenden Palast.

​Panik steigt in mir auf. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Was habe ich mir nur dabei gedacht? Warum sollte eine Weltfirma wie Vance Aero ausgerechnet mich einstellen?

​Ich umklammere den heißen Pappbecher in meiner Hand.

Weil du Herzblut hast, Jenny. Weil du keine Angst hast.

​Ich sehe auf meine Armbanduhr. Acht Uhr siebenundfünfzig. Ich habe genau drei Minuten.

​Ich hole noch einmal tief Luft. Die kalte Luft brennt in meiner Lunge. Dann hebe ich das Kinn, straffe meine Schultern und gehe mit festen Schritten auf die große Drehtür zu.

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