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LIMEN – Nenn mich nicht beim Namen

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Zusammenfassung

Im LIMEN bleibt dein Name draußen. Was du dir wünschst, darf mit hinein. Noah Lenz sucht mit neunzehn einen Nebenjob. Er landet bei Henrik Varen – einem Mann, dessen Haus für Menschen gedacht ist, die für ein paar Stunden jemand anderes sein möchten. Oder endlich sie selbst. Noah beginnt mit Wäsche und Raumvorbereitungen. Bald entwirft er Welten, die mehr über ihre Gäste verraten als jeder Fragebogen. Die künstliche Intelligenz JANUS hält das Haus am Laufen. Henrik wacht über die Grenzen. Und Noah findet zwischen all den Regeln einen Platz, an dem er bleiben möchte. Dann lernt er Mika kennen. Als Vesper tritt dieser selbstbewusst ins Licht. Doch Noah interessiert sich zunehmend auch für den Menschen, der nach dem Auftritt die Maske abnimmt. Während zwischen ihnen Nähe entsteht, gerät das Netz hinter LIMEN unter Angriff. Noah muss entscheiden, wem er vertraut – und ob er Verantwortung übernehmen kann, wenn die Menschen mit den sicheren Antworten selbst keine mehr haben. Ein psychologischer Near-Future-Roman mit M/M-Liebesgeschichte über Wünsche, Vertrauen und die Grenzen von Kontrolle.

Genre:
Drama
Autor:
THB_Stories
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
59
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

PROLOG – Gast 041

Seinen richtigen Namen ließ er im Auto zurück.

Als die Fahrertür ins Schloss fiel, war er nur noch Gast 041. Auf dem schmalen Display neben dem Eingang erschien das Wort, das er drei Nächte zuvor in ein leeres Feld geschrieben hatte. Erst aus einer Laune heraus. Danach hatte er es nicht mehr ändern wollen.

FALK

Er musste nicht klingeln.

Eine schmale Lichtlinie wanderte am Türrahmen entlang, wechselte von Weiß zu gedämpftem Gold und endete in einem kaum hörbaren Klicken.

Die Tür stand offen.

Henrik Varen wartete dahinter. Dunkles Hemd, hochgerollte Ärmel, eine Hand locker an der Klinke. Er sah nicht aus wie ein Mann, der sich überraschen ließ. Ebenso wenig wirkte er, als müsste er irgendetwas beweisen.

„Guten Abend.“

„Guten Abend.“

Falk blieb auf der Schwelle stehen.

Hinter Henrik lag ein warm beleuchteter Vorraum. Geräuchertes Holz, heller Stein, eine Bank und mehrere dunkle Schließfächer. Nichts daran wirkte verboten. Gerade das machte es schwieriger, den ersten Schritt zu tun.

Henrik drängte ihn nicht.

Er wartete, bis Falk von selbst eintrat, und schloss anschließend die Haustür.

„Wie soll ich Sie heute nennen?“

„Falk.“

Henriks Blick blieb ruhig. „Und wie nicht?“

Falk strich mit dem Daumen über die Kante seines Autoschlüssels.

„Bei meinem richtigen Namen.“

Henrik nickte, als hätte er nichts Ungewöhnliches gehört.

„Dann wird er in diesem Flügel nicht fallen.“

Er deutete auf eines der Schließfächer.

„Telefon, Schlüssel, Geldbörse und alles, was Sie während Ihres Aufenthalts nicht benötigen. Das Fach lässt sich nur mit Ihrem Zugang wieder öffnen.“

Falk legte seine Sachen hinein. Beim Telefon zögerte er.

„Niemand wird versuchen, Sie zu erreichen“, sagte Henrik. „Ihr sicherer Kontaktweg bleibt für Notfälle aktiv. Sie selbst werden ihn hier nicht benötigen.“

„Und wenn ich abbreche?“

„Dann brechen Sie ab.“

Die Antwort kam so selbstverständlich, dass Falk ihn ansah.

Henrik hielt seinem Blick stand.

„Die Tür öffnet sich jederzeit von innen. Ihr Fach ebenso. Sie müssen weder um Erlaubnis bitten noch einen Grund nennen.“

Falk legte das Telefon zu den anderen Dingen. Die Klappe schloss sich lautlos.

Henrik führte ihn in ein kleineres Zimmer. Zwei Sessel standen einander gegenüber, dazwischen ein niedriger Tisch mit einer verschlossenen Flasche Wasser und zwei Gläsern. Die Wände waren mit dunklem Stoff bespannt. Eine kleine Kamera war offen an der oberen Wand angebracht. Daneben glomm eine grüne Statusleuchte.

Henrik setzte sich erst, nachdem Falk Platz genommen hatte.

„Die Aufzeichnung läuft bereits, wie von Ihnen vorab freigegeben“, sagte er. „Gespeichert wird ausschließlich die vereinbarte Fassung. Mein Gesicht wird darin unkenntlich gemacht. Die Aufnahme endet, bevor Sie den Korridor zu Ihrem Zimmer betreten.“

„Damit Sie hinterher beweisen können, dass ich zugestimmt habe?“

„Damit wir beide belegen können, was vereinbart wurde.“

Falk sah zur dunklen Wand.

„Das ist ein Unterschied?“

„Ein wichtiger.“

Henrik griff nicht nach einem Tablet und schlug keine Akte auf. Trotzdem hatte Falk das Gefühl, dass ihm keine seiner Antworten fehlte.

„Sie haben Rot als Stoppsignal gewählt“, sagte Henrik. „Gelb bedeutet Pause und Rückfrage. Als nonverbales Signal legen Sie die flache Hand zweimal auf die Armlehne oder eine andere erreichbare Oberfläche. Ist das weiterhin richtig?“

„Ja.“

„Bitte vollständig.“

Falk atmete durch.

„Ja, das ist weiterhin richtig.“

„Sie wünschen klare Anweisungen. Der Spiegel bleibt sichtbar. Die bereitgelegte Kleidung darf verwendet werden, muss aber nicht. Körperliche Berührungen finden nur innerhalb der von Ihnen freigegebenen Bereiche statt.“

Falk nickte.

Henrik sagte nichts.

„Ja“, ergänzte Falk.

„Sie können einzelne Punkte jederzeit ändern. Auch nach Beginn.“

„Dann stimmt am Ende der ganze Fragebogen nicht mehr.“

„Der Fragebogen ist keine Verpflichtung.“ Henriks Stimme blieb ruhig. „Er beschreibt, was Sie sich zu dem Zeitpunkt vorstellen konnten, an dem Sie ihn ausgefüllt haben. Mehr nicht.“

„Und wenn ich plötzlich etwas will, das ich nicht angekreuzt habe?“

„Dann sprechen wir darüber.“

„Mitten im Raum?“

„Gerade dann.“

Falk lehnte sich zurück. Unter seinen Handflächen fühlte sich der Stoff des Sessels rauer an, als er erwartet hatte.

„Machen Sie das oft?“

„Was genau?“

„Leute davon abhalten, einen Rückzieher zu machen.“

Zum ersten Mal zeigte sich etwas in Henriks Gesicht. Kein Lächeln. Eher der Schatten eines trockenen Gedankens.

„Ich halte niemanden davon ab.“

„Sie wissen, was ich meine.“

„Ich weiß, was Sie vermuten.“

Falk wartete.

Henrik ließ die Stille stehen, bis sie wieder Falk gehörte.

„Ich möchte es wirklich“, sagte dieser schließlich.

„Das habe ich nicht bezweifelt.“

„Warum fragen Sie dann alles noch einmal?“

„Weil etwas wirklich zu wollen nicht bedeutet, dass man jede Vorstellung davon auch erträgt.“

Die Antwort traf näher, als Falk erwartet hatte.

Henrik stand auf.

„Möchten Sie Ihr Zimmer sehen?“

Falk spürte sein Herz bis in die Fingerspitzen.

„Ja.“

Die Aufzeichnung endete mit einem leisen Ton.

Hinter der nächsten Tür lag ein langer, gedämpft beleuchteter Korridor. Drei weitere Türen standen in gleichmäßigen Abständen an der dunklen Wand. Neben jeder befand sich ein schmales Display.

Auf dem mittleren leuchteten seine Nummer und der Name, den er gewählt hatte.

041 – FALK

Henrik ging nicht vor. Er blieb einen halben Schritt hinter ihm.

Falk hob die Hand an das Display. Bevor er es berührte, glitt die Tür lautlos zurück.

Der Raum dahinter war nicht mehr neutral.

Warmes Licht lag auf schweren Vorhängen, deren Farbe irgendwo zwischen Bronze und dunklem Rot wechselte. Ein großer Spiegel fing das Licht auf, ohne den Raum heller zu machen. Davor stand ein einzelner gepolsterter Stuhl. Auf einem schmalen Kleiderständer hing das Kleidungsstück, das Falk in einem unscheinbaren Textfeld beschrieben hatte.

Etwas, das er niemals selbst in einem Geschäft gekauft hätte.

Etwas, von dem er nicht einmal sicher gewesen war, ob er es wirklich sehen wollte.

Nun hing es dort.

Ohne Verpackung. Ohne Entschuldigung.

Aus unsichtbaren Lautsprechern kam kein Lied, nur ein tiefer, kaum wahrnehmbarer Klang. Mehr Vibration als Musik. Im Raum war es wärmer als im Korridor. Genau so, wie er es angegeben hatte.

Falk blieb stehen.

Er hatte seinen Wunsch in Kästchen, kurzen Sätzen und einer einzigen viel zu ehrlichen Antwort beschrieben. Nun war daraus ein Raum geworden.

„Sie können noch immer gehen“, sagte Henrik hinter ihm.

Falk betrachtete sein Spiegelbild. Neben seinem eigenen Gesicht war in der dunklen Fläche nur ein Teil von Henrik zu erkennen.

„Und wenn ich bleibe?“

„Dann bleiben Sie, weil Sie es entschieden haben.“

Falk trat über die Schwelle.

Die Tür schloss sich langsam hinter ihnen.

* * *

Als Gast 041 das Haus verließ, war es kurz nach Mitternacht.

Henrik begleitete ihn bis zum Vorraum, stellte ihm Wasser hin und wartete, bis dessen Hände nicht mehr zitterten. Nicht jede Reaktion verlangte nach Worten. Manche benötigten nur Zeit und einen Ort, an dem niemand so tat, als sei das Erlebte bedeutungslos.

„Möchten Sie morgen eine Nachricht erhalten?“, fragte Henrik.

Falk schüttelte den Kopf.

„Dann wird es keinen Kontakt geben.“

Falk nahm Telefon, Geldbörse und Schlüssel aus seinem Fach. Sein Blick fiel auf das Display am Ausgang. Dort stand noch immer sein Pseudonym.

„Wann verschwindet der Name?“

„Sobald Sie das Grundstück verlassen. Danach bleibt nur Ihre Gästenummer.“

Falk zog seine Jacke an. Für einen Moment sah es aus, als wolle er noch etwas fragen. Dann öffnete er die Tür und ging hinaus.

Henrik wartete, bis die Rücklichter hinter der Hecke verschwanden.

Das Display wurde dunkel.

„Status“, sagte er.

Eine unaufdringliche Stimme antwortete aus dem Deckenelement.

„Gast 041 hat das Grundstück verlassen. Keine medizinischen Meldungen. Gesprächsaufzeichnung verarbeitet. LIMEN II wartet auf Rücksetzung. Wäschezyklus drei wurde unterbrochen. Filterprüfung der Serverkühlung ist seit zwei Tagen überfällig. Nächste Ankunft morgen um achtzehn Uhr dreißig.“

Henrik schloss für einen Moment die Augen.

„Grund für die Unterbrechung?“

„Unwucht im zweiten Waschmodul.“

„Natürlich.“

Er öffnete die verborgene Tür zum Servicegang.

Die warme Ruhe des Gästeflügels endete auf der anderen Seite abrupt. Hier standen Transportwagen, verschlossene Materialboxen und zwei Behälter mit Textilien. Die Beleuchtung war heller, die Wände glatter, die Luft kühler.

Henrik zog dünne Handschuhe an und betrat LIMEN II durch den rückwärtigen Zugang.

Der Raum bewahrte noch die Wärme des vergangenen Zeitfensters. Der Stuhl stand nicht mehr auf seiner Markierung, ein Vorhang hatte sich aus der unteren Führung gelöst. Auf dem Boden lag das Kleidungsstück, das Falk zunächst nur betrachtet und später doch vom Bügel genommen hatte.

Henrik legte es in einen gesonderten Textilbehälter und begann mit dem Reset.

Oberflächen. Spiegel. Textilien. Boden. Bad. Umkleide. Verbrauchsmaterial. Technische Anschlüsse.

Jeden Schritt bestätigte er erst, wenn er abgeschlossen war. Er arbeitete schnell. Nicht hastig.

Während er den Vorhang wieder in die Führung setzte, meldete JANUS die Waschmaschine ein zweites Mal. Im Serverraum stieg die Temperatur um ein halbes Grad. Im Gesprächszimmer warteten zwei Gläser. Im Bad fehlte ein versiegeltes Handtuchpaket.

Das Handtuch ärgerte ihn am meisten.

Während Falks Nachsorge hatte Henrik nur ein leeres Fach vorgefunden. Achtunddreißig Sekunden hatte er den Gast allein lassen müssen, um Ersatz zu holen.

Achtunddreißig Sekunden waren kein Vorfall.

Sie waren auch kein akzeptabler Ablauf.

Henrik hatte das leere Fach selbst übersehen. Nicht JANUS. Nicht ein Lieferant. Er.

Das System konnte zählen, erinnern und warnen. Es konnte kein Paket aus dem Lager holen, keinen Raum zurücksetzen und keinem Menschen ein Glas Wasser reichen.

Um ein Uhr zweiundvierzig war LIMEN II wieder neutral. Die Vorhänge waren in den Wänden verschwunden, der Spiegel lag hinter einer matten Fläche, der Stuhl stand im Möbellager. Nichts im Raum erinnerte mehr an Falk.

Henrik wusste, dass das nur für den Raum galt.

Er korrigierte die Unwucht, startete den Waschzyklus neu und wechselte den Filter der Serverkühlung. Als er wieder nach oben kam, war es nach zwei.

In der Küche wartete der Kaffee, den er vor Stunden eingeschenkt hatte. Kalt, schwarz und unberührt.

Henrik trank ihn trotzdem.

Auf seinem Tablet standen drei Aufgabenlisten für den kommenden Tag: einen Raum vorbereiten, eine Lieferung prüfen, ein neues Gästeprofil auswerten. Am Abend würde er wieder Gastgeber sein. Dazwischen lagen Wäsche, Reinigung, Lagerbestand und alles, was ein Haus nach außen gewöhnlich wirken ließ.

Er konnte Termine reduzieren.

Der Gedanke war vernünftig. Er verwarf ihn dennoch.

Nicht wegen des Geldes. Weniger Gäste würden das Problem nicht lösen, nur verschieben. Seit Monaten erledigte Henrik technische Wartungen nachts und Rücksetzungen in Zeitfenstern, die längst zu anderen Tagen gehörten.

Er brauchte Hilfe.

Der Satz gefiel ihm nicht.

Hilfe bedeutete Zugang. Zugang bedeutete Wissen. Wissen bedeutete ein Risiko, das sich nicht vollständig berechnen ließ.

Henrik stellte die leere Tasse ab und öffnete seinen Laptop.

Eine zusätzliche Person musste nicht alles wissen.

Er konnte Aufgaben ebenso trennen wie Informationen. Für Reinigung, Wäsche, Lager und vorbereitende Raumarbeiten genügten klare Arbeitsaufträge. Keine Klarnamen. Keine Gästeprofile. Keine Aufzeichnungen.

Material. Licht. Temperatur. Möbel. Zeitfenster.

Eine weitere Informationsschicht.

Henrik öffnete ein regionales Stellenportal.

Das Feld für die Überschrift blinkte.

Er schrieb:

Zuverlässige Haushaltshilfe für gehobenen Privathaushalt gesucht

Er betrachtete den Satz. Löschte „gehobenen“ und schrieb stattdessen „größeren“.

Zu viel Wohlstand zog die falsche Art von Aufmerksamkeit an.

Dann begann er mit der Beschreibung.

* * *

Zuverlässige Haushaltshilfe für größeren Privathaushalt gesucht

Für einen gepflegten Privathaushalt am ruhigen Rand der Stadt wird eine zuverlässige Unterstützung in Teilzeit gesucht.

Aufgaben:

– Reinigung und Wäschepflege

– Vorbereitung und Rücksetzung von Gästezimmern nach schriftlichen Arbeitslisten

– Kontrolle von Verbrauchsmaterialien und Lagerbeständen

– einfache Bedienung vorhandener Haus- und Raumtechnik

– gelegentliche Unterstützung bei Lieferungen und internen Transporten

Direkter Gästeservice gehört zunächst nicht zum Aufgabenbereich.

Gesucht wird eine Person, die:

– zuverlässig, pünktlich und diskret arbeitet

– klare Anweisungen sorgfältig und selbstständig umsetzt

– einen guten Blick für Ordnung und Details besitzt

– bereit ist, sich in technische Abläufe einweisen zu lassen

– mit gelegentlich wechselnden Arbeitszeiten umgehen kann

Berufserfahrung im Haushalt, in der Reinigung oder im Service ist willkommen, aber nicht zwingend erforderlich. Eine gründliche Einarbeitung erfolgt vor Ort.

Geboten werden:

– überdurchschnittliche und pünktliche Bezahlung

– planbare Teilzeitstunden

– ein ruhiges Arbeitsumfeld mit klaren Aufgabenbereichen und einem festen Ansprechpartner

– sichere Einarbeitung in alle benötigten Geräte und Abläufe

– bei sehr späten Schichten eine Übernachtungsmöglichkeit in einem separaten Gästezimmer

Das Haus ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einem anschließenden kurzen Fußweg erreichbar. Ein Führerschein ist nicht erforderlich.

Kurzbewerbungen mit Angaben zur Person, zeitlichen Verfügbarkeit und bisherigen Erfahrung werden bevorzugt elektronisch entgegengenommen.

* * *

Henrik las die Anzeige zweimal.

Sie enthielt alles, was ein Bewerber zu Beginn wissen musste.

Bei „Berufserfahrung“ hielt Henrik inne. Jemand mit Erfahrung wäre schneller einsetzbar. Wahrscheinlich selbstständiger. Vielleicht weniger bereit, ungewöhnliche Arbeitslisten zu akzeptieren, ohne Fragen zu stellen.

Er ließ den Satz stehen.

Arbeitsabläufe konnte man beibringen.

Sorgfalt nicht immer.

Henrik setzte den Veröffentlichungszeitraum auf vierzehn Tage. Danach öffnete er die Zugriffsverwaltung von JANUS und legte probeweise ein neues Profil an.

MITARBEITER – BASIS

Freigegebene Bereiche: Ostzugang, Hauswirtschaft, Lager, allgemeine Wohnräume.

Gesperrte Bereiche: Identitätskern, Gesprächsaufzeichnungen, Gästekorridor, Wunschzimmer, Serverraum, privates Arbeitszimmer.

Noch war es nur ein technischer Entwurf. Kein Mensch hatte eine Karte, kein Fremder einen Schlüssel und niemand außer Henrik kannte die vollständige Struktur des Hauses.

„Externen Bewerbungszugang öffnen?“, fragte JANUS.

Henrik blickte durch die dunkle Scheibe in den Innenhof.

Auf der gegenüberliegenden Seite lagen die drei Wunschzimmer wieder still und neutral hinter ihren Türen.

„Ja“, sagte er.

Die Anzeige ging um zwei Uhr siebzehn online.

Nichts daran war gelogen.

Von den drei Türen erwähnte Henrik kein Wort.

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